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Sternenhimmel im Januar - Beobachtungstipps für Sterne und Planeten


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Die dunklen und sternklaren Winternächte lassen die Milchstraße besonders deutlich sichtbar werden. Im "Sternenhimmel im Juli" haben wir unsere Entdeckungstour entlang der Milchstraße im Sternbild Schwan beendet. Von diesem ausgehend setzen wir jetzt unsere Reise über dem nordwestlichen Horizont fort.

In der Region zwischen den Konstellationen Eidechse und Cepheus finden wir mit IC 1396 (IC=Index Catalogue von Dreyer) einen helleren offenen Sternhaufen. Dieser ist 3,5 mag hell und ist eingebettet in einen ihn umgebenden Emissionsnebel. Das eigentlich Interessante an diesem Nebel ist die Form der in ihm befindlichen Dunkelwolke, die ihm zu seinem etwas ungewöhnlichen Namen "Elefantenrüssel-Nebel" verholfen hat.

Visuell ist der Nebel nur schwer zu erfassen, aber auf langbelichteten Aufnahmen mit einer Brennweite ab 500 mm und kleinem Öffnungsverhältnis ist dieser eigenartige Nebel ein dankbares Beobachtungsobjekt.

Das benachbarte Sternbild Cassiopeia, durch seine typische Form auch das "Himmels-W" genannt, enthält ebenfalls eine große Anzahl offener Sternhaufen. Zur Beobachtung sollten auch hier größere Instrumente zum Einsatz kommen, denn die meisten sind etwas lichtschwächer als die 6. Größenklasse.

Nahe dem Zenit erblicken unsere Augen zwei schwache Nebelfleckchen. Bereits im Fernglas lösen sich diese in den wunderschönen offenen Doppelsternhaufen h und chi Persei auf.

Beide Sternhaufen haben eine Gesamthelligkeit von etwas über der 4. Größenklasse und besitzen mit 30 Bogenminuten den gleichen scheinbaren Durchmesser. Fernrohrbeobachter sollten hier eine eher geringe Vergrößerung wählen, um die beiden Sternhaufen gleichzeitig im Gesichtsfeld betrachten zu können.

Unsere Wanderung über die Milchstraße führt uns nun weiter in Richtung des südöstlichen Horizontes. Der Fuhrmann kann gleich mit drei offenen Sternhaufen aufwarten. Sie tragen die Messier-Katalognummern M 36, M 37 und M 38. Ihre Helligkeiten bewegen sich um die 6. Größenklasse, wobei M 37 das schönste und sternenreichste Objekt ist.

Weiter in Richtung Horizont durchqueren wir den östlichen Teil des Sternbild Stier. In unmittelbarer Nähe des Sterns Zeta (das ist der untere Stern des "Horns") lohnt es sich, nach dem bekannten Krebsnebel zu suchen. Mit der Nummer M 1 führt dieses Objekt die Liste des Nebelkatalogs von Charles Messier an.

Bei diesem handelt es sich um die expandierende Hülle aus Sternmaterie, die der sterbende Stern bei einer gewaltigen Explosion von sich geschleudert hat. Dieser als Supernova bezeichnete Vorgang fand im Jahre 1054 statt. Der Nebel hat eine Ausdehnung von nur 4 x 6 Bogenminuten. Die Helligkeit beträgt nur 8,4 mag und bedingt zu einer detaillierten Beobachtung schon ein größeres Fernrohr. Hier sind Spiegelteleskope und Dobsons mit Öffnungen von über 20 Zentimetern die bevorzugten Instrumente.

Am Südhimmel ist es der mächtige Himmelsjäger Orion, der sich uns in voller Pracht präsentiert und zu Recht als das schönste Sternbild des Winterhimmels gilt.

Unter den drei Gürtelsternen, im sog. Schwertgehänge, können wir mit M 42 den hellsten Reflexionsnebel unserer Hemisphäre beobachten. Diese Region besitzt eine hohe Sternentstehungsrate. Es sind die jungen und heißen Sterne, die den Orionnebel zum Leuchten anregen. Mit einer Helligkeit von 4 mag und einer Winkelausdehnung von 85 x 60 Bogenminuten ist dieses Objekt bereits mit kleineren Instrumenten zu beobachten. Öffnungen von mehr als 70 mm zeigen uns bereits Details in der Struktur des Nebels und lassen auch die Färbung des Nebels erahnen.

Seine wahre Pracht zeigt der Orionnebelauf Aufnahmen mit kurzen Brennweiten. Hierzu genügt jede digitale Spiegelreflex-Kamera. Aufgrund der hohen Helligkeit halten sich auch die Belichtungszeiten in Grenzen.

