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Omegon Dobson N 203/1200 DOB

Hallo Sterngucker. Als Weihnachtsgeschenk für meine Frau gab es nach Wunsch ein Telespok. Zur Info, für uns ist das komplettes Neuland. Gross war die Entteuschung als wir den schönen Vollmond beobachten wollten und nur eine stark leuchdent und flimmernde Scheibe sahen. Nach mehreren Versuchen, auch am Tag, habe ich bemerkt, daß wenn ich den Hauptspiegel ganz zurückstelle und das Okular um zirka 10mm rausziehe (den Okularauszug natürlich ganz ausgefahren) die Sicht recht scharf wird. Der Lieferant hat mir dann gratis eine Okularverlängerung gesandt. Mit dieser sehen wir jetzt auch diese breiten Streifen (Ringe) des Jupiters. Da dies aber komplettes Neuland für uns ist habe ich 2 Fragen.
1.) Kommt es des öfteren vor, daß man bei einem neuen Teleskop eine Okularverlängerung benötigt?
2.) Hat jemand so ein Teleskop und wenn ja, wie sollte die Sicht des Jupiters oder des Mondes mit einem Omegon Cronus Okular 6mm sein?
Ich bedanke mich schon mal im Voraus.

Gefragt von: Ojo de águila | 04.02.2016 20:06:41

Hallo Ojo,

zu 1- seit einiger Zeit werden fast alle Newton mit einer relativ hoch über dem Okularauszug liegender Fokuslage gefertigt. Das ist das Resulat der Fotomanie. Um mit einer DSRL in dn Fokus zu kommen muss eben genug Weg vorhanden sein.

Früher (so bis ca. vor 2 Jahren) war das nicht der Fall, dann kam man eben mit der DSRL nicht in den Fokus, dafür hatte man mit den Okularen keinen so hohen Aufbau.

Das man jetzt auch bei den Dobson diese Auslegen wählt ist Unsinn da mit dem Dobson eh keine großartigen Fotos gemacht werden können (außer Mond). Dafür muss man für die visuelle Nutzung dann aber die Verlängerungshülse einstöpseln, oft ist dann auch noch ein größerer Fangspiegel verbaut und das bringt visuell nochmals Nachteile- eigentlich blödsinnig, ist aber aktuell leider so.

Das der Shop keine Hülse von Haus aus mitschickt wundert mich bei dem Laden eher nicht, die Verlängerung gehört grundsätzlich dazu, da der Newton ohne ja nicht nutzbar ist.

zu 2- bei 1200mm Brennweite bringt euch das 6mm auf 200-fach, die Austrittspupille liegt noch bei 1mm. Damit seht ihr prinzipiell schon gut 95% aller möglichen Details. Mehr Vergrößerung macht das Abbild natürlich etwas größer, aber auch dunkler und ihr gewinnt nur noch max. 5% an Detailerkennung dazu. 200x ist noch in vielen Nächten gut nutzbar, höhere Vergrößerungen wären mit z.B. einem 4mm Okular und 300x noch gut machbar, aber seltener einsetzbar (die Luftunruhe stör da schon stärker).

Solltet ihr mit diversen Abkürzungen/Begriffen als Einsteiger noch Probleme haben- das hier könnte helfen. :)

http://www.sterngucker.de/artikel/tutorials/bezeichnungen-und-abkuerzungen-rund-um-teleskop-und-okular-/

Gruß und viel Freude mit dem Teil
Stefan

Geschrieben von: stefan-h | 05.02.2016 01:25:55

Hallo Stefan,

Herzlichen Dank für deine schnelle, ausführliche und fachmännische Antwort. Ich muß sagen, du hast nicht nur meine Fragen zur vollen Zufriedenheit beantwortet, sondern auch gleich weiter Fragen, die ich so nach und nach noch stellen wollte.

In Bezug auf die Okularverlängerung hat mir natürlich auch der Laden, wo ich alles gekauft habe geantwortet. Ich wollte das hier zuerst nur nicht erwänhen, da ich eine unvorbelastete Anwort wollte und hier muß ich sagen die vom Laden haben das gleiche gesagt wie du und mir sogar vom kauf einer Kamera (ich habe danach gefragt) für meine Ausrüstung abgeraten. Auch haben sie mir 2 Okularverlängerungen kostenlos (sie haben auch die Lieferkosten übernommen) nachgeliefert. Jetzt kann ich sagen ich wurde von dennen eigendlich sehr gut beraten.

Nochmals zu deinen zusätzlichen Antworten. Ich habe ja zu den 2 Okularen k 25 und k 10, dann noch einen Okularkoffer mit Cronus Okularen von 9mm, 6mm und 4mm gekauft und ein Mondfilter war auch dabei.

