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B x H x T

Hallo,
bekanntlich soll das Univ 14 Mrd J alt sein.
Unter der Voraussetzung, dass es sich mit Lichtgeschwindigkeit (oder mehr) ausdehnt, müsste es dem zur Folge ja einen Durchmesser von 28 Mrd Jahre haben ?
Nun sol Hubble 13 Mrd J weit sehen können, ganz nahe dem Urknall und der Hintergrundstrahlung als Überbleibsel des Urknalls. Demnach müsste sich ja die Erde nur 1 Mrd Jahre (genau in entgegengestzter Richtung) nahe am Rand des Univ befinden, was ja auch Quatsch wäre.
Kann man, so wie man die Sonne in unserer Michstrasse lokalisieren kann, auch unsere Galaxie im Universum lokalisieren ?
Fragen über Fragen.
Auf eine fachgerechte Antwort bin ich höchst gespannt.
Gruss golferhilde

Gefragt von: golferhilde | 17.01.2015 18:19:03

Hallo Golferhilde,

der Urknall liegt ca. 13,8 Milliarden Jahre zurück. Direkt nach dem Urknall gab es die so genannte Inflation, eine kurze Zeitspanne in der sich das Universum sehr schnell ausgedehnt hat (mit weit mehr als Lichtgeschw.). Danach expandierte es weiter, aktuell weiß man, es dehnt sich immer schneller aus.

Zur Größe- von dem am weitest entfernten beobachteten Objekt benötigte das Licht bis zu uns ca. 13,4 Mrd Jahre- aber in der Zeit bis das Licht zu uns kam dehnte sich der Raum ja weiter aus- damit befindet sich dieses Objekt heute ca. 45 Mrd LJ von uns entfernt.

Der für uns sichtbare Teil des Universums hat also eine Durchmesser aktuell von ca. 90 Mrd LJ mit der Erde im Zentrum. Wie groß das Unviersum tatsächlich ist kann niemand sagen da wir ja nur einen Ausschnitt sehen- mit eben dem Radius 13,4 Mrd Jahre Laufzeit des Lichts zu uns bzw. der tatsächlichen heutigen Entfernung von ca. 45 Mrd LJ.

Die Ausdehnung erfolgt übrigens nicht mit Lichtgeschwindigkeit, der Raum zwischen den Galaxien/Galaxienhaufen dehnt sich mit ca. 74,3 ± 2,1 km/(s·Megaparsec) aus.

Denk dir ein sehr langes Gummiband auf dem alle 10cm Punkte markiert sind (a-b-c-d-e..x-y.)- dieses dehnst du nun mit einer bestimmten Geschwindigkeit- z.B. so das sich der Abstand zwischen 2 Markierungen jeweils um 1cm/h vergrößert.

Abstand a-b ändert sich dabei gleich dem Abstand x-y, aber Abstand a-c ändert sich dabei aber schon um 2cm/h, Abstand zu weiter auseinander liegenden Punkten noch viel größer (Summe Abstandsänderung a-b + b-c + c-d+...). Das ist der Effekt zu den weit entfernten Objekten am Rand des von uns aus beobachtbaren Universums- diese entfernen sich aktuell mit mehr als Lichtgeschwindigkeit von uns.

Lage Milchstraße- im ersten Link gut dargestellt, im zweiten sind auch etwas weiter unter erklärende Bilder zur Lage der Sonne innerhalb der Milchstraße.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/df/Position_der_Erde_im_Universum_4x2.png

Gruß
Stefan
http://de.wikipedia.org/wiki/Milchstra%C3%9Fe

Geschrieben von: stefan-h | 18.01.2015 00:45:01

Hallo,
eine grandiose Antwort. SuppiSuppiSuppi
Nun haben sich zahlreiche Fragen bei mir erledigt.
Aber daraus ist auch zu schließen, dass die Hintergrundstrahlen als Überbleibsel des Urknalls sich überall befinden muss, und nicht nur aus einer bestimmten Richtung, aus der man dann den UK schliessen könnte.
Heute nacht kam eine Doku über BH. Neu für mich war, dass endlich mal was über die Chemie der Materie gesagt wurde, nämlich dass zunächst einmal bei der Vorstufe eines BH (Neutronenstern) die Elektronen durch Druck in den Atomkern gepresst werden würden. Aber wie soll es weitergehen? Was passiert chemisch, oder was nimmt man an, wenn nun die Materie eines Neutronensterns zum BH wird. Was passiert, oder was soll aus chemischer Sicht passieren?
Gruss golferhilde
Ich bewerte die Seite schonmal mit 5 Sternchen

