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Foto: stefan-h

Vergleich von 2 h-alpha Filtern


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Zwei Etalon SolarMax60 im direkten Vergleich

Sonnenbeobachtung im h-alpha Bereich ist eine sehr schöne Sache und man sieht mit dem passenden Filter unglaubliche Strukturen und Details auf der Sonnenoberfläche. Dabei ist immer zu lesen das eine schmalere Durchlassbandbreite die Detailerkennbarkeit erhöhen würde.

Nun bot ein User in einem Astroforum einen SolarMax60 mit BF10 zu einem recht günstigen Preis an. Ich nahm Kontakt auef und bat um die Möglichkeit diesen Filter einmal testen zu können. Seit knapp 2 Jahren bin ich bereits im Besitz eines SM60 mit einem 15mm Blockfilter.

Der Kollege stimmte netterweise zu und schickte mir seinen SM60 komplett zu.

Letztes Wochenende war dann auch passendes Wetter- also den ganzen Kram aufgebaut und erst einmal mit dem "Fremdfilter" einen Blick visuell genommen. Dabei fiel mir sofort auf das ich irgendwie nicht das gewohnte Bild erreichen konnte, egal wie ich den Kipptuner oder den ganzen Etalon am Teleskop verdrehte.

Also habe ich den Rechner und die Kamera geholt und bin das Ganze fotografisch angegangen. An 2 Tagen jeweils wechselweise mit meinem SM60 und dem angebotenen SM60 Aufnahmen gemacht und dabei immer versucht die optimale Einstellung zu finden. Um dabei die Blockfilter als Ursache auszuschließen führte ich dies immer mit meinem BF15 durch.

Resultat: die Belichtungszeiten mit dem "Leihfilter" waren sichtlich kürzer. Bei Übersichtsaufnahmen mit kürzerer Brennweite konnte ich auch kein über die ganze Sonnenoberfläche gleichmäßig homogenes Abbild erreichen. Bei den Aufnahmen mit hoher Brennweite waren auf den ersten Blick zwar scheinbar mehr Details erkennbar, aber bei genauerer Betrachtung fehlten Strukturen die mit meinem SM60 noch gut erkennbar waren.

Bei Aufnahmen der Protuberanzen fiel auf das es mit dem Leihfilter hier schwierig war diese überhaupt zu erkennen. Auch visuell zeigten sich die Protuberanzen schwächer ausgeprägt.

Bei den Aufnahmen und auch bei der Bildbearbeitung hatte ich versucht jeweils möglichst die gleichen Einstellungen bzw. den gleichen Bildeindruck zu erreichen.

Aus den Vergleichen ergibt sich damit- der angebotene SM60 hat offenbar eine etwas breitere Durchlassbandbreite- das würde dieses etwas mehr an Licht und die fehlenden Details erklären.

Den Einsatz als double stack konnte ich leider nicht austesten, dafür wäre ein extra Adapterring nötig der die beiden Etalon fix verbindet. Die weitere Überlegung mit den beiden SM60 ein Sonnenbino zu konstruieren verwarf ich mit den Ergebnissen dann ebenso- die doch sehr unterschiedliche Abbildung der beiden Filter würde hier wohl keinen sehr schönen Eindruck bei visueller Beobachtung erbringen.

Ich teilte dies dem Besitzer mit und schickte ihm sein Filterset komplett zurück. Auch wenn das Angebot verlockend war, das Ergebnis war für mich nicht befriedigend.

Das eigentlich erschreckende daran ist aber- der SM60 samt BF10 kostet bei Neukauf ja gut über 3000€ und ohne eine direkte Vergleichsmöglichkeit hat ein Käufer eigentlich keine Chance, die Qualität des erworbenen Produkts zu bewerten.

Und der Anbieter dieses SM60 war seinen Aussagen nach die ganze Zeit über durchaus zufrieden.

Hier kommt dann im Hinterkopf die Frage auf: gerade die Einstiegsmodelle für h-alpha, also das PST und das kleine Lunt, werden ja von manchen Händlern mit folgendem Zusatz beworben: "noch einige ausgesuchte xyz auf Lager"....

Wenn tatsächlich ausgesucht oder ausgetestet wird- wo landen jene Filter, die eine ähnlich schlechte Abbildungsleistung erbringen wie der hier im direkten Vergleich "durchgefallene" SM60?

(Verfasser: stefan-h | Datum: 23. Oktober 2011 | Fehler melden)


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