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Sternenhimmel im September - Beobachtungstipps für Sterne und Planeten


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Ein Blick in Richtung Osten zeigt uns schon einige Sternbilder, die davon künden, dass der Herbst unmittelbar bevorsteht. Das typische "V" des Sternbildes der Fische steht jetzt direkt über dem östlichen Horizont. Über diesem finden wir die Andromeda und den Pegasus in nunmehr schon beachtlicher Höhe. Im Nordosten ist es der Perseus, der allmählich höheren Gefilden entgegenschreitet. Der griechischen Mythologie zufolge hält er in seiner Hand das abgeschlagene Haupt der Medusa, deren eines Auge selbst im Tode noch blinzelt. Und tatsächlich - der Stern Algol, der dieses Auge darstellt, verändert in regelmäßigen Abständen seine Helligkeit. Heute wissen wir natürlich um den Mechanismus, der dieser Helligkeitsänderung zugrunde liegt. Was wir real beobachten, sind zwei Sterne, die um ihren gemeinsamen Schwerpunkt kreisen und sich dabei gegenseitig verdecken. Mit einer Periode von 2,87 Tagen verringert sich die Helligkeit von 2,3 auf 3,5 Größenklassen. Dabei wird die hellere Komponente von der dunkleren bedeckt. Der umgekehrte Fall führt zu einem weniger ausgeprägten Nebenminimum. Bereits mit bloßem Auge kann der aufmerksame Beobachter das Absteigen der Helligkeit bis zum Minimum hin verfolgen. Beta Persei, so der lateinische Name des Sterns, ist der Prototyp einer ganzen Reihe von Sternen - sie werden in der Astronomie unter dem Begriff Bedeckungsveränderliche zusammengefasst.

Das Sommerdreieck mit Leier, Schwan und Adler bleibt uns auch im September erhalten. Allerdings haben sich das gesamte Ensemble und auch die Milchstraße merklich nach Südwesten hin verschoben.

Im südlichsten Teil der Milchstraße hat der Schütze den Meridian ebenfalls überschritten. Westwärts von diesem, in etwas größerer Höhe, können wir zwei relativ unbekannte Kugelsternhaufen beobachten. Diese Zwillinge stehen in drei Grad Abstand voneinander im Sternbild Wassermann am Firmament. Messier entdeckte die beiden Sternhaufen mit der Bezeichnung M 10 und M 12 im Jahre 1764 in nur zwei aufeinander folgenden Tagen. Dabei ist M 10 der etwas hellere und kompaktere von beiden. Ein Fernglas 10 x 50 lässt bei beiden Objekten ein kleines flächenhaftes Nebelfleckchen erscheinen. Details in den Strukturen sind jedoch erst mit einem Fernrohr von mindestens 10 cm Öffnung zu erkennen und noch größere Instrumente zeigen uns die hellsten 25 Einzelsterne jenseits der 15. Größenklasse.

Fast genau im Süden finden wir einen helleren Stern, der nur knapp über dem Horizont funkelnd seine kurze Bah n zieht. Es ist Fomalhaut, der Hauptstern des Sternbildes Südlicher Fisch. Mit einer Größenklasse von 1,15 gehört er eigentlich zu den hellsten Sternen am Firmament. Durch seine Horizontnähe jedoch wird das Sternlicht beim Durchgang durch die Atmosphäre um ca. zwei Größenklassen geschwächt. Etwas höher, bereits westlich des Meridians ist es der Schütze, den wir uns etwas genauer ansehen sollten. In ihm können Beobachter im südlichen Teil Deutschlands am Abend des 14. September Zeuge einer Sternbedeckung durch den Mond werden. Es ist der 3,9 mag helle Stern Rho 1, der gegen 21.00 Uhr MESZ vom dunklen Mondrand bedeckt wird. Da der Mond keine Atmosphäre besitzt, geschieht dies ganz plötzlich, als würde der Stern "ausgeknipst". Wegen dessen Helligkeit kann dieses Ereignis schon im kleinen Teleskop oder Fernglas verfolgt werden.

