Von Alexander Merz · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 22. September 2026
Mondgestein ist das Gestein, aus dem die Oberfläche des Mondes besteht: dunkler Basalt in den Mondmeeren und heller Anorthosit im Hochland. Auf die Erde gelangt es auf zwei Wegen, als Probe von Raumsonden oder als Mondmeteorit.

Woher kommt das Mondgestein auf der Erde?
| Quelle | Zeitraum | Menge |
|---|---|---|
| Apollo 11 bis 17 (USA) | 1969–1972 | rund 382 kg in 2.196 Proben |
| Luna 16, 20 und 24 (Sowjetunion) | 1970–1976 | rund 300 g |
| Chang’e 5 (China) | 2020 | 1.731 g |
| Chang’e 6 (China), erste Probe von der Mondrückseite | 2024 | 1.935 g |
| Mondmeteoriten | seit 1982 erkannt | bis 2019 schon über 1.000 kg |
Die Meteoriten sind also längst die größte Quelle. Sie stammen allerdings von unbekannten Stellen des Mondes, während man bei jeder Apollo-Probe weiß, wo genau sie aufgehoben wurde.
Woraus besteht Mondgestein?
Mit bloßem Auge siehst du am Mond helle und dunkle Flächen. Genau diese zwei Farben entsprechen den zwei Hauptgesteinen. Dazu kommen Trümmergesteine, die Einschläge zusammengebacken haben.
| Gestein | Wo | Hauptminerale | Alter |
|---|---|---|---|
| Mare-Basalt | dunkle Mondmeere | Pyroxen, Plagioklas, Ilmenit, oft Olivin | meist 3,1 bis 3,9 Mrd. Jahre |
| Anorthosit | helles Hochland | fast nur Plagioklas-Feldspat | bis rund 4,4 Mrd. Jahre |
| Brekzie | überall | Bruchstücke beider, verbacken durch Einschläge | unterschiedlich |
| Regolith | oberste Schicht | feiner Staub, Glasperlen, Gesteinssplitter | ständig umgewälzt |
Chemisch ähnelt Mondgestein irdischem Vulkangestein. Der große Unterschied: Es enthält praktisch kein Wasser in seinen Mineralen und ist nie verwittert. Rund 40 bis 45 Prozent seiner Masse sind Sauerstoff, fest in den Mineralen gebunden.
Die Apollo-Proben lösten auch die Frage nach der Herkunft des Mondes. Ihre Sauerstoff-Isotope gleichen denen der Erde fast exakt, ein starkes Argument dafür, dass der Mond aus einem Riesenaufprall auf die junge Erde entstand.
Mondmeteoriten: wie Mondgestein von selbst zu uns kommt
Schlägt ein Asteroid auf dem Mond ein, fliegen Brocken schneller als 2,4 km/s davon. Das reicht, um der schwachen Mondschwerkraft zu entkommen. Manche dieser Trümmer kreisen Jahrtausende bis Millionen Jahre durchs All, bevor sie auf die Erde fallen.
Bis 2019 waren 371 Mondmeteoriten mit zusammen über 1.000 kg bekannt. Viele sind Bruchstücke desselben Falls, die Zahl der echten Einzelereignisse ist deutlich kleiner.
| Mondmeteorit | Fund | Besonderheit |
|---|---|---|
| ALH 81005 | 1982, Antarktis | der erste als Mondgestein erkannte Meteorit |
| Calcalong Creek | um 1960, Australien; erkannt 1991 | nur 19 g, lag Jahrzehnte unerkannt in einer Sammlung |
| Dhofar 280 | 2001, Oman | Gestein aus dem Mondhochland, 251 g |
| Dar al Gani 400 | 1998, Libyen | 1,4 kg, lange einer der größten |
| NWA 12691 | 2017, Grenzregion Westsahara/Algerien | mit 103,8 kg Gesamtmasse der bisher größte Fund |
| NWA 12760 | 2017, Nordwestafrika | größtes Einzelstück: 58 kg |
Gefunden werden sie fast nur in Wüsten und im antarktischen Blaueis. Dort fällt ein dunkler Stein auf hellem Grund auf, und die Trockenheit bremst die Verwitterung. In feuchtem Klima zerfällt ein Meteorit, bevor ihn jemand bemerkt.
