Saturn

Von · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 22. September 2026

⚡ Die schnelle Antwort: Der Saturn ist der zweitgrößte Planet des Sonnensystems – 120.536 km Äquatordurchmesser, gut neunmal so breit wie die Erde. Sein Ringsystem misst fast eine Million Kilometer, ist aber stellenweise nur rund 100 Meter dick. Schon ein kleines Teleskop zeigt die Ringe als eigenständiges Gebilde. Das nächste Highlight: die Saturn-Opposition am 4. Oktober 2026 – die Ringe sind dann 7,5° geöffnet – nach 9,1° Mitte Juli, dem bisher weitesten Wert seit der Kantenstellung 2025.

Saturn mit Ringsystem

Steckbrief Saturn

  • Gasriese, 6. Planet von der Sonne
  • 285 bestätigte Monde, großes Ringsystem
  • Durchmesser: 120.536 km
  • Umlaufzeit: 29,45 Jahre
  • Tagesdauer: 10 h 39 min
  • Entfernung zur Sonne: 1,434 Mrd. km
  • Temperatur: −139 °C
  • Atmosphäre: 96 % Wasserstoff, 3 % Helium

🪐 Saturn-Opposition am 4. Oktober 2026, 14:15 Uhr MESZ: die beste Saturn-Zeit des Jahres. Der Ringplanet steht dann im Sternbild Walfisch, erreicht 0,33 mag und 19,7 Bogensekunden, ist 1,262 Milliarden Kilometer entfernt und kulminiert um 01:18 Uhr in 41° Höhe. Die Ringe sind 7,5° geöffnet – Mitte Juli waren es 9,1°, der bisher höchste Wert seit der Kantenstellung 2025. Alle Beobachtungstipps im Oktober-Guide.

Was du dabei mit welchem Gerät wirklich siehst, steht in Saturn durch das Teleskop – passende Geräte in der Kaufberatung Teleskop für Planeten.

⏳ Countdown zur Saturn-Opposition am 4. Oktober 2026

In der Nacht vom 4. auf den 5. Oktober steht Saturn der Erde so nah wie 2026 sonst nie: die ganze Nacht sichtbar, 0,33 mag hell, 19,7 Bogensekunden groß. Er geht um 18:58 Uhr auf und steht gegen 01:11 Uhr am höchsten – 41° über dem Südhorizont. Die Ringe sind 7,5° geöffnet.

Zu den Beobachtungszeiten →

Saturn im Steckbrief: alle Zahlen auf einen Blick

Saturn ist der sechste Planet von der Sonne, der zweitgrößte im Sonnensystem und der letzte, den man ohne Hilfsmittel am Himmel findet. Alle wichtigen Kennzahlen – geprüft an den Daten des JPL-Horizons-Systems der NASA (Stand: August 2026):

Position6. Planet von der Sonne
PlanetentypGasriese, keine feste Oberfläche
Äquatordurchmesser120.536 km (9,4-facher Erddurchmesser)
Poldurchmesser108.728 km – der abgeplattetste Planet
Masse5,683 × 1026 kg (95,2 Erdmassen)
Mittlere Dichte0,687 g/cm³ – leichter als Wasser
Schwerkraft am Äquator10,44 m/s² (fast wie auf der Erde)
Entfernung zur Sonne1,434 Mrd. km (9,58 AE)
Entfernung zur Erde1,20 bis 1,66 Mrd. km (Opposition 2026: 1,262 Mrd. km)
Umlaufzeit29,45 Jahre (29 Jahre, 164 Tage)
Rotationsdauer10 h 39 min (Radioperiode); Cassini maß 10 h 33 min im Inneren
Achsneigung26,73° – daher Jahreszeiten und der Ringwechsel
Temperatur−139 °C (134 K) auf dem 1-bar-Niveau
Atmosphäre96 % Wasserstoff, 3 % Helium, Spuren von Methan und Ammoniak
Bestätigte Monde285 (IAU Minor Planet Center, 26. März 2026)
Ringsystemrund 282.000 km Durchmesser, aber nur etwa 10 bis 100 m dick
Alterca. 4,5 Milliarden Jahre

Die eine Zahl, die alles erklärt: Mit 0,687 g/cm³ ist Saturn der einzige Planet des Sonnensystems, der in einer hinreichend großen Badewanne schwimmen würde. Er ist 95-mal so schwer wie die Erde, aber 764-mal so groß im Volumen – fast alles daran ist Gas.

Was ist der Saturn?

