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Startseite -> Astronomie News, Veröffentlicht am: 12 Januar 2011
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Foto: ESO

Amateure heben verborgene Schätze der ESO


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Die ESO gibt die Gewinner des Astrofotografiewettbewerbs ?ESO's Hidden Treasures 2010? bekannt. Der Wettbewerb gab Amateurastronomen die Gelegenheit zur Schatzsuche im großen astronomischen Datenarchiv der ESO ? mit der schwierigen Herausforderung, die dabei gefundenen Bilder fachkundig aufzuarbeiten. Den ersten Preis aus fast 100 Einsendungen gewann Igor Chekalin aus Russland: Er darf das Very Large Telescope der ESO auf dem Paranal in Chile besuchen.

Hinter eindrucksvollen Himmelsaufnahmen, wie sie die ESO veröffentlicht, stecken viele Stunden aufwändiger Arbeit. Aus den Rohbildern in Schwarzweiß, wie sie die Teleskope liefern, werden erst durch die Korrektur von Verzerrungen und unerwünschter Einflüsse des Aufnahmeinstruments sowie durch Nachbearbeitung, um die in den astronomischen Daten enthaltenen Details optimal sichtbar zu machen, farbenfrohe, fertige Bilder. Die ESO beschäftigt dafür ein ganzes Team professioneller Bildbearbeiter. Doch für den Wettbewerb “ESO's Hidden Treasures 2010” (ESOs verborgene Schätze 2010) waren stattdessen Astronomie- und Fotografie-Liebhaber gefragt, die hier die Gelegenheit bekamen, der Welt zu zeigen, was sie aus den Unmengen von Daten, die in den Archiven der ESO enthalten sind, hervorzaubern können.

Eingereicht wurden insgesamt fast 100 Bilder – weit mehr, als die ESO angesichts der anspruchsvollen Anforderungen des Wettbewerbs erwartet hatte. “Wir wurden sowohl von der Menge als auch von der Qualität der eingereichten Aufnahmen völlig überrascht. Der Wettbewerb war alles andere als einfach und erforderte sowohl fortgeschrittenere Kenntnisse der Bildbearbeitung als auch ein künstlerisches Händchen. Wir sind begeistert, so viele talentierte Leute entdeckt zu haben”, kommentiert Lars Lindberg Christensen, der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit bei der ESO.

Die Teilnehmer mussten in Terabytes an professionellen astronomischen Daten nach einer passenden Serie von Schwarzweißaufnahmen eines Himmelsobjekts suchen – und dann begann die eigentliche Arbeit der Bildbearbeitung. Als Ansporn hatte die ESO attraktive Preise ausgelobt: Erster Preis ist eine Reise zum Very Large Telescope der ESO auf dem Paranal in Chile, inklusive der Möglichkeit, an nächtlichen Beobachtungen teilzunehmen. Zu den weiteren Preisen gehören ein iPod, Bücher und DVDs. Außerdem werden die besten Bilder als Bildveröffentlichungen oder Bilder der Woche ("Pictures of the Week") auf  www.eso.org veröffentlicht.

Die Jury bewertete die Einsendungen nach der Qualität der Bildbearbeitung, der Originalität des Bildes und der ästhetischen Gesamterscheinung. Da viele Teilnehmer gleich mehrere Aufnahmen eingereicht hatten und von den am besten bewerteten Bildern einige von denselben Personen stammten, entschied sich die Jury, die Preise an die zehn bestplatzierten Teilnehmer zu vergeben.

Die ersten drei Preise gehen an:

Erster Preis, eine Reise zum Paranal und weitere Extras: Igor Chekalin (Russland).

  • Zweiter Preis, ein iPod Touch und weitere Extras: Sergey Stepanenko (Ukraine).
  • Dritter PreisThird Prize, ein Glaswürfel mit lasergraviertem Modell des VLT: Andy Strappazzon (Belgien).
  • Die Plätze vier bis zehn mit dem Buch Eyes on the Skies Book mit DVD und weiteren Extras als Preis gehen an: Joseph “Joe” DePasquale (USA), Manuel “Manu” Mejias (Argentinien), Alberto Milani (Italien), Joshua “Josh” Barrington (USA), Oleg Maliy (Ukraine), Adam Kiil (Großbritannien) und Javier Fuentes (Chile).

