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Foto: bernwardbr

Erfahrungsbericht Orion SkyQuest XT10g Goto-Dobson


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Die Lieferung

Dem Teleskop liegt folgendes Zubehör bei: Eine Anleitung (nur englisch), die Steuerbox, alle nötigen Kabel, ein Leuchtpunktsucher, Ein 2“ 28 mm Okular, ein 1,25“ 12 mm Plössel Fadenkreuzokular (beleuchtbar), eine Kappe mit Loch zur Justierierung, alle nötigen Inbusschlüssel, Ein Kreuzschlitz-Schraubendreher,, eine längerer 2“ Adapter zum Einschrauben für die Fokussierung auf nahe Objekte, ein 2“ auf 1,25 “ Adapter, leider ohne Filtergewinde, ein Okularhalter für ein 2“ und drei 1,25“ Okulare, eine DVD mit diversen Filmen, eine CD „Starry Night“.

Folgendes Zubehör braucht man unbedingt noch: Einen Justierlaser, eine Stromversorgung, und natürlich weiter Okulare.

Meine ersten Erfahrungen mit dem Teleskop.

Nach dem Auspacken und Zusammenbau stellte sich natürlich die Frage, ob man das Goto-Dobson wie von Orion versprochen auch als normales Dobson benutzen kann. Antwort: Im Prinzip ja. Aber es geht nicht sonderlich schön, da man gegen die Rutschkupplungen der Motoren drücken muss. Ich habe zwar keine Erfahrung, wie sich ein richtiges Dobson beim Verschieben anfühlt, aber bestimmt besser. Sonst gäbe es nicht so viele Dobson-Fans. Mehr als ein Notbetrieb, wenn der Akku leer ist, darf man hier nicht erwarten.

Bei dem Leuchtpunksucher handelt es sich offenbar um das Modell, das ich schon von meinem kleinen Skywatcher-Teleskop kenne. Allerdings ist die Vergütung auf Nachtbeobachtung optimiert; d.h. die Transmission ist deutlich besser und die Reflektion des roten Punktes dafür schwächer.

Die Steuerung.

Am letzten Sonntag war dann endlich mal wieder der Himmel klar, und ich konnte Testen, was die Motorsteuerung leistet. Zunächst mal gibt es die Möglichkeit, mit den Motoren einfach nur nachzuführen. Dazu muss man lediglich das Teleskop vor dem Einschalten waagerecht nach Norden ausrichten. Nach dem Einschalten aktiviert man die Nachführung - fertig. Jetzt braucht man nur noch manuell das Ziel anzufahren und es bleibt minutenlang im Okular. Das konnte ich auch praktisch nutzen, da der Jupiter viel früher als alle Sterne zu sehen war und eine Justage daher nicht möglich.

Als es dunkler wurde, konnte ich dann die Goto-Steuerung justieren. Hierzu dient das 12 mm Fadenkreuzokular. Das ist schon recht kurzbrennweitig, daher sollte man vorher den Leuchtpunktsucher gut justieren, sonst besteht die Gefahr, dass der Stern außerhalb des Okular-Sichtfelds liegt. Aber nachdem ich gesehen habe, was Fadenkreuzokulare einzeln kosten, will ich mich nicht beschweren .

Zur Justierung gibt es zwei Methoden, ich habe erstmal hellster Stern gewählt. Dazu wählt man einen Himmelsausschnitt (Nord, Nordost, Ost, Süd-Ost etc.), und die Steuerung gibt einen hellen Stern oder auch Planet in diesem Ausschnitt vor. Falls es keinen ausreichend hellen Stern gibt, muss man einen anderen Ausschnitt wählen. Den Stern stellt man manuell oder mittels der Tasten auf der Steuerbox ein. Zumindest die Feineinstellung sollte man aus oben genannten Gründen über die Box machen. Als nächstes zeigt die Steuerung eine Liste weiterer heller Sterne, aus denen man nacheinander 2 auswählt. Dieser Stern wird jetzt automatisch angefahren, allerdings nur ungefähr. Die Feineinstellung nimmt man dann über wieder über Leuchtpunktsucher und Fadenkreuzokular vor. Jetzt ist die Goto-Steuerung einsatzbereit. Und sie funktioniert sehr gut. Jupiter, Orion-Nebel, Plejaden: Alles kam auf Anhieb ins Bild. Über die PAE-Korrektur lässt sich die Genauigkeit noch erhöhen, indem man einen Stern in Nähe des gesuchten Objekts im Fadenkreuz zentriert.