Von den Planeten des Sonnensystems ist Saturn der zweitgrößte und der letzte in der Planetenreihe, den man von der Erde aus mit bloßem Auge erkennen kann. Typisch für jovianische Planeten ist die gasförmige Oberfläche bei geringer Dichte und unterschiedlicher Rotation. 

Als eher »gemächlicher« Planet des Sonnensystems, bewegt sich Saturn nahezu im Kreis und nur gering exzentrisch um die Sonne. Nach 29 Jahren 166 Tagen ist sein Umlauf einmal vollzogen. Berühmt machten den Gasriesen seine kräftigen, bereits in geringer Vergrößerung gut erkennbaren Ringe. Zusätzlich zu diesem Ringsystem aus Wassereis und Gesteinsbrocken begleiten Saturn 285 bestätigte Saturnmonde.

saturn
Detailreiche Aufnahme von Saturn mit Monden durch ein Schmidt-Cassegrain Teleskop 200mm/2000mm. Mit freundlicher Genehmigung von James Bates. Equipment: Celestron Nexstar 8SE, ZWO ADC, ASI224MC, IV/UR Cutfilter, 2x Barlow. Processing in Autostakkert3, Registax & Gimp

Gleich nach der Erfindung der ersten Teleskope machte die Erforschung der Planeten des Sonnensystems rasante Fortschritte. 1610 glaubte Galileo Galilei, um Saturn »Henkel« entdeckt zu haben. Dass es ein Ring mit geneigter Ekliptik ist, fand der Holländer Christiaan Huygens 1655 heraus. Weitere 20 Jahre später fiel Giovanni Domenico Cassini eine auffällige Lücke zwischen den Saturnringen auf. Dies passte zu seiner Vermutung, das komplette Ringsystem bestehe aus einzelnen Partikeln.

Auch weiterhin wurden die Ringe um den Saturn intensiv untersucht. Statt Namen erhielten sie bei ihrer Entdeckung Buchstaben. Die am frühesten entdeckten, der A- und B-Ring zu beiden Seiten der »Cassini-Teilung«, sind die am besten sichtbaren. Durch jüngere Beobachtungen mit Raumsonden werden wesentlich feinere Strukturen sichtbar. Jeder Ring weist Lücken auf und besteht aus eng begrenzten Unterringen.

Wie alle Planeten des Sonnensystems umkreisen auch Saturn mehrere Monde. Der nur 396 km große Mond »Mimas« verursacht die Teilung, die Cassini zwischen dem A- und B-Ring entdeckte. Für den Staubring, der 2006 zwischen dem F- und G-Ring entdeckt wurde, sollen »Janus« und »Epimetheus« verantwortlich sein. Die Wissenschaftler glauben, dass Meteoriteneinschläge auf den Trabanten Material aus deren Oberfläche hinaus schleuderten. Ein dunkler Ring von der zwanzigfachen Breite des Planeten wurde 2009 weit außerhalb des Hauptringsystems entdeckt. Er dreht sich, anders als alle bisher entdeckten Ringe, entgegengesetzt um Saturn.

Saturn

Woher stammt Saturns Name?

Der Name Saturn stammt aus der römischen Mythologie. Saturn war der Gott des Ackerbau. Saturns Name ist auch für den Nicht-Astronomen heute noch von Bedeutung: das englische Wort Saturday (Samstag) wird von Saturn abgeleitet.

Innerer Aufbau 

Die obersten Schichten Saturns bestehen fast vollständig aus Wasserstoff von sehr geringer Dichte (0,69 g/cm³). Aufgrund seiner »luftigen« Struktur rotiert der Planet an den Polen langsamer als in den Regionen seines Äquators. Der vermutete Saturnkern ist sogar noch langsamer. 

Bei weiterer Bewegung in Richtung Kern nehmen Druck und Temperatur weiter zu. Wasserstoff geht dabei allmählich von der gasförmigen Phase in die flüssige und schließlich in die metallische Form über. Insgesamt reichen Druck und Temperatur jedoch nicht aus um eine Fusionsreaktion bei bei Sternen auszulösen. 

Im Innersten wird ein fester Gesteinskern mit ca 16 Erdenmassen vermutet.

Wolken und Pole auf Saturn

Die obere Wolkenschicht ist, anders als bei anderen jovianischen Planeten des Sonnensystems, für irdische Beobachter weniger detailreich als etwa die Jupiter»streifen«. Dennoch sieht man deutlich gröbere Strukturen über der verdeckten unteren Wolkenschicht. Da Saturn von innen Wärme abstrahlt, können die tieferen Ammoniakwolken nur mit Infrarottechnik betrachtet werden.