Kann man einen Mondmeteoriten erkennen?
Ehrliche Antwort: Zu Hause praktisch nicht. Mondmeteoriten sehen aus wie graue oder dunkle irdische Steine. Die üblichen Meteoriten-Tests helfen kaum.
- Magnet: Die meisten Meteoriten ziehen einen Magneten an, weil sie Eisen-Nickel-Metall enthalten. Mondmeteoriten enthalten kaum Metall und reagieren oft nur schwach oder gar nicht.
- Schmelzkruste: Eine dünne, dunkle Kruste vom Flug durch die Atmosphäre ist ein gutes Zeichen, verwittert in der Wüste aber schnell.
- Labor: Den Nachweis liefern Mineralchemie (etwa das Verhältnis von Eisen zu Mangan), Isotope und Spuren der kosmischen Strahlung. Erst dann bekommt ein Fund einen offiziellen Namen im „Meteoritical Bulletin“.
Mondgestein kaufen: was legal ist
Proben aus Apollo-Missionen sind Eigentum der US-Regierung und wurden nie verkauft. Drei winzige Luna-16-Proben kamen 1993 für 442.500 US-Dollar unter den Hammer, das ist die große Ausnahme.
Mondmeteoriten dagegen darfst du besitzen und verschenken. Kleine Splitter gibt es schon ab etwa 24,90 €, größere Stücke kosten schnell mehrere hundert Euro. Alle geprüften Angebote vergleicht unser Ratgeber Meteorit kaufen.
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Gibt es Erdgestein auf dem Mond?
Ja, vermutlich schon. In der Apollo-14-Probe „Big Bertha“ steckt ein etwa 2 g schweres Bruchstück, das nach einer Studie von 2019 wohl vor rund vier Milliarden Jahren auf der Erde entstand. Ein Einschlag schleuderte es damals zum Mond.
Solche Funde sind wertvoll, weil auf der Erde fast kein so altes Gestein überdauert hat. Der Mond ist damit auch ein Archiv der frühen Erde. Auf dieselbe Weise gelangten übrigens Marsmeteoriten zu uns.
Häufige Fragen
Was ist Mondgestein?
Das Gestein der Mondoberfläche: vor allem dunkler Basalt in den Mondmeeren und heller Anorthosit im Hochland, dazu durch Einschläge verbackene Brekzien.
Wie viel Mondgestein gibt es auf der Erde?
Rund 382 kg aus den Apollo-Missionen, etwa 300 g von Luna und knapp 3,7 kg von Chang’e 5 und 6. Dazu kommen Mondmeteoriten mit weit über 1.000 kg.
Woraus besteht Mondgestein?
Aus Mineralen wie Plagioklas-Feldspat, Pyroxen, Olivin und Ilmenit. Wasserhaltige Minerale fehlen fast völlig, rund 40 bis 45 Prozent der Masse sind gebundener Sauerstoff.
Kann man Mondgestein kaufen?
Apollo-Proben nicht. Mondmeteoriten sind legal erhältlich, kleine Splitter mit Zertifikat gibt es ab etwa 24,90 €.
Wie erkennt man einen Mondmeteoriten?
Zu Hause kaum. Anders als die meisten Meteoriten sind Mondmeteoriten oft kaum magnetisch. Sicher klärt die Herkunft nur eine Laboranalyse.
Wie alt ist Mondgestein?
Die Basalte der Mondmeere sind meist 3,1 bis 3,9 Milliarden Jahre alt, Gestein aus dem Hochland bis zu rund 4,4 Milliarden Jahre.