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Der Sternenhimmel im März - Beobachtungstipps für Sterne und Planeten


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Wenn es für den beobachtenden Amateurastronomen dunkel genug geworden ist, hat sich der Sternhimmel gegenüber den Vormonaten merklich nach Westen hin verschoben. Die Dämmerung setzt jetzt immer später ein und die Erde schreitet weiter auf ihrer Bahn um die Sonne voran. Beide Effekte addieren sich und bescheren uns einen Sternhimmel, der uns bereits die ersten Frühlingssternbilder präsentiert.

Gegen 20:30 Uhr haben die Wintersternbilder den Meridian bereits überschritten. Jedoch sind sie alle noch vollzählig. Die Sternbilder des Wintersechsecks mit ihren strahlend hellen Hauptsternen zeigen sich uns im Südosten in ihrer ganzen Pracht. Erst eine Stunde vor Mitternacht werden sich der Orion und der Große Hund von uns verabschieden.

Der Krebs strebt in mittlerer Höhe seinem Meridiandurchgang zu und damit lohnt es sich, nach dem offenen Sternhaufen der Praesepe (M44) Ausschau zu halten. Dieser Sternhaufen ist 570 Lichtjahre von uns entfernt und mit einer Helligkeit von 3,1 mag gehört er zu den helleren Sternhaufen seiner Art. Zu seiner Beobachtung genügt bereits ein Fernglas oder kleines Teleskop mit mittlerer Vergrößerung. Der dem bloßen Auge als blasses Nebelfleckchen erscheinende Sternhaufen löst sich dann in Einzelsterne auf und bietet uns einen faszinierenden Anblick. Interessant ist der Doppelstern Rho 1. Beide Sterne haben mit 6,0 mag bzw. 6,2 mag etwa die gleiche Helligkeit, gehören aber verschiedenen Spektralklassen an. Während die Hauptkomponente gelb erscheint, überrascht uns sein Begleiter mit seiner tiefroten Färbung.

Am Südosthimmel thront bereits unübersehbar das markante Sternbild des Löwen. Sein heller Hauptstern Regulus liegt direkt auf der Ekliptik und entpuppt sich bereits im Fernglas als Doppelstern. Der nur 7,6 mag helle Begleiter ist in der für Doppelsterne relativ großen Entfernung von drei Bogenminuten zu sehen. Der Regulus gegenüberliegende Stern Denebola (Schwanz des Löwen) ist ebenfalls doppelt. Hier sind es sogar 19 Bogenminuten, die Hauptstern und Begleiter voneinander trennen. Beide Systeme sind damit schon mit kleineren Instrumenten leicht zu beobachten.

Zwei etwas anspruchsvollere Objekte finden wir mit M 95 und M 96 unterhalb der gedachten Verbindungslinie Regulus-Denebola. Diese benachbarten Spiralgalaxien mit einer Helligkeit von 9,7 mag stellen einige Anforderungen an Beobachter und Equipment. Hier sind schon größere Objektivdurchmesser gefragt und bei einer Ausdehnung von wenigen Bogenminuten sollte die Brennweite mindestens 1000 mm betragen. In Kombination mit entsprechender CCD-Technik stellen aber auch solche Objekte für den heutigen Amateur keine unüberwindbare Hürde mehr dar. Auch hier gilt: Übung macht den Meister.

