Mond | 97% | Vollmond
Suche

Foto vergrößernFoto downloaden
Foto: stefan-h

Langzeitbelichtung mit DSRL- wie die Aufnahmezeiten steuern?


10/10
x gelesen

Für Astroaufnahmen werden lange Belichtungszeiten benötigt. Viele Amateure sind im Besitz einer digitalen Spiegelreflexkamera.

Aber bei diesen können meist nur bis maximal 30s gesteuerte Aufnahmen ausgelöst werden. Für längere Belichtungszeiten gibt es dann noch die Einstellung "bulb". Dafür muss der Auslöser für die ganze Aufnahmedauer betätigt werden.

Meinen ersten Langzeitversuch unternahm ich auch noch manuell :)

Also mit dem Finger den Auslöser betätigt und die Zeit geschätzt. Da man aber mehrere Aufnahmen benötigt, werden diese sich schon in der Zeit unterscheiden. Dazu kann man den Finger garnicht ruhig genug halten- die Aufnahmen sind auf jeden Fall verwackelt.

Also muss was anderes her. Ein einfacher Handauslöser mit feststellbarer Taste ist schon mal ein großer Fortschritt. Die Auslösung erfolgt wackelfrei und man muss nicht selbst festhalten, da dies ja die geklemmte Auslösetaste übernimmt. Bleibt noch- die immer gleiche Länge der Aufnahme hinzubekommen. Geht mit Stoppuhr, aber in der Nacht ist das auch nicht so ohne.

In den Astroforen stolperte ich dann über einen Beitrag der einen frei programierbaren Astrotimer behandelte. Nach einem Besuch auf der Seite des anbietenden Kollegen orderte ich ein Exemplar. Der auf Astrotreff.de, Astronomie.de und auch anderen Astroforen unter dem Usernamen Kniickohr zu findende Kollege bietet den Timer entweder als fertiges Teil oder als Bausatz an (Bausatz nur die ältere Version).

Ich habe den Bausatz gewählt. Die Platine ist unbestückt, die Bauteile sind ordentlich verpackt, das Gehäuse vorbereitet und die Beschreibung bzw. die Bauanleitung ist verständlich- und wenn es brennt hilft eine Mail an Thomas und man kann ein defektes Teil auch zu ihm zwecks Reparatur schicken.

Der Timer ist handlich (in der Größe eine Zigaretttenpackung) und frei programierbar. Belichtungszeiten sind von 1-9999s einstellbar, ebenso Pausenzeiten zwischen den Aufnahmen, Wartezeit für Spiegelvorauslösung und Anzahl der gewünschten Aufnahmen. Dazu können bis zu 9 Serien mit unterschiedlichen Zeiten eingegeben und automatisch ablaufend abgerufen werden.

Wer auch noch die restlichen Möglichkeiten wissen möchte, sollte sich auf der Seite von Thomas mal die komplette Beschreibung ansehen

(http://www.sternhimmel-ueber-ulm.de/timer00.htm).

Mit dem Timer ist es ein Kinderspiel- Serie programieren und starten. Dann hat man Zeit, in aller Ruhe an einem zweiten vorhandenen Teleskop den Sternhimmel zu genießen, während der Timer seine Arbeit erledigt- man hört es ja, wenn die Kamera irgendwann nicht mehr klickt.

Ich habe eine Modifikation an dem Teil gemacht- original wird ein Kabel passend für eine Kamera fest angeschlossen. Da ich mit unterschiedlichen DSRLs arbeiten möchte, baute ich eine kleine Buchse ein und kann damit auch unterschiedliche Kameras betreiben. Das dafür nötige Kabel bekommt man, wenn man sich einen der einfachen Handauslöser passend zum Kameramodell bestellt.

Natürlich kann man die DSRL auch per Laptop steuern- aber wer nachts auf den Acker fährt schleppt nicht immer gern unnötigen Krempel mit- und ein Laptop mit der meist noch nötigen zusätzlichen Spannungsversorgung ist für solche Anwendungen überflüssig. Kamera und Timer genügen vollauf.

(Verfasser: stefan-h | Datum: 05. August 2010 | Fehler melden)



Kommentar hinterlassen 





Ich möchte bei neuen Kommentaren benachrichtigt werden.