Von Alexander Merz · Veröffentlicht am · Angaben geprüft am 22. September 2026
Der Komet C/-43 K1, bekannt als Caesars Komet, ist einer der hellsten überlieferten Kometen der Antike: Er erschien am 18. Mai 44 v. Chr. am römischen Himmel, blieb über acht Wochen sichtbar und erreichte etwa −4 mag. Octavian deutete ihn als göttliches Zeichen für seinen Machtantritt; wiedergesehen wurde der aperiodische Komet seither nie.
Schon von antiken Forschern wurden Kometen während ihrer nahen, leuchtenden Vorbeireise voller Sorge beobachtet. Die Furcht vor möglichem Unheil steckt bis in unsere Tage den Menschen »in den Knochen«.
Sehr berühmt sind jene aperiodischen Exemplare, deren einmaliges Erscheinen gebildete Staatsmänner und andere Mächtige ihrer Zeit nutzten, um zweifelhafte Entscheidungen oder Taten mit dem gerade erschienenen »göttlichen Zeichen« zu rechtfertigen.

Aperiodischer Komet C/-43K1 »Caesar«
Am 18. Mai des Jahres 44 v. Chr. wurde an der Nordostseite des römischen Himmels ein sehr heller Komet entdeckt. Er beeindruckte die Menschen derart, dass er detailgenau beschrieben wurde.
In Rom trat damals gerade Octavian (der spätere Gaius Julius Caesar), Adoptivsohn des Julius Caesar, mit festlichen Spielen seine Macht an. Er war davon überzeugt, der aperiodische Schweifstern sei seinetwegen aufgegangen und würde seine politischen Ambitionen »göttlich« unterstützen. Das Volk widersprach nicht. Es sah in der Erscheinung des alten Cäsaren vergöttlichte Seele.
Nach seinem antiken Auftritt zu Ehren des Machtwechsels wurde der Komet »Caesar« (C/-43K1) nie wieder gesehen. Allerdings blieb er mit über acht Wochen für lange Zeit am Himmel sichtbar und leuchtete dabei mit einer Höchstangabe von – 4 mag sehr hell. Erst nach seinem Periheldurchgang verlor sich die Leuchtkraft, lag jedoch bis zum Ende der Sichtbarkeit immer noch bei 5 mag.
Der aperiodische Komet konnte bisher von keinem »Kometenjäger« seit Erfindung des Teleskops wiederentdeckt werden. Bahnbestimmungen und Vergleiche mit Aufzeichnungen aus aller Welt blieben ebenfalls ergebnislos.
Schweifstern über Asien: Komet C390 Q1
Historische Aufzeichnungen beschreiben die Nähe jenes Kometen an die Erde mit 0,1 AE, das sind nur knappe 15 Millionen Kilometer. Als der aperiodische Schweifstern im Spätsommer des Jahres 390 am Himmel auftauchte, beschrieben ihn viele chinesische Chronisten als hell, doch nicht gleißend.
Ihre Aussagen widersprechen sich in der Helligkeit von höchstens – 1 mag und in der Schweiflänge von ca. 100 Grad am Himmel. Die Dauer der Sichtbarkeit wurde einhellig mit etwa 8 Wochen beschrieben.
In Europa tauchte der Komet C390 Q1 nur in Philostorius’ »Ecclesiasticae Historiae« aus dem Jahr 425 auf. Auch dieser Schweifstern wird als aperiodisch eingeordnet. Die Beschreibungen seiner Erscheinung und Bewegung stimmten bisher mit keinem lang- oder kurzperiodischen Vertreter überein, deren Bahnen die Astronomen der letzten 3 Jahrhunderte zurückverfolgten.
Quellen
- Wikipedia.org, Kometenaufgang, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons, entnommen 08.02.2020