Hoch über unseren Köpfen finden wir mit dem Großen Bären das wohl bekannteste Sternbild. Der Stern Alkaid am Ende der »Wagendeichsel« hilft uns dabei, eine der schönsten Galaxien zu entdecken. Das Objekt, dem Charles Messier in seinem Nebelkatalog die Nummer 51 gab, ist bekannt als die »Whirlpool-Galaxie«. Wir finden sie rechts des letzten »Deichselsternes«. Wenn wir diese eindrucksvolle Spiralgalaxie beobachten, war ihr Licht ca. 27 Mio. Lichtjahre in den Weiten des Alls unterwegs. Sie gehört zu den aktiven Galaxien mit hoher Sternentstehungsrate. In ihrem Zentrum wird ein Schwarzes Loch vermutet. Mit einer Helligkeit von 8,1 Größenklassen sollte für eine erfolgreiche Beobachtung eine schon etwas größere Öffnung zum Einsatz kommen. Kurzbrennweitige Spiegelteleskope ab 8 Zoll Spiegeldurchmesser - je größer, desto besser - und natürlich die Dobsons sind hier die geeignetsten Instrumente. Um die Spiralstruktur visuell zu erfassen sind allerdings ein wirklich dunkler Himmel und eine längere Augenadaption nötig. Auf Aufnahmen von Digitalkameras, wie sie auch dem Hobbyastronom zugänglich sind, offenbart uns diese Galaxie ihre gesamte Ausdehnung und ihren Detailreichtum.

In geringer Höhe über dem südöstlichen Horizont ist das eher unscheinbare Sternbild Becher aufgegangen und auch ein Teil der langen Wasserschlange ist bereits sichtbar. Ein Blick in Richtung Osten zeigt uns, dass der Winter nun endgültig vorbei ist. Die emporsteigenden und fast vollständig aufgegangenen Sternbilder Bootes und die ihm benachbarte Nördliche Krone kündigen uns den nahenden Beginn des Frühlings an. Das nordwestliche Firmament wird dominiert von den Sternbildern Kassiopeia und Perseus, während sich die Andromeda bereits langsam dem Untergang zuneigt.

Ganz dicht über dem Osthorizont funkelt ein heller Stern. Spica, der Hauptstern der Jungfrau ist gerade aufgegangen, während uns die südlichen Teile der Konstellation noch verborgen bleiben. Völlig aus dem Dunst der horizontnahen Schichten befreit haben sich hingegen der Bootes und die ihm benachbarte Nördliche Krone. Während Spica weiß-bläulich erscheint, strahlt der Hauptstern des Bootes in einem orangefarbenen Licht. Bereits hoch am Firmament erblicken wir den Großen Wagen. Wenn das bekannteste aller Sternbilder in den Abendstunden immer mehr an Höhe gewinnt, weiß der Amateurastronom, dass es bis zum Beginn der wärmeren Jahreszeit nicht mehr allzu weit ist.

Die Planeten im März

Merkur versteckt sich im März in den Strahlen der Sonne und bleibt daher unsichtbar. Die Venus hat sich inzwischen zum prächtigen Abendstern entwickelt. Sie ist bereits in der Abenddämmerung als auffälliges Gestirn über dem westlichen Horizont zu sehen, lange bevor die ersten Sterne am Firmament sichtbar werden.

Der Mars befindet sich nach Einbruch der Dunkelheit bereits in den horizontnahen Dunstschichten, so dass sich eine Beobachtung nicht mehr lohnt. Die beste Planetensichtbarkeit beschert uns der Jupiter. Nach seiner Opposition bleibt der Riesenplanet die ganze Nacht über sichtbar. Mit einer Kulminationshöhe von 56° ist er ein dankbares Beobachtungsobjekt für Fernrohrbeobachter, wobei die vier hellen Jupitermonde bereits ein Fernglas zeigt. Saturn bleibt Objekt der zweiten Nachthälfte. Erst gegen Ende des Monats wird der Ringplanet vor Mitternacht die östliche Horizontlinie überschreiten.

Uranus wird Mitte des Monats unsichtbar, da er unaufhaltsam seiner Konjunktion mit der Sonne zustrebt. Die vorerst letzte Chance, den Planeten zu identifizieren, ergibt sich am 4. März. Dann steht Uranus in den frühen Abendstunden nur sechs Bogenminuten nordöstlich der Venus, die somit als Aufsuchhilfe dienen kann. Neptun befindet sich noch in Sonnennähe und kann daher nicht beobachtet werden.

(Verfasser: Astronomie | Datum: 22. Februar 2013 | Geändert: 25. Februar 2015 | Fehler melden)



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