Wenn wir unseren Blick weiter westwärts richten, treffen wir auf den Bootes. Als Frühlingssternbild neigt er sich aber unweigerlich dem Untergang zu. In mittlerer Höhe steht der mächtige Herkules. Außer dem bekannten Objekt M 13 können wir in ihm einen weiteren sehr schönen Kugelsternhaufen beobachten. M 92 hat am Himmel eine Ausdehnung von 14 Bogenminuten, das ist fast genau der halbe scheinbare Durchmesser unseres Mondes. Mit einem geschätzten Alter von 13 Milliarden Jahren ist dieser Kugelsternhaufen ein Objekt aus der frühen Phase unseres Universums und einer der ältesten seiner Art. Mit einer scheinbaren visuellen Helligkeit von 6,3 mag ist M 92 genauso hell wie M 13. Für seine Beobachtung genügen bereits kleinere Fernrohre und Ferngläser. Mit Öffnungen über 100 mm können die Randgebiete des Haufens in Einzelsterne aufgelöst werden.

In Richtung Zenit erblicken wir das Sternbild Kepheus, das dem gut ausgestatteten Beobachter ein Objekt der besonderen Art bietet. Etwas südlich dieser eher unscheinbaren Konstellation finden wir den 3,5 mag hellen Sternhaufen IC 1396. Das Interessante ist jedoch die in ihm eingebettete Ansammlung von interstellarem Gas und Staub. Mit einer Helligkeit von 9,5 mag ist der sog. Elefantenrüssel-Nebel ein anspruchsvolles Objekt für größere Spiegelteleskope. Langbelichtete fotografische Aufnahmen zeigen eine helle Globule, die dem Nebel seinen etwas eigenartigen Namen gab. Diese Region ist ein aktives H-II-Sternentstehungsgebiet. Viele Sterne in dieser kosmischen Kinderstube sind erst 100 000 Jahre bis eine Million Jahre alt.

Die Planeten im September

Auf die Beobachtung des Merkur werden wir auch im August verzichten müssen. Die Ekliptik verläuft viel zu flach über dem Horizont, und mit der Konjunktion Ende des Monats zieht der scheue Planet mit unserem Tagesgestirn über den Himmel. Venus entwickelt sich im Laufe des Monats zum prächtigen Morgenstern, denn bereits am 21. September erstrahlt sie in ihrem größten Glanz. Die Aufgänge der Venus erfolgen immer früher (gegen Monatsende bereits ca. 03:30 Uhr MESZ), so dass wir den inneren Nachbarn unserer Erde bis kurz vor Sonnenaufgang beobachten können.

Mars erscheint im August erst in den frühen Morgenstunden über dem Horizont, eine Beobachtung des roten Planeten lohnt aber noch nicht. Ähnliche Bedingungen gelten auch für Jupiter, auch hier werden wir noch etwas warten müssen, bis wir uns an seinen Monden und der faszinierenden Struktur seiner Atmosphäre erfreuen können. Saturn werden wir nur noch für kurze Zeit am frühen Abendhimmel beobachten können, bevor der Planet unter dem Südwesthorizont versinkt.

Für Uranus werden die Beobachtungsbedingungen immer besser. Anfangs des Monats erhebt sich der Gasplanet gegen 21:15 Uhr MESZ über dem Horizont, gegen Monatsende aber bereits um 18:15 Uhr MESZ. Im Fernrohr verrät sich der ca. 6 mag helle Uranus durch seine grünliche Färbung. Sein äußerer Nachbar Neptun befindet sich am Monatsersten in Opposition, bleibt fast die ganze Nacht sichtbar und bietet damit ausgezeichnete Beobachtungsbedingungen. Größere Teleskope zeigen das leicht bläulich erscheinende Planetenscheibchen von nur 2,4 Bogensekunden Durchmesser.

(Verfasser: Astronomie | Datum: 27. August 2013 | Geändert: 24. August 2015 | Fehler melden)



Kommentare 

Am 08.12.2014 18:47:38 schrieb Lollipop:

Ich finde den Text sehr gut für die schule wir haben gerade das thema.

Am 09.05.2015 14:58:24 schrieb astroplus:

Das Foto ist weder echt noch eine gute Fotomontage. Als könnte man durch den Mond durch sehen. ( :


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