
Von Alexander Merz · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 16. Oktober 2026
Dieser Sternschnuppen-Kalender listet alle Meteorströme für 2026 und Anfang 2027 mit dem Datum des Maximums, der erwarteten Rate und einer Bewertung, ob der Mond stört. Datengrundlage ist der offizielle Kalender der International Meteor Organization (IMO).
Ob nächste Sternschnuppen, Meteoritenschauer oder große Sternschnuppennacht: Hier stehen alle Termine – mit ehrlicher Ansage, ob sich das Aufbleiben lohnt.
⚡ Der nächste Meteorstrom
Orioniden – 21./22. Oktober 2026 (morgen Nacht), bis 20 Meteore/h. Gut80 % beleuchtet, der Mond geht um 03:09 Uhr unter. Beste Zeit 05:39 Uhr, Radiant 56° hoch. Realistisch ca. 10 Meteore/h am dunklen Landhimmel. Schnelle Meteore des Halleyschen Kometen, Radiant nach Mitternacht hoch.
Was im laufenden Monat sonst noch am Himmel passiert – Planeten, Mond und besondere Ereignisse –, steht im Monatsüberblick: Sternenhimmel im Oktober 2026.
Für Sternschnuppen brauchst du kein Gerät. Wenn du danach mehr vom Himmel sehen willst, ist ein Fernglas der günstigste Einstieg – welches am Himmel wirklich taugt, steht in unserer Fernglas-Kaufberatung.
Sternschnuppen-Kalender 2026/2027
Alle Ströme, die in Mitteleuropa mit bloßem Auge etwas hergeben – von der nächsten Nacht bis zwölf Monate voraus. Jede Zeile ist gerechnet, nicht geschätzt: das Maximum aus der Sonnenlänge der International Meteor Organization, dazu Mondbeleuchtung, Mondauf- und -untergang und die Höhe des Radianten in genau dieser Nacht für Mitteldeutschland (50° Nord). Daraus entsteht die Beobachtungsnote von „Ideal“ bis „Aussichtslos“ – der Rechenweg steht in jeder Zeile zum Aufklappen.
| Meteorstrom | Maximum | Rate (ZHR)* | Radiant | Mond & Beobachtungsnote |
|---|---|---|---|---|
| Orioniden aktiv 2. Okt. – 7. Nov. | 21./22. Oktober 2026 Maximum 21. Oktober, 20:27 Uhr MESZ | bis 20 | Orion | Gut80 % beleuchtet, der Mond geht um 03:09 Uhr unter. Beste Zeit 05:39 Uhr, Radiant 56° hoch. Realistisch ca. 10 Meteore/h am dunklen Landhimmel. Schnelle Meteore des Halleyschen Kometen, Radiant nach Mitternacht hoch.Rechenweg anzeigen
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| Südliche Tauriden aktiv 10. Sep. – 20. Nov. | 5./6. November 2026 Maximum 5. November, 19:57 Uhr MEZ | bis 5 | Stier | Ideal11 % beleuchtet, der Mond geht um 04:06 Uhr auf. Beste Zeit 00:48 Uhr, Radiant 53° hoch. Realistisch ca. 3 Meteore/h am dunklen Landhimmel. Berühmt für einzelne, sehr helle Feuerkugeln.Rechenweg anzeigen
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| Nördliche Tauriden aktiv 20. Okt. – 10. Dez. | 12./13. November 2026 Maximum 12. November, 19:14 Uhr MEZ | bis 5 | Stier | Ideal13 % beleuchtet, der Mond geht um 18:09 Uhr unter. Beste Zeit 00:45 Uhr, Radiant 62° hoch. Realistisch ca. 3 Meteore/h am dunklen Landhimmel. Langsame Meteore, Radiant die ganze Nacht über dem Horizont.Rechenweg anzeigen
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| Leoniden aktiv 6. Nov. – 30. Nov. | 17./18. November 2026 Maximum 18. November, 00:49 Uhr MEZ | bis 15 | Löwe | Ideal55 % beleuchtet, der Mond geht um 23:49 Uhr unter. Beste Zeit 06:18 Uhr, Radiant 62° hoch. Realistisch ca. 8 Meteore/h am dunklen Landhimmel. Die schnellsten Meteore des Jahres, ergiebig erst in der zweiten Nachthälfte.Rechenweg anzeigen
