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Omegon Dopsen Teleskop

Hii Wollte malfragen wer von euch ein Dobsen teleskop hat, Also diese mit dem Gitterohrtubus
wenn ja wie geht das mit dem einstellen und halten der Objekte also sagen wir mal Messier 1
wie kann man so ein Lichtschwaches objekt damit finden und auch halten. Denn ohne Goto kann ich doch
so ein Objekt gar nicht halten das verschwindet doch aus dem gesichtsfeld Meins dagegen ist Mit Navi
und Automatischen Anfahren da habe ich keine probleme ich stelle das ein und fährt automatisch alles an aber nicht das Dobsen teleskop. Also wie gesagt wie geht das bei diesem teleskop vieleicht kann mir das einer erklären.

Gefragt von: Gast | 04.06.2015 19:13:29

Hallo,

mal der Reihe nach ein paar Antworten.

Zuerst- Omegon ist kein Hersteller, das ist lediglich ein Name bzw. das Label, unter dem Astroshop diverse Artikel vertreibt. Manchmal teurer als unter dem originalen Namen. :(

Die "Omegon" Gitterrohrdobson kenne ich nicht direkt. Welcher Hersteller das eigentlich ist kann ich damit nicht sagen. Welchen der Dobson hättes du dir denn gern gekauft?

Nachführung bzw. Aufsuchen von Objekten: dazu nutzt man entweder den normalen Sucher oder einen Leuchtsucher wie z.B. den Telrad. In Verbindung mit Sternkarten und der Kenntnis zumindest der größeren, gut sichtbaren Sternbilder findet man dann auch die Objekte. Es gehört etwas Übung dazu, geht aber nach einiger Zeit sehr einfach.

Im Blickfeld halten- dazu schiebt man den Dobson per Hand immer um ein kleines Stück nach und schaut dabei durch das Okular- so bringt man das Objekt immer wieder kurz vor die Mitte des Blickfeldes, beobachtet und schiebt wieder weiter. Geht mit etwas Übung intuitiv und ohne nachzudenken.

GoTo- das ist nur eine zusätzliche Funktion von motorisierten Montierungen. Nachgeführt wie da per Motore und einer Steuerung. GoTo ist dazu nicht nötig. Diese extra Funktion hilft lediglich die in einer Dabenbank gespeicherten Objekte anzufahren.

Aber- ohne Kenntnis der Sternbilder hilft auch GoTo nicht. Damit die Steuerung korrekt funktioniert, muss das Teleskop bzw. die Montierung halbwegs genau eingenordet aufgestellt werden und dann muss ein Alignment durchgeführt werden. Also eine "Justage" anhand von bis zu drei hellerer Sterne- und diese muss man kennen, sonst kann man das Alignment nicht durchführen. Ist wie bei einem Navi- ohne Verbindung zu den Satelliten führt dich das auch in die Irre.

Geschrieben von: Gast | 05.06.2015 12:30:04

Hallo!
Ich glaube, Du fragst nach der Funktionsweise der Rockerbox, stimmts?
Das Teleskop ist auf zwei Seiten etwa mittig auf Höhenrädern gelagert. Damit wird das Teleskop auf und ab bewegt.
Die Rockerbox selber hat ganz unten zwei Teller. Dazwischen sind Teflonteile, die von den beiden Tellern durch das Gewicht zusammengedrückt werden. Durch die Teflonteile lässt sich das gesamte Teleskop bis auf den untersten Teller drehen. Das ist das Azimutlager. Also so ein Dobson ist eigentlich eine azimutale Montierung.
Bei Gitterrohrdobsons wird genau dieses Prinzip angewendet. Es sieht nur etwas ungewöhnlich aus, weil die Spiegelzelle, das Höhenlager und das Azimutlager so kompakt beieinander sind.
Die Nachführung wird dann genau so durchgeführt, wie bei einem Volltubus: Durch drehen im Azimutlager kannst Du das Teleskop um 360° drehen und durch bewegen in der Höhenachse vom Horizont in den Zenit schwenken.
Ich vermute (!) Du hast eine äquatoriale Montierung. Da brauchst Du ja -wenn die Montierung gut eingestellt ist- nur in einer Achse nachzuführen, bzw. das macht dann wohl Dein Motor.
Grüße
Markus

Geschrieben von: Gast | 08.06.2015 08:08:07

Hallo..die antworten haben mir schon weitergeholfen. Und durch den sucher wird das deep sky objekt dann eingestellt, richtig ?
aber der sucher ist ja auch nur zum aufsuchen wie kann ich da ein lichtschwaches objekt
finden. ist das nicht auf dauer anstrengend immer nachzuführen wenn ich da an die Abell objekte denke die sind ja ziemlich weit draußen und lichtschwach.

