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Sternenhimmel im Februar - Beobachtungstipps für Sterne und Planeten


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In den Abendstunden des Februars sind auch die letzten Herbststernbilder fast vollständig untergegangen. Über dem Westhorizont sind noch Teile der Andromeda, des Pegasus, der Fische und des Walfischs sichtbar, die sich aber alle dem Untergange zuneigen. Der langperiodische Veränderliche Mira im Walfisch steht jedoch noch hoch genug, um seine Helligkeitsänderung vorerst weiter verfolgen zu können.

Im Süden entfaltet der Wintersternhimmel jetzt seine ganze Pracht. Das Wintersechseck mit seinen hell strahlenden Sternen ist nun vollständig zu sehen. Die Eckpunkte dieser Konstellation bilden die Hauptsterne der Sternbilder Orion (Rigel), Stier (Aldebaran), Fuhrmann (Capella), Zwillinge (Pollux), Kleiner Hund (Prokyon) und Großer Hund (Sirius).

Den Reigen der wohl schönsten Sternbilder am winterlichen Firmament eröffnet das markante Sternbild des Orion. Der rechte Fußstern des Himmelsjägers Rigel erscheint in einer weiß-bläulichen Färbung. Der sog. Blaue Riese hat den 60-fachen Durchmesser unserer Sonne. Schon in einem kleinen Fernrohr offenbart er uns seine Natur als Doppelstern. In ca. 9 Bogensekunden Abstand können wir die nur 6,6 mag helle Komponente entdecken. Das Demonstrationsobjekt im Orion schlechthin ist der Große Orionnebel M 42. Er ist bereits mit einem Fernglas gut zu sehen und gewinnt mit jedem Zuwachs von Öffnung an Intensität und Detailreichtum.

Wenn wir unsere Blicke ostwärts richten, treffen wir auf das Sternbild Einhorn. Wegen der nur geringen Sternhelligkeiten müssen wir etwas genauer hinschauen, um die Konstellation erfassen zu können. Wenn wir eine gedachte Linie zwischen den Sternen Alpha und Beta ziehen, finden wir auf fast genau halbem Wege einen kleinen offenen Sternhaufen. Messier 50 besitzt einen Durchmesser von halber Vollmondgröße und ist 5,9 mag hell. Einige wenige Sterne können bereits mit dem Fernglas aufgelöst werden, mit stärkeren Vergrößerungen entsprechend mehr.

In mittlerer Höhe hat der Stier seinen Meridiandurchgang gerade hinter sich. Sein heller Hauptstern Aldebaran erscheint in einem orangefarbenen Licht. Bevorzugte Beobachtungsobjekte sind immer wieder die offenen Sternhaufen Plejaden und Hyaden. Deep Sky - Beobachter werden an dem berühmten Krebsnebel M 1 ihre Freude haben.

Über uns, fast im Zenit, hat die Capella im Fuhrmann Position bezogen. Hier ist es der Stern Theta, der sich in einem Teleskop ab 8 cm Öffnung als Mehrfachsystem herausstellt. Den 7,2 mag. hellen Begleiter finden wir in 4 Bogensekunden Abstand, die dritte Komponente ist mit 9. Größenklasse 50 Bogensekunden entfernt. Die drei helleren offenen Sternhaufen M 36, M 37 und M 38 sind ebenfalls schon kleineren Instrumenten zugänglich.

Weiter in Richtung Osten steht das Tierkreissternbild Zwillinge hoch am Himmel. Der linke Hauptstern Pollux markiert einen weiteren Eckpunkt des Wintersechsecks. Zu Füßen des rechten Zwillings ist das Messierobjekt M 35 eine Beobachtung wert. Der reichhaltige, 500 Mitgliedssterne zählende offene Sternhaufen hat ungefähr den Durchmesser des Vollmondes bei einer Helligkeit um die 5. Größenklasse.

Direkt unterhalb des Zwillingspärchens leuchtet in einem weißlich-gelben Licht Prokyon, Hauptstern des Kleinen Hundes. Mit einer Entfernung von nur 11,4 Lichtjahren gehört der Stern zu unserer kosmischen Nachbarschaft und ist mit 0,4 mag einer der hellsten Sterne an unseren Himmel.

