Von Alexander Merz · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 14. September 2026
Wie gelingt der Einstieg in die Astrofotografie möglichst günstig und nerven schonend? Das soll im Artikel beantwortet werden.
Astrofotografie ist die Fotografie des Himmels, der Sterne und anderer Himmelsobjekte. Es gibt viele Gründe, warum Menschen sich für Astrofotografie interessieren, einschließlich der Schönheit des Himmels, der wissenschaftlichen Bedeutung von Himmelsobjekten und der Möglichkeit, einzigartige und atemberaubende Bilder zu erstellen.
Wie findet man aber einen Einstieg, wenn man sich nicht gleich das kostenintensive und anspruchsvolle Equipment für die Deep-Sky-Astrofotografie oder Planetenfotografie zulegen möchte?

Einstieg in die Astrofotografie: Tipps und Tricks für Anfänger
Die Astrofotografie ist eine faszinierende Möglichkeit, den Himmel und die Sterne auf einzigartige Weise zu erleben und zu dokumentieren. In diesem Artikel bekommst du einige wichtige Tipps und Tricks, die dir den schnellen und einfachen Einstieg in die Astrofotografie erleichtern.
Standortwahl und Vorbereitung
Der erste Schritt bei der Astrofotografie ist die Wahl des richtigen Standorts. Ein Ort mit möglichst wenig Lichtverschmutzung ist ideal, um klare und deutliche Bilder zu erhalten. Eine gute Möglichkeit, den Standort zu finden, ist die Verwendung von Apps wie “Light Pollution Map” oder “Dark Sky Finder”.
Eine stabile Unterlage für deine Kamera ist ebenfalls wichtig, um Verwacklungen zu vermeiden. Ein Stativ ist hierbei eine gute Wahl. Wenn du kein Stativ zur Hand hast, tut es auch eine stabile Oberfläche wie ein Felsen oder ein Baumstumpf.
Darüber hinaus ist es wichtig, dass du die richtige Ausrüstung hast. Ein Objektiv mit einer niedrigen Brennweite (z.B. 24mm) ist ideal, um ein breites Sichtfeld (Weitfeldaufnahme) zu erhalten. Ein große Brennweite ist für Detaillaufnahme zu empfehlen, wenn man zum Beispiel den Mond fotografieren möchte.
Eine DSLR-Kamera ist ebenfalls von Vorteil, da sie in der Regel bessere Einstellungsmöglichkeiten bietet als eine Kompaktkamera oder ein Smartphone.
Motive für Einsteiger
Der Mond ist ein faszinierendes Objekt am Nachthimmel, das jeder sehen kann, aber mit einer Kamera kannst du ihn auf eine völlig neue Art festhalten.
Mond
Der Mond bietet viele Möglichkeiten für verschiedene Arten von Aufnahmen, wie zum Beispiel Nahaufnahmen von Kratern oder weitwinklige Aufnahmen mit Landschaften im Vordergrund. Der Mond ist auch ein großartiges Objekt, um deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern, da er sehr hell ist und du mit den Einstellungen deiner Kamera experimentieren kannst, um das bestmögliche Bild zu erhalten.
Milchstraße
Ein weiteres faszinierendes Objekt am Nachthimmel ist die Milchstraße. Die Milchstraße ist eine riesige Ansammlung von Sternen, die von der Erde aus als leuchtender Streifen am Himmel zu sehen ist. Mit einer Kamera kannst du die Schönheit der Milchstraße einfangen und beeindruckende Bilder erzeugen.

Die Astrofotografie erfordert oft längere Belichtungszeiten, um die Sterne und die Milchstraße zu erfassen, daher brauchst du ein stabiles Stativ und eine Möglichkeit, die Kamera während der Belichtung ruhig zu halten und sogar die Erdbewegung auszugleichen. Wenn dir dann ein gutes Bild gelingt, wirst du von der Schönheit der Milchstraße beeindruckt sein.
Einstieg in die Astrofotografie mit dem Smartphone
Du brauchst kein teures Equipment, um den Einstieg in die Astrofotografie zu finden. Tatsächlich kann auch dein Smartphone eine nützliche Option sein, um beeindruckende Nachtaufnahmen zu machen.