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| Geminiden aktiv 4. Dez. – 20. Dez. | 14./15. Dezember 2026 Maximum 14. Dezember, 14:44 Uhr MEZ | bis 150 | Zwillinge | Ideal29 % beleuchtet, der Mond geht um 21:36 Uhr unter. Beste Zeit 02:12 Uhr, Radiant 73° hoch. Realistisch ca. 90 Meteore/h am dunklen Landhimmel. Stärkster Strom des Jahres, Radiant schon ab 22 Uhr hoch.Rechenweg anzeigen
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| Ursiden aktiv 17. Dez. – 26. Dez. | 22./23. Dezember 2026 Maximum 22. Dezember, 23:10 Uhr MEZ | bis 10 | Kleiner Wagen | Aussichtslos98 % beleuchtet, der Mond steht die ganze Nacht am Himmel. Beste Zeit 06:54 Uhr, Radiant 62° hoch. Realistisch ca.
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| Quadrantiden aktiv 28. Dez. – 12. Jan. | 3./4. Januar 2027 Maximum 4. Januar, 04:25 Uhr MEZ | bis 80 | Bootes | Ideal13 % beleuchtet, der Mond geht um 05:51 Uhr auf. Beste Zeit 05:51 Uhr, Radiant 62° hoch. Realistisch ca. 45 Meteore/h am dunklen Landhimmel. Sehr kurzes Maximum von nur wenigen Stunden.Rechenweg anzeigen
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| Lyriden aktiv 14. Apr. – 30. Apr. | 22./23. April 2027 Maximum 23. April, 03:41 Uhr MESZ | bis 18 | Leier | Schlecht95 % beleuchtet, der Mond geht um 22:56 Uhr auf. Beste Zeit 22:54 Uhr, Radiant 21° hoch. Realistisch ca. 4 Meteore/h am dunklen Landhimmel.Rechenweg anzeigen
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| Eta-Aquariiden aktiv 19. Apr. – 28. Mai | 6./7. Mai 2027 Maximum 6. Mai, 17:12 Uhr MESZ | bis 50 | Wassermann | Ideal1 % beleuchtet, der Mond bleibt die ganze Nacht unter dem Horizont. Beste Zeit 04:18 Uhr, Radiant 13° hoch. Realistisch ca. 7 Meteore/h am dunklen Landhimmel. Radiant steigt erst in der Morgendämmerung auf, in Mitteleuropa nur ein kurzes Fenster.Rechenweg anzeigen
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| Südliche Delta-Aquariiden aktiv 12. Juli – 23. Aug. | 29./30. Juli 2027 Maximum 29. Juli, 19:23 Uhr MESZ | bis 25 | Wassermann | Gut17 % beleuchtet, der Mond geht um 01:29 Uhr auf. Beste Zeit 03:30 Uhr, Radiant 24° hoch. Realistisch ca. 5 Meteore/h am dunklen Landhimmel. Radiant bleibt in Mitteleuropa tief im Süden.Rechenweg anzeigen
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| Alpha-Capricorniden aktiv 3. Juli – 15. Aug. | 30./31. Juli 2027 Maximum 30. Juli, 20:30 Uhr MESZ | bis 5 | Steinbock | Ideal9 % beleuchtet, der Mond geht um 02:38 Uhr auf. Beste Zeit 01:15 Uhr, Radiant 30° hoch. Realistisch ca. 2 Meteore/h am dunklen Landhimmel. Wenige, aber langsame und oft sehr helle Feuerkugeln.Rechenweg anzeigen
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| Perseiden aktiv 17. Juli – 24. Aug. | 11./12. August 2027 Maximum 13. August, 10:12 Uhr MESZ | bis 100 | Perseus | Gut77 % beleuchtet, der Mond geht um 00:44 Uhr unter. Beste Zeit 04:36 Uhr, Radiant 66° hoch. Realistisch ca. 60 Meteore/h am dunklen Landhimmel. Der beliebteste Strom des Jahres: warme Nächte, Radiant ab Mitternacht hoch.Rechenweg anzeigen
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| Kappa-Cygniden aktiv 3. Aug. – 25. Aug. | 18./19. August 2027 Maximum 18. August, 15:06 Uhr MESZ | bis 3 | Schwan | Aussichtslos97 % beleuchtet, der Mond steht die ganze Nacht am Himmel. Beste Zeit 22:36 Uhr, Radiant 81° hoch. Realistisch ca.