Gasriesen, so auch unsere äußeren Planeten des Sonnensystems, sind durch stabile, orts»treue« Stürme gekennzeichnet. Ein solcher Polarwirbel von der Form eines Hexagons dehnt sich ca. 25.000 km um den Nordpol von Saturn aus und ist nach wissenschaftlichen Schätzungen einige hundert Kilometer tief.

Anfang der 80er und bei Missionen der letzten Jahre zeigten verschiedene Sonden stets das gleiche Aussehen dieses Wetterphänomens. Weshalb die Rotation des Hexagons mit der Geschwindigkeit der Radioemissionen des Planeten übereinstimmt, konnte bislang nicht geklärt werden.

 »Verkehrte Welt?« - Hot Spots an den Saturnpolen

Kleiner, doch ebenso stabil, umkreist ein Hurrikan den Südpol dieses Planeten des Sonnensystems. Ähnlich wie den »Großen Roten Fleck« auf Jupiter gibt es einen »Großen Weißen Fleck« auf Saturns nördlicher Hemisphäre. 2005 allerdings sorgte eine Teleskopentdeckung für Staunen – ein »Hot Spot« tauchte am Südpol des Planeten auf!

Üblicherweise ist es an den Polen aller bisher erforschten Planeten kälter als anderswo. Weitere Untersuchungen enthüllten 3 Jahre später einen ebensolchen Spot am Nordpol. Die Aufklärung gelang rasch: Atmosphärengas bewegt sich nach Nord bzw. Süd vom Äquator zu den Polen, wird dabei komprimiert und aufgeheizt. Am eigentlich kalten Pol wird es zum Wirbel und sinkt in die Atmosphäre ab. Ein Einfluss der Sonneneinstrahlung auf die beiden Polwirbel besteht nicht.

Die Saturnringe

Wie zum Asteroidengürtel existieren zu diesem Planeten des Sonnensystems, insbesondere zur Entstehung seiner Ringe, verschiedene wissenschaftliche Ansichten.

Der Franzose Édouard Albert Roche (Astronom und Mathematiker) entwickelte im 19. Jahrhundert die bis heute populäre Theorie von der »Roche-Grenze«, eine mathematische Größe, nach der ein Mond sich dem Saturn zu weit näherte und dort durch Gezeitenkräfte zerbrach. Größer als die ursprünglichen mondinternen Gravitationskräfte sei die räumliche Variation der planeteneigenen Anziehungskräfte. Daher würde der Mond einzig von der Materiestruktur zusammen gehalten. Werden diese mondinternen Kräfte überschritten zerbricht der Mond und wird Teil des Ringsystems.

Weitere Ringbestandteile stammen aus eingefangenen Kometen und Material aus der Entstehung des Sonnensystems.

Das Ringsystem hat einen Durchmesser von fast einer Million Kilometer, ist stellenweise aber nur gut 100 Meter dick. Innerhalb des Ringsystem gibt es quasi materialfreie Bereiche. Diese Bereich sind zum Beispiel durch Monde freigeräumt worden. Mehr dazu unter Saturnringe.

Wie viele Monde hat der Saturn?

Von allen Planeten des Sonnensystems gehört unsere Erde mit nur einem Mond zu den »armen«. Andere, vor allem die jovianischen Planeten, »gönnen« sich eine große Zahl vorwärts und rückwärts umlaufender natürlicher Satelliten. Unter ihnen ist Saturn nicht nur wegen seines ausgeprägten Ringsystems etwas Besonderes. Auch die Anzahl seiner Monde ist mit 285 bestätigten Trabanten (Stand: 26. März 2026, IAU Minor Planet Center) rekordverdächtig – Saturn hat damit mehr Monde als alle anderen Planeten des Sonnensystems zusammen.

Darunter befinden sich zahlreiche “Stars”, auf denen der Fokus der Forschung liegt.

Die Erforschung des Saturn

Die Beobachtung von Wandelsternen gilt als der Beginn der erdgebundenen Planetenforschung. Deren Analyse und Bahn- sowie Helligkeitsbeschreibungen sind bereits aus den Anfängen schriftlicher Überlieferungen bekannt. In weiterer als Saturnentfernung kannten antike Astronomen keine Planeten.

