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First Light, bevor das Teleskop zerelegt wird


9/10
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Kürzlich habe ich mir von TS einen Celestron Newton 150/750 OTA schicken lassen, da ich einen Dobson bauen möchte und der OTA mit Sucherfernrohr günstiger war, als einen Haupt- und Fangspiegel einzeln zu kaufen. Der Sucher fand schnell einen Abnehmer und auch der Okularauszug wurde an einem anderen Teleskop verwendet, was den Anschaffungspreis noch mal senkte.

Das Teleskop kam gut verpackt schon zwei Tage nach der Bestellung per UPS an. Der erste Eindruck war durchaus positiv und schnell war das Rohr auf mein Montierung geschraubt.
Wie das aber nun mal so ist, wenn man ein neues Teleskop kauft.... der Himmel war voller Wolken und an eine Beobachtung war nicht zu denken.
So habe ich mich an die Planung des Reisedobsons gemacht. Zu diesem Zweck wollte ich mir die Hauptsapiegelhalterung etwas genauer ansehen. Ich leuchtete mit einer Taschenlampe in den Tubus und sah sogleich auf dem Hauptspiegel zarte, blaue Schlieren, die dort nicht sein dürften.
Nach einem Anruf bei TS ging das Scope auf Reisen und 5 Tage später kam es wieder an und der Fehler war behoben. Der Umtausch war völlig unkompliziert!

Und dann war auch das Wetter gut und die Optik konnte getestet werden.
Zuerst wurde die Justage der Spiegel geprüft. Trotz der langen reise aus Bayern ins Rheinland war das Scope gut justiert, was ich mit einem Chesire-Justierokular und anschließend mit einem Justierlaser überprüfte.
Der Hauptspiegel besitzt bereits eine Mittenmarkierung, die für den laser sehr wichtig ist.

Dann ging es nach draußen. Da es noch sehr hell war, wurde erst einmal der Mond eingestellt. Knackscharfe Strukturen machten die Beobachtung zur Freude. Man muss allerdings sehr feinfühlig scharf stellen, was bei f:5 zu erwarten war. Hier würde sich ein Okularauszug mit einer Untersetzung 1:10 anbieten.
Mit fortschreitender Dämmerung stellte ich dann Jupiter ein. Da Jupiter zur Zeit nur ein dunkles Band zeigt, war der Anblick etwas ungewohnt. Leider war auch der GRF noch nicht zu sehen, aber Jupiter mit seinen Monden war selbst bei 170x mit einem Hyperion Zoom, in Verbindung mit einer Televue_Barlow noch sauber abgebildet.
Dann war es dunkel genug, für einen ersten Sterntest.
Wie ich es erwartet hatte, waren an helleren Sternen deutliche Spikes zu sehen. Die Koma zum Rand des Gesichtsfeldes lag auch im normalen Bereich. Intra und extrafokal hatte man ein fast identisches Beugungssscheibchen. Ein sauberes Bild.
Mehr konnte ich wohl nicht verlangen.
Es folgten ein paar Beobachtungen von Kugelsternhaufen und offenen Haufen, sowie vom Ringnebel in der Leier.
Mit dieser Optik werde ich in meinem Urlaub sicher viel Spaß haben und es tut mir fast leid, das schöne Teleskop auseinander nehmen zu müssen, aber dafür hatte ich es ja gekauft.
Um so mehr freue ich mich, wenn das Reisedobson fertig ist und die Optik ein zweites "First Light" bekommt.

(Verfasser: Astroandy | Datum: 18. Juni 2010 | Fehler melden)


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