Kirchs Komet

Kirchs Komet von 1680
Foto: AnonymousUnknown author, Public domain (via Wikimedia Commons)

Von · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 14. September 2026

Viele Kometenbeobachtungen sind weit bis vor unserer Zeitrechnung datiert. Mit dem Beginn der Teleskoperforschung jener »dirty snowballs« (Beiname für Kometen) in unserem Sonnensystem konnten die »Touristen« schon lange vor ihrem Periheldurchgang und noch lange danach erdgebunden beobachtet werden.

Besonders begehrt waren für die anfänglichen Kometen»jagden« die langperiodischen Exemplare, deren zum Teil tausende von Jahren dauernde Umlaufzeit nur anhand historischer Voraufzeichnungen verglichen werden konnte.

Manche besonders spektakuläre Exemplare, zum Beispiel »Kirchs Komet« von 1680, dienten anderen Wissenschaftlern sogar zur Beweissuche weiterführender Naturgesetze.

Der »Große Komet von 1680« (C/1680 V1) – »Kirchs Komet«

Am 14. November 1680 entdeckte nicht nur Gottfried Kirch seinen ersten Kometen. Seit Beginn der astronomischen Teleskopforschung war »Kirchs Komet« auch der allererste und noch dazu ein langperiodischer Komet, der in unserem Sonnensystem jemals mit einem Teleskop entdeckt wurde.

Selbst am Taghimmel konnte man C/1680 V1 mitsamt seinem besonders langen Schweif bis lange Zeit nach dem Periheldurchgang beobachten. Mit einer Umlaufzeit von 9.356 Jahren war dies eine kostbare Gelegenheit, den seltenen Gast überhaupt so deutlich betrachten zu können.

Direkt während seines engen Periheldurchgangs in nur 898.000 Kilometer Sonnenentfernung hielt man C/1680 V1 für einen »Sungrazer« (Sonnenstreifer). Doch die Annahme, er sei Teil der »Kreutz-Gruppe«, wurde 200 Jahre später beim Vergleich von Aufzeichnungen über den Bruch anderer langperiodischer Kometen revidiert.

Allerdings erstrahlte »Kirchs Komet« erst einige Tage nach seinem »Sun graze« und wurde auf seinem Fortflug im Sonnensystem bis ins Frühjahr 1681 beobachtet.

Die spätere Suche nach »Kirchs Komet«

Nicht nur sein Entdecker beobachtete »seinen« langperiodischen Kometen besonders gründlich. Newton beispielsweise testete am Beispiel von C/1680 V1 die »Keplerschen Gesetze« für Objekte innerhalb des Sonnensystems, deren drei Komponenten jeweils Formeln für übliche Planetenbahnen und berechenbare Umlaufzeiten beinhalten.

Nach dem Periheldurchgang wurde »Kirchs Komet« am 19. März 1681 zuletzt beobachtet. Erst im Juni 2008 fanden die neuesten Teleskopgenerationen den seltenen »Gast« wieder. Er bewegt sich über 400 Jahre später noch immer von der Sonne fort.