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Foto: Ronald_S

Die Sony Nex5 (14MP-Version)


5/10
x gelesen

Angeregt durch Bilder eines Australiers, habe ich mich mal in unbekannte Gewässer begeben und ebenfalls mir die Nex5 als Astro-Kamera zugelegt. Im Vorfeld konnte ich seitens "Optik-Makario" die Zusage erhalten, dass jener mir die Nex5 ihres IR-Sperrfilters beraubt.
So günstig die gebrauchte Nex5 bei E**y war, so kostenintensiv ist leider der Filterumbau. Ich wählte den sogenannte UVI-Mod., d.h., es wird der IR und Tiefpassfilter demontiert und durch ein optisches Glas ersetzt. Dadurch ist die Kamera vom UV bis in den IR empfindlich. Das bedeutet allerdings auch, dass bei optischen Systemen mit Linsen im Strahlengang sich ein UV/IR-Sperrfilter nötig macht.

Vorteile gegenüber meinen Canons (20Da und 40DBaader:
- extrem leicht
- sehr guter LiveView
- klappbarer Display
- ISO1600 auch im Bereich von 10 Minuten Belichtungszeit sehr gut nutzbar
- kein Bandingeffekt (da leidet besonders die 40D bei hohen ISO)
- T-Modus bei IR-Bulbfunktion
- kein Spiegel (spart Strom)
.- alle möglichen Optiken adaptierbar bei 18mm Auflagemass

Nachteile gegenüber meinen Canons:
- empfindliches Gehäuse
- Chip liegt immer offen
- kein programmierbarer Kabelauslöser, nur IR-Fernbedienung
- bei meinem Exemplar Chip nicht plan zum Bajonett
- kein grosses Zubehörangebot (inkl. Objektive)
- keine Clipfilternutzung möglich
- Menüführung etwas umständlich

Zum Thema Chipjustage. Bei meinem Exemplar kämpfte ich besonders am Newton mit diagonal, in den Bildecken deutlichem Bildfehler. In einer Ecke Defokussierung und gegenüber "Bananen".
Als Ursache stellte sich ein nicht planer Chip heraus. Rücksprache mit Service ergab: nicht justierbar!
Da dieser Fehler bei Nutzung der "consumer"-Objektive nicht zum Tragen kommt (grössere Schärfentiefe) ist er auch nicht reklamierbar. Also musste selbst Hand angelegt werden. Referenzobjektiv wurde mein 70-200/2.8L bei f=150mm. In dieser Stellung bildet es bei Offenblende selbst an meiner Canon5D randscharf ab. Da der Chip nicht justierbar ist, musste halt das Pferd von hinten aufgezäumt werde - sprich, das Bajonett musste dran glauben.
Nach dem kraftvollen Lösen der verklebten vier Schrauben hat man das Metallbajonett in der Hand und sieht den "Mist". Das Bajonett liegt nur auf 4 gegossenen Nasen der Gehäusebasis auf. Sonst nur Plastik.
Nachdem ich per Objektiv die defokussierten Ecken und deren nötige Korrekturrichtung ermitteln konnte, wurde das Bajonett im Try'n'Error-Verfahren mit dem unterkleben von Klebebandstücken (ca. 70mym Stärke) "justiert".
Nach dem insgesamt wohl 13 Stücken in bis zu 3 Lagen zeigte dann meine Referenz in allen Bildecken eine identische Schärfe :).
Nächtliche Aufnahmen mit meinem FLT110(TEC) bei f/5.2 zeigte dann ebenfalls in den Ecken einen identischen Fokus :)
Fazit - OP gelungen, Patient lebt...

Weil Fragen betreffs der Bulbfunktion aufkamen:
Bei Nutzung der IR-Fernbedienung arbeitet die Bulbfunktion im T-Modus, d.h. erstes Auslösen=Start, zweites Auslösen=Ende.
Man braucht halt nur ne Stopuhr (ich nehme den MGEN) um zu sehen, wann man den zweiten Klick machen muss.
Wer automatisieren möchte: die Fernbedienungen kosten bei E**y so etwa 5Euro. Da könnte man schon nen paar zu Versuchszwecken fleddern. Ich selber brauchs nicht, bin auf dem nächtlichem Acker eh immer am Teleskop, bzw. in dessen Nähe.

Um CLS oder sonstige Filter bei Nutzung von Canonobjektiven einzusetzen, gibt es eine einfache aber etwas friemelige Lösung:
In den Bajonettadapter von EF auf NEX kann man einen T2->M48-Adapter einschrauben. In diesen kann man dann mit (gaanz)spitzen Fingern beliebige 2"-Filter einschrauben - jene sitzen dann innerhalb der Bajonettadapters. So konnte ich vom heimischen Flussnähe-Talkessel-Grosstadtbewohnerbalkon mithilfe des Walimex85/1.4(EF) und CCD-CLS bei 30", f/2.2 und ISO3200 sogar Barnards Loop abbilden.

Ein letztes Wort zum mitgelieferten SonyRAW-Konverter: ist schon für Tageslichtfotografie kaum zu empfehlen, für Astrobilder aber gänzlich unbrauchbar! Ich gehe den Umweg über CameraRaw von Adobe (Freeware) und konvertiere die Sony-ARWs ins DNG-Format. Jene DNG-RAWs lassen sich dann mit so ziemlich jeder Astrosoftware (z.B. DSS) problemlos nutzen!

Vllt. finden sich ja noch ein paar "Mutige", welche sich ebenfalls dem "Canonmainstream" widersetzen wollen ;)

Ronald

(Verfasser: Ronald_S | Datum: 30. März 2012 | Fehler melden)



Kommentare 

Am 17.10.2014 16:53:45 schrieb Norman:

Hi,

ich nutze eine Nex5R und bin bisher sehr zufrieden damit. Nur die nichtvorhandene PC USB Steuerung und das ständige manuelle Auslösen jedes einzelnen Frames nerven ein wenig.

Norman


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