Ich habe genau das bemerkt was du hier geantwortet hast und wollte das auch noch fragen, was jetzt dank dir ja hinfällig ist. Mit den 9, 6, 4mm Okularen wird es zwar größer, dafür aber dunkler und ich habe in der Detailerkennung nicht viel Verbesserung bemerkt. Speziel beim 4mm Okular, fangt es an zu flimmern. Manchmal wird es unschärfer und dann wieder schärfer, ohne das ich etwas verstelle und ohne das ich eine Wolke sehe. Ich habe da schon vermutet, daß es sich da um die Lufteinflüsse handelt könnte.

Eine vielleicht etwas dumme Frage hätte ich noch. Auf was bezieht man sich genau, wenn man von einer Deep Sky beobachtung spricht und gibt es da vielleicht den einen oder andern Tipp dazu?

Also Danke nochmals.
Gruss Günther.

Geschrieben von: Ojo de águila | 05.02.2016 18:58:13

Hallo Günter,

zu den Okularen- die Beipackdinger sind einfache Kellner, bieten also kein besonders großes Eigengesichtsfeld, von der Abbildungsleistung sind die von Skywatcher als ganz brauchbar bekannt. Ob das Omegonteleskop Skywatcher ist oder irgend ein kleinerer Hersteller in China- keine Ahnung. Omegon ist ja lediglich ein Label, kein Hersteller.

Bild dunkler bei mehr Vergrößerung- ja, das kommt von der kleiner werdenden Austrittspupille. Wenn du aus einem gewissen Abstand auf das Okular blickst siehst du einen kleinen hellen Kreis- das ist die AP. Kannst du für jedes Okular leicht errechnen- du musst nur die Okularbrennweite durch das Öffnungsverhältnis deines Teleskops (f/6) teilen. Für das 6mm Okular ergibt sich damit eine AP von 1mm., mit dem 4mm Okular hast du nur noch eine AP von 0,66mm und damit fehlt eben Licht. Und bei 300-fach sollte die Luft schon ruhig sein, bei weniger gutem Seeing sind so hohe Vergrößerungen schlecht nutzbar.

Deepsky- eigentlich alles, was eben nicht in unserem Sonnensystem ist. Sternhaufen, besonders schön dabei Kugelsternaufen. Schön auch die helleren planetarischen Nebel und mit etwas Beobachtungserfahrung die helleren Galaxien, mit einem OIII oder UHC-Filter dann Nebelstrukturen. Aber hier sollte man auf keinen Fall eines der "günstigen" Labelfilter wählen, auch wenn die wirklich guten teuer sind.

Was euch fehlt ist ein halbwegs gutes langbrennweitiges Okular mit großem Eigengesichtsfeld für Übersichtsbeobachtung und zum Aufsuchen, also Brennweite so 32mm bis 35mm und möglichst einem eGF von 68°, besser mehr.

Gruß
Stefan

Geschrieben von: stefan-h | 06.02.2016 18:44:47

Hallo Stefan. Nochmals Danke für deine Antworten und Tipps. In Bezug auf Filter und Okular,. hast da einen Tipp auf Hersteller?

Danke und Gruß
Günther

Geschrieben von: Ojo de águila | 07.02.2016 21:40:14

Hi Günter,

Filter- Astronomik (die von ICS sind auch von Astronomik) und Lumicon und häufig genannt von Baader der OIII. Letzterer hat eine sehr enge Durchlasskurve, nimmt also viel "sichtbares" Licht der Sterne weg, allerdings gibt es auch da kleine Schwankungen in der Qualität.

http://www.sterngucker.de/artikel/teleskop-fragen-antworten/guenstige-filter-fuer-deepsky-wirklich-sinnvoll-/

Okulare- Top-Qualität bieten Televue und Pentax, als realtiv nahe an Televue liegend werden oft die etwas günstigeren von Explore Scientific bezeichnet. An eurem f/6 zeigen auch die etwas günstigeren langbrennweitigen Okulare noch halbwegs Randschärfe, aber trotzdem sollte man gerade in dieses 2" Okular etwas mehr investieren.

Gebrauchtmarkt beobachten- öfters werden von Televue Okulare der Serie Nagler T6 angeboten wenn der Besitzer auf ein noch weitwinkligeres Ethos oder ähnlich umsteigt. Wenn du erst mal durch ein z.B. 9mm Nagler geguckt hast steckst du das Cronos nicht mehr in den OAZ. :)

Gruß
stefan

PS: ich hatte dir eine PN geschubst, schau mal in dein Postfach (eingeloggt im Login-Bereich)

Geschrieben von: stefan-h | 08.02.2016 13:02:21

 

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