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Sternenhimmel im Dezember - Beobachtungstipps für Sterne und Planeten


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Mit der nahenden Wintersonnenwende am 21. Dezember ist die für Astronomen wohl beste Beobachtungszeit des Jahres gekommen. Schon gegen 17.30 Uhr MEZ ist der Himmel dunkel genug, um mit dem Beobachten beginnen zu können. Um diese Zeit haben wir noch einmal Gelegenheit, die Sternbilder des Herbsthimmels Revue passieren zu lassen.

So finden wir im Süden den Wassermann und in Richtung Zenit präsentiert sich das Herbstviereck, welches von den zentralen Sternen des Pegasus gebildet wird. In der benachbarten Andromeda lohnt es sich immer wieder, mit M 31 den hellsten und größten Spiralnebel aufzusuchen.

Im benachbarten Sternbild Dreieck finden wir mit dem Dreiecksnebel M 33 eine weitere Spiralgalaxie. Dieses zweithellste extragalaktische Objekt hat eine Helligkeit von 5,7 mag und besitzt eine Winkelausdehnung von 70 x 40 Bogenminuten. Allerdings steht sie etwas im Schatten der anderen Vertreter ihres Typs - zu Unrecht, wie wir sehen werden. Besitzer großer, langbrennweitiger Optiken mit entsprechender Vergrößerung sind oftmals vom visuellen Anblick enttäuscht. Die Ursache ist die geringe Flächenhelligkeit von M 33. Andererseits berichten Amateure von problemlosen Beobachtungen mit einem lichtstarken Fernglas (z. B. 16 x 70). Die geringere Vergrößerung kompensiert die große Winkelausdehnung und lässt diese Galaxie scheinbar heller erscheinen. Ein Beispiel, welches uns zeigt, dass auch mit kleinen Instrumenten oftmals sehr gute Beobachtungsresultate zu erzielen sind.

Das Himmelsareal im Südosten wird durch die lichtschwachen, aber ausgedehnten Herbststernbilder Fische und Walfisch eingenommen.

Doch bereits vier Stunden später, immer noch zu einer angenehmen Beobachtungszeit, sind die typischen Wintersternbilder bereits aufgegangen. Nur den Großen Hund werden wir um diese Zeit noch vermissen.

Es ist jetzt das Sternbild Stier, welches schon hoch im Südosten steht. An dessen nordwestlicher Grenze bemerkt der aufmerksame Beobachter schon mit dem bloßen Auge eine kleine Ansammlung schwächerer Sterne. Es sind die Plejaden, volkstümlich auch als Siebengestirn bezeichnet. In der griechischen Mythologie sind es die sieben Töchter des Atlas und der Pleione, die hier ihren Platz am Himmel gefunden haben. Im Fernrohr oder Fernglas offenbart uns dieser wohl schönste offene Sternhaufen mit der Messier-Nummer M 45 seine ganze Pracht.

Die Gesamthelligkeit von 1,6 Größenklassen macht das Objekt zum hellsten seiner Art. Um das Objekt in seiner ganzen Ausdehnung von fast vier Vollmonddurchmessern zu erfassen, sollte am Teleskop eine niedrige Vergrößerung gewählt werden. Ideal ist hier ein gutes Fernglas. Selbst Besitzer größerer Teleskope schwärmen vom nahezu plastischen Eindruck, den das Fernglas durch das beidäugige Sehen bietet. Länger belichtete Aufnahmen zeigen auch den bizarr erscheinenden Reflexionsnebel, in den die Plejaden eingebettet sind. Mit einem Alter von 100 Millionen Jahren sind die Plejaden kosmologisch gesehen sehr jung, denn als diese Sterne geboren wurden, lebten die Dinosaurier bereits 130 Millionen Jahre auf unserer Erde. Einen weiteren offenen Sternhaufen finden wir nahe bei Aldebaran, dem hellen, rötlich leuchtenden Hauptstern im Stier. Als Töchter des Atlas und der Aithra sind die Hyaden mit den Plejaden sozusagen „verwandt“. Der helle Sternhaufen hat eine Ausdehnung von mehr als fünf Grad. In ihm wurden ca. 350 Einzelsterne gezählt. Auch hier ist es das Fernglas, welches uns die Hyaden in ihrer gesamten Dimension zeigt.

