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Startseite -> Astronomie News, Veröffentlicht am: 17. August 2011
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Foto: NASA/ESA

Astronomen entdecken den größten und weit entferntesten Wasservorrat im Universum


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"Die Umgebung um diesen Quasar ist sehr einzigartig, da sie die Herstellung großer Massen von Wasser begünstigt.", sagte Matt Bradford, ein Wissenschaftler am NASA Jet Propulsion Laboratory in Pasadena, Kalifornien. Bradford weiter: "Es ist ein weiterer Beweis, dass Wasser im ganzen Universum allgegenwärtig ist und es schon in den frühen Zeiten existierte." Bradford führt eines der Teams, die diese Entdeckung gemacht haben. Sein Team-Forschungen sind teilweise von der NASA finanziert und erscheinen im "Astrophysical Journal Letters".

Ein Quasar wird durch ein enorm großes schwarzes Loch mit Energie versorgt, welches eine Scheibe aus Gas und Staub umgibt die das Schwarze Loch mit Materie speist. So wie der Quasar die Materie aufsaugt, so wandelt er diese wiederum in gewaltige Energien um. Beide Gruppen von Astronomen untersuchten einen besonderen Quasar genannt APM 08279+5255, welcher ein schwarzes Loch beherbergt, dass 20 Milliarden Male massereicher ist als die Sonne und so viel Energie erzeugt wie eintausend Billiarden Sonnen.

Astronomen nehmen an, dass es Wasserdampf schon im frühen, entfernten Universum geben musste, jedoch war es aufgrund der großen Entfernung nicht zu entdecken. Auch in der Milchstraße gibt es Wasserdampf, obwohl die Gesamtsumme 4.000 Mal weniger ist als im Quasar, und der größte Teil von Wasser in der Milchstraße zu Eis eingefroren ist.

Dass Wasserdampf ein wichtiges Spurengas ist, zeigt die Natur des Quasars. Bei diesem speziellen Quasar ist die Region welche den Wasserdampf beinhaltet, hunderte von Lichtjahren groß. Ein Lichtjahr entspricht ca. 9.460.730.472.581 km. Seine Anwesenheit zeigt uns, dass der Quasar in Gas, Staub, Röntgen- und Infrarot-Strahlung „badet“ und das, dieses Gas für astronomische Maßstäbe sehr heiß und dicht ist. Obwohl das Gas minus 63 Grad Fahrenheit (minus 53 Grad Celsius) kalt ist und 300 Trillionen Mal weniger dicht ist, als die Atmosphäre der Erde, so ist es dennoch fünfmal heißer und 10 bis 100 Mal dichter als, was in der Milchstraße als üblich gilt.

Messungen des Wasserdampfs und anderer Moleküle wie Kohlenmonoxid hat ergeben, dass genug Gas vorhanden ist, um Schwarze Loch bis auf die sechs fache Größe anwachsen zu lassen. Ob dies tatsächlich geschieht ist noch nicht klar. Nach Meinung der Astronomen, könnte ein Teil des Gases kondensieren und neue Sterne bilden oder vielleicht vom Quasar abgestoßen werden.

Bradfords Team machten ihre Beobachtungen ab 2008, mit einem Instrument namens "Z-Spec" am "California Institute of Submillimeter Observatory Technology", ein 10-Meter Teleskop nahe dem Gipfel des Mauna Kea in Hawaii. Spätere Beobachtungen wurden mit dem "Combined Array for Research in Millimeter-Wave Astronomy (CARMA)" - eine Reihe von Radio Teleskopen auf den Inyo Mountains in Süd-Kalifornien - gemacht.

Die zweite Gruppe die von Dariusz Lis, Senior-Chef der wissenschaftlichen Forschung in Physik, am "Caltech" und vom stellvertretenden Direktor des "Caltech Submillimeter Observatory" geführt wurde, verwendeten das "Plateau de Bure Interferometer" in den französischen Alpen, um Wasser zu finden. Als das Team von Lis, im Jahr 2010 glücklicherweise eine markante spektrale Signatur im Quasar APM 8279+5255 entdeckte, konnte Bradford und sein Team weitere Informationen über das Wasser und die enormen Mengen herausfinden.

Zu den Autoren des "Bradford Paper: The water vapor spectrum of APM 08279+5255" gehören Hien Nguyen, Jamie Bock, Jonas Zmuidzinas und Bret Naylor von JPL; Alberto Bolatto von der Universität Maryland, College Park, Phillip Maloney, Jason Glenn und Julia Kamenetzky von der Universität Colorado, Boulder; James Aguirre, Roxana Lupu und Kimberly Scott von der Universität Pennsylvania, Philadelphia; Hideo Matsuhara vom Institut für Raum und Astronautische Wissenschaft in Japan, und Eric Murphy vom Carnegie Institute of Science, Pasadena.

Die Mittel für das Z-Spec wurde von der National Science Foundation (NASA), Research Corporation und der Partnerinstitutionen zur Verfügung gestellt.

Caltech verwaltet JPL der NASA. Mehr Informationen über JPL sind online unter http://www.jpl.nasa.gov abrufbar. Whitney Clavin/Alan Buis 818-354-4673/818-354-0474 Jet Propulsion Laboratory, Pasadena, Calif. whitney.clavin@jpl.nasa.gov / alan.buis@jpl.nasa.gov

Quellen: Sterngucker.de, nasa.gov

(Datum: 17. August 2011 | Fehler melden)


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