Von Alexander Merz · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 16. Oktober 2026
⚡ Die schnelle Antwort: Jupiter ist der größte Planet des Sonnensystems – 143.000 km Durchmesser, 11-mal so breit wie die Erde. Schon im Fernglas siehst du seine vier großen Monde, im Teleskop Wolkenbänder und den Großen Roten Fleck. Das nächste Highlight: die Jupiter-Opposition am 11. Februar 2027, wenn er die ganze Nacht hell am Himmel steht.
Wo der Asteroidengürtel die terrestrischen von den jovianischen Planeten trennt, beginnt die Gruppe der Gasriesen mit dem größten Vertreter Jupiter. Wegen ihrer auffälligen Größe können solche schweren Planeten unseres Sonnensystems leicht und genau beobachtet werden. Auch die Reihe extrasolarer Entdeckungen beschränkt sich bisher auf vergleichbare Gasstrukturen von teils gewaltigen Ausmaßen.
Ehrlich zuerst: Für Jupiters vier große Monde reicht ein ruhig aufgelegtes Fernglas – dafür brauchst du kein Teleskop. Die zwei Hauptwolkenbänder zeigt dagegen schon ein 60–70-mm-Teleskop, ab etwa 100 mm erkennst du mehr Bänder und erste Strukturen; welche Geräte das leisten, steht in der Kaufberatung für Planeten, der breite Einstieg im Ratgeber für Einsteiger.
Was 70, 100, 150 und 200 mm Öffnung im Okular zeigen – Wolkenbänder, Monde und der Große Rote Fleck.
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Jupiter im Steckbrief: alle Daten auf einen Blick
Jupiter ist der Riese des Sonnensystems: Er enthält mehr Masse als alle anderen Planeten zusammen und hätte fast selbst ein Stern werden können. Die folgende Tabelle fasst seine Kennzahlen zusammen.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Position im Sonnensystem | 5. Planet, der größte des Sonnensystems |
| Typ | Gasriese – keine feste Oberfläche |
| Äquatordurchmesser | 142.984 km – rund 11,2 Erddurchmesser |
| Poldurchmesser | 133.708 km – deutlich abgeplattet durch die schnelle Rotation |
| Masse | 1,898 · 1027 kg = 318 Erdmassen – mehr als alle anderen Planeten zusammen |
| Mittlere Dichte | 1,326 g/cm³ |
| Schwerkraft am Äquator | 24,79 m/s² – rund das 2,5-Fache der Erde |
| Mittlere Entfernung zur Sonne | 778,5 Mio. km = 5,20 AE |
| Umlaufzeit | 11,86 Jahre |
| Rotationsdauer | 9 Stunden 56 Minuten – der schnellste Dreher des Sonnensystems |
| Achsneigung | 3,13° – praktisch keine Jahreszeiten |
| Temperatur | −108 °C auf dem 1-bar-Niveau |
| Atmosphäre | rund 90 % Wasserstoff, 10 % Helium, Spuren von Methan und Ammoniak |
| Bekannte Monde | mehr als 110 (Stand August 2026, NASA) – die vier größten sind Io, Europa, Ganymed und Kallisto |
| Ringsystem | ja, aber dünn und dunkel – 1979 von Voyager 1 entdeckt |
| Großer Roter Fleck | ein Sturm, etwa so groß wie die Erde, seit mindestens 1830 durchgehend beobachtet |
| Scheinbare Helligkeit | −1,6 bis −2,9 mag – nach Venus das hellste Planetenlicht |
| Nächste Opposition | 11. Februar 2027 |
Namensgebung
Jupiter kannten die alten Ägypter viele Jahrtausende vor Christus als »Hor-wepesch-taui«, die Babylonier als »Königsstern« (Stern von Bethlehem) und die Mesopotamier unter dem Namen »Sag-me-gar«. Seine frühe Entdeckung verdankt dieser Planet des Sonnensystems seiner Helligkeit und Größe unter den erdnahen Himmelsobjekten.

