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Foto: langzettel

Mein neues Celestron 1100 CGEM Teleskop


8/10
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Nach über 10 Jahren mit meiner C8 Schubse (Newton, Dobson) sollte es nun etwas größeres und vor allem etwas transportables sein.

Die Entscheidung für das C11 auf der CGEM Montierung waren unter anderem die größere Öffnung des C11 - mit fast 2x mehr Lichtsammelvermögen -, die längere Brennweite - die sich vor allem bei der Mond- und Planetenbeobachtung bemerkbar macht -, die automatische Positionierung und die automatische Nachführung der eingestellten Beobachtungsobjekte spart langwieriges Suchen und ständiges Korrigieren bei hohen Vergrößerungen. Allein schon diese Vorteile erhöhen den Beobachtungsspaß und den Beobachtungserfolg ungemein.

Weiterhin war mir eine Optik in Kurzbauweise sowie eine gute Transportabilität des Gesamtpakets mit Monierung sehr wichtig. Der optische Tubus des C11 kommt mit einem Gewicht von ca. 12 Kg aus. Die CGEM Montierung bringt es auf ca. 23 Kg und das Stativ nochmals auf 10 Kg. Dazu kommen noch zwei Gegengewichte á 7,7 Kg. Somit sind alle Einzelteile gut transportierbar und lassen sich ohne Probleme auch im dunkeln zusammensetzen.

Meine bisherige Erfahrung mit der Astrofotografie beschränkte sich bis dato nur auf Strichsturenaufnahmen von Sternen mit einer ruhenden Kamera. Da das C11 auf der CGEM Montierung parallaktisch montiert ist und die Steuersoftware des Handcontrollers gute Einordnungsfunktionen besitzt, steht der Weg in die Astrofotografie nichts mehr im Weg.

Diese Vorteile und der unschlagbare Preis für das Gesamtpaket, machte für mich die Anschaffung sehr attraktiv. Zudem gibt es auch kein vergleichbares System zu diesen Preis auf dem Markt.

Breits zwei Tage nach der Bestellung klingelte der UPS Fahrer und lieferte mir vier Pakete - Tubus, Stativ, Montierung inkl. Zubehör und Gegengewichte. Zunächst öffnete ich das Paket in dem sich das Stativ die Zubehörablage und ein Gegengewicht befand. Der Erste Eindruck: WoW, das für ein Teil. Danach öffnete ich das Paket welches, das zweite Gegengewicht beinhaltete. Als nächstes war das Montierungspaket dran, welches auch die deutschsprachigen Anleitungen sowie den Handcontroller und weitere Schrauben und Kleinteile enthielt. Zu guter letzt wurde dann der C11 Tubus enthüllt, der sehr stabil und sicher eingepackt war. In diesen Paket war auch das 9x50 Suchfernrohr sowie ein 1,25" Zenitspiegel und das 40mm Okular enthalten.

Danach machte ich mich an das lesen der deutschen Bedienungsanleitung, stellte zunächst das Edelstahl-Dreibein-Stativ auf und montierte die Zubehörablage/Spreizsicherung locker an das Stativ. Als nächstes setzte ich die CGEM Montierung, auf die dafür vorgesehene Stelle am Stativ und drehte die Gewindestange von unten am Stativ in die Montierung ein. Jetzt konnten auch die Zubehörablage/Spreizsicherung und die Azimutalschrauben an der Montierung fixiert werden.

Nun wurde die Gegengewichtstange in die Montierung gedreht, die beiden Gegengewichte daran befestigt und am unteren Ende der Gegengewichtsstange eine Sicherungsschraube eingedreht.

Nun war es Zeit den Tubus auf die Montierung zu setzen. Zuerst öffnete ich die Deklinationsklemmung, drehte die Deklinationsachse zu der Indexmarke und fixierte die Klemmung wieder. Danach öffnete ich die Schrauben der 3 Zoll Prismenschiene, schob den Tubus von unten in die Prismenschiene ein und drehte beide Schauben fest zu. Ich war sehr erstaunt mit welcher Stabilität die Prismenschiene den Tubus mit der Montierung verband.

Schnell wurde noch der 9x50 Sucher auf die dafür bereits vormontierte Halterscheine befestigt und zuletzt die Handsteuerbox an die Montierung angeschlossen, damit war der Aufbau beinahe erledigt.

