Jupiter

Von · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 20. September 2026

⚡ Die schnelle Antwort: Jupiter ist der größte Planet des Sonnensystems – 143.000 km Durchmesser, 11-mal so breit wie die Erde. Schon im Fernglas siehst du seine vier großen Monde, im Teleskop Wolkenbänder und den Großen Roten Fleck. Das nächste Highlight: die Jupiter-Opposition am 11. Februar 2027, wenn er die ganze Nacht hell am Himmel steht.

Jupiter-Planet

Steckbrief Jupiter

  • größter Planet, Gasplanet
  • Umlaufzeit um die Sonne: 11 Jahre, 315 Tage
  • Tagesdauer: 9h 56m
  • Entfernung zur Sonne:  780 000 000 km
  • Mittlere Oberflächentemperatur: -100°C

Wo der Asteroidengürtel die terrestrischen von den jovianischen Planeten trennt, beginnt die Gruppe der Gasriesen mit dem größten Vertreter Jupiter. Wegen ihrer auffälligen Größe können solche schweren Planeten unseres Sonnensystems leicht und genau beobachtet werden. Auch die Reihe extrasolarer Entdeckungen beschränkt sich bisher auf vergleichbare Gasstrukturen von teils gewaltigen Ausmaßen.

Ehrlich zuerst: Für Jupiters vier große Monde reicht ein ruhig aufgelegtes Fernglas – dafür brauchst du kein Teleskop. Wolkenbänder und der Große Rote Fleck zeigen dagegen erst ab etwa 10 cm Öffnung Struktur; welche Geräte das leisten, steht in der Kaufberatung für Planeten, der breite Einstieg im Ratgeber für Einsteiger.

Jupiter im Steckbrief: alle Daten auf einen Blick

Jupiter ist der Riese des Sonnensystems: Er enthält mehr Masse als alle anderen Planeten zusammen und hätte fast selbst ein Stern werden können. Die folgende Tabelle fasst seine Kennzahlen zusammen.

MerkmalWert
Position im Sonnensystem5. Planet, der größte des Sonnensystems
TypGasriese – keine feste Oberfläche
Äquatordurchmesser142.984 km – rund 11,2 Erddurchmesser
Poldurchmesser133.708 km – deutlich abgeplattet durch die schnelle Rotation
Masse1,898 · 1027 kg = 318 Erdmassen – mehr als alle anderen Planeten zusammen
Mittlere Dichte1,326 g/cm³
Schwerkraft am Äquator24,79 m/s² – rund das 2,5-Fache der Erde
Mittlere Entfernung zur Sonne778,5 Mio. km = 5,20 AE
Umlaufzeit11,86 Jahre
Rotationsdauer9 Stunden 56 Minuten – der schnellste Dreher des Sonnensystems
Achsneigung3,13° – praktisch keine Jahreszeiten
Temperatur−108 °C auf dem 1-bar-Niveau
Atmosphärerund 90 % Wasserstoff, 10 % Helium, Spuren von Methan und Ammoniak
Bekannte Monde97 bestätigt – die vier größten sind Io, Europa, Ganymed und Kallisto
Ringsystemja, aber dünn und dunkel – 1979 von Voyager 1 entdeckt
Großer Roter Fleckein Sturm, größer als die Erde, seit mindestens 1830 durchgehend beobachtet
Scheinbare Helligkeit−1,6 bis −2,9 mag – nach Venus das hellste Planetenlicht
Nächste Opposition11. Februar 2027

Namensgebung 

Jupiter kannten die alten Ägypter viele Jahrtausende vor Christus als »Hor-wepesch-taui«, die Babylonier als »Königsstern« (Stern von Bethlehem) und die Mesopotamier unter dem Namen »Sag-me-gar«. Seine frühe Entdeckung verdankt dieser Planet des Sonnensystems seiner Helligkeit und Größe unter den erdnahen Himmelsobjekten.

Jupiter durch Teleskop
Astrofotografie
Jupiter fotografiert durch ein Teleskop von André Zwick.
Equipment: Celestron Next Star 6 SE* mit ASI 120 MC

Zu damaligen Zeiten wurden Fluch und Segen mit den Gaben oder Heimsuchungen des Himmels in Verbindung gebracht. In der indogermanischen Ursprache bedeutet das Wort »dyeu ph2ter« (Jupiter) »Gott-Vater«. Wegen seiner großen Helligkeit ordneten die Menschen der Antike diesem Planeten des Sonnensystems das Element Feuer zu. 