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Zu damaligen Zeiten wurden Fluch und Segen mit den Gaben oder Heimsuchungen des Himmels in Verbindung gebracht. In der indogermanischen Ursprache bedeutet das Wort »dyeu ph2ter« (Jupiter) »Gott-Vater«. Wegen seiner großen Helligkeit ordneten die Menschen der Antike diesem Planeten des Sonnensystems das Element Feuer zu.
Eigenschaften Jupiters
Am Äquator ist Jupiter rund 143.000 Kilometer »dick« und damit der gewaltigste Planet des Sonnensystems. Für einen Sonnenumlauf braucht er fast 12 Erdenjahre (11 J. 315 T. 3 S.). Seine Bahn verläuft nahezu kreisförmig im Abstand von 778 Millionen Kilometer zum Zentralgestirn.
Das physikalische Gesetz von der rascheren Bewegung leichterer Elemente zeigt sich am Jupiter besonders deutlich. Er braucht, obwohl er unter den Planeten des Sonnensystems als Gasriese sehr schwer und groß ist, nur 10 Stunden für einen Jupitertag (Rotation um die eigene Achse).
Jupiter ist aufgrund seiner Helligkeit und interessanten Oberfläche ein beliebtes Ziel in der Planetenfotografie.
Jupiter – Beschützer der Erde
»Rund und gesund …« könnte man Jupiters Masserolle auf das Gleichgewicht unter den Planeten des Sonnensystems nennen. Würde er nicht mit seinen gravitativen Kräften den Asteroidengürtel auf der bekannten Bahnlinie halten, träfe alle ca. 100.000 Jahre – statistisch errechnet – ein Asteroid unsere Erde. Das uns bekannte Leben hätte sich unter dem Beschuss niemals entwickelt oder wäre in den geringsten Anfängen zerstört worden. Wie wirksam Jupiter solche Brocken abfängt, war im Juli 1994 live zu sehen: Die rund 20 Bruchstücke des Kometen Shoemaker-Levy 9 schlugen nacheinander in seine Atmosphäre ein und hinterließen dunkle Flecken, die teils größer waren als die Erde.
Stürmische Atmossphäre
Während Gesteinsplaneten eine unterschiedlich dünne Atmosphäre über einem festen Grund aufweisen, bestehen jovianische Planeten nur aus leichten Elementen. Aufgrund dieser Zusammensetzung sind solche Planeten des Sonnensystems riesig, gleichzeitig auch sehr schwer. Dennoch rotiert zum Beispiel Jupiter aufgrund seiner geringen mittleren Dichte viel schneller als zum Beispiel die Erde.

Von den Planeten des Sonnensystems ist Jupiter als größter (318 Erdmassen) und nächstgelegener Gasriese inzwischen gut erforscht. Seine Ausmaße und Helligkeit machen ihn für die erdgebundene Astronomie leicht zugänglich. Zahlreiche Missionen waren bereits zu ihm unterwegs, um uns Aufschluss über seinen sehr andersartigen Charakter zu verschaffen. Weitere Expeditionen befinden sich in Vorbereitung.
Atmosphäre ist auf solchen Planeten des Sonnensystems praktisch alles. Lediglich der Druck, der auf der tiefer gelegenen Gashülle Jupiters lastet, presst die dortigen Stoffe in einen flüssigen Zustand. Hauptsächlich bilden Wasserstoff, Helium und geringe Anteile Methan sowie Ammoniak die Jupiterluft. Bisher wurden auch Spuren vieler anderer leichter Elemente nachgewiesen.
Vermutet werden in den wärmeren, unteren Atmosphärenschichten dieses Planeten des Sonnensystems Spuren organischer Verbindungen. Auch spekuliert die Astronomie darüber, dass der immense Druck ganz im Innern aus den flüssigen Gasen diese zu einer metallischen Form presst. Sogar ein Gestein-Eis-Kern schwerer Elemente sei unter den undurchdringlichen Jupiter-Gasschichten denkbar.