Geschrieben von: Klonie | 08.06.2015 15:56:07

Hi,

schau mal auf diesen Beitrag von mir drauf-

http://www.sterngucker.de/artikel/praktisches/telrad-der-finder-unter-den-suchern/

Da ist der Telrad beschrieben bzw. auch die Funktion von Lichtpunktsuchern allgemein. Der Telrad hilft durchaus gut um Objekte zu finden, auch wenn diese lichtschwach sind und nicht gleich ins Auge springen. Und das Aufsuchen ist auch ein Teil dieses schönen Hobbys.

Mit GoTo finden sich Objekte einfacher, aber man lernt dabei den Himmel eigentlich nicht richtig kennen. Dazu kommt- GoTo macht erst ab einer gewissen Größe des Teleskops wirklich Sinn. Die Teleskope mit kleinen Öffnungen (so 80-100mm) können viele der GoTo-Objekte der Datenbank gar nicht richtig zeigen, da eben die dazu nötige Öffnung fehlt. Und da gehören die Abellobjekte durchaus dazu- das GoTo findet sie, aber man sieht sie so gut wie nicht.

Das Nachführen selbst ist auf Dauer nicht anstrengend, es findet ja nach einer gewissen Eingewöhnung intuitiv statt. Man beobachtet, das Objekt bewegt sich dabei entsprechend der gewählten Vergrößerung mehr oder weniger schnell durch das Blickfeld und man schiebt dann den Tubus eben immer wieder ein kleines Stück nach.

Etwas sportlicher wird das erst bei richtig hohen Vergrößerungen, also so ab 300-fach oder deutlich höher. Da bewegt sich dann das eingestellte Objekt schon recht flott durch das Blickfeld. Okulare mit großem Eigengesichtsfeld helfen hier ein wenig, aber Jupiter bei 500-fach- da schiebt man schon fast ständig ein klein wenig nach.

Aber- auch zu bedenken- solche Vergrößerungen sind nur mit den entsprechend großen Teleskopen möglich. Bei einem solchen großen Teleskop ist die entsprechend große parallaktische Montierung nötig- und die kostet entsprechend viel Geld.

Preisgünstig viel Öffnung bietet nur der Newton als Dobson montiert- da kosten dann 12" Öffnung eben nur so um 1000€- der gleiche Tubus parallaktisch montiert erfordert eine Montierung in der Preisklasse so ab 2000€ aufwärts- zusammen also wenigstens das Dreifache.

Gruß Stefan

Geschrieben von: stefan-h | 08.06.2015 21:08:33

Hallo Stefan-h mal ne frage ich will mir mal in der astrofotografie probieren und habe bei Astroschop eine kamera ausgesucht und zwar eine Canon DSLR EOS 1200 Artikelnummer 47305 ist die zu empfehlen. Du als Profi kannst mir doch bestimmt in dieser sache weiterhelfen.
Ich will nicht den Laptop mit nach draußen nehmen wie das bei manch einer Kamera der Fall ist das ist mir zu umständlich diese hier ist glaube ich mit SD Karte das ist glaube ich noch am besten kann man dann die bilder auf dem rechner speichern. Was sagst du dazu . Gruss Stefan

Geschrieben von: Gast | 09.06.2015 16:32:42

Hi,

Stefan an Stefan- danke für die Ernennung zum Profi. :)

DSRL für Astrofotografie ist einfach da kein Laptop nötig- soweit denkst du richtig. Nur, die vielen Megapixel der 1200 nutzen dir relativ wenig. Die erreichbare Auflösung der vielen Pixel wird durch die Öffnung deines Teleskops begrenzt. 18MPixel erzeugen große Datenmengen, man macht Astroaufnahmen ja grundsätzlich im RAW-Format, da ist der Chip schnell voll und die Bildnachverarbeitung verlangt viel Speicher im Rechner.

Dazu die Frage- mit welchem Teleskop willst du Astrofotos machen? Ein Dobson ist dafür absolut ungeeignet. Erstens ist das eine azimutale Montierung und zweitens fehlt hier die korrekte motorische Nachführung. Einfache Fotos vom Mond sind kein Problem, da hat man eine sehr kurze Belichtungszeit. Ebenfalls möglich sind Fotos von der Sonne, aber dafür natürlich mit einem VOR der Öffnung angebrachtem richtigen Folienfilter (siehe Baader Aastrosolarfolie ND5- geht für visuell und fotografisch).

