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Sternenhimmel im Mai - Beobachtungstipps für Sterne und Planeten


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Nach dem Einbruch der nautischen Dämmerung haben sich nun die Wintersternbilder endgültig verabschiedet. Die Zwillinge sind die letzten Nachzügler, aber auch sie überschreiten bald die Horizontlinie. Nur ein Teil des Fuhrmanns ist bei uns zirkumpolar. Dessen Hauptstern Capella funkelt tief im Nordwesten. Die Frühlingssternbilder Löwe und Krebs haben den Meridian bereits überschritten. Richten wir unsere Blicke weiter aufwärts, so treffen wir auf den Großen Bären.

In der Nähe des Zenits finden wir den mittleren Deichselstern Mizar. Ganz nahe bei ihm können wir mit bloßem Auge einen etwas lichtschwächeren Stern der 4. Größenklasse ausmachen. Dieser Stern heißt Alcor und wird oftmals als Augenprüfer bezeichnet, denn nur bei intakter (Fern)-Sehschärfe ist es einem vergönnt, diese Komponente eines Doppelsterns ohne optische Hilfsmittel zu sehen. Der Hauptstern Mizar selbst ist wiederum ein Doppelstern. Mit einem Teleskop ab 50 mm Öffnung sind die beiden Sterne vom gleichen Spektraltyp A2 sicher zu trennen.

Ein Blick in Richtung Süden zeigt uns die typischen Frühlingssternbilder, die uns die ganze Beobachtungsnacht hindurch begleiten werden. Die Jungfrau steht kurz vor ihrem Meridiandurchgang und in ihrem östlichen Teil können wir uns an Saturn als hell strahlendes Objekt erfreuen. Etwas weiter südöstlich ist der Bootes (meist mit Bärenhüter, manchmal aber auch mit Rinderhirt übersetzt) zu finden. Ganz in seiner Nähe zwischen dem hellen Hauptstern Arktur und den Jagdhunden finden wir ein attraktives Beobachtungsobjekt. Es ist der Kugelsternhaufen M3, auf den wir unser Teleskop richten sollten. Dieser reiche, aus über eine halbe Million Sonnen bestehende Sternhaufen ist mit einer Helligkeit von 6,2 Größenklassen jedem Amateurteleskop zugänglich.

Ein weiterer sehr schöner Kugelsternhaufen befindet sich 23 Grad südlich des hellen Arktur. Das Objekt M 5 ist 5,6 mag hell bei einer Winkelausdehnung von 2/3 des Vollmonddurchmessers. Es handelt sich hier um einen sehr dichten, kompakten Sternhaufen. Trotzdem sind schon mit einem kleinen Teleskop Einzelsterne in der Randregion erkennbar.

Wie bei allen Deep-Sky-Objekten, so gewinnt natürlich auch M3 mit jedem Zentimeter Öffnung an Brillanz.

Folgen wir einer gedachten Linie vom Bootes über die Nördliche Krone in Richtung Osten, treffen wir auf den Herkules. Hier wartet ein weiterer bekannter Sternhaufen auf unsere Beobachtung. Der Kugelsternhaufen mit der Katalogbezeichnung M13 ist mit 5,8 Größenklassen der hellste seiner Art auf unserer Hemisphäre. Entdeckt wurde er bereits Anfang des 18. Jahrhunderts durch Edmond Halley. Zu seiner Beobachtung reicht bereits ein Feldstecher und ab 20 cm Öffnung können die Randgebiete von M13 sogar in Einzelsterne aufgelöst werden. Wenn der Beobachter das Objekt in seinem Okular erblickt, hat dessen Licht eine Entfernung von ca. 25.000 Lichtjahren überbrückt.

Eine halbe Stunde vor Mitternacht ist über dem östlichen Horizont das Sommerdreieck bereits vollständig aufgegangen - der Astronom weiß nun, dass der Beginn des Sommers nicht mehr lange auf sich warten lässt. Diese Sternenkonstellation wird aus den drei hellen Sternen Atair im Adler, Wega in der Leier und Deneb im Schwan gebildet. Während Deneb den Schwanz darstellt, finden wir auf der entgegengesetzten Seite mit Albireo (Beta Cygni) den Kopf des fliegend gedachten Vogels. Diesen Doppelstern sollte man sich etwas näher anschauen, denn er gehört zu den schönsten, die wir am nördlichen Sternenhimmel beobachten können. Dem Betrachter offenbaren sich zwei relativ helle Komponenten, die in einem ausgesprochen schönen Farbkontrast zueinander stehen. Der Hauptstern, im Hertzsprung-Russel-Diagramm als Überriese klassifiziert, erstrahlt in einem orangen Licht, während sein heißerer Begleiter blau erscheint. Mit einem Abstand von 34 Bogensekunden ist Albireo als Demonstrationsobjekt auch für kleine Fernrohre geeignet.

Die Planeten im Mai

Für die Beobachtung des Merkurs bietet sich in der ersten Maiwoche die vorerst letzte Möglichkeit. Seine am 07. Mai eintretende größte östliche Elongation macht es uns relativ einfach, den Planeten über dem Nordwest-Horizont aufzuspüren. Erst gegen 22:45 Uhr MESZ geht Merkur seinem Untergang entgegen. Zu vollem Glanze erstrahlt, ist die Venus das dominierende Gestirn am abendlichen Firmament. Mit einer Deklination von +26° und einem entsprechend großen Tagbogen bleibt dem Beobachter lange Zeit für eine ausgiebige Beobachtung. Erst nach Mitternacht wird sich der helle Abendstern vom nächtlichen Himmel zurückziehen. Ein reizvoller Himmelsanblick ergibt sich, wenn sich am Abend des 21. Mai die zunehmende Mondsichel zur Venus gesellt.

Mars befindet sich zu nahe bei der Sonne, um beobachtet werden zu können. Jupiter bietet uns weiterhin gute Beobachtungsmöglichkeiten. Erst weit nach Mitternacht wird der Riesenplanet den Horizont überschreiten. Saturn strebt unaufhaltsam seiner Opposition entgegen, die er am 23. Mai erreicht. Damit wird der Ringplanet - von den frühen Abendstunden abgesehen - zum Beobachtungsobjekt der gesamten Nacht. Im Sternbild Waage stehend, ist der 0,0 mag helle Planet unübersehbar an seinem etwas fahlen, gelblich-weißen Licht zu erkennen.

Uranus und Neptun bleiben auch im Mai unseren Blicken verborgen.

(Verfasser: Astronomie | Datum: 23. April 2013 | Geändert: 21. April 2015 | Fehler melden)



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