Von Alexander Merz · Veröffentlicht am · Angaben geprüft am 14. September 2026
Die Perseiden sind der bekannteste Meteorstrom des Jahres – und 2027 fällt ihr Maximum in eine Nacht, die einen Haken hat und eine Lösung.
Der Haken ist der Mond. Die Lösung ist, dass er rechtzeitig untergeht.

Wann genau? Maximum, Mond und das beste Zeitfenster
| Maximum | Nacht vom 12. auf den 13. August 2027, gegen 0:30 Uhr MESZ |
| Beste Stunden | 1:31 bis 3:39 Uhr – nach Monduntergang, vor der Dämmerung |
| Mond | 83 % beleuchtet, Untergang 1:31 Uhr |
| Dunkelheit | 23:11 bis 3:39 Uhr (astronomische Nacht) |
| Radiant | Sternbild Perseus; um 1 Uhr 40°, um 3 Uhr 54° hoch |
| Erwartung | unter dunklem Himmel 40 bis 60 Meteore pro Stunde |
| Ursprung | Staubspur des Kometen 109P/Swift-Tuttle |
Zeiten für die Mitte Deutschlands (51° N, 10° O), Sommerzeit. Maximum berechnet über die Sonnenlänge von 140°, Mond- und Dämmerungszeiten aus den Ephemeriden.
Warum 2027 die zweite Nachthälfte entscheidet
Bei Sternschnuppen entscheidet selten die Zahl der Meteore, sondern wie dunkel dein Himmel ist. Ein zu 83 Prozent beleuchteter Mond schluckt die schwachen Meteore – und die schwachen sind die Mehrheit.
2027 trifft es sich gut: Der Mond geht um 1:31 Uhr unter, das Maximum liegt gegen 0:30 Uhr, und der Radiant steigt genau dann höher.
Um 1 Uhr steht er 40 Grad über dem Horizont, um 3 Uhr schon 54 Grad. Je höher der Radiant, desto mehr Meteore – unter dem Horizont liegende Bahnen fallen weg.
Wie viele Sternschnuppen du wirklich siehst
Die oft genannten 100 Meteore pro Stunde sind ein Laborwert. Er gilt für einen Radianten im Zenit und einen perfekt dunklen Himmel, den in Deutschland fast niemand hat.
Realistisch sind 2027 unter einem dunklen Landhimmel 40 bis 60 Meteore pro Stunde im besten Fenster. Am Stadtrand bleiben davon 10 bis 20 übrig, in der Innenstadt eine Handvoll.
Das klingt ernüchternd, ist es aber nicht: Auch 15 Sternschnuppen in einer Stunde bedeuten alle vier Minuten eine – und die hellen Perseiden sieht man auch aus der Stadt.
Was die Perseiden eigentlich sind
Jedes Jahr im August kreuzt die Erde die Staubspur des Kometen 109P/Swift-Tuttle. Der Komet selbst braucht 133 Jahre für einen Umlauf und war zuletzt 1992 in Sonnennähe.
Die Teilchen, die dabei verglühen, sind meist sandkorngroß. Sie treffen mit rund 59 Kilometern pro Sekunde auf die Atmosphäre und leuchten in etwa 80 Kilometern Höhe auf.
Auf den Boden kommt davon nichts. Deshalb ist das umgangssprachliche Wort Meteoritenschauer streng genommen falsch – ein Meteorit ist ein Brocken, der die Erde erreicht. Mehr dazu im Sternschnuppen-Kalender.
So beobachtest du richtig
Liegen statt stehen. Eine Isomatte oder ein Liegestuhl ist die wichtigste Ausrüstung der Nacht – mit dem Kopf im Nacken hält man keine zwei Stunden durch.
Kein Licht. Zwanzig Minuten braucht das Auge, um sich anzupassen, ein Blick aufs Handy zerstört das in einer Sekunde. Bildschirm auf Rotlicht und minimale Helligkeit stellen.
Warm anziehen. August klingt harmlos, aber wer zwei Stunden bewegungslos liegt, friert auch bei 15 Grad. Decke mitnehmen, nicht diskutieren.
Raus aus der Stadt. Zwanzig Autominuten in die Dunkelheit bringen mehr als jedes Gerät. Wo es dunkel ist, zeigt eine Lichtverschmutzungskarte.
Praktisch für die Perseiden-Nacht
Für die Perseiden selbst brauchst du kein Gerät – ein Teleskop wäre sogar hinderlich, weil sein Bildfeld viel zu klein ist. Diese drei Dinge machen die Nacht trotzdem besser und sind über den 13. August hinaus nützlich.
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Häufige Fragen zu den Perseiden 2027
Wann genau ist das Maximum der Perseiden 2027?
In der Nacht vom 12. auf den 13. August 2027, gegen 0:30 Uhr MESZ. Der Wert ergibt sich aus der Sonnenlänge von 140 Grad, an der die Erde die dichteste Stelle der Staubspur kreuzt.
Stört der Mond 2027?
Bis 1:31 Uhr ja, danach nicht mehr. Er ist zu 83 Prozent beleuchtet, geht aber vor der besten Zeit unter. Damit ist 2027 deutlich günstiger als Jahre, in denen der Vollmond die ganze Nacht am Himmel steht.
Welche Nacht ist besser: 11./12. oder 12./13. August?
Die Nacht vom 12. auf den 13. Der Strom ist zwar mehrere Tage aktiv, aber nur dort fallen Maximum, Monduntergang und ein hoch stehender Radiant zusammen. Die Nacht davor ist die zweitbeste Wahl.
Wo muss ich hinschauen?
Nicht zum Radianten. Such dir die dunkelste Stelle deines Himmels, meist steil nach oben, und lass den Blick weit. Die Meteore erscheinen überall, ihre Spuren zeigen nur vom Perseus weg.
Brauche ich ein Teleskop oder ein Fernglas?
Nein. Beide zeigen einen zu kleinen Ausschnitt, um Meteore zu erwischen. Das beste Instrument für Sternschnuppen ist das bloße Auge – und eine Liege.
Was ist mit den Perseiden 2026?
Die waren am 12./13. August 2026 und fielen auf Neumond – die bestmögliche Konstellation. Alles dazu steht auf unserer Seite zu den Perseiden 2026.
Weiterlesen
Alle Meteorströme des Jahres mit Terminen und Mondlage stehen im Sternschnuppen-Kalender. Was sonst gerade am Himmel läuft, zeigt Heute am Himmel – jede Nacht neu berechnet.
Der stärkste Strom des Jahres sind übrigens nicht die Perseiden, sondern die Geminiden im Dezember. Nur ist es dann kälter.