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Laser als Aufsuchhilfe


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Laser- sind die als Aufsuchhilfe oder für Sternführungen nutzbar? Diese Frage taucht in den Astroforen immer wieder mal auf.

Was gilt es dabei zu beachten? Nun, Laser sind entsprechend ihrer Leistung in Klassen eingeteilt und mit einer Leistung bis 1mW in Klasse 2M dürfen diese frei erworben und genutzt werden.

Allerdings ist der Strahl eines grünen Lasers dieser Klasse gegen den Himmel gerichtet kaum sichtbar, bei trockener Luft schon gar nicht zu erkennen. Also muss mehr Leistung her- nur fallen diese dann mindestens in Klasse 3R, also bis 5mW oder 3B bis 500mW.

Darf man diese benutzen? Hierfür gibt es für die gewerbliche Nutzung strenge Vorschriften, für private Nutzung gelten diese erst einmal nicht.

Daher ist dann auch immer wieder in den Foren so oder ählich zu lesen:
Immer noch darf man in D ganz legal Laser kaufen, besitzen und benutzen. Und zwar unbeschränkt in der Leistung!

Aber- will jemand Laser dieser Klassen in Verkehr bringen, handelt er gewerblich und unterliegt damit den geltenden Bestimmungen. Der Händler darf also einer Privatperson keinen 3R-Laser einfach so verkaufen. Der Käufer müsste dazu einen Schulungsnachweis haben.

An der Stelle kommt dann typisch der nächste Hinweis: Einfach per Internet bestellen- aus Honkong oder China kriegt man die doch mit jeder gewünschten Leistung.

Nur überprüft der Zoll regelmäßig Lieferungen aus dem Ausland wenn dabei solche Laser aufgefunden werden kann und wird der Zoll die Sendung aus dem Verkehr ziehen. Der Grund dafür ist einfach, die CE-Deklaration ist entweder nicht vorhanden oder falsch. Der Besteller hat aber im Voraus bezahlt, damit ist das Geld futscht.

Der 50mW (oder 500mW) Superlaser ist doch eingetroffen- prima, der Zoll hat geschlafen- jetzt darf ich ihn also auch nutzen, oder etwa doch nicht? Es gibt ja kein direktes Verbot.

Ja, aber wird jemand geschädigt sind die Folgen für den Verursacher heftig. Privatrechtlich Schadensersatzansprüche (ein erblindetes Auge wird richtig teuer für den Verursacher) und strafrechtliche Folgen (Körperverletzung) wegen Körperverletzung und Inverkehrbringens eines nicht zulässigen Lasers. Selbst ohne Verletzung einer Person liegt immer noch der Betrieb eines nicht zulässigen Lasers vor- fehlende/falsche CE-Erklärung.

Der Besteller ist ja in dem Fall Inverkehrbringer und macht sich schon durch den Betrieb in dem Sinn strafbar (Ordnungswidrigkeit). Er ist in vollem Umfang verantwortlich- und kaum keiner der günstigen Chinalaser wird die CE-Bestimmungen erfüllen bzw. überschreitet die für Endverbraucher zulässige Leistung.

Und für Endverbraucherprodukte ist eine gültige CE nun einmal Grundvoraussetzung für Benutzung/Betrieb.

Ergänzend zu sagen- auf Teleskoptreffen sind grüne Laser verpönt und meist auch vom Veranstalter verboten. Ausnahme sind Sternführungen durch geschulte Personen (z.B. Sternwartenpersonal mit Schulungsnachweis).

Links zum Nachlesen:

http://www.1-2-do.com/wissen/Lasertechnik_-_Einführung_und_Laserklassen#Klasse_3R

https://www.phys.ethz.ch/phys/documents/safety/Achtung_Laserstrahl_2010.pdf

(siehe hier auch Punkt 4.12)

http://www.fh-jena.de/~schoele/baua1.pdf

http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/MedFak/LaserMedizin/hering/laserpointer/laserpointer.html

(Verfasser: stefan-h | Datum: 06. Oktober 2014 | Geändert: 19. Oktober 2014 | Fehler melden)



Kommentare 

Am 10.12.2014 08:31:34 schrieb Bradyon:

Besondere Vorsicht ist geboten, um Piloten nicht zu blenden. Daher vorab immer einen Blick in eine App wie "Flightradar24" werfen, um auszuschließen, daß Flugzeuge in der Nähe sind.


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