Nun richtete ich das Teleskop und die Gegengewichte so aus, dass es mit beiden geöffneten Achsen im Gleichgewicht stand. Dies braucht ein wenig Zeit und Übung, doch nach einiger Zeit war das Teleskop einigermaßen gut ausgerichtet. Ich bemerkte jedoch, dass das Teleskop bei geöffneter Stundenachsen Klemmung auf eine Seite "kippte". Nach einiger Zeit der Überlegung entferne ich nochmals den Sucher, montierte die Suchfernrohr Halterschiene auf der anderen Seite des Tubus und setzt den Sucher wieder ein. Und schon war das Problem behoben.

Als nächstes las ich mich sorgfältig in die Bedienungsanleitung des Handcontrollers ein und schloss das 12 Volt KFZ Kabel an die Montierung an. Ich hatte noch einen 230 Volt -> 12 Volt KFZ Adapter rumliegen, der den Betrieb des Teleskops auch mit einer Steckdose ermöglichte.

Nun schaltete ich die Montierung zum ersten mal ein und begann mit den Standardeingaben wie Positionsdaten, Zeit, Zeitzone, etc. Als dies erledigt war, machte ich zum Testen das Two Star Alignment und wählte einen Stern aus der vorgeschlagenen Liste aus und schon ratterte und bewegte sich das Teleskop im wahren Sinne des Worts los. Die Sternposition musste danach zweimal, einmal grob (im Sucher) und einmal fein (im Okular) bestätigt werden. Danach schlug mir die Handbox eine weitere Liste mit Sternen vor. Wieder bestätige ich einen Stern und das Teleskop positionierte auch diesen Stern. Nach weiteren Bestätigungen, war das Teleskop nun erfolgreich ausgerichtet und ich staune schon wieder als ich bemerkte das, sich das Teleskop bereits jetzt in die nahezu lautlosen Nachführungsgeschwindigkeit befand.

Für das First Light musste nun nur noch das Wetter mitspielen ...

Zum Abschluss kann ich dieses Teleskop jeden empfehlen, der eine große und dennoch Transportable Optik sucht.

(Verfasser: langzettel | Datum: 02. April 2011 | Fehler melden)


Beschriebene Teleskope


Beschriebene Zubehöre



Kommentare 

Am 11.09.2011 13:01:49 schrieb Maxi:

Hallo,
zunächst einmal Glückwunsch zu Deiner neuen Teleskop-Kombi
Habe Deinen Beitrag sehr aufmerksam gelesen. Genau dieses
Teleskop hatte ich auch geplant zu kaufen.
Nun muss ich dazu sagen, ich bin zwar seit vielen Jahren in der
Fotograf in der Profi-Liga (z.Zt. Nikon D3 und hochwertige Optiken, kein objektiv unter f2,8) aber in der Astrofotografie bin ich absoluter Neuling. Da ich aus der Foto-Technik erfahrungsgemäß weiß, nicht 3 - 4 mal aufwärts zu investieren, will ich beim Einstieg in die Teleskop-Technik gleich einmal richtig kaufen. Genau diese C11 war da meiner Meinung nach so das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Allerdings ist mir noch eine andere Variante aufgefallen, die ich nicht ganz beiseite schieben möchte. Meine Entscheidung wankt jetzt zw. dem Celestron Schmidt-Cassegrain Teleskop SC 279/2800 Advanced C11 AS-GT GoTo oder dem Celestron Schmidt-Cassegrain Teleskop SC 279/2800 CPC 1100 GoTo (Montierung auf Gabelkopf)
Einziger Nachteil bei der Gabelkopf Variante soll sein, dass man eben kein anderes TK als genaus dieses darauf montieren kann.
Anders herum wird beschrieben, dass die Deutsche Montierung für die Astrofotografie ein "muss" sein soll. Ich tendiere jedoch zu der einfacheren Gabelkopf-Variante. Hauptaugenmerk bleibt natürlich die Fotografie. Hast Du da Erfahrung ? Kannst Du mir eine Empfehlung geben mit welcher der beiden ich besser aufgestellt wäre.... Danke vorab...
Schöne Grüße aus Schwerin
Jörg

Am 12.09.2011 10:19:07 schrieb langzettel:

Hallo Jörg, danke!

Ich schwankte auch zwischen dem C11 CPC auf der Gabel-Montierung und dem C11 auf der CGEM-Montierung. Letztendlich habe ich mich dann für das C11 auf der CGEM-Montierung entschieden, da ich auch in die Astrofotografie einsteigen möchte. (Mit einer Gabelmontierung ist nur eine begrenzte Belichtungszeit von einigen Sekunden möglich).

Die CGEM hat gegenüber der AS-GT den Vorteil, das die massiver gebaut ist und das sie eine Tragelast für 18 kg bietet. Die AS-GT Montierung hat dagegen eine Tragelast von nur 8 kg.