»Großer Roter Fleck« – der berühmteste Zyklon des Sonnensystems

Jupiters »Großer Roter Fleck« ist der größte bekannte Wirbelsturm des Sonnensystems. Er zeigt sich in einem auffälligen Orangeton über dem, was andere Planeten Oberfläche nennen. Schon Robert Hooke (1664) und Giovanni Domenico Cassini (1665) beschrieben einen Fleck auf Jupiter. Ob der im 17. Jahrhundert beschriebene Fleck derselbe Sturm war, ist unsicher; eine Studie von 2024 hält es für einen anderen.
Im Teleskop findest du ihn am Südrand des südlichen Äquatorbands (SEB), des dunklen Wolkenbands südlich des Äquators. Dort sitzt er in einer hellen Einbuchtung, bei rund 22° südlicher Breite. Heute ist er etwa so groß wie die Erde: Die British Astronomical Association (BAA) maß 2025 rund 11,5° Länge, das sind etwa 13.400 Kilometer. In den 1970er-Jahren war er noch deutlich größer.
Daneben entstehen auf Jupiter immer wieder kleinere Stürme, oft zuerst als weiße Flecke. Manche verschmelzen miteinander und färben sich ähnlich wie der Große Rote Fleck rötlich.
Die Ringe des Planeten Jupiter
Seit 1974 vermuten die Weltraumforscher, dass mehrere Planeten des Sonnensystems von einem Ringsystem umgeben sind. Aus der klassischen, erdgebundenen Beobachtung war ein solches nur ganz auffällig um Saturn bekannt. 1974 kam während der »Pioneer-11-Mission« die Vermutung auf, dass auch Jupiter »beringt« sein könnte. Aufklärung brachte »Voyager 1« im Jahr 1979 mit Fotografien, die im Gegenlicht des Jupiterschattens jene Strukturen sichtbar machten.

Von der Erde aus können die kosmischen Staubkörnchen um diesen Planeten des Sonnensystems nicht beobachtet werden, weil sie fast alles Sonnenlicht »schlucken« (Albedo 5 %). Ihr Schicksal ist jedoch jetzt schon besiegelt: Alles Material bewegt sich allmählich in engen Spiralen nach dem Prinzip des »Poynting-Robertson-Effekts« auf Jupiter zu. Eines Tages saugt er sie alle auf und bereinigt so seine Umgebung.
Woher der Staub dieses Planeten des Sonnensystems kommt, klärte die »Galileo-Mission« (1995 – 2003). Die Jupitermonde schleudern nach Meteoriteneinschlägen die Auswürfe wegen ihrer geringen eigenen Schwerkraft in Jupiters Umlaufbahn, wodurch ständig neues Material die Ringe auffüllt. So ist inzwischen von jedem Ring die Herkunft seines Staubes einem Jupitermond zugeordnet.
Jupiters »Hofstaat«: mehr als 110 Monde
Bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts war die Liste der Jupitertrabanten kurz. In Italien entdeckte Galileo Galilei, in Deutschland Simon Marius 1610 unabhängig voneinander die vier größten Monde. Bis 1892 kannte die Wissenschaft nur diese vier – Io, Europa, Ganymed und Kallisto. Dann ergänzte der amerikanische Astronom Edward Emerson Barnard die Reihe um Amalthea. Inzwischen führt die NASA für Jupiter Stand August 2026 mehr als 110 offiziell anerkannte Monde, und das Minor Planet Center bestätigt weiter neue. Die meisten von ihnen entstanden jedoch nicht zusammen mit dem Planeten, sondern sind eingefangene »Durchreisende« anderer Herkunft.
Die vier großen Monde sind sehr verschieden: Io ist ein Gesteinsmond, Europa hat eine Eiskruste über einem Ozean, Ganymed und Kallisto bestehen zu großen Teilen aus Eis. Ihre genauere Untersuchung förderte kühne Hypothesen über exobiologische Lebensvoraussetzungen in einer eigentlich nicht habitablen Weltraumgegend wie der des Jupiters. In einigen Strukturen, etwa auf dem Jupitermond »Kallisto«, fanden sich Eis auf der Kruste, flüssiges Wasser im Innern und Anzeichen für Kohlenstoff-/Stickstoffverbindungen.