Hier sind einige Tipps für die Astrofotografie mit deinem Smartphone:
- Finde einen Ort mit minimaler Lichtverschmutzung: Je dunkler der Himmel, desto klarer werden deine Bilder.
- Nutze ein Stativ: Ein Stativ oder eine stabile Oberfläche verhindert Verwacklungen. Belichte nicht länger als 4 Sekunden, sonst entstehen Lichtstreifen.
- Manuelle Einstellungen: Nutze manuelle Einstellungen wie ISO, Belichtungszeit und Fokus, um eine bessere Kontrolle über das Bild zu haben.
- Externe Objektive: Vorsatzlinsen holen mehr aus deiner Handykamera heraus. Hier sind einige empfohlene Objektive:
- Weitwinkelobjektiv: Das Moment Wide 18mm Objektiv ist eine großartige Option für die Astrofotografie mit dem Smartphone. Es bietet eine hohe optische Qualität und eine Weitwinkelansicht von 110 Grad. Es passt auf viele Smartphones und ist einfach zu montieren.
- Teleobjektiv: Das Apexel 12x Teleobjektiv ist eine gute Wahl für die Aufnahme von Mond, Sternen und Planeten. Es kann näher heranzoomen als die meisten Smartphone-Kameras und bietet eine bessere Bildqualität. Es wird mit einem Stativ und einer Handyhalterung geliefert.
- Teleskop als Objektiv: Mit einem Smartphone-Adapter (rund 14,90 € ● Derzeit nicht lieferbar (lieferbar ab 15.11.2026)) klemmst du das Handy hinter das Okular – das ist der günstigste Weg zu einem formatfüllenden Mond.
- Optional – Bearbeitung: Nutze Bearbeitungssoftware, um die Aufnahmen zu optimieren und zu verbessern.
- Poste deine Bilder auf sterngucker.de 8)
Eine High-Tech-Zwischenstufe wäre ein Smartscope wie das eVscope II (rund 4.911 €). Allerdings übersteigt das den Geldbeutel eines Einsteigers deutlich.
DSLR Astrofotografie
Für fortgeschrittenere Astrofotografieaufnahmen brauchst du eine DSLR-Kamera und eine Montierung. Oftmals ist eine DSLR bei Interessierten bereits vorhanden.
Die richtige Objektivwahl ist ebenfalls wichtig, um ein möglichst großes Himmelsausschnitt zu erfassen und mehr Licht einzufangen für Weitfeldaufnahmen.
Eine Montierung ist ebenfalls notwendig, um längere Belichtungszeiten zu ermöglichen und Verwacklungen zu minimieren.

Einstellungen der Kamera
Eine korrekte Einstellung der Kamera ist ein wichtiger Faktor bei der Astrofotografie. Hier sind einige wichtige Einstellungen, die du berücksichtigen solltest:
- Fokussierung: Wenn du auf einen Stern oder ein anderes Himmelsobjekt fokussierst, nimm am besten den manuellen Fokus-Modus. Über Live-View und die digitale Zoomfunktion kannst du die Schärfe zusätzlich kontrollieren.
- Belichtungszeit: Die Belichtungszeit sollte so lang wie möglich sein, um genügend Licht einzufangen, ohne dass das Bild überbelichtet wird. In der Regel startest du mit etwa 20–30 Sekunden und passt bei Bedarf an.
- ISO-Empfindlichkeit: Eine höhere ISO-Empfindlichkeit lässt dich bei schlechten Lichtverhältnissen mehr Licht einfangen. Allerdings kann eine zu hohe ISO-Einstellung auch zu Bildrauschen führen. Es ist empfehlenswert, mit einer niedrigen ISO-Einstellung zu beginnen (z.B. 800) und bei Bedarf anzupassen.
