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KS mit 4" Mak


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Zusammenfassung


Datum und Uhrzeit der Beobachtung
08.05.2010 um 23:00:00
Beobachtungsort
Vorstadt
Beobachtungsbedingungen
fst 5.0m

Beschreibung

Am 08.05.2010, man glaubt es kaum, war es über dem nördlichen Heilbronn auch gegen 22:30 Uhr noch sternenklar. Da waren sie also wieder die drei Parameter Dunkelheit, Zeit und ein sternenklarer Himmel.
Nach kurzem Blick war allerdings klar, das es sich um keine besonders dunkle Nacht handeln wird. Die Lichter aus Heilbronn rücken immer näher und machen den Blick nach Süden erbärmlich.
Doch so spät und so spontan wollte ich nicht mehr rausfahren. Der Besuch gerade gegangen, die Wohnung wieder ein wenig aufgeräumt - da will man entspannen.
Also packt der Gelegenheitsspechtler seinen Krempel vom Dachgeschoss in den Garten, baut alles auf und blendet die Straßenlaterne der 50m entfernten Radwegs mit einem Tuch ab... naja nicht gesamte Laterne (tät ich wohl gerne), aber das, was in den Garten an Licht gelangt kann ich so blockieren.
Was kann man mit einem 102mm Mak auf einer AZ4 und Okularen zwischen 32mm und 8mm an einem 4.5 - 5mag Himmel beobachten?
Spontan gehen u.a. Planeten und Kugelsternhaufen.
Es beginnt mit M13, denn für diesen benötigt man Leuchtpunktsucher, das 25mm Plössl und das Sternbild Herkules. Mit dem 8mm Radian und bei 125x steht er jetzt im Gesichtsfeld und wartet darauf, seine vielen Sterne zu zeigen. Bei einer Öffnung von 102mm muss man sich schon sehr reinknien, um sowas wie Auflösen hinzubekommen. Das beginnt erstmal mit langem gucken - ja ich habe lange auf den M13 geschaut und habe meinen Blick um ihn herum wandern lassen. Beim indirekten Sehen kommen doch einige Sterne hervor, wenn auch nur kurz. Hier leistet das Radian 8mm übrigens bessere Dienste als mein bisheriges Planetary 8mm. Der Hintergrund im Radian wirkt dunkler und die lästigen Streulichter der externen Lichtquellen rund um unseren Garten haben keine Auswirkungen auf das Bild im Okular. Hier war aus meiner Sicht der größte Schwachpunkt meines Planetary. Externes Licht zauberte helle Ränder in das Gesichtsfeld, welche ich erst durch das Abdecken wieder wegbekommme. Das geht, war mir aber lästig.
Um noch mehr erkennen zu können, habe ich meine Jacke über den Kopf geworfen, um so eine noch dunklere Umgebung zu bekommen. Das macht sich bemerkbar, noch ein paar Sterne mehr kamen hervor.
Perfekt wäre jetzt eine Nachführung und dann steht das Objekt wie festgenagelt im Gesichtsfeld. Außerdem stehe ich noch vor dem Gerät - Sitzen beruhigt die Kopfbewegungen und in Summe sollte das Beobchten noch schöner sein.
Als zweites Objekte durfte M92 ran. Der ist nicht mehr so einfach zu finden, wenn man das GEsichtsfeld (1.3° mit 25mm Plössl) eines Mak und einen Leuchtpunktsucher hat. Ungefähr weiß man es ja, aber dennoch sollte man ein paar Minuten Geduld aufbringen.
Der M92 ist kleiner und vor allem in der Mitte konzentrierter, während der Halo schwächer ist - verglichen mit dem gerade angeschauten M13. In der Mitte konnte bei 125x gemottel erkannt werden, sogar Sterne bei indirektem Sehen kamen hin und wieder hervor. Auch das brauchte wieder Zeit, sowie eine Jacke über dem Kopf. Die Zeit sollte man sich aber ruhig mal nehmen, auch wenn man glaubt nach dem ersten Gucken habe man doch alles gesehen und weitere Objekte am Himmel warten.
Der dritte Kugelsternhaufen ist wieder einfacher zu finden, aber über der Lichtglocke von Heilbronn. Wenn man alpha-Coma Berenike (4.3m) indirekt sieht und direkt nicht sicher halten kann, kann man sich vielleicht ein Bild von Himmel in dieser REgion machen. Da M53 neben diesem Stern liegt, ist zumindestens das Finden einfacher.
Das Bild war dann auch so, wie zu erwarten. Der matschige Fleck ließ sich kaum etwas entlocken. Der M53 ist ungefähr so groß, wie der M92, aber dunkler. Mit viel Geduld konnte ich gemottel im Zentrum sehen, aber mehr nicht.

Doch zum Schluss noch was Helles: Der Saturn stand schon im Südwesten und der Mak dürfte jetzt sehr gut temperiert sein. Also mit 125x auf den Saturn und ein schön scharfes Bild mit dem Ringschatten, einem Mond weiter weg (rechts bei seitenverkehrter Betrachtung) und einem Mond links, nahe am Saturn erkannt. Nach einigem Gucken meinte ich zwei Monde dicht links neben Saturn gesehen zu haben, jedenfalls indirekt. Laut dem Ahnert hätte das hinkommen können, aber so langsam wurde ich müde. Etwas mehr von den Bändern oberhalb des Ringshätte ich gerne gesehen, aber das waren nur hauchfeine Anflüge, sofern das Bild mal ganz ruhig war - da hat mich das Bild neulich in einem älteren, orangenen C8 mehr überzeugt ... okay, der hat auch 8" und nicht 4".

In Summe habe ich kaum eine bemerkenswerte Anzahl an Objekten gesehen, aber das längere Beschäftigen mit einem Objekt hat mir an diesem Abend einfach mehr Spaß gemacht.

(Verfasser: stefand | Datum: 08. Mai 2010 | Fehler melden)


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