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| Alpha-Aurigiden aktiv 28. Aug. – 5. Sep. | 1./2. September 2027 Maximum 1. September, 17:31 Uhr MESZ | bis 6 | Fuhrmann | Ideal2 % beleuchtet, der Mond bleibt die ganze Nacht unter dem Horizont. Beste Zeit 05:18 Uhr, Radiant 53° hoch. Realistisch ca. 3 Meteore/h am dunklen Landhimmel. Schneller Strom, Radiant erst nach Mitternacht hoch.Rechenweg anzeigen
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| September-Perseiden aktiv 5. Sep. – 21. Sep. | 9./10. September 2027 Maximum 10. September, 02:03 Uhr MESZ | bis 5 | Perseus | Gut71 % beleuchtet, der Mond geht um 00:34 Uhr unter. Beste Zeit 05:15 Uhr, Radiant 80° hoch. Realistisch ca. 3 Meteore/h am dunklen Landhimmel.Rechenweg anzeigen
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| Draconiden aktiv 6. Okt. – 10. Okt. | 7./8. Oktober 2027 Maximum 9. Oktober, 09:27 Uhr MESZ | variabel, meist < 10 | Drache | Gut55 % beleuchtet, der Mond geht um 23:29 Uhr unter. Beste Zeit 23:30 Uhr, Radiant 40° hoch. Realistisch ca. 4 Meteore/h am dunklen Landhimmel. Der einzige Strom, der am frühen Abend am besten läuft.Rechenweg anzeigen
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*ZHR = theoretische Rate pro Stunde unter perfektem Himmel mit Radiant im Zenit. Die Spalte rechts rechnet daraus die realistische Rate für Mitteldeutschland – mit Mond, Dämmerung und Radiantenhöhe der jeweiligen Nacht.
Weitere Jahrgänge: aktueller Kalender · 2027 · 2028
Was heute Nacht sonst noch los ist – Mondphase, Planeten, ISS-Überflüge und Dämmerungszeiten für deinen Ort – steht auf Heute am Himmel. Alle Rechner, Karten und Kalender der Seite findest du unter Astronomie-Tools.
So entsteht die Beobachtungsnote
Die ZHR eines Stroms gilt für einen perfekten Himmel mit dem Radianten im Zenit – beides gibt es in der Praxis nie. Der Kalender rechnet deshalb für jede Nacht in Dreiminutenschritten durch: Wie hoch steht der Radiant, steht der Mond über dem Horizont, und wie hell ist er gerade? Die Rate sinkt mit dem Sinus der Radiantenhöhe, ein Mond über dem Horizont kostet grob 90 Prozent seiner Beleuchtung an Meteoren, und der Landhimmel mit Grenzgröße 6,0 statt 6,5 nimmt noch einmal gut ein Drittel.
Was übrig bleibt, ist die realistische Rate zur besten Uhrzeit. Die Note ergibt sich daraus, wie viel der Mond in dieser Nacht wegnimmt: unter 10 Prozent ist „Ideal“, über 85 Prozent „Aussichtslos“.
Fällt das Maximum auf den Tag, werden beide Nachbarnächte gerechnet und die ergiebigere gezeigt. Die Mondrechnung ist gegen die JPL-Ephemeride DE421 geprüft (Beleuchtung auf 1 Prozent, Auf- und Untergänge auf zwei Minuten).
