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Der sogenannte Astrivirus, ein Produkt unserer Phantasie?


10/10
x gelesen

Hallo Freunde des ab und zu durchscheinenden Sternenlichtes,

vor Kurzem gab sich in einem Forum ein Sternenfreund folgendermassen zu erkennen:

Zitat:
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Hallo liebe Leute,
.....
Ich will kurz erzählen , wie ich seit kurzem von dem "Astrovirus" infiziert wurde....und jetzt bin ich stolzer Besitzer eines OPTUS irgendwas ! (und wahrscheinlich der einzige doofe, der´s gekauft hat)

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Nun haben derartige Särtze auf mich eine sehr destruktive Wirkung. Destruktiv deswegen, weil mir als erste Antwort natürlich ein deutliches "JA" über die Tastatur huschte. Natürlich musste ich das der Netikette wegen editieren, aber Ja bleibt Ja, da beist die Maus keinen Faden ab.

In der Folge solcher huschenden "Ja's" knallen beim kleinen Ulli dann oft mal die Sicherungen durch und er macht sich heftigste Gedanken um den Lauf der Dinge und das Leben an sich. Nun ja, der eine oder andere Rotwein ist zwar manchmal auch involviert, aber Schuld ist er an meiner Misere nicht. Denn die weltbewegende Frage lautete:

Was ist der Astrovirus?

Die erste Antwort, die mir durch den Kopf schoss, und erste Antworten sind meist die richtig falschen, lautete:

Der Astrovirus ist ein Kunstprodukt unserer Phantasie!

Und was hilft dann gegen solch einen Ausrutcsher unserer Phantasie?

Also gegen den Astrovirus hilft nur Eines: Finger von die Dinger!

Mit Dinger siond natürlich unsere allerliebsten Knuddelobjekte, die Teleskope gemeint.

Ehrlich gesagt ist diese Verallgemeinerung nicht mein Stil, denn es gibt noch weitere Dinge, die dem Astrovirus gar abträglich sind: OPTUS ist eine höchstwirksame Waffe gegen diesen Schädling..

Aber Spass beiseite, kein Teleskop ist so schlecht das man nicht durchgucken kann. Das Problem beim Durchgucken ist, daß man ohne genaueres Wissen betreffs des Astropvirus sehr schnell unheilbar krank werden kann....Schwindelgefühle wegen Wackeldackel meine ich dabei nicht! Es ist also gut, wenn man sich mit dem Astrovirus, seinen Folgen und Auswirkungen einmal etwas auseinandersetzt.

Der Astrovisus hat sich als Permanent-Virus herausgestellt, was heisst: Selbst wenn man meint man ist ihn los, schlummert er in einem und wartet nur auf die Chance des Ausbruches. Ich bin selbst mit 15 infiziert worden, konnte aber durch den pubertären Wachstumsprozess diesen sozusagen auf Eis legen. Von einigen Jahren hat es nur eine Kleinigkeit gebraucht, ein Blick mit dem Fernglas in die Sterne, und schon erwachte der Virus aufs Neue, stärker und unbarmherziger denn je.

Der Virus existiert in zwei Mutationsstämmen. Der Eine, VISUELLER genannt, bevorzugt ein Krankheitsbild daß man Umgangssprachlich " Öffnungswahn" nennt. Üblicherweise endet der bei 18-20 zoll und geht in der Regel mit einer dahinsiechenden Geldbörse einher. Rettungsversuche wie Selbsschliff eines Spiegels haben sich als unwirksam erwiesen. Die Geldbörse siecht weiter und der Rücken schmerzt auch noch.

Der FOTO-Stamm des Virus ist brandgefährlich und hochtoxisch. Einmal damit in Berührung gekommene Geldbörsen sind den Untergang geweiht. Die Besitzter Letzterer befinden sich seit der Inkubation des Virus in einen fortwährenden Rettungskampf mit den üblichen Symptomen Müdigkeit, rechteckige Augen und nervösen Fingergezucke (vor allem im Beisein einer Maus). Selbst konsequente Meidung üblicher Händlerseiten führt dem Virus keinerlei Schaden zu. Umgekehrt ist der Virus so mutationsfähing und dammit Anpassungsfähig, daß er selbst schlimmste meteorologische Einwirkungen schadlos übersteht. Mehr noch, er geht in gestärkter aber gewandelter Form aus diesem Prozess hervor. Nicht selten kann man beobachten, daß aus einem newtonischen Virus ein ED-refraktorianischer Virus entsteht, der zwangsläufig in eine apostolischen Stamm mutiert. Letzter Mutationsschritt ist wiederum gekoppelt mit der Abspaltung einer Vierenabart, die sich CCD-Virus nennt.