Da Tubus des C11 schon alleine ca. 10 kg wiegt und du noch Reserven für Kamera, Adapter, Autoguider, ect. benötigt, würde ich dir auch das C11 auf der CGEM empfehlen.

Da für die Astrofotografie eine sehr genaue Nachfürung benötigt wird und du das Teleskop nicht immer 100% perfekt aufstellen kannst, würde ich dir noch den "LACERTA MGEN Stand Alone Autoguider" an einem "TS Off Axis Guider" empfehlen.

Mfg und Viel Erfolg
Andy

Am 13.09.2011 17:00:22 schrieb Maxi:

Hallo Andy,

vielen Dank für Deine ausführliche Antwort sowie den hilfreichen Hinweisen.
Ja dann dürfte die Sache wohl klar sein, denn die Fotografie geht vor.
Also werde ich mich für die CGEM Montierung entscheiden, kostet sogar weniger.
Oh man, wenn man sich in diese Thematik mal richtig hinein liest, wird einem
ja schwindelig. Da gibt es ja auch Möglichkeiten von – bis… d.h. da kann man
auch gut Geld lassen wenn es ordentlich werden soll. Muss mich auch noch für
eine vernünftige CCD-Kamera entscheiden, denn der CMOS-Sensor, wie er
auch in meiner Nikon D3 verbaut ist, ist auf diesem Gebiet ja wohl völlig fehl
am Platz. Hinzu kommt noch das von Dir empfohlene Zubehör und sicher noch mehr.
Werde mich da noch einmal ganz genau mit befassen, um den richtigen aber
doch schon etwas gehobenen Einstieg zu finden.
Ein anderer User teilte mir mit, dass ein C11 für mich als Einsteiger doch eine
Nummer zu Fett wäre. Er beschreibt diese Kombi als Einstieg in die Formel 1
Nun, vielleicht hat er nicht ganz unrecht. Da kommen mir doch die ersten Bedenken
eventuell damit überfordert zu sein. Andererseits… ich werde zweifellos länger als erfahren Sternfotografen brauchen um diese Technik auszureizen, aber ich denke wenn man so etwas betreiben will, muss man es auch vernünftig anfangen. Technik ist nicht alles, man muss
auch wissen wie man sie bedient, aber letztlich lernt man nur in der Praxis und da
sollte das Handwerkzeug auch stimmen.

Ich werde eine Entscheidung treffen…. müssen :-)
Bis hierher erst einmal vielen Dank

Wünsche Dir weiterhin optimale und kristallklare Nächte

Gruß Jörg

Am 01.11.2011 19:04:45 schrieb niels:

Hi Andy
Ich wollte fragen ob du dein Teleskope schon für die Deep Sky Astrophotographie ausprobiert hast und wie die Bilder geworden sind. Ich möchte mir nämlich genau den gleichen Teleskope auf der gleichen Montierung kaufen und wollte wissen wie sie für die Deep Sky Photographie ist.
Gruß
Niels

Am 02.11.2011 09:25:07 schrieb langzettel:

Hallo Niels,

ja ich hatte schon einen Versuch gewagt ein par Deep Sky Objekte abzulichten. Z.b. M13, M57 und M27. Leider habe ich noch keinen Autoguider, was die maximale Belichtungszeit, sehr beschräkt.

Wenn Du Dir z.B. den "LACERTA MGEN Stand Alone Autoguider" an einem "TS Off Axis Guider" zulegst, ist dieses Teleskop auf der CGEM gut für die Deep Sky Fotografie geeignet!

Mfg Andy

Am 02.11.2011 17:58:11 schrieb niels:

Hallo Andy,
vielen Dank für deine Antwort. Ich bin mir jetzt ziemlich sicher, dass ein c11 mit CGEM die richtige Wahl für mich ist. Und danke für den Autoguider Tip.
Viele Grüße
Niels

Am 25.01.2012 14:15:52 schrieb Milan:

Guten tag.

Auch ich bin auf der suche nach dem richtigen teleskop fuer mich und suche nun bei erfahrenen nutzern nach tips.
Nach langem hin und her überlegen bin ich zu dem schluss gekommen, dass das celestron 1100 die richtige wahl ist.
Und hatte wie maxi an die cpc variante gedacht...
Nun wurde geschrieben dass die möglichen belichtungszeiten mit der cpc gabelmontierung zu kurz sein koennten um ernsthaft astrofotografie zu betreiben.
Mich würde interessieren woran es liegt.
Ob noch jemand notiz von diesem post nimmt?