Nach der Erfindung des Teleskops verwirrte die Erscheinung seiner Ringe die Wissenschaftler. 1610 schickte Galilei ein Anagramm (Buchstabenrätsel) an Kepler mit der Auflösung: »Den obersten Planeten habe ich dreigestaltig gesehen. « Zwei Jahre später befanden sich die Ringe des Saturn jedoch in Kantenstellung. Galilei glaubte an eine Täuschung bei seiner Saturnforschung und verzichtete auf die weitere Suche zugunsten erfolgreicherer Projekte.

Erdgebundene Saturnforschung

Lange Jahre konzentrierten sich anschließend mehrere Astronomen bei ihrer Planetenforschung  auf den rätselhaften Saturn. Sie entdeckten erste Monde und zugleich die vorher beschriebene »Dreigestaltigkeit« wieder. Dass es sich hierbei um ein Ringsystem handelte, fanden sie erst 45 Jahre später heraus.

Ab diesem Zeitpunkt machte die Saturnforschung gewaltige Sprünge. Mondentdeckungen und Lückenbeobachtungen zwischen den Ringen überschlugen sich förmlich. 1898 wurde der vorerst äußerste Mond des Saturns, Phoebe, vom amerikanischen Astronomen W. H. Pickering entdeckt. 

Sondenerforschung des Saturns

Erst 1979 gelang es, die Planetenforschung mit Hilfe der Sonde »Pioneer 11« am fernen Saturn weiter voranzutreiben. In nur 21.000 km Entfernung flog die Sonde am Gasriesen vorbei, durchflog den A-Ring und den bis dorthin unentdeckten F-Ring.

Kurz vor der Annäherung entdeckte man den Mond »Epimetheus« und erhielt Aufnahmen aus nur 2.500 km Mondentfernung. Zwar bedeuteten die 220 Aufnahmen von »Pioneer 11« einen großen Fortschritt in der Saturnforschung, doch was sich unter der Gashülle verbirgt, konnte nicht aufgelöst werden.

Erst die »Voyager«-Missionen 1980 und 1981 zeigten Oberflächendetails der Monde, ergänzten die Planetenforschung  um weitere Saturntrabanten und Erkenntnisse über Saturns größten Mond Titan. In den folgenden 23 Jahren konzentrierte sich nun die Saturnforschung auf die Auswertung der gelieferten Datenmengen sowie die Vorbereitung einer neuen Forschungsmission. 

2004 erreichte die Raumsonde »Cassini-Huygens« den Gasriesen und liefert seitdem Fotos und Daten von einzigartigen Saturnmonden, neuen Planetenstrukturen und wertvolle Erkenntnisse über Gasriesen und ihre Umgebung. Spannende Aufnahmen gibt es auf der Seite der NASA.

Saturn 2026 beobachten: Opposition am 4. Oktober

Am 4. Oktober 2026 steht Saturn in Opposition zur Sonne: Erde, Saturn und Sonne stehen fast auf einer Linie, der Planet geht bei Sonnenuntergang auf und bei Sonnenaufgang unter. Er ist damit die ganze Nacht sichtbar, steht der Erde mit 1,262 Milliarden Kilometern so nah wie 2026 sonst nie und erreicht mit 0,33 mag seine größte Helligkeit des Jahres. Sein Scheibchen misst dann 19,7 Bogensekunden – wer 2026 nur einmal durchs Teleskop schaut, sollte es in diesen Wochen tun.

Saturn wandert 2026 durch das Sternbild Walfisch (Cetus), eine sternarme Himmelsgegend südlich der Fische. Genau das hilft beim Auffinden: Der ruhig, ohne Funkeln leuchtende gelbliche »Stern«, der dort deutlich alles überstrahlt, ist Saturn. Die folgenden Zeiten gelten für die Mitte Deutschlands (10° Ost, 51° Nord); berechnet mit dem JPL-Horizons-System der NASA (Ringöffnung: eigene Berechnung mit Skyfield/DE421).

DatumAufgangHöchststandHöheHelligkeitRingöffnung
1. August23:1805:4042°0,63 mag9,1°
1. September21:1503:3742°0,48 mag8,5°
4. Oktober (Opposition)19:0101:1841°0,33 mag7,5°
15. Oktober18:1800:3041°0,38 mag7,1°
1. November16:0722:1640°0,45 mag6,6°
1. Dezember14:0720:1140°0,60 mag6,1°

Zeiten in MESZ bis 25. Oktober, danach MEZ. Der Höchststand am Vorabend-Datum kann rechnerisch nach Mitternacht fallen.