Wir gehen nun wieder etwas südwärts in Richtung des Großen Hundes. Seinen hellen, in klaren Winternächten herrlich funkelnden Hauptstern Sirius können wir nicht verfehlen. Mit -1,5 Größenklassen ist er der hellste Stern überhaupt, den wir von unserer Erde aus sehen können.

Damit haben wir unsere Reise entlang des Wintersechsecks vollendet.

Im Osten hat sich der Löwe bereits weit über dem Horizont erhoben und kündigt den nicht mehr allzu fernen Beginn des Frühlings an. Ein anspruchsvolles Objekt befindet sich im benachbarten Sternbild Haar der Berenike. Dort hat sich eine fast unüberschaubare Anzahl von Galaxien zum Coma-Haufen zusammengetan. Die hellste davon ist die sog. Black-Eye-Galaxy. Ihrem Namen verdankt sie ihrem Aussehen in größeren Fernrohren, denn ein Band dunkler Staubwolken verdeckt teilweise die helleren Partien dieser Spiralgalaxie. Mit einer Helligkeit von 8,5 Größenklassen ist M 64 als kleines, ovales Nebelfleckchen zu erkennen. Für die visuelle Beobachtung des namengebenden „schwarzen Auges“ und der Spiralstruktur brauchen wir jedoch ein Fernrohr von 15 cm Objektivdurchmesser aufwärts.

Die Planeten im Februar 2015

Im Vormonat stand Merkur in Konjunktion zur Sonne. Die im Osten flach verlaufende Ekliptik verhindert, dass sich der scheue Planet aus den Strahlen der Sonne befreien kann.

Die Untergänge der Venus verspäten sich immer mehr. Sie ist im Begriff, sich allmählich zum auffälligen Objekt der frühen Abendstunden zu entwickeln. Im Februar kann der Planet nach Einbruch der Dunkelheit knapp über dem Westhorizont erspäht werden, wobei die Venus mit jedem Tag an Höhe gewinnt.

Mars befindet sich bei Beginn der Dämmerung bereits in den dichten Dunstschichten der Atmosphäre, so dass sich eine Beobachtung nicht mehr lohnt.

Jupiter kommt am 06. Februar in Opposition zur Sonne. Damit ist der Riesenplanet zweifellos der Star des nächtlichen Planetenreigens. Wenn nach Einbruch der Dunkelheit unsere Instrumente startklar für die Beobachtungen des Sternhimmels sind, steht Jupiter bereits hoch über dem Osthorizont. Zwischen Löwe und Krebs stehend, ist der -2,6 mag helle Planet ein auffälliges Objekt. In diesem Jahr schauen wir auf die Bahnebene der vier großen Jupitermonde. Dadurch kommt es zu gegenseitigen Bedeckungen und Verfinsterungen. Um den Schattenwurf auf dem winzigen Mondscheibchen zu sehen, bedarf es etwas größerer Optik mit der entsprechenden Vergrößerung. Der Helligkeitsabfall von typischerweise 0,2 - 0,6 Größenklassen ist jedoch auch mit kleineren Instrumenten zu erfassen.

Saturn bleibt weiter ein Objekt am morgendlichen Firmament. Auch wenn der Ringplanet Mitte Februar bereits gegen 02:30 Uhr aufgeht, verläuft seine Bahn ziemlich flach. Wegen der daraus resultierenden bescheidenen Kulminationshöhe von ca. 20° müssen auch Frühaufsteher bis 06:00 Uhr warten, um Saturn erfolgreich beobachten zu können.

Uranus beendet im Februar seine Sichtbarkeitsperiode. Nur in den frühen Abendstunden kann der Planet noch für kurze Zeit über dem westlichen Horizont aufgesucht werden.

Neptun kommt am 26. Februar in Konjunktion zur Sonne, so dass wir auch ihn aus unserer Beobachtungsliste streichen müssen.

(Verfasser: Astronomie | Datum: 31. Januar 2014 | Geändert: 27. Januar 2015 | Fehler melden)



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