Beispieleinstellungen mit einer beliebten Einsteiger DSLR: CANON EOS 400D
Die Canon EOS 400D ist eine ältere DSLR-Kamera, aber sie ist immer noch in der Lage, gute Astrofotografieaufnahmen zu machen. Hier sind einige mögliche Kameraeinstellungen für die Milchstraßenfotografie mit der Canon EOS 400D:
- ISO: Wähle einen ISO-Wert zwischen 800 und 1600, um das Bildrauschen zu minimieren.
- Blende: Wähle eine große Blendenöffnung, um mehr Licht einzufangen. Eine Blende von f/2.8 oder größer ist ideal.
- Belichtungszeit: Wähle 20–30 Sekunden, um genügend Licht einzufangen, aber auch nicht zu lange, um das Bildrauschen zu minimieren.
- Fokussierung: Stelle den Fokus manuell auf Unendlich.
- Bildstil: Wähle einen flachen Bildstil (z.B. Neutral), um die spätere Bearbeitung zu erleichtern.
- Weißabgleich: Stelle den Weißabgleich manuell ein, um unerwünschte Farbstiche zu minimieren.
- RAW-Format: Nimm das RAW-Format, um mehr Details zu erfassen und eine bessere Bearbeitung zu ermöglichen.
Wenn du mehr Informationen, auch zu dezidierten Astrofotografie Kamera, willst findest du hinter dem Link.
Ein Stativ ist ein Muss. Eine Nachführung ist sinnvoll
Wenn man mit der DSLR eine astrofotografische Aufnahme machen möchte, die eine längere Belichtungszeit hat, ist eine nachgeführte Montierung zu empfehlen. Diese gleicht die Erdrotation aus. Ansonsten kommt es bei längren Brennweiten schon ab 4 Sekunden Belichtungszeit zu sichtbaren Lichtspuren.
Je kürzer die Brennweite, desto länger kann auch ohne Nachführung belichtet werden. Bei einer Brennweite von ca. 200 mm kann ca. 15-20 Sekunden belichtet werden.
Eine einfache und kostengünstige Montierung ist die Omegon MiniTrack LX3 Essentials. Federgetriebene Barn-Door-Nachführung ohne Strom und ohne Motor – Kamera aufsetzen, Polstern anpeilen, und Belichtungszeiten bis mehrere Minuten sind mit einer DSLR machbar. So werden Aufnahmen der Milchstraße oder von hellen Deep-Sky-Objekten möglich, ohne dass gleich eine parallaktische Montierung her muss.
Omegon MiniTrack LX3 Essentials

Federgetriebene Barn-Door-Nachführung ohne Strom – Kamera plus Objektiv aufsetzen, Polstern anpeilen, und Belichtungszeiten bis mehrere Minuten sind mit einer DSLR machbar. Der leichteste ehrliche Einstieg in nachgeführte Astrofotografie.
Preis: 143 €
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Welches Objektiv für den Einstieg in die Astrofotografie
Die Wahl des Objektives ist davon abhängig, was du fotografieren willst. Im Weiteren folgen Beispiele für gute Einsteigerobjekte und die dazugehörigen Objektive.
Objektive für Detailaufnahmen (Mond)
Für die Mondfotografie benötigt man ein geeignetes Objektiv, das eine ausreichende Brennweite und Lichtstärke bietet, um den Mond detailreich abzubilden. Zwei Objektive, die sich hierfür eignen könnten, sind das Sigma 18-300mm 3,5-6,3 und das Tamron 100-400mm F/4.5-6.3 Di VC USD.
Beide Objektive bieten einen großen Brennweitenbereich, der es ermöglicht, den Mond je nach Bedarf größer oder kleiner abzubilden. Das Tamron-Objektiv hat zudem eine etwas höhere Brennweite und Lichtstärke, was es noch besser für die Mondfotografie geeignet machen könnte.
Objektive für Weitfeldaufnahmen
Ein gutes Objektiv für Milchstraßenfotografie ist das Rokinon 14mm f/2.8 Objektiv oder das Sigma 24mm f/1.4 Objektiv. Diese Objektive haben eine große Blendenöffnung und eine scharfe Abbildungsqualität. Es ist jedoch wichtig, die Kompatibilität des Objektivs mit deiner Kamera zu prüfen.