Der beste Beobachtungszeitpunkt

Nicht der Aufgang, sondern der Höchststand zählt. Nur dort steht Saturn 40 bis 42 Grad hoch, und das Licht muss durch die geringste Luftschicht – tiefer stehende Planeten zerfließen im Luftflimmern. Rund um die Opposition liegt dieser Moment bequem gegen 1 Uhr nachts, ab November schon am frühen Abend. Tagesaktuelle Übersicht: Welche Planeten sind heute sichtbar?

Welches Teleskop zeigt die Saturnringe?

Saturn ist das Aha-Erlebnis der Astronomie: Kein anderes Objekt sieht im Okular so unwirklich aus wie das, was man aus Büchern kennt. Entscheidend ist dabei nicht der Preis des Teleskops, sondern die Vergrößerung – und die ehrliche Erwartung, was bei welcher Stufe sichtbar wird:

VergrößerungWas man sieht
10–20× (Fernglas)Ein ovaler, nicht runder Lichtpunkt – mehr nicht. Genau so sah Galilei ihn 1610 und hielt die Ringe für zwei »Henkel«.
30–40×Der Ring löst sich erkennbar vom Planetenkörper ab. Das erste »Wow«.
50–80×Ring frei umlaufend, Schattenwurf des Planeten auf den Ring, Titan als deutlicher Begleitstern.
100–150×Bei ruhiger Luft die Cassinische Teilung als dunkle Trennlinie, dazu Wolkenbänder und 4–5 weitere Monde.
über 200×Nur in wenigen Nächten pro Jahr sinnvoll – meist begrenzt die Luftunruhe, nicht das Teleskop.

Anders als bei Kometen oder großen Sternhaufen führt beim Saturn kein Weg am Teleskop vorbei: Ein Fernglas zeigt die Ringe schlicht nicht. Die gute Nachricht ist, dass die Einstiegshürde niedrig liegt – schon ein kompakter Dobson bringt die 50 bis 100 fache Vergrößerung mühelos zustande. Wie die Ringe dann bei 70, 130 oder 200 mm Öffnung konkret aussehen, zeigt unser Beobachtungsratgeber Saturn durch das Teleskop.

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Verschwinden die Saturnringe?

2025 ging eine Meldung um die Welt, Saturn habe seine Ringe verloren. Verschwunden ist nichts – die Erde blickte lediglich genau auf die Ringkante. Weil das Ringsystem bei 282.000 Kilometern Durchmesser nur zehn bis hundert Meter dick ist, verschwindet es dabei selbst in großen Teleskopen zu einem hauchdünnen Strich. Diese Kantenstellung trat zuletzt am 23. März 2025 ein und wiederholt sich etwa alle 13 bis 15 Jahre, weil Saturns Rotationsachse um 26,73° geneigt ist und wir im Lauf seines 29,45-jährigen Umlaufs abwechselnd auf die Nord- und die Südseite der Ringe schauen.

Seither öffnen sich die Ringe wieder – und zwar zügig. Zur Opposition 2026 sind es 7,5° (Mitte Juli waren es 9,1°), und über die nächsten Jahre wächst die Neigung bis Mai 2032 auf knapp 27°, den maximal möglichen Wert. Jede Saison bis dahin zeigt einen spektakuläreren Saturn als die vorige:

OppositionRingöffnungHelligkeit
4. Oktober 20267,5°0,33 mag
18. Oktober 202712,9°0,09 mag
31. Oktober 202817,9°−0,13 mag
14. November 202922,0°−0,32 mag
28. November 203025,0°−0,45 mag
12. Dezember 203126,5°−0,54 mag
Diagramm: Ringöffnung des Saturn von 2025 bis 2039 – Kantenstellung am 23. März 2025, Opposition am 4. Oktober 2026 bei 7,5 Grad, Maximum rund 27 Grad im Mai 2032, Kantenstellung im Oktober 2038
Der Ringöffnungswinkel von der Kantenstellung 2025 bis zur nächsten 2038. Die kleinen Zacken entstehen, weil die Erde Saturn im Lauf eines Jahres aus leicht wechselnden Richtungen sieht. Berechnung: sterngucker.de, Skyfield/DE421.

Die nächste Kantenstellung folgt erst im Oktober 2038. Wer den Ringplaneten in voller Pracht sehen will, hat also gut ein Jahrzehnt Zeit – aber die Jahre bis 2032 werden von Saison zu Saison besser. (Positionen und Helligkeit: JPL-Horizons-System der NASA, Stand August 2026; Ringöffnung: eigene Berechnung mit Skyfield/DE421.)