So beobachtest du Sternschnuppen richtig
- Kein Teleskop! Sternschnuppen beobachtet man mit bloßem Auge – ein weites Blickfeld ist alles.
- Dunkler Standort: Je weniger Lichtverschmutzung, desto mehr Meteore. Schon 30 Minuten Stadtflucht verdoppeln die Ausbeute.
- Augen anpassen lassen: 20–30 Minuten ohne Handylicht – erst dann siehst du auch die schwachen Meteore.
- Bequem liegen: Liegestuhl oder Isomatte, Blick etwa 50 Grad hoch und 40 bis 60 Grad neben den Radianten (Skizze unten).
- Zweite Nachthälfte bevorzugen: Nach Mitternacht dreht sich deine Erdseite „frontal” in den Teilchenstrom – die Raten steigen deutlich.
Wann sieht man die meisten Sternschnuppen?
Die meisten Sternschnuppen siehst du in der Maximumsnacht eines großen Stroms, zwischen etwa 1 Uhr und der Morgendämmerung. Die beiden ergiebigsten Termine sind die Perseiden in der Nacht vom 12. auf den 13. August und die Geminiden um den 13./14. Dezember.
- Monat: August und Dezember. Unter Idealbedingungen bringen die Perseiden rund 100 Meteore pro Stunde, die Geminiden rund 150.
- Nacht: das Maximum selbst oder die Nacht davor bzw. danach. Weiter weg vom Maximum fällt die Rate schnell auf die Hälfte und weniger.
- Uhrzeit: zweite Nachthälfte bis zur Morgendämmerung. Bei den Geminiden lohnt es sich schon ab etwa 22 Uhr, am besten ist es gegen 2 Uhr.
- Mond: Nächte, in denen er unter dem Horizont steht. Ein heller Mond überstrahlt die vielen schwachen Meteore – wie viel er wegnimmt, steht in der Tabelle oben bei jedem Strom.
Warum die Morgenstunden? Dann blickst du in Flugrichtung der Erde. Die Erde zieht mit rund 30 km/s um die Sonne, und nach Mitternacht steht deine Seite vorn – wie eine Windschutzscheibe, die im Regen mehr Tropfen abbekommt. Dazu steigt bei den meisten Strömen der Radiant im Lauf der Nacht höher.
Wie viele Sternschnuppen siehst du wirklich? Die angekündigte Zahl ist die ZHR (Zenithal Hourly Rate): die Rate bei perfekt dunklem Himmel mit dem Radianten senkrecht über dir. Realistisch ist grob ZHR × sin(Radiantenhöhe) ÷ r(6,5 − Grenzgröße).
Dabei ist r der Populationsindex des Stroms (Perseiden 2,2, Geminiden 2,6) und die Grenzgröße die Helligkeit der schwächsten Sterne, die du gerade noch siehst.
Beispiel Perseiden, 2 Uhr nachts, Radiant 47° hoch: Auf dem Land (Grenzgröße 6,0) sind das 100 × 0,73 ÷ 1,48 ≈ 50 pro Stunde. Am Stadtrand (5,0) bleiben rund 22, in der Stadt (4,0) etwa 10.
Deshalb erzählen so viele nach der Perseidennacht von „nur“ fünf bis zehn Sternschnuppen: Nicht der Strom war schwach, sondern der Himmel zu hell.
In welche Himmelsrichtung muss ich schauen?
Eine feste Himmelsrichtung gibt es nicht: Sternschnuppen leuchten überall am Himmel auf. Nur ihre Spuren, rückwärts verlängert, treffen sich in einem Punkt, dem Radianten. Am meisten siehst du, wenn du 40 bis 60 Grad neben den Radianten schaust, in etwa 50 Grad Höhe.