Aber Deepskyaufnahmen (und nur dafür ist eine modifizierte DSRL nötig) verlangen lange Belichtungszeiten- so 30s sind eher unterste Grenze, Belichtungen im Bereich 300s-500s sind üblich. Dazu dann so viel Aufnahmen des gleichen Objekts in gleicher Einstellung und diese anschließend per SW gestackt- ergibt durchaus Gesamtbelichtungszeiten im Bereich von Stunden! Und während dieser gesamten Zeit muss die Nachführung absolut exakt sein.

Und falls du an Aufnahmen der Planeten gedacht hast- dafür ist eine DSRL ungeeignet- hier nimmt man Videokameras wie z.B. eine DMK31 oder eine der neueren Videokameras mit CMOS Chip wie die ASI120 oder ähnlich, macht damit kurze Videos und verarbeitet diese anschließend per SW zu einem scharfen Einzelbild. Auf dem viel zu großen Chip einer DSRL ist der Planet nur sehr klein abgebildet- Unmenge an nutzlosem Datenmüll in Form von schwarzer Fläche außen herum nutzt ja nix.

Gruß Stefan

Geschrieben von: stefan-h | 09.06.2015 17:44:15

Ja hier nochmal stefan also ich habe ein Schmidt- Cassegrain Öffnung 279mm
Brennweite 2800mm azimutal mit GOTO. Und mit stunden meinst du 1 bis 5 Stunden und längere belichtungszeit ? gruss stefan

Geschrieben von: Klonie | 09.06.2015 18:19:54

Hi Stefan,

oh je- da wird mit Deepsky wenig gehen- aus mehreren Gründen.

a) azimutal montiert erhältst du bei längeren Belichtungszeiten eine heftige Bildfeldrotation. Bei einer parallaktischen Montierung wird ja der Tubus nicht nur nachgeführt, er dreht sich beim schwenken durch die spezielle Anordnung der Achsen auch um seine Längsachse mit und das gleich die Bildfeldrotation aus.

b) die hohe Brennweite führt auch parallaktisch montiert zu sehr hohen Anforderungen an die Nachführung

c) das langsame Öffnungsverhältnis von f/10 (vergleichbar Blende 10 bei einer DSRL) erzwingt lange Belichtungszeiten. Mit einer f/5 Optik würdest du nur das gleiche Bildergebnis nur 1/4 der Belichtungszeit benötigen.

d) bei einem SC führt das lange enge Blendrohr zu recht kräftiger Vignetierung, selbst bei einer DSRL mit APS-C Chip wirkt sich das bereits deutlich aus.

Insgesamt betrachtet- azimutal geht so gut wie nichts, parallaktisch montiert auch eine der schlechtesten Lösungen für Deepskyfotografie. :(

Zu den Belichtungszeiten- um hellere Objekte wie den Orionnebel oder einen Kugelsternhaufen abzulichten genügen natürlich kürzere Zeiten. Aber auch da sind z.B. 4-10 Einzelaufnahmen a` 2-3min durchaus gängig. Also auch da ist für mind. 5 Minuten bis zu 30 Minuten exakte Nachführung nötig. Man findet aber auch Fotos von z.B. M13 mit einer Gesamtbelichtungszeit im Bereich mehrerer Stunden- das verhilft dann zu sehr rauscharmen Bildern und einer sehr großen Tiefe (es sind also sehr lichtschwache Sterne/Objekte sichtbar).

Gruß
stefan

Geschrieben von: stefan-h | 10.06.2015 17:57:41

Hallo Stefan .. Noch mal zu Tehma Astrofotografie Was würdest du mir für eine Kamera empfehlen als neuling sozusagen, wo ich vieleicht erst mal mit den Planten anfangen sollte
du hast doch da bestimmt Ahnung. Gruss Stefan

Geschrieben von: Klonie | 14.06.2015 18:40:31

Hi Stefan,

für Planeten nutzt man typisch CCD oder CMOS Kameras mit kleinem Chip- also z.B. eine DMK21 oder DMK31, alternativ ASI120 oder ähnlich. Damit nimmt man kurze Videos im Format AVI auf und aus diesen erstellt man anschließend per SW (AVIstack oder ähnliche) ein scharfes Einzelbild.

Der Vorteil der kleinen Chips- weniger Datenmenge über USB, kein unnötig großer schwarzer Bereich um den kleinen Planeten auf dem Chip, hohe Frameraten, um Luftunruhe nicht mit aufzunehmen und die meisten dieser Kameras übertragen die Daten auch unverarbeitet- also nicht bereits in der Kamera irgendwie beschnitten.