Wie sieht Saturn aus – Farbe, Oberfläche, Erscheinung

Mit bloßem Auge erscheint Saturn als ruhig leuchtender, blassgelber bis honigfarbener Stern. Anders als echte Sterne funkelt er nicht: Sein Scheibchen ist groß genug, dass die Luftunruhe das Licht nicht mehr flackern lässt – das sicherste Erkennungsmerkmal am Himmel.

Die gelbliche Färbung stammt aus der obersten Wolkenschicht. Saturns Atmosphäre besteht zu rund 96 Prozent aus Wasserstoff und 3 Prozent Helium; die sichtbaren Wolken sind Ammoniakkristalle, die von Spuren an Schwefel- und Phosphorverbindungen gelblich getönt werden. Eine feste Oberfläche gibt es nicht – was wir »Saturn« nennen, ist die Oberkante einer Wolkendecke. Auf dem 1-bar-Niveau, das man ersatzweise als Bezugsfläche nutzt, herrschen −139 °C.

Im Teleskop wirkt Saturn deutlich kontrastärmer als Jupiter: Seine Wolkenbänder sind vorhanden, aber durch eine hochliegende Dunstschicht weichgezeichnet. Der Blickfang bleibt das Ringsystem – und der Schatten, den der Planet auf die Ringe wirft und der dem Anblick als einziges Detail eine räumliche Tiefe gibt.

Die Saturnringe siehst du schon ab etwa 30-facher Vergrößerung – die Frage ist nur, welches Teleskop zu dir passt.
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Häufige Fragen zum Saturn

Ab welcher Vergrößerung sieht man die Saturnringe?

Ab etwa 30- bis 40-facher Vergrößerung löst sich der Ring sichtbar vom Planeten – das schafft praktisch jedes Einsteigerteleskop. Für die Cassinische Teilung braucht es 100- bis 150-fach und eine ruhige Nacht.

Kann man Saturn mit bloßem Auge sehen?

Ja. Saturn erreicht zur Opposition 2026 eine Helligkeit von 0,33 mag und gehört damit zu den hellsten Objekten am Nachthimmel. Er fällt durch sein ruhiges, gelbliches Licht auf – Ringe sind ohne Teleskop allerdings nicht zu erkennen.

Woraus bestehen die Saturnringe?

Zu über 95 Prozent aus Wassereis, dazu Staub und Gesteinsbrocken. Die Partikel reichen von Staubkörnern bis zu hausgroßen Blöcken; jeder einzelne umkreist Saturn auf einer eigenen Bahn.

Wie heißt der größte Saturnmond?

Titan – mit 5.150 Kilometern Durchmesser größer als der Planet Merkur und der einzige Mond des Sonnensystems mit einer dichten Atmosphäre. Er ist schon in kleinen Teleskopen als Lichtpünktchen neben Saturn zu sehen.

Warum hat Saturn so viele Monde?

Seine große Masse und die Nähe zum Kuipergürtel-Nachschub lassen ihn vorbeiziehende Kleinkörper dauerhaft einfangen. Die meisten der 285 bestätigten Monde sind nur wenige Kilometer große, unregelmäßig geformte Brocken auf weiten, oft rückläufigen Bahnen.

Wie lange dauert ein Jahr auf dem Saturn?

29,45 Erdjahre für einen Sonnenumlauf. Ein Saturntag dagegen ist extrem kurz: Der Planet dreht sich in 10 Stunden und 39 Minuten einmal um sich selbst – schnell genug, um ihn sichtbar abzuplatten.

Könnte Saturn auf Wasser schwimmen?

Rechnerisch ja: Mit 0,687 g/cm³ hat Saturn als einziger Planet des Sonnensystems eine geringere mittlere Dichte als Wasser. Ein ausreichend großes Becken vorausgesetzt, würde er obenauf treiben.

Wo steht Saturn 2026 am Himmel?

Im Sternbild Walfisch (Cetus), südlich der Fische. Rund um die Opposition am 4. Oktober geht er gegen 19 Uhr auf, steht um 01:18 Uhr rund 41 Grad hoch im Süden und bleibt bis zum Morgengrauen sichtbar.

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Wo Saturn in der Reihe der acht Planeten steht und wie du dir die Reihenfolge merkst, zeigt unsere Seite Merksatz Planeten.