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Transport und Logistik in Sachen Astronomie


8/10
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Manche haben keine Sternwarte oder einen nur zu unbrauchbaren Balkon, Dachterasse, Garten oder Fenster, wie in meinem Falle, deshalb schafft man sich Abhilfe, in dem man aus der Großstadt hinaus fährt und das ganze Gerödel mit Mann und Maus einfach mit nimmt.
Ich fange am besten mal mit den Mengen und Dimensionen an, mit denen man beim Transportieren zu kämpfen hat:

Montierungskopf incl. Kabel, Handsteuerbox und Leitrohr in Pelicase Trapezkiste. 130x70x50cm ca. 35Kg
Haupttubus in TuffPak Transportröhre. 135x30x30cm ca. 20Kg
Laptop mit sämtlichen Computerzubehör und DSLR in extra Pelicase. 50x35x25 ca. 10Kg
Okulare und Adapter in extra Pelicase. ca. 5Kg
Dreibein nackig. 10Kg
2x Gegengewicht 10Kg
2Takt Stromgenerator 19Kg
2x20L Spritkanister 45Kg

Nach ca. anderthalb Stunden Kofferraumtetris hatte ich alles in den Hyundai Atos Prime meines Arbeitskollegen verstaut. Nur noch Fahrer/Beifahrerplatz waren frei, samtliche Hohlräume wurden mit kleineren Dingen gefüllt, wie Klappstühle, Schlafsäcke, Lunchpakete, Kippenschachteln, Kaffeedosen,... Es grenzt an ein Wunder, daß alles in diesen winzigen, fahrbaren Joghurtbecher gepasst hat.

Nun gut, die Fracht wurde dann von Stuttgart aus bis nach Oberstetten in Hohenstein gefahren, dort hat mein Kollege ein kleines Grundstück mit Jagdhütte, mitten auf der hellblauen/tiefblauen Grenze einer Lichtverschmutzungskarte von 2003. Eigentlich perfekt. Der Rest der Rasselbande musste mit einem extra Wagen anreisen, der auch nicht viel mehr Platz bot. Insgesamt waren wir dann zu sechst dort.

Also wenn man alleine unterwegs ist, geht das eigentlich. Mittlerweile habe ich einen eigenen Kombi in den alles wunderbar reinpasst, selbst wenn man es ungezielt einfach hinten rein wirft.

Das verstauen alleine gestaltet sich aber schwieriger als gedacht, da man echt schweres Zeug alleine aus dem dritten Stock durchs Treppenhaus buchsieren muss. Am Parkplatz dann angekommen geht es nun darum die riesigen Koffer irgendwie hinten rein zu hebeln ohne all zu viele Kratzer an der Innenraumvekleidung zu hinterlassen und das mit bereits ausgeleiherter Armmuskulatur.
Ok, noch schnell zur Tankstelle, 2-Taktgemisch für den Generator mixen und abfüllen, die insgesamt ~100Kg Fracht durch aufpusten der Reifen kompensieren, dann los.
Am Ziel angekommen, die Arme tun immer noch weh, muss jetzt alles wieder raus. In diesem Falle hab ich zuerst das QuickSet Dreibein Pi mal Daumen auf meine Lieblingsstelle gestellt und an Hand einer Baumkonstellation grob ausgerichtet. Dann der Montierungskopf drauf und mit Ringschlüssel anziehen. Dann gehts los mit Kisten aufreißen. Hier der Laptop, da das Kabel, dort die Trommel, Generator an seinen Platz, Leitungen verlegen, anschließen, Verbindung und Einnorden, da vergehen wieder Stunden bis alles so aufgestellt und angeschlossen ist, wie es soll.
Nach all der körperlichen Ertüchtigung hatte ich schon fast gar keine Lust mehr, aber die Neugierde ist bei mir stärker als die meisten Eigenarten.
Und 2 Abende später war es wieder so weit, alles wieder fein säuberlich in die Kisten packen, die Kisten in den Kombi und dann wieder 100Km fahren.

Wenn man damit klar kommt und sich nicht davor scheut mal schwer zu tragen kann man auch deutlich schwereres Zeug per PKW transportieren, falls der Wagen nicht gerade zu klein ist.
Mann muss es halt mögen, schleppen ist nicht jedermanns Sache.
Aber es lohnt sich immer und immer wieder :)

(Verfasser: h0yer | Datum: 03. September 2010 | Fehler melden)


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