Über dem Stier sind es Perseus und Fuhrmann, die am Firmament immer größeren Höhen entgegen streben. Der Orion, das bekannteste und vielleicht schönste Wintersternbild, hat im Südosten die Horizontlinie nun vollständig überschritten. Der Himmel im Osten zeigt uns, dass der kalendarische Winterbeginn nicht mehr weit ist. Die Zwillinge haben sich bereits in eine Höhe von 30 Grad erhoben, und auch der Kleine Hund schickt sich an, dem Himmelsjäger Orion auf seinem Weg über den winterlichen Sternenhimmel zu folgen.

Was wäre Weihnachten ohne Weihnachtsbaum? Und tatsächlich - auch am Himmel können wir einen solchen in Form eines offenen Sternhaufens entdecken. Den Weihnachtsbaum-Sternhaufen (Christmas Tree Cluster) finden wir, wenn wir die gedachte Linie von Bellatrix und Beteigeuze im Orion etwa zweieinhalbmal nach Osten verlängern. Dieser Sternhaufen ist eingebettet in NGC 2264, einem aktiven Sternentstehungsgebiet. Die dreieckige, von Sternen gesäumte Silhouette hat ihm zu diesem Namen verholfen. Mit einer Helligkeit von 3,9 mag ist er relativ hell, aber nicht ganz leicht zu finden. Mit 8 und 10 Zoll Spiegelteleskopen lassen sich bei längerer Belichtungszeit der Weihnachtsbaumsternhaufen, die gesamte H-II-Region und auch der ihm benachbarte Konusnebel gut abbilden.

Wer die Bedeckung des hellen Hauptsterns im Stier Ende Oktober nicht sehen konnte, bekommt vor Heiligabend eine erneute Chance. Zwei Tage vor Vollmond bedeckt unser Erdbegleiter noch einmal den 0,87 mag hellen Aldebaran. Der Eintritt erfolgt am unbeleuchteten (östlichen), der Austritt am voll beleuchteten (westlichen) Mondrand. Die genauen Zeiten sind abhängig von der Position des Beobachters und differieren für Deutschland im Minutenbereich. Die folgende Tabelle gibt die Zeiten für größere Städte:

Stadt; Eintritt hh:mm (MEZ); Austritt hh:mm (MEZ)
Hamburg; 19:18,5; 20:24,1
Berlin; 19:19,1; 20:26,5
Leipzig; 19:16,5; 20:23,9
Frankfurt am Main; 19:11,9; 20:18,3
München; 19:11,1; 20:18,5

Die Planeten im Dezember

Der Merkur erreicht am 29. Dezember seine größte östliche Elongation. Zwischen dem 1. Weihnachtsfeiertag und dem 3. Januar 2016 haben wir die größte Chance, den Planeten nach 17.00 Uhr am Südwesthimmel aufzuspüren. Auch im Dezember bleibt uns Venus als hell strahlender Morgenstern erhalten, auch wenn sie im Laufe des Monats immer später aufgeht. Am Morgen des 7. Dezember gegen 06.00 Uhr hat unser innerer Nachbarplanet ein Rendezvous mit der schmalen Mondsichel. Dazu gesellen sich Mars und Jupiter, die über der Venus stehen und mit ihr eine fast gerade Linie bilden.

Mars ist ein Objekt für die frühen Morgenstunden. Er ist noch weit von seiner Opposition entfernt, so dass sich eine Beobachtung mit dem Fernrohr noch nicht lohnt. Auch Jupiter können wir erst in der zweiten Nachthälfte beobachten. Mitte Dezember geht der Riesenplanet dann erstmals vor Mitternacht auf. Saturn zieht gemeinsam mit der Sonne über den Himmel und bleibt daher vorerst unsichtbar.

Uranus geht erst in den frühen Morgenstunden unter. Damit bietet der inzwischen 5,8 mag helle Gasriese noch ausgezeichnete Beobachtungsbedingungen vom Einbruch der Dämmerung bis zum Beginn des neuen Tages. Weniger Zeit bleibt uns, wenn wir noch in diesem Jahr Neptun auffinden wollen. Zum Monatsersten geht der sonnenfernste Planet eine halbe Stunde vor Mitternacht unter, zum Jahresausklang aber schon ca. zwei Stunden früher.

(Verfasser: Astronomie | Datum: 29. November 2013 | Geändert: 23. November 2015 | Fehler melden)



Kommentare 

Am 29.11.2014 19:26:42 schrieb udakini:

Danke für die neuen Infos. Ich werde sie gleich ausdrucken, um alles am Himmel (hoffentlich) zu erspähen. Bei trübem Himmel ein Tipp von mir: `www.stellarium.org´ herunter laden. Da kann man auch seine Planeten, Sterne usw ansehen.


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