Den Radianten selbst nicht anstarren. Meteore, die fast auf dich zukommen, erscheinen dort nur als kurze Striche und gehen leicht unter. Wichtiger als die genaue Richtung ist ein großer, dunkler Himmelsausschnitt ohne Laternen und ohne die Lichtglocke der nächsten Stadt.
- Perseiden (August): Der Radiant im Sternbild Perseus steht gegen 2 Uhr im Nordosten, rund 47 Grad hoch. Schau hoch in den Südosten oder fast senkrecht nach oben.
- Geminiden (Dezember): Der Radiant bei Kastor und Pollux in den Zwillingen steht gegen 2 Uhr fast 72 Grad hoch im Süden. Schau nach Osten oder Westen, etwa 45 Grad hoch.
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Die Highlights im Detail
Perseiden im August
Der ergiebigste Strom des Sommers, aktiv von Mitte Juli bis etwa zum 24. August. Alles Weitere – Maximum, beste Nächte, Uhrzeiten, Standort und Fototipps – steht im Guide zu den Perseiden 2026.
Geminiden – der stärkste Strom des Jahres (13./14. Dezember 2026)
Bis zu 150 Meteore pro Stunde, viele davon hell und langsam – die Geminiden sind der zuverlässigste Meteorstrom überhaupt. 2026 stört der Mond im Maximum kaum.
Einziger Haken: Dezember-Kälte. Thermoskanne, Skiunterwäsche und eine dicke Decke gehören zur Grundausrüstung.
Die Geminiden fallen mitten in die Geschenkezeit. Wer neben dir liegt und nach der zehnten Sternschnuppe anfängt, Fragen zu stellen, ist der klassische Fall für ein erstes eigenes Gerät – Ideen nach Budget sortiert stehen in der Astronomie-Geschenkeliste.
Kappa-Cygniden – die langsamen Feuerkugeln im August (17./18. August 2026)
Fünf Tage nach dem Perseiden-Maximum läuft ein zweiter, viel leiserer Strom: die Kappa-Cygniden. Ihr Radiant steht im Sternbild Schwan, das im August fast senkrecht über dir steht – bequemer geht es kaum. Die Rate ist mit etwa drei Meteoren pro Stunde bescheiden, doch die Kappa-Cygniden gleichen das durch Qualität aus: Mit rund 25 Kilometern pro Sekunde treffen sie deutlich langsamer auf die Atmosphäre als die Perseiden (59 km/s).
Das Ergebnis sind gemächlich ziehende, oft auffallend helle Feuerkugeln, die sekundenlang sichtbar bleiben. 2026 geht der zunehmende Mond gegen 22 Uhr unter, danach ist die Nacht dunkel.
Draconiden – der Strom für den frühen Abend (8./9. Oktober 2026)
Fast alle Meteorströme laufen in der zweiten Nachthälfte am besten. Die Draconiden sind die Ausnahme: Ihr Radiant im Sternbild Drache steht am Abend am höchsten und sinkt im Lauf der Nacht ab. Wer sie sehen will, geht also gleich nach Einbruch der Dunkelheit raus.
Mit etwa 20 km/s sind sie die langsamsten Meteore überhaupt. Die Rate ist normalerweise niedrig, aber der Mutterkomet 21P/Giacobini-Zinner hat schon mehrfach für spektakuläre Ausbrüche gesorgt – 1933 und 1946 mit tausenden Meteoren pro Stunde. 2026 ist kein Ausbruchsjahr zu erwarten – dafür sind die Bedingungen ideal: Neumond ist am 10. Oktober, der Mond stört an keinem der beiden Abende.
Der Radiant steht am 9. Oktober um 21 Uhr 59° hoch und sinkt bis Mitternacht auf 37° – die beste Zeit ist also 20:30 bis 23:30 Uhr. Alle Details zu beiden Oktober-Strömen stehen im Sternenhimmel im Oktober 2026.