Liebe grüße

Milano

Am 25.01.2012 14:27:24 schrieb langzettel:

Hallo Milano,

das ist relativ schnell erklärt. Die CPC Montierung ist eine azimutale Montierung die zwar die Erdrotation ausgleichen und somit die Beobachtungsobjekte nachführen kann, aber da sie nicht parallel zur Erdachse ausgerichtet ist, wie eine parallaktische Montierung (z.B.: CGEM), entsteht eine sogenannte Bildfeldrotation.

Diese Bildfeldrotation lässt nur eine begrenzte Belichtungszeit bei der Astrofotografie zu. Überschreitet man eine gewisse Zeit, entstehen auf dem Foto "Sternspuren".

Mfg Andy.

Am 23.08.2014 14:30:24 schrieb Christoph:

Hallo Milano,denke hast in der Zwischenzeit CGEM gekauft!?
Habe CPC mit Polhöhenwiege und kann diesen Effekt dammit kompensieren !
LG Chrstoph

Am 08.10.2014 12:01:00 schrieb Kevin:

Hallo Andy,

bin mal gespannt ob du noch am Ball bist ;)

Erst einmal danke für den tollen Erfahrungsbericht.
Es ist ja nun schon ein paar Jahre her das du dir dieses Paket gekauft hast.
Kannst du ein abschließenden Fazit zu dem ganzen geben? Zur Handhabung und Leistung des Sets.
Sicher hast du auch schon viele Fotos gemacht.

CS und Liebe Grüße
Kevin

Am 08.10.2014 12:33:38 schrieb Kev1911:

Hallo Andy,

bin mal gespannt ob du noch am Ball bist ;)

Erst einmal danke für den tollen Erfahrungsbericht.
Es ist ja nun schon ein paar Jahre her das du dir dieses Paket gekauft hast.
Kannst du ein abschließenden Fazit zu dem ganzen geben? Zur Handhabung und Leistung des Sets.
Sicher hast du auch schon viele Fotos gemacht.

CS und Liebe Grüße
Kevin

Am 08.10.2014 12:47:46 schrieb langzettel:

Hallo Kevin,

ja ich bin noch am Ball ;)

Ich kann dieses "Set" wirklich empfehlen. Die Optik ist Spitzenklasse und die Montierung sowie das Stativ sind auch für eine Person gut händelbar.

Der Aufbau und das Star- bzw. Polar-Alignment beansprucht zwar ein wenig der Beobachtungszeit, dies wird jedoch durch das GoTo und der Nachführung wieder wettgemacht - speziell bei Mond und Planetenbeobachtung muss man das Teleskop nicht "rumschubsen" ;)

Die Astrofotografie erfordert relativ viel Zeit und Geduld, bis man zum gewünschten Ergebnis kommt. Leider habe ich noch keine richtigen Astrofotos machen können.

Mfg Andy.

Am 09.10.2014 11:17:00 schrieb Kevin:

Hallo Andy,

das freut mich zu lesen!
Wie angenehm ein Goto ist weiß ich von meinem 6" Newton (parallaktisch). Das habe ich mir dort nachgerüstet.

Fotos sind mir damit bisher auch nur mit viel Glück gelungen.

Dein Fazit klingt sehr verlockend. Ich weiß halt nicht ob ich mit nem Newton besser dran wäre fürs Geld.

Du wohnst nicht zufällig in meiner Nähe (Münsterland) sodass ich mir das C11 mal richtig begucken könnte, oder?

Liebe Grüße
Kevin

Am 09.10.2014 11:40:04 schrieb langzettel:

Hallo Kevin,

welche Objekte beobachtest du bevorzugt?

Für die Mond und Planeten Beobachtung kommt dir natürlich die Brennweite von 2.800 mm zu Gute.

Möchtest du eher nach Deek Sky Objekten Ausschau halten, würde ich dir einen Newton mit schnellen Öffnungsverhältnis empfehlen.

Mfg Andy.

PS: Leider wohne ich nicht in deiner Nähe im Münsterland. Komme aus Süd-Thüringen.

Am 09.10.2014 12:45:58 schrieb Kev1911:

Hallo Andy,

das ist wirklich etwas zu weit weg :D

Wenn mal einer zu sehen ist, schaue ich mir auch gerne einen Planeten an, hauptsächlich jedoch Deepsky Objekte.,

Ideal wäre da wohl dann doch ein Orion skyquest Dobs mit 12" oder sogar 14"
Leider fällt da die Fotografie weg...

Liebe Grüße
Kevin


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