Auf diese Weise kannst du auch mit deinem azimutal montierten SC arbeiten- Belichtungszeit für z.B. Jupiter sollte insgesamt nicht länger als 90s sein (die Murmel dreht sich sehr schnell, länger belichtet erhält man Unschärfen wegen der Rotation von Jupiter). Ebenso kannst du Aufnahmen vom Mond und von der Sonne (mit richtigem Folienfilter VOR der Öffnung) damit erstellen- hier bekommst du aber nur Ausschnitte, für den ganzen Mond bzw. Sonne sind die Chips zu klein und deine Brennweite ist zu hoch.

Gruß Stefan

Geschrieben von: stefan-h | 15.06.2015 12:09:24

Hallo Stefan, das mit dem kleinen Chip habe ich kapiert. Aber was sind "frameraten" auf deutsch? Wie man die Luftunruhe "beseitigen" kann ist mir nicht ganz klar. Sie ist doch für eine große Unschärfe verantwortlich. Wenn ich in einem Schwimmbecken von oben etwas fotografieren will, das auf dem Boden liegt also ca. 2m unter der unruhigen Oberfläche, dann kann ich nichts machen, das Bild ist unscharf, verzerrt und bewegt, da hilft doch nichts oder ist es bei Luftunruhe anders?
marc

Geschrieben von: champollion | 11.10.2015 11:28:13

Hi Marc,

Framerate ist nichts anders als Bilder/pro Zeiteinheit. Und genau da liegt auch der Trick mit dem Überlisten der Luftunruhe.

Für Sonne, Mond oder Planeten nutzt man eben die kleinen Videokameras und erstellt damit kurze Filme, vorzugsweise im Format AVI. Nimmt man nun mit z.B. 30 Frames = 30 Bilder/sec auf dann sind durch Luftunruhe darunter auch komplett unscharfe Einzelbilder. Andere Einzelbilder des Films sind vielleicht teilweise unscharf und manche sind komplett scharf.

Mit der passenden Software we z.B. Avistack wird dieses AVI dann verarbeitet. Die SW legt in einem Bild zwei Marken und überprüft alle anderen Bilder wie sich diese Marken zueinander in den Bildern jeweils verändern.

Zu große Änderung- Bild unscharf- Bild wird aussortiert. Die restlichen Bildern werden in einem zweiten Durchlauf in Einzelschnipsel zerlegt, in jedem Schnipsel werden wiederum Markierungen gesetzt und damit werden unscharfe Bildanteile jedes noch übrigen Einzelbildes aussortiert.

Aus dem Rest setzt die SW dann ein einzelnes Einzelbild zusammen, also nur noch aus den scharfen Bildanteilen. Die Quote für das Aussortieren kann man selbst festlegen, wenn man z.B. ein AVI mit 1000 Frames (Einzelbildern) hat und davon lediglich 20% nutzt nimmt man mehr "nicht_ganz_so_scharfe_Anteile" heraus, das Ergebnis wird entsprechend besser.

Zu deiner Überlegung mit dem Schwimmecken- zwischen den sich bewegenden Wellen hast du immer einen schmalen Blick ins Becken in dem das Bild auch scharf ist. Durch die Wellenbewegung siehst du natürlich ständig eine andere Stelle im Becken scharf. Avistack würde da die unscharfen Wellenberge aussortieren und nur den scharfen Anteil lassen. Bei von mir aus 50 Bilder in Folge wird jede Stelle im Becken garantiert mehrmals scharf sichtbar zu sehen sein- und daraus puzzelt die SW das Bild zusammen.

Ein Beispiel für eine "zappelige" Aufnahme siehst du in dem Bericht von mir- unten im Beitrag der kurze Video, oben links auf das Bild klicken und du siehst dann das aus dem Clip erzeugte Bild.

http://www.sterngucker.de/beobachtungen/stefan-h/der-goldene-henkel-26-03-2010/

Die Krux daran- filmt man Jupiter so sollte die Aufnahmezeit für den Film nicht länger als ca. 90s sein, der Planet dreht sich relativ schnell und bei längeren Aufnahmezeit hat man dann unscharfe Bildanteile durch die Rotation von Jupiter.

Das setzt dann gewisse Grenzen. Eine Aufnahme in schwarz/weiß ist noch kein Problem, nutzt man aber mit einer s/w Kamera Farbfilter (RGB) um daraus anschließend ein Farbbild zu erzeugen muss die komplette Aufnahmeserie (3 Einzelfilme, für jede Farbe eine) incl. Filterwechsel innerhalb der 90s abgeschlossen sein.

Gruß Stefan

Geschrieben von: stefan-h | 11.10.2015 20:22:02

 

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