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Foto: Ronald_S

MGEN Standalone-Autoguider von Lacerta


8/10
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Nachdem ich vor dem Smartguider von LVI kapitulierte, erwarb ich nach intensiver Recherche den MGEN von Lacerta. Selbiger beruht auf dem selben Prinzip wie der Smartguider. Allerdings bietet der MGEN eine deutlich ausgereiftere Technik, welche den Eindruck erweckt, sie ist nicht am Reissbrett von Theoretikern entwickelt wurden, sondern im nächtichen Feld - in der Praxis!
Einerseits bietet der MGEN einen deutlich empfindlicheren CCD-Chip im Kamerakopf, andererseits bietet die Kontrollsoftware deutlichst(!) mehr Möglichkeiten, die Guidingcharakteristik zu beeinflussen!
Desweiteren entfällt die Leitsternsuche per Okular, der MGEN bietet eine Art Live-Bild zur Leitsternsuche, Auswahl und Fokussierung.
Ein weiterer unschätzbarer Vorteil ist, dass dank Subpixelguiding im 1/30-Bereich die Leitrohrbrennweite nur bis zu ca. 1/15 der Aufnahmebrennweite betragen muss -> für das Guiding von 2000mm Brennweite genügt ein kleiner Sucher oder ein kleines stabiles Teleobjektiv im Bereich von 200mm Brennweite -> deutliche Gewichtsersparnis und man vermeidet ungünstige Schwerpunktverlagerung durch grosse Leitrohre - das kommt wiederum der Windanfälligkeit zu gute...
Die Parametrierung des Guidings allerding setzt ein gutes Grundverständniss der Variablen vorraus - ein Studium des elektronischen Handbuches ist unbedingt nötig. Allerdings gibt es, dank einer grossen Nutzergemeinde im Internet viele hilfreiche Quellen, sollte es Fragen und Probleme geben. Nicht zuletzt auch dank des hilfreichen und freundlichen Services des Herstellers.
Ein weiterer Riesen Vorteil des MGEN für Nutzer einer Canon-DSLR: der MGEN übernimmt die komplette Auslösersteuerung. Selbige kann komfortabel programmiert werden, inkl. Spiegelvorauslösung, Wartezeiten zw. Aufnahmen, Belichtungszeit und Anzahl der Bilder. Desweiteren ist zw. den Aufnahmen ein automatisches Dithering möglich, um zu vermeiden, dass z.B. Hot- oder Coldpixel der DSLR immer an der gleichen Stelle des Bildes sind.
Erwähnenswert ist auch die Updatemöglichkeit der Software über Internet/USB-Anschluss, wodurch z.B. nachträgliche Verbesserungen (z.B. 2x2 Binning für OAG.Nutzer) genutzt werden können!

Die Installation des MGEN ist ähnlich des Smartguiders, ausser, dass, wie schon erwähnt, das Justierokular wegfällt.
MGEN an Objektv anschrauben (verbleibt bei mir dort), verkabeln, einschalten, Liveview aktivieren, Belichtungsparameter manuell vorgeben durch probieren, Leitstern auswählen, fein-fokussieren, Montierung kalibrieren - und schon kann das Guiding gestartet werden - und es läuft stabil und genau!
Selbst wenn Wolken oder kurze Erschütterungen den Leitstern kurzfristig verschwinden lassen, wartet der MGEN auf das Wiedererscheinen des Sterns um anschliessend das Guiding fort zu setzen.
Dank der nur geringen Leitrohrbrennweite überblickt der Guider ein grosses Feld am Himmel, wodurch bisher IMMER ein Leitstern zu finden war.
Aufgrund des empfindlichen Chips sind mit meinem 4/200-Teleobjektiv Sterne bis ca. 10mag als Leitstern zu nutzen. Bei entsprechend grösseren Leitrohren sind Sterne bis ca. 12mag nutzbar!

Ich selber setze den MGEN an einem Pentacon 4/200 ein, wo der Kamerakopf über M42/T2-Adapterhülsen fest verschraubt wird. Fokussiert wird über das Objektiv.
Als Aufnahmegeräte nutze ich mein Canon EF300/2.8L, meinen WO110FLT mit oder ohne Reducer und mein VC200L mit Reducer auf f=1280mm mit konstant(!!) guten Ergebnissen. Selbst Experimente mit der vollen Brennweite des VC200L (1800mm) in Verbindung mit einem Kenko1,4x-Konverter (f(eff)=2520mm) verliefen problemlos, die Sterne blieben Punkte (exptime=720")!

Fazit: auch wenn der MGEN der teuerste StandaloneGuider auf dem Markt ist, so ist er für mich jeden Cent wert. Wichtig ist aber, dass man als Nutzer sich im Vorfeld ausgiebig mit dem Autoguiding und dessen variablen Parameter auseinander gesetzt hat, um diese entsprechend sinnvoll einzustellen! Der Guider ist nur so gut oder schlecht, wie sein Nutzer...

(Verfasser: Ronald_S | Datum: 14. Oktober 2011 | Fehler melden)


Beschriebene Zubehöre



Kommentare 

Am 22.04.2012 14:49:07 schrieb Peter Frank:

Hallo,
ich will demnächst den MGEN für mein C11 kaufen. Dafür will ich mir ein Leitrohr mit 102 mm Durchmesser und Brennweite 500 mm zulegen. Meine Kollegen vom Verein Sternwarte Buchloe sind teilweise der Meinung, dass die Brennweite vom Leitrohr etwas zu kurz sein könnte. Ist dies richtig? Von daher will ich evtl. eine 3 fach Barlow-Linse davorschalten. Ich plane aber meine Astrofotos mit dem Brennweitenredzierer f 6.3 im Fokus vom C11 zu machen. Könnte die Anschaffung der Barlow - Linse entfallen?
Gruß Peter Frank


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