Weltraum-Missionen zu Jupiter und seinen Monden
Juice Mission
Die JUICE Mission widmet sich Entdeckung von extraterrestrischem Leben bzw. Lebensmöglichkeiten im Jupitersystem. Erforsche Jupiter und seine Monde, einschließlich Ganymed, um Bedingungen für habitable Welten in Systemen mit einem zentralen Gasriesen besser zu verstehen. Sei Teil dieser bahnbrechenden Mission, die im April 2023 gestartet ist und 2031 am Jupiter ankommen soll.
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Jupiter beobachten: Vier Monde im Fernglas
Jupiter ist nach Venus das hellste Planetenlicht am Nachthimmel und ein dankbares Ziel für jede Ausrüstung: Bereits ein Fernglas zeigt die vier Galileischen Monde Io, Europa, Ganymed und Kallisto als Lichtpunkte, deren Stellung sich von Nacht zu Nacht verändert. Welcher Punkt gerade welcher Mond ist, rechnet dir unsere Seite zu den Jupitermonden für den Augenblick aus. Die zwei Hauptwolkenbänder erkennst du im Teleskop schon bei etwa 50- bis 70-facher Vergrößerung, mit etwas Glück ab etwa 80- bis 120-fach auch den Großen Roten Fleck. Was du dabei mit welcher Öffnung erwarten kannst, zeigt unser Ratgeber Welches Teleskop für Planeten.
Wann du Jupiter siehst: Jupiter ist nach Venus das hellste Planetenlicht am Nachthimmel und ohne Hilfsmittel zu finden, sobald er über dem Horizont steht. Das nächste Highlight ist die Opposition am 11. Februar 2027 – dann steht er die ganze Nacht hell am Himmel. Ob er heute Nacht zu sehen ist und wann er aufgeht: Welche Planeten sind heute sichtbar?
Etwa alle 13 Monate erreicht Jupiter seine Opposition und steht dann die ganze Nacht am Himmel. Für die Beobachtung der Wolkenbänder lohnt ein Teleskop ab 100 mm Öffnung – Empfehlungen im Teleskop-Ratgeber und speziell für Planeten unter Welches Teleskop für Planeten?, ein Smart-Teleskop ist dafür ausdrücklich nicht die richtige Wahl, es ist für Nebel und Galaxien gebaut.
Wolkenbänder, Großer Roter Fleck, vier Monde: Jupiter ist das dankbarste Ziel für ein erstes Teleskop.
Sechs kurze Fragen, ehrliche Antwort per Mail.
Häufige Fragen
Kann man Jupiters Monde mit dem Fernglas sehen?
Ja – schon ein 7×50- oder 10×50-Fernglas zeigt die vier Galileischen Monde als kleine Lichtpunkte neben dem hellen Planeten.
Wie oft ist Jupiter in Opposition?
Etwa alle 13 Monate. Dann steht er der Sonne genau gegenüber, ist die ganze Nacht sichtbar und erdnah besonders groß und hell.
Was ist der Große Rote Fleck?
Ein gigantischer Wirbelsturm, etwa so groß wie die Erde, der seit mindestens 150 Jahren tobt. Im Teleskop eher ab etwa 80- bis 120-facher Vergrößerung erkennbar – bei ruhiger Luft und wenn er gerade auf der sichtbaren Seite steht.
Wie lange braucht Jupiter um die Sonne?
Knapp 12 Jahre – deshalb wandert er pro Jahr ungefähr ein Sternbild des Tierkreises weiter.
Wo Jupiter in der Reihe der acht Planeten steht und wie du dir die Reihenfolge merkst, zeigt unsere Seite Merksatz Planeten.
Quellen
- NASA/R.J. Hall, Jupiter interior, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons, entnommen 01.01.2020
- NASA / SwRI / MSSS / Gerald Eichstädt / Seán Doran, Great red spot juno 20170712, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons, entnommen 01.01.2020
- NASA/JPL/Cornell University, PIA01627 Ringe, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons, entnommen 01.01.2020