Glücklicherweise sind aber apostolischer Virus und deren Folgestammm CCD nicht unbedingt infektiös, da sie in ihrer Existenz mit dem ED-Stamm und der DSLR-Variante um den Lebensraum buhlen. Das lässt uns die Chance, zu entscheiden welchem Virus wir bessere Lebensbedingungen einräumen wollen. Aber Vorsicht, daraus zu schließen, man könne beide geschickt austricksen und damit zum Absterben bringen ist töricht und führt automatisch zum Erstarken beider Stämme. Die inflationäre Geldentwertung ist dabei bedeutungslos, denn was nicht mehr da ist kann auch nicht entwertet werden.

Aber tröste Dich, die Krankheitsverläufe sind sehr unterschiedlich ausgeprägt. Es sind sowohl sehr schwache, eher temporale Erscheinungen bekannt, als auch sehr schwere Verläufe, die in der Regel zu äußerst schweren emotionalen Krisen führen. Astrofotografen sind da fast ohne Ausnahme besonders hart getroffen, ihre Krankheitsverläufe führen selten zu einem guten Ende im Sinne anerkannter Gesellschaftsnormen.

Das Hauptproblem an dem Astrovirus ist, daß es kein Heilmittel dagegen gibt. Neue Teleskope, Kameras oder Montierungen schaffen Linderung, gutes Wetter dagegen sorgt wieder für eine hemmungslose Zunahme der Viren was wiederum nur durch neue Teleskope etc. einigermassen auszuhalten ist. Selbst altbewährte Mittel wie ein haufen Geld oder ein Haufen Schnappes helfen nur temporär. Erschwerend kommt bei dem Virus eine gesellschaftliche Sonderstellung, wollen wir es mal freundlich formulieren, zum Tragen. Denn, je schlimmer der Virus sich manifestiert hat, desto eher ist die Warscheinlichkeit für bekloppt gehalten zu werden. Ich denke da geht es uns wie da Vinci, Kopernicus Messier und so weiter...

Als bewährte Therapie gegen die Auswirkungen des Virus hat sich eigentlich nur ein gelindes Nachgeben als wirksam erwiesen. Die Ausbreitung des Virus kann durch regelmäßiges Spechteln verlangsamt werden. Frag mal die Kollegen nach den Auswirkungen langer Spechtelpausen. Halluzinationen sind da nur die leichteren Varianten der Symptome.

Ist man also letztendlich infiziert, muss man schauen wie man damit umgeht. Mein Tip: Durchgucken (auch durch einen OPTUS kann man durchgucken, was übrigens oft bezweifelt wird), Kumpels befragen und zu Guter Letzt hilft sowie so nur die gute alte Händlertherapie. Aber vor jeder guten Theraopie kommt eine noch bessere Diagnose. In den meisten Fällen heist das erst einmal abwarten und Tee saufen..pfui. Und in der Zwischenzeit bildet man sich eine Meinung über das zukünftig zu erwartende Krankheitsbild und dessen Verlauf, auch wenn einem von dem ganzen Teegegurgel schon ganz plümerant ist! Ein Geldbärsen-EKG ist dabei genauso diagnosefördernd wie frustrierend.

CS
Ulrich

Ich bin internetübergreifend berühmt für meine PS, also muss hier auch ein PS hin.

Ach so: PS: CS heist Clear Sky und damit wünscht man seinem Gegenüber einen tollen Himmel. Das ist zwar kontaproduktiv in der Virusbekämpung, aber Virenhalter haben seltener den Wunsch den Virus zu bekämpfen. Lediglich mit den Syptomen der Krankheit ist man nicht immer ganz einverstanden...vor allem nicht im Ruhrgebiet.
Übrigens, 50 Euro sind normalerweise nur ein Zehntel dessen, was man sonst so virusbedingt in den Sand setzt. Solltest Du dich aber mit dem FOTO-Virus angesteckt haben lassen wolen werden ... oder so..., dann kann OPTUS immer noch zu 2-5 Jahren Leitrohrdienst verknackt werden. Du siehst, das Astroleben ist hart und unbarmherzig.

und noch ein CS
Ulrich

PS: Öhmm, PS heist Post skriptum und heist, daß man all das schreiben kann, was man vergessen hat zu schreiben. Nu hab ichs vergessen.... Dank meiner legasthenischen Tatstatur durfte ich den Rotz hier vier mal editieren, und da vergisst man schon mal wesentliche und wichtige Dinge.

(Verfasser: Ulrichw | Datum: 24. September 2010 | Fehler melden)



Kommentare 

Am 11.06.2013 15:34:19 schrieb Ursus:

Jaja, Ulrich, Du bist schuld, denn Du empfiehlst Händlertherapie. Du weißt doch, für ein neues Teleskop gibts 2 Wochen Wolken. Und wenn jetzt jeder kauft, gibt's sowas wie die letzten Monate. ;-)

Kein PS von mir.

Oder doch ...

PS!

Ursus

Nun doch: PS = Perfect sky!


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