    Die zehn Gewinner haben die zwanzig am besten bewerteten Bilder eingereicht:

    1. M78 von Igor Chekalin
      NGC3169 und NGC3166 mit SN 2003cg von Igor Chekalin
      NGC6729 von Sergey Stepanenko
      Der Mond von Andy Strappazzon
      NGC 3621 von Joseph “Joe” DePasquale
      NGC 371 von Manuel “Manu” Mejias
      Staub im Orionnebel (ESO 2.2m-Teleskop) von Igor Chekalin
      NGC1850 EMMI von Sergey Stepanenko
      Abell 1060 von Manuel “Manu” Mejias
      Himmlische Protuberanzen: NGC3582 von Joseph DePasquale
      Der Kugelsternhaufen NGC288 von Alberto Milani
      Die Antennengalaxien von Alberto Milani
      Sakurais Objekt von Joshua “Josh” Barrington
      NGC 1929, N44 Superbubble von Manuel “Manu” Mejias
      NGC 3521 von Oleg Maliy
      NGC 6744 von Andy Strappazzon
      NGC 2217 von Oleg Maliy
      VIMOS.2008-01-31T07_16_47j von Adam Kiil
      NGC 2647 Nr. 2 von Josh Barrington
      Haffner 18 und 19 von Javier Fuentes

    Igor Chekalin, der Gewinner der Reise zum Paranal, berichtet: “Es war eine großartige Erfahrung und ein echtes Vergnügen für mich, mit den ESO-Daten zu arbeiten. Trotz meiner Erfahrung als Amateur-Astrofotograf in der Reduktion und Nachbearbeitung von Himmelsaufnahmen war “Hidden Treasures” die anspruchsvollste derartige Aufgabe, die ich je übernommen habe. Es galt, eine Reihe von Herausforderungen zu bewältigen, von der Installation neuer Software bis hin zur Einarbeitung in neue Bildbearbeitungstechniken und sogar in Betriebssyteme, die ich vorher nicht kannte.

    Aufgrund des großen Erfolges des “Hidden Treasures 2010”-Wettwerbs und der Begeisterung der Teilnehmer hat sich die ESO entschieden, den Wettbewerb im kommenden Jahr weiterzuführen. Informationen zu den “Hidden Treasures 2011” gibt es demnächst unter www.eso.org.

    Weitere Informationen

    Die Europäische Südsternwarte ESO (European Southern Observatory) ist die führende europäische Organisation für astronomische Forschung und das wissenschaftlich produktivste Observatorium der Welt. Getragen wird die Organisation durch ihre 15 Mitgliedsländer: Belgien, Brasilien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, die Niederlande, Österreich, Portugal, Spanien, Schweden, die Schweiz, die Tschechische Republik und das Vereinigte Königreich. Die ESO ermöglicht astronomische Spitzenforschung, indem sie leistungsfähige bodengebundene Teleskope entwirft, konstruiert und betreibt. Auch bei der Förderung internationaler Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Astronomie spielt die Organisation eine maßgebliche Rolle. Die ESO betreibt drei weltweit einzigartige Beobachtungsstandorte in Nordchile: La Silla, Paranal und Chajnantor. Auf Paranal betreibt die ESO mit dem Very Large Telescope (VLT) das weltweit leistungsfähigste Observatorium für Beobachtungen im Bereich des sichtbaren Lichts, sowie VISTA, das größte Durchmusterungsteleskop der Welt. Die ESO ist der europäische Partner für den Aufbau des Antennenfelds ALMA, das größte astronomische Projekt überhaupt. Derzeit entwickelt die ESO das European Extremely Large Telescope (E-ELT) für Beobachtungen im Bereich des sichtbaren und Infrarotlichts, mit 42 Metern Spiegeldurchmesser ein Großteleskop der Extraklasse.

    Die Übersetzungen von englischsprachigen ESO-Pressemitteilungen sind ein Service des ESO Science Outreach Network (ESON), eines internationalen Netzwerks für astronomische Öffentlichkeitsarbeit, in dem Wissenschaftler und Wissenschaftskommunikatoren aus allen ESO-Mitgliedsstaaten (und einigen weiteren Ländern) vertreten sind. Deutscher Knoten des Netzwerks ist das Haus der Astronomie am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg.?

    Links

    Die Gewinner des ESO-Wettbewerbs “Hidden Treasures 2010”
    Flickr-Gruppe zum Wettbewerb
    Die Top 100 ESO-Bilder
    ESO auf Facebook
    Das öffentlich zugängliche ESO-Archiv wissenschaftlicher Daten
    Hubblecast über Bildbearbeitung

    Kontakte

    Carolin Liefke
    ESO Science Outreach Network - Haus der Astronomie
    Deutschland
    Tel: 06221 528 226
    E-Mail: eson@mpia.de

    Olivier R. Hainaut
    ESO, Astronomer and Science Liaison for the Education and Public Outreach Department
    Garching bei München, Germany
    Tel: +49 89 3200 6752
    Cell: +49 151 2262 0554
    E-Mail: ohainaut@eso.org

    Oana Sandu
    ESO, Community Coordinator for the Education and Public Outreach Department
    Garching bei München, Germany
    Cell: +49 176 943 942 20
    E-Mail: osandu@eso.org

    Quelle

    http://www.eso.org/public/germany/news/eso1102/

    (Datum: 12. Januar 2011 | Fehler melden)


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