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Komet 96P/Machholz wieder ab 25. Juli 2012 über Mitteleuropa


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Wenn kurzperiodische Kometen auf ihrem Weg zur Sonne an der Erde vorbeifliegen, kann der Kometenschweif gut sichtbare Helligkeiten erreichen. Dies ist jedoch nur bei wenigen Einzelexemplaren der Fall. In den letzten 1 ½ Wochen des Juli 2012 ist die Kometensuche besonders aussichtsreich. Dann nähert sich der Komet 96P/Machholz der Erde auf nur 18,5 Millionen Kilometer und kann im Fernglas am Abendhimmel aufgefunden werden. Das Perihel (Passage des sonnennächsten Punktes) ist nur auf der Südhalbkugel von der Raumsonde SOHO (»Solar and Heliospheric Observatory«) aus sichtbar.

Ferner »Gast« in Sonnennähe: 96P/Machholz

Erst im Frühjahr 1986 wurde 96P/Machholz entdeckt und wenig später als kurzperiodischer Komet eingestuft. Seinen Umlauf um die Sonne vollzieht er in 5 Jahren 3 Monaten auf einer stark exzentrischen und um 60° gegen die Ekliptik geneigten Bahn. Mit 118 km/s flitzt der »dirty snowball« förmlich durchs Weltall. Das Perihel von 96P/Machholz liegt mit 18,7 Kilometern Sonnenabstand so nah vor der glühenden Scheibe, dass nur SOHO die Passage aufzeichnen kann. Ein Fernglas könnte den Kometenschweif dort nicht ausmachen.

Die Zusammensetzung des kurzperiodischen Kometen weckt Fragen nach der Entstehung von 96P/Machholz. Er besitzt nur 1,5 Prozent Dicyan (eine Kohlenstoff-Stickstoff-Verbindung), die in anderen Kometen unterschiedlicher Perioden gefunden wurde. Möglicherweise flog er aus seinem exosolaren Ursprungssystem zu nahe an unsere Gasriesen heran und wurde von Jupiter oder Saturn auf seinen inzwischen sehr kurzen Umlauf um die Sonne gezwungen. Möglicherweise hat aber auch das sonnennahe Perihel seine Zusammensetzung derart verändert. Als der Komet entdeckt wurde, war sein Schweif mit 11 mag vergleichsweise blass und dennoch gut im Fernglas erkennbar.

Himmelsschauspiel ab 25. Juli 2012 auch über Mitteleuropa

Ab dem 25. Juli 2012 fliegt 96P/Machholz wieder von der Sonne fort und kann und passiert die Sternbilder »Krebs, »Löwe« und »Kleiner Löwe«. Dann hat er sein Perihel längst hinter sich. In Mitteleuropa kann der helle Schweif mit dem Fernglas bis Monatsende am Abendhimmel aufgefunden werden, da er dann in deutlicher Horizonthöhe weiterfliegt. Falls das Wetter dieses Mal nicht mitspielt, ist der kurzperiodische Komet schon im November 2016 wieder in Erdnähe unterwegs.

(Verfasser: Astronomie | Datum: 19. Juli 2012 | Fehler melden)



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