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Spechtelnacht mit Pannen


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Zusammenfassung


Datum und Uhrzeit der Beobachtung
06.08.2010 um 23:00:00
Beobachtungsort
Östringen (Garten)
Beobachtungsbedingungen
gut

Beschreibung

Meine erste längere Beobachtungsnacht nach einigen Jahren...und eigentlich habe ich auch noch nie einen BB verfasst...

Dass es abends noch aufklart hätte ich ja nicht gedacht, doch ab 22 Uhr hatten sich bei uns alle Wolken verzogen, weshalb ich etwas planlos spontan meinen Refraktor im Garten geparkt habe.

Gegen 22:30 Uhr war alles soweit aufgebaut und ich habe mir einige Objekte herausgesucht.
Aber praktisch war dann doch alles anders.

Das Seeing würde ich jetzt mal als mittelmäßig bezeichnen, Transparenz aber gut. Die Milchstraße im Schwan trat deutlich hervor, Grenzgröße lag bei ca. 5.0 mag.
Leider schlug sich schon nach ca. 20 min der Tau nieder. Welcher auch für das mittelmäßige Seeing verantwortlich war, denke ich.

Angefangen hab ich erst mal mit dem Fernglas und habe etwas in der Milchstraße rumgestochert, in der Hoffnung NGC 7000 zu erspähen, aber irgendwie will mir das nicht gelingen.

Dann ging es an den 150/1200mm Refraktor und nachdem ich wieder einmal festgestellt habe, dass Objekte im Zenit durch einen Refraktor wahrlich kein Spass sind, hab ich mich M71 im Sternbild Pfeil zugewandt.
Zu dem erschwerte die gerade frisch abgefallene Verlängerung der manuellen Nachführung eben genau diese. Halterungsschraube abgebrochen.
M71 war jedoch schnell gefunden und im 9mm Plössl funktelte es prächtig.

So danach wurden alle weiteren Objekte über den Haufen geworfen, denn ein Teil des Sternbilds Schütze würde zwischen Baum und Haus sichtbar.
Nachdem ich auch die Justierschraube des Suchers wieder im Gras gefunden hatte, wollte ich mir den Omeganebel und den Trifidnebel vornehmen, da ich dachte diese durch die freigewordene Lücke erspähen zu können.
Leider war die Sicht so knapp über dem Horizont so schlecht, dass ich eigentlich keinen Anhaltspunkt hatte, um mit dem Suchen anzufangen. Also habe ich mich langsam herangetastet :

Angefangen habe ich im Sternbild Adler am unteren "Schwänzchen" sozusagen.
M11 angepeilt, super schön anzusehen mit dem hellen Stern im Zentrum. Dann bin ich weitergehüpft ins Sternbild Schild und habe von Alpha Scutum aus M26 ins Visier genommen. Weitergehoppst bin ich dann über Gamma Scutum zu M16 und dem Adlernebel.
Im 20mm Plössl war die Sternansammlung schön zu sehen, aber kein Nebel. Also wurde der Joker ausgepackt und ich schraubte den UHC-Filter auf. Und da war er, der Nebel trat deutlich hervor. Super schöner Anblick des verschleierten Sternhaufens. Das erste mal, dass mich der UHC-Filter so überrascht hat. Insgesamt eins der Hightlights des Abends.
Ich liess den UHC-Filter gleich drauf, denn etwas weiter südlich sah man im Sucher bereits etwas diffuses, den Omeganebel.
Ich hatte jetzt kein genaues Bild mehr im Kopf, wie der Nebel eigentlich aussieht und durch den 6"er hab ich ihn noch nie gesehen. Was ich sah war ein heller länglicher Nebelschleier, am unteren Rand um eine dunkle Stelle geschwungen, insgesamt ähnlich wie ein Schwan. Das nächste Hightlight.
Als ich später im Internet Bilder gesehen habe, dachte ich "ja, so sah er aus."
Die Deitails waren ohne UHC-Filter um einiges schlechter zu sehen, da der Hintergrund sehr hell war.

Überwältigt vom Omeganebel schwenkte ich weiter zu M25, um dann in Zeitnot zu kommen, denn der Trifidnebel drohte hinter dem Haus zu verschwinden. Also schnell nach Süden weiter, im Sucher schon zu erkennen, im 20mm Plössl + UHC-Filter ein sauberer Trifidnebel. Die beiden Teile des Nebels waren klar zu erkennen und die dunklen Bänder die sich durch den Nebel ziehen. Toller Anblick - eine Minute später war er verschwunden. Schade. (Das Feld ruft...)

Schnell habe ich noch M22 angepeilt, sehr ausgedehnt und schon im Sucher zu sehen, zeigte sich mir aber recht diffus. Ob ich Einzelsterne gesehen habe, oder ob es Vordergrundsterne waren, kann ich nicht mit Sicherheit sagen.
Und damit war der Ausflug in den Schützen beendet.

Zum Abschluss wollte ich noch eine Galaxie abschiessen. NGC 6946 im Schwan an der Grenze zum Kepheus war das Ziel. Gefunden im aktuellen "Sterne und Weltraum."
In Anbetracht der Verrenkungen die ich vollführt habe, wollte ich schon fast aufgeben, bis ich im Okular etwas "gekörntes nebliges" hatte. Also eine Galaxie sieht anders aus. Was war das ? Ein Blick in den SkyAtlas verriet mir, es war NGC 6939, ein benachbarter Offener Sternhaufen, schwach aber sehr schön.
Das Trostpflaster war zu verkraften.

Dennoch musste eine Galaxie her... neues Ziel war NGC 7331 im Pegasus, nicht im Zenit, besser zu erreichen. Und gefunden. Längliches Nebelchen mit aufgehelltem Kern.

Inzwischen war es schon nach 1 Uhr und zum Abschluss nahm ich noch M27, M31 (Standardobjekte) und den Jupiter ins Visier. Jupiter schön scharf mit seinen 4 Monden, zwei sehr nahe beieinander. Zu sehen waren zwei rote Wolkenbänder und ab und zu dachte ich, dass ein roter Punkt/Fleck aufleuchtete. Sicher kann ich es nicht sagen, aber habe ihn mehrmals an der selben Stelle erahnt, also kein Schmutz auf dem Okular.

OK da jetzt schon alles viel zu lang geworden ist... gegen 1:30 Uhr hab ich alles reingeschleppt und trotz winterlicher Kleidung, war es richtig kalt und vom Tau alles feucht.
Aber gelohnt hat es sich.

(Verfasser: Sirius | Datum: 06. August 2010 | Fehler melden)


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