Geschrieben von: Gast | 18.01.2015 09:27:18

Hi,

zur Hintergrundstahlung- nach dem Urknall dehnte sich das Universum ja sehr schnell sehr groß aus. Der Urknall selbst hat dadurch ja kein Zentrum, man kann auch sagen- er war überall im jetzt existierenden Universum. Daher ist für uns die Hintergrundstrahlung auch aus jeder Richtung identisch (bis auf die winzigen Fluktuationen in ihr selbst).

BH und Neutronenstern sind zwei unterschiedliche Sachen. Die Masse unserer Sonne wird immer Maßstab genommen- bis zu etwa 1,4-facher Masse endet eine Sonne als Nova und es bleibt ein weißer Zwerg zurück und die für uns so schön beobachtbaren Ringnebel oder planetarische Nebel.

Bei ca. 1,4 bis etwa 3-facher Masse endet die Sonne mit einer Supernova und der Rest der Sonne bildet einen Neutronenstern mit einem Durcmesser von ca. 20km. Chemisch gesehen passiert in diesem nichts, eher physikalisch. Der Druck durch die hohe Dichte wird groß genug um die Atomkerne hyperdicht zu packen, die Elektronen werden in den Kern gepresst, Protonen und Elektronen verbinden sich zu Neutronen. Der Rotationsimpuls und das Magnetfeld der ursprünglichen Sonne bleiben erhalten, der Neutronenstern rotiert daher sehr schnell, für uns sind viele davon als Pulsar oder Magnetar beobachtbar. Der Radius des Ereignishorizonts oder Schwarzschild-Radius liegt innerhalb des Restkerns (wie auch bei jeder normalen Sonne).

Bei einer größeren Restmasse als etwa 3-fach verdichtet sich diese auch durch den Kernkollabs, aber dann ensteht ein schwarzes Loch da die Chandrasekhar-Grenze überschritten wird. Der Radius des Ereignishorizonts oder auch Schwarzschild-Radius liegt dann oberhalb der Oberfläche des kollabierten Restkernes und dieser ist dann für uns nicht mehr sichtbar. Was weiter im Inneren passiert bleibt uns verborgen.

Gruß
stefan

Geschrieben von: stefan-h | 18.01.2015 12:48:38

Hallo,
bin fix und fertig, da die Infos mehr ergeben, als 500 Dokus bei N-TV oder N 24.

Aber was ist die Chandrasekhar-Grenze ?

Will mindestens 5 Serne für site vergeben, weis aber nicht wie?
google+ hab ich, aber sites lassen sich wohl nur über ehem maps beurteilen ?
Nochmals 5.000.000 Lichtjahre Dank für Infos.
CU golferhilde

Geschrieben von: Gast | 18.01.2015 21:50:12

Hallo golferhilde,

als Chandrasekhar-Grenze wird die theoretisch obere Grenze der Masse eines weißen Zwerges bezeichnet. Benannt nach dem Herrn Chandrasekhar, einem Astrophysiker und Nobelpreisträger.

Bei einer größeren Masse würde der weiße Zwerg weiter kollabieren und es würde ein Neutronenstern oder bei noch höherer Restmasse ein BH entstehen.

Dokus in N-TV oder N24 sind zwar häufig scheinbar gut gemacht, aber oft sehr "aufreißerisch" produziert. Nicht alles passt da so genau, oft wird übertrieben, angenommen oder so hingebogen das es als Story gut rüberkommt. :)

Sehr gute Erklärungen findest du in der Serie alpha-centauri, alle Folgen sind hier zu finden-

http://www.br.de/fernsehen/ard-alpha/sendungen/alpha-centauri/alle-videos/index.html

Gruß
Stefan

Geschrieben von: stefan-h | 19.01.2015 10:45:14

Hallo,
super, ganz herzlichen Dank.
Gruss golferhilde

Geschrieben von: Gast | 26.01.2015 18:02:47

 

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