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Foto: ursusmajor

Mechanische Montierung AYOdigi


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Heute, den 11. August 2007 ist wieder einmal ein wettermässig ansehnlicher Tag gewesen und gegen die Dämmerung verziehen sich auch die letzten Wolkenfetzen. Gegen Mitternacht ist die Dunkelheit soweit fortgeschritten, dass die Milchstrasse klar und deutlich über Ersigen prangt.

Endlich kann ich die vor einer guten Woche meinem Sternenfreund Jossy abgekaufte AYOdigi ausprobieren. Bestückt habe ich diese mit dem Meade ED127/f9 mit Sucherfernrohr 8x50. Die Montierung steht auf einem Berlebachstativ UN1-18-Astro.

Auf der Gegenseite der AYOdigi schraube ich noch eine vorrätige Original- Schwalbenklemme an, die ich bisher zweckentfremdet verwendet habe. Diese nimmt einen Punktfinder auf, den ich auf das Hauptteleskop ausrichte.

Zuerst wechsle ich den 9V- Block im angebauten JMI- Sternencomputer und dann geht’s los.

Ich richte anhand der im Berlebach eingebauten Wasserlibelle das Stativ waagerecht aus und schalte danach den Sternencomputer (JMI NGC MAX) ein, drehe „wunschgemäss“ (Anzeige: „vertical“) das Teleskop senkrecht nach unten (nach Bedienungsanleitung ist eine ungefähre Senkrechtstellung genügend) und quittiere mit der Entertaste.

Anschliessend wähle ich mit der Modetaste die Funktion „Mode Staralign“ und wähle nach dem Quittieren mittels Entertaste unter Verwendung der Up- und Downtasten als ersten Stern Arktur.

Nun fahre ich (nicht zu hastig, da sonst der Sterncomputer die Encodersignale nicht mehr verarbeiten kann und mit einer Fehlermeldung reagiert) Arktur mit dem Punktfinder an und stelle ihn dann mittig ins Gesichtsfeld des 25mm LV Okulars.

Danach wieder eine Quittierung mit der Entertaste und der Sternencomputer meldet kurz eine Abweichung von rund „45“ (nach Bedienungsanleitung sollte dieser Wert < +/- 0.2 sein; damit die gesuchten Objekte sicher im Gesichtsfeld erscheinen werden), wähle schliesslich als zweiten Anfahrpunkt Altair im Adler. Dasselbe Prozedere wie mit Arktur noch einmal und der Wert ist um die -0.2!

In knapp einer Minute nach dem Einschalten des Sternencomputers ist das Ganze ausgerichtet. Jetzt wird es spannend: Finde ich – oder besser die Steuerung - M13?

Mit der Modetaste stelle ich mit mehrmaligem Drücken „Mode Catalog“ ein und mit der Entertaste tippe ich durch, bis „M001“ (Messierkatalog) erscheint. Mit UP-, Down- und Entertasten stelle ich „M013“ ein und quittiere mit Enter. Es erscheint in Laufschrift eine englische Beschreibung dieses Objekts.

Ich drücke wieder die Modetaste so oft, bis „Mode Guide“ erscheint und quittiere mit Enter. Jetzt erscheinen zwei Zahlenwerte mit Pfeilen entweder links oder rechts beim einten Wert und auf oder ab beim zweiten Wert. Die Pfeile beziehen sich auf die Okularseite. Also bei Pfeil „Auf“ OAZ nach oben bewegen und anlog beim seitlichen Pfeil.

Ich fahre langsam in die angegebenen Pfeilrichtungen und die Zahlenwerte verringern sich. Werden die Werte kleiner als 10, werden diese mit 1/10- Genauigkeit angegeben. Ich fahre solange, bis beide Werte „0.0“ sind. Ein „Überfahren“ stellt kein Problem dar; die Pfeile „kippen“ einfach in die Gegenrichtung um.

Nun kommt der spannende Augenblick! Tatsächlich: Der prächtige Kugelsternhaufen steht etwas in Richtung „Vier Uhr“ neben der Mitte im Okular! Nun wäre ja eigentlich eine optimale Okularwahl für eine möglichst hohe Auflösung und intensive Beobachtung angesagt. Mich interessiert aber weiter die „Technische Seite“.

Mit der oben beschriebenen Weise wähle ich in „Mode Catalog“ und danach bei „Mxxx“ M027 aus; und nach dem Enter in der „Mode Guide“ fahre ich die angezeigten Werte nach Null.

Wiederum strahlt der Hantelnebel im Gesichtsbereich Richtung “Zwei Uhr“ des 25mm LV- Okulars. Hier verweile ich etwas länger und versuche die „Einschnürung“ und die "Ohren" zu erkennen. Nach einigen Minuten und mit indirektem Sehen ist leider nur erstere mit etwas dunkleren Stellen eindeutig erkennbar.

Nun kommt noch interessehalber der Katalog „Planets“ dran. Hier wird zuerst nach dem Datum verlangt, das in amerikanischer Schreibweise mit Hilfe der Enter, Up- und Downtasten eingegeben wird: „08-11-2007“. Anschliessend nach dem letzten Entertastendruck wähle ich mit den Up- bzw. Downtaste Jupiter aus.

Dann wieder „Mode Guide“ und anhand den Pfeilen und Zahlen fahre ich die Werte nach Null. Da Jupiter schön hell am Südosthorizont prangt, halte ich eher ihn, als die Digitalanzeige im Auge. Für den „Feinschliff“ konzentriere ich mich aber dann doch auf die rote Leuchtanzeige, die übrigens in der Helligkeit mittels Taste variiert werden kann.

Der Blick durchs Okular zeigt Jupiter und alle vier galileische Monde in Richtung Drei Uhr im Gesichtsfeld!

Fazit: Eine tolle Montierung; stabil, einfach in der Bedienung, leichtgängig (kein Ruckeln!) zuverlässiges Goto, leicht transportierbar und mit einem 12kg schweren Teleskop noch lange nicht überlastet. Für eine visuelle Beobachtungsnacht auf alle Fälle in die engere Wahl einzubeziehen.

Ich kann mir sogar vorstellen, dass Webcam- Aufnahmen – analog wie bei einem Dobson- Teleskop – gemacht werden können.

Bei meinem nächsten Ausflug auf den Gurnigel werde ich dieses Equipment dabei haben.....

(Verfasser: ursusmajor | Datum: 26. September 2010 | Fehler melden)



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