Wie es sich für einen Jäger gehört, wird auch der Orion von seinen beiden Hunden begleitet. Der Kleine Hund ist links von Orion in etwas größerer Entfernung zu finden. Sein heller Hauptstern Procyon ist Bestandteil des Wintersechsecks.

Wenn wir die Gürtelsterne des Orion nach unten links verlängern, gelangen wir zum hellsten Fixstern am gesamten Firmament.

Es ist Sirius, der in geringer Höhe über dem Horizont hell funkelt. Mit einer scheinbaren Helligkeit von -1,46 Größenklassen ist Sirius der hellste Stern am gesamten Firmament. Er steht dort nicht allein, sondern hat einen Begleiter, einen sogenannten Weißen Zwerg, der ihn in 50 Jahren einmal umkreist. In der Literatur ist dieses Doppelsternsystem als Sirius A und B beschrieben.

Die Beobachtung ist jedoch nicht ganz einfach. Mit 8,5 mag ist Sirius B theoretisch für jedes Amateurteleskop leicht erreichbar. Das Problem liegt im großen Helligkeitsunterschied der beiden Komponenten. Am ehesten gelingen erfolgreiche Beobachtungen, wenn sich Sirius B auf seiner ovalen Umlaufbahn in größerer Distanz zum hellen Hauptstern befindet. Dazu bieten die folgenden Jahre gute Bedingungen. Im Jahre 2015 liegt der scheinbare Abstand bei immerhin 10,3 Bogensekunden.

Ab einem Vierzöller mit 200-facher Vergrößerung sollte es ehrgeizigen Amateuren möglich sein, Sirius A und B als Doppelstern zu identifizieren. Was unsere Instrumente leisten können, zeigt sich daran, dass wir mit Sirius B einen ca. 8,6 Lichtjahre entfernten Stern sehen, der nur halb so groß wie unsere Erde ist!

Ungefähr vier Grad von Sirius in Richtung Horizont gehend, sollten wir nicht versäumen, den offenen Sternhaufen M 41 aufzusuchen. Über ein Areal von 30 Bogenminuten sind es 100 Sterne, die uns im Fernrohr und Fernglas einen reizvollen Anblick bescheren. Damit sind wir am Ende unserer Wanderung entlang der winterlichen Milchstraße angekommen.

Die Planeten im Januar 2015

Die Abendsichtbarkeit des Merkur fällt im Januar relativ bescheiden aus. Die Kulminationshöhe des sonnennahen Planeten beträgt während der kurzen Sichtbarkeit (etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang) kaum mehr als 5°. Die beste Beobachtungszeit liegt in der Mitte des Monats. Dann leistet uns die Venus wieder einmal eine gute Hilfe zum Aufsuchen. Der Merkur befindet sich dann ca. 1,5°, das sind drei Vollmonddurchmesser, westlich.

Damit sind die Beobachtungsbedingungen für die Venus ebenfalls noch nicht ideal. Wir finden den Planeten nach Einbruch der Dämmerung tief über dem Südwesthorizont. Doch mit jedem Tag geht der -3,9 mag helle Abendstern immer später unter, so dass sich die Sichtbarkeit allmählich verbessert.

Der Mars ist mit 1,2 mag kein attraktives Beobachtungsobjekt. Nur seiner höheren Deklination verdanken wir, dass der rote Planet noch kurz in der Abenddämmerung zu sehen ist.

Entschädigt werden wir durch Jupiter. Er steht kurz vor seiner Opposition und ist daher die gesamte Nacht sichtbar. Um die Monatsmitte steht der Riesenplanet gegen 21:00 Uhr bereits in bester Beobachtungsposition 20° über dem Osthorizont. Zwischen dem Löwen und dem Krebs stehend, ist Jupiter mit -2.5 mag zum auffälligen Objekt am nächtlichen Firmament geworden.

Saturn ist im Januar nur den Beobachtern in den ganz frühen Morgenstunden vorbehalten.

Uranus können wir bis in die späten Abendstunden im Sternbild der Fische aufsuchen, bevor der grünliche Planet in den Horizontdunst eintaucht. Im Januar haben wir noch einmal die Chance, den sonnenfernsten Planeten aufzuspüren.

Der mit der 8. Größenklasse ziemlich lichtschwache Neptun zeigt sich nur noch für kurze Zeit. Zum Neujahrstag geht der Planet um 21:20 Uhr unter, am Monatsende bereits zwei Stunden früher.

(Verfasser: Astronomie | Datum: 04. Januar 2014 | Geändert: 30. Dezember 2014 | Fehler melden)



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