Die 2-Stern-Justierung funktioniert ähnlich, nur das der erste Schritt mit dem hellsten Stern entfällt. Dafür muss man aber dann den ersten der beiden Justiersterne manuell finden und anfahren.

Positiv ist, dass man sich die Justiersterne aussuchen kann. Man hat also auch an die Balkonastronomen gedacht, die nicht alle Sterne im Blickfeld haben. Negativ ist für den Anfänger, dass es keine Zurück mehr gibt, wenn man einen Stern auswählt, der von einem Haus verdeckt ist. Man muss dann die Justierung von vorn beginnen. Man sollte sich also die Position der hellsten Sterne einzuprägen, und das hat ja auch sein gutes.

Fazit: Die Entscheidung für einen Goto-Dobson war richtig . Den Orionnebel z.B. hätte ich bei den schlechten Sichtverhältnissen niemals gefunden. Die Nachführung funktioniert. Wenn man keine Astrofotografie betreiben will, hat der Goto-Dobson in meinen Augen nur Vorteile gegenüber einer parallaktischen Montierung. Das komplette System kostet weniger als eine EQ6 mit Goto allein. Ich wüsste nicht, wie ich ohne fremde Hilfe einen 10"-Tubus auf die EQ6 bekomme, beim Dobson kein Problem. Kein Umschwenken der Montierung, keine fettige Mechanik. Kein Einnorden, einfach Aufstellen, anschließen und die 2-Stern-Justierung durchführen. Im Notfall geht sogar stromloser Betrieb, wenn auch nicht so toll.

Zu den Okularen.

Das 28 mm Okular zeigte weder bei der Abbildung noch beim Einblickverhalten Schwächen, jedenfalls keine, die mir als Anfänger auffielen. Leider hat es nur 55° Gesichtsfeld, was sofort den Wunsch nach einem Okular mit größerem Gesichtsfeld aufkommen lässt.

Das Fadenkreuzokular liefert eine gute Abbildungsqualität und verfügt über einen Dioptrienausgleich. Plössel-typisch klebt man bei dieser Brennweite aber mit dem Auge bereits am Okular, und das Gesichtsfeld ist klein. Außerdem sieht man logischerweise jedes Staubkorn, dass sich auf der Fadenkreuzplatte absetzt. Auch in diesem Brennweitenbereich ist also ein weiteres Okular sinnvoll.

Ich habe mir daher gleich von Anfang an noch ein TS Paragon (Okular mit 30 mm Brennweite und eine TS EXP 13 zugelegt. Beide funktionieren gut. Das 30 mm zeigt im Randbereich Abweichungen von der idealen Sterndarstellung, bei der es sich wahrscheinlich um das unvermeidliche Koma des Newton handelt.

Für die Planetenbeobachtung habe ich das 8 mm X-Cel von meinem kleinen Teleskop verwendet. Es funktioniert gut, der Gewinn gegenüber dem 90 mm MAK am Jupiter ist am großen Teleskop beeindruckend. Sogar die Kombination 8 mm X-Cel mit Barlow gab ein Bild, allerdings war da mein Eindruck, dass da von der Schärfe her noch was geht. Das X-Cel ist ja auch nicht unbedingt ein Okular, dass man mit einer Barlowlinse kombinieren sollte, da es sich um ein Konstruktion mit eingebauter Barlow-Linse handelt. Hier werde ich ein weiteres Okular anschaffen.

(Verfasser: bernwardbr | Datum: 17. Februar 2013 | Fehler melden)


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