Der nächste Schritt nach dem Fotoobjektiv ist ein kleiner Astro-Refraktor: Der William Optics RedCat 51 und der Askar SQA55 (rund 1.190 € bzw. 999 €) sind genau dafür gebaut – kurze Brennweite, sehr lichtstark, und beide passen noch auf eine leichte Reise-Nachführung.
Ablauf für ein Foto der Milchstraße
- Vorbereitung: Achte darauf, dass deine Kamera auf dem Stativ sitzt und die Startracker-Montierung richtig ausgerichtet ist.
- Objektivwahl: Nimm ein Objektiv mit kurzer Brennweite, um einen möglichst großen Himmelsausschnitt zu erfassen. Eine Brennweite von 14mm bis 24mm eignet sich gut für Milchstraßenfotografie. Eine große Blendenöffnung von f/2.8 oder größer ist auch hilfreich, um mehr Licht einzufangen.
- Einstellungen: Stelle die Kamera auf manuell. Wähle 20 bis 30 Sekunden Belichtungszeit und die größtmögliche Blendenöffnung, damit viel Licht auf den Sensor fällt. Die ISO-Empfindlichkeit legst du auf 1600 bis 3200 – so bleibt das Bildrauschen im Rahmen.
- Fokussierung: Stelle den Fokus auf Unendlich. Über den Live-View-Modus kannst du auch manuell scharfstellen.
- Aufnahme: Löse verzögert oder per Fernauslöser aus, damit nichts verwackelt, und lass die Kamera 20–30 Sekunden belichten. Wiederhole das mehrmals, damit du genug Bilder für die spätere Bearbeitung hast.
- Bearbeitung: Nutze eine Bildbearbeitung wie Adobe Lightroom oder Photoshop, um die Bilder zu stapeln und die Farben und Kontraste zu optimieren.
- Poste deine Bilder auf sterngucker.de 8)
Mehr Informationen findest du im Artikel: Milchstraße fotografieren: Anleitung, Ausrüstung & Tipps [2023]
Einstieg in die Astrofotografie: Bildbearbeitung
Die Bearbeitung von Astrofotografie-Bildern kann je nach Art der Aufnahme und den gewünschten Ergebnissen sehr unterschiedlich sein. Hier ist jedoch ein grober Ablauf, der für viele Bilder funktionieren könnte:
- RAW-Entwicklung: Die meisten Astrofotografie-Bilder werden im RAW-Format aufgenommen, um eine höhere Qualität und mehr Flexibilität bei der Nachbearbeitung zu ermöglichen. Die RAW-Entwicklung ist der erste Schritt in der Bearbeitung. Hier können Belichtung, Farbtemperatur, Kontrast und andere Einstellungen angepasst werden, um das Bild zu optimieren.
- Ausrichtung und Stapelung: Wenn mehrere Bilder aufgenommen wurden, um ein Endbild mit höherer Auflösung und geringerem Rauschen zu erstellen, müssen sie zuerst ausgerichtet und gestapelt werden. Es gibt spezielle Software, die dies automatisch tun kann, wie zum Beispiel DeepSkyStacker.
- Bildbearbeitung: Nach der RAW-Entwicklung und dem Stapeln können weitere Anpassungen vorgenommen werden, um das Bild zu verbessern. Dazu gehören die Korrektur von Farbstichen, die Verbesserung der Details und die Hervorhebung von Strukturen. Hierfür gibt es verschiedene kostenlose und kostenpflichtige Bildbearbeitungssoftware wie zum Beispiel GIMP oder Photoshop.
- Finishing: Am Ende kann das Bild noch mit Rahmen, Text und anderen Effekten versehen werden, um es zu vervollständigen.
Es gibt eine Reihe von kostenlosen Bildbearbeitungsprogrammen, die für Astrofotografie verwendet werden können. Einige der beliebtesten sind GIMP, RawTherapee, Darktable und StarTools. Es gibt auch spezielle Astrofotografie-Software wie DeepSkyStacker, Siril oder Astro Pixel Processor.
Desweiteren gibt es noch allgemeine Tipps, die für Anfänger interessant sein können.
Setup für Fortgeschrittene