Orioniden – die schnellen Meteore des Halleyschen Kometen (21./22. Oktober 2026)
Die Orioniden sind Staub des berühmtesten aller Kometen: 1P/Halley. Mit 66 km/s gehören sie zu den schnellsten Meteoren überhaupt – sie huschen als kurze, harte Striche über den Himmel und hinterlassen überdurchschnittlich oft eine nachleuchtende Spur. Das Maximum liegt am 21. Oktober 2026 bei einer ZHR von etwa 20. Anders als vielerorts behauptet stört kein Vollmond – der ist erst am 26. Oktober.
In der Maximumsnacht 21./22. Oktober ist der Mond zu 87 % beleuchtet, geht aber um 02:50 Uhr MESZ unter. Danach steht der Radiant im Orion schon 43° hoch und steigt bis 5 Uhr auf 53°: 03:00 bis 05:30 Uhr ist das beste Fenster des Jahres für diesen Strom. Der komplette Beobachtungsplan steht im Sternenhimmel im Oktober 2026.
Tauriden – die Feuerkugel-Saison im November
Die Südlichen und Nördlichen Tauriden überlappen sich von September bis Dezember und liefern zusammen nie mehr als etwa zehn Meteore pro Stunde. Trotzdem lohnt der Blick: Der Staubstrom des Kometen 2P/Encke enthält ungewöhnlich große Brocken, und die treffen mit vergleichsweise gemütlichen 28 km/s auf die Lufthülle.
Genau daraus entstehen die hellen Boliden, für die der November bekannt ist – Feuerkugeln, die kurz Schatten werfen können. 2026 sind beide Maxima praktisch mondfrei.
Juni und Juli: die schwächsten Wochen des Jahres
Zwischen Mai und Ende Juli passiert am Sternschnuppenhimmel wenig: Die Ströme dieser Wochen bringen meist nur rund fünf Meteore pro Stunde, die stärksten laufen tagsüber ab, und in Norddeutschland wird es kaum noch richtig dunkel. Der erste wieder lohnende Strom sind die Südlichen Delta-Aquariiden Ende Juli. Welche Ströme in diesen Wochen wirklich laufen, steht im Überblick zu den Sternschnuppen im Juni und Juli.
Die guten Nächte im Jahr sind schnell gezählt – und die besten hängen davon ab, wie der Mond steht. Wir melden uns, bevor es so weit ist:
Eine kurze Mail, rechtzeitig vorher – mit Uhrzeiten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich das Aufstehen lohnt.
Du bekommst gleich eine Bestätigungsmail. Deine Adresse bleibt bei uns – keine Weitergabe, keine Werbung Dritter.
Sternschnuppen brauchen kein Teleskop. Der Rest des Himmels schon.
Sechs kurze Fragen, ehrliche Antwort per Mail – ohne Kaufdruck.
Häufige Fragen
Wann sind die nächsten Sternschnuppen zu sehen?
Sternschnuppen gibt es in jeder klaren Nacht vereinzelt – fünf bis zehn pro Stunde, auch ohne aktiven Strom. Alle Maxima stehen in der Tabelle oben; die beiden ergiebigsten Nächte sind jedes Jahr die Perseiden Mitte August und die Geminiden Mitte Dezember.
Was ist der stärkste Meteorstrom des Jahres?
Die Geminiden im Dezember mit bis zu 150 Meteoren pro Stunde – noch vor den berühmteren Perseiden (bis 100).
Welche Sternschnuppen gibt es im August außer den Perseiden?
Gleich zwei weitere Ströme: die Kappa-Cygniden mit Radiant im Sternbild Schwan, aktiv vom 3. bis 25. August und bekannt für langsame Feuerkugeln, sowie die auslaufenden Delta-Aquariiden, die noch bis etwa zum 23. August vereinzelte Meteore liefern.
Meteorstrom, Meteoritenschauer, Sternschnuppennacht – wo ist der Unterschied?
Gemeint ist fast immer dasselbe Ereignis, nur unterschiedlich benannt. Fachlich korrekt ist Meteorstrom: Die Erde kreuzt die Staubspur eines Kometen, und die Teilchen verglühen in der Atmosphäre.
Umgangssprachlich hört man häufiger Meteoritenschauer – streng genommen falsch, denn ein Meteorit ist ein Brocken, der den Boden erreicht, und genau das passiert bei Sternschnuppen nicht. Als Sternschnuppennacht bezeichnet man die Nacht rund um das Maximum eines Stroms, in der die meisten Meteore zu sehen sind – 2026 sind das vor allem die Nächte vom 12. auf den 13. August (Perseiden) und vom 13. auf den 14. Dezember (Geminiden).
Drei weitere Wörter hört man oft. Kometenschauer trifft die Herkunft sogar ziemlich gut – der Staub stammt tatsächlich von Kometen. Sternenschauer ist reine Umgangssprache, mit Sternen hat das Ereignis nichts zu tun.
Und Asteroidenschauer ist fast immer falsch – mit einer hübschen Ausnahme: Die Geminiden im Dezember stammen nicht von einem Kometen, sondern vom Asteroiden 3200 Phaethon.
Wie viele Meteorströme gibt es überhaupt?
Die International Meteor Organization führt über hundert etablierte Ströme. Für die Beobachtung mit bloßem Auge sind in Mitteleuropa aber nur rund fünfzehn wirklich relevant – genau die stehen in der Tabelle oben.
Woher kommen Sternschnuppen?
Es sind Staubteilchen von Kometen (bei den Geminiden: vom Asteroiden Phaethon), die mit 30–70 km/s in die Erdatmosphäre rasen und dabei verglühen.
🗓️ Auch spannend: Astro-Events 2026/2027: Alle Himmelsereignisse im Überblick
Mehr zum Novemberhimmel – mit Leoniden, Tauriden, Uranus-Opposition und der Begegnung von Mars und Jupiter: Der Sternenhimmel im November 2026.
Wann ist die Sternschnuppennacht 2026?
Wer von „der” Sternschnuppennacht spricht, meint fast immer die Perseiden: Ihr Maximum fiel 2026 auf die Nacht vom 12. auf den 13. August – und traf mit Neumond zusammen, also mit perfekt dunklem Himmel. Die zweite große Nacht des Jahres kommt noch: die Geminiden um den 13./14. Dezember, mit bis zu 150 Meteoren pro Stunde der stärkste Strom überhaupt. Alle Maxima mit Datum stehen in der Tabelle oben.
Wann ist der nächste Sternschnuppenregen?
Zwischen den großen Strömen liegen selten mehr als sechs bis acht Wochen. Nach den Perseiden im August folgen die Orioniden um den 21. Oktober, die Leoniden um den 17. November und die Geminiden im Dezember.
Ob sich eine Nacht wirklich lohnt, entscheidet weniger der Strom als der Mond: Steht er hell am Himmel, bleiben von 100 angekündigten Meteoren pro Stunde in der Praxis oft nur eine Handvoll sichtbar. In der Tabelle oben steht deshalb bei jedem Termin, wie die Mondlage ist.
Wann sind die Perseiden 2027?
In der Nacht vom 12. auf den 13. August 2027 – das Maximum selbst folgt am Vormittag des 13. August bei Tageslicht. Der Mond geht um 1:31 Uhr unter, danach wird es richtig dunkel – Details auf der Seite zu den Perseiden 2027.
Wann ist der Meteoritenschauer 2026?
Der gesuchte Begriff ist eigentlich Meteorstrom oder Meteorschauer – ein Meteorit ist ein Brocken, der den Boden erreicht, und das ist bei diesen Ereignissen praktisch nie der Fall. Was du siehst, sind sandkorngroße Staubteilchen, die in rund 80 Kilometern Höhe verglühen.
Die Termine für 2026 und Anfang 2027 stehen vollständig in der Tabelle oben – egal, ob du nach Meteoritenschauer, Kometenschauer oder Sternenschauer gesucht hast, gemeint ist dasselbe Ereignis. Echte Meteoriten gibt es trotzdem zu kaufen – unser Ratgeber Meteorit kaufen erklärt, woran man Fälschungen erkennt.