Eigenschaften Jupiters

An seinem stärksten Punkt ist Jupiter 142.8000 Kilometer »dick« und damit der gewaltigste Planet des Sonnensystems. Für einen Sonnenumlauf braucht er fast 12 Erdenjahre (11 J. 315 T. 3 S.). Seine Bahn verläuft nahezu kreisförmig im Abstand von 778 Millionen Kilometer zum Zentralgestirn.

Das physikalische Gesetz von der rascheren Bewegung leichterer Elemente zeigt sich am Jupiter besonders deutlich. Er braucht, obwohl er unter den Planeten des Sonnensystems als Gasriese sehr schwer und groß ist, nur 10 Stunden für einen Jupitertag (Rotation um die eigene Achse).

Jupiter ist aufgrund seiner Helligkeit und interessanten Oberfläche ein beliebtes Ziel in der Planetenfotografie.

Jupiter – Beschützer der Erde

»Rund und gesund …« könnte man Jupiters Masserolle auf das Gleichgewicht unter den Planeten des Sonnensystems nennen. Würde er nicht mit seinen gravitativen Kräften den Asteroidengürtel auf der bekannten Bahnlinie halten, träfe alle ca. 100.000 Jahre – statistisch errechnet – ein Asteroid unsere Erde. Das uns bekannte Leben hätte sich unter dem Beschuss niemals entwickelt oder wäre in den geringsten Anfängen zerstört worden.

Stürmische Atmossphäre

Während Gesteinsplaneten eine unterschiedlich dünne Atmosphäre über einem festen Grund aufweisen, bestehen jovianische Planeten nur aus leichten Elementen. Aufgrund dieser Zusammensetzung sind solche Planeten des Sonnensystems riesig, gleichzeitig auch sehr schwer. Dennoch rotiert zum Beispiel Jupiter aufgrund seiner geringen mittleren Dichte viel schneller als zum Beispiel die Erde.

Jupiter
Aufbau Jupiter1

Von den Planeten des Sonnensystems ist Jupiter als größter (318 Erdmassen) und nächstgelegener Gasriese inzwischen gut erforscht. Seine Ausmaße und Helligkeit machen ihn für die erdgebundene Astronomie leicht zugänglich. Zahlreiche Missionen waren bereits zu ihm unterwegs, um uns Aufschluss über seinen sehr andersartigen Charakter zu verschaffen. Weitere Expeditionen befinden sich in Vorbereitung.

Atmosphäre ist auf solchen Planeten des Sonnensystems praktisch alles. Lediglich der Druck, der auf der tiefer gelegenen Gashülle Jupiters lastet, presst die dortigen Stoffe in einen flüssigen Zustand. Hauptsächlich bilden Wasserstoff, Helium und geringe Anteile Methan sowie Ammoniak die Jupiterluft. Bisher wurden auch Spuren vieler anderer leichter Elemente nachgewiesen.

Vermutet werden in den wärmeren, unteren Atmosphärenschichten dieses Planeten des Sonnensystems Spuren organischer Verbindungen. Auch spekuliert die Astronomie darüber, dass der immense Druck ganz im Innern aus den flüssigen Gasen diese zu einer metallischen Form presst. Sogar ein Gestein-Eis-Kern schwerer Elemente sei unter den undurchdringlichen Jupiter-Gasschichten  denkbar.

»Großer Roter Fleck« – der berühmteste Zyklon des Sonnensystems

Großer Roter Fleck
Großer Roter Fleck im Juli 20172

1664 beschrieb Robert Hooke (englischer Naturforscher) den größten jemals auf einem Planeten des Sonnensystems entdeckten Wirbelsturm, Jupiters »Großen Roten Fleck«. Dieser zeigt sich in einem auffälligen Orangeton über dem, was andere Planeten Oberfläche nennen.

Interessierte Hobbyastronomen finden den Zyklon mit dem Teleskop an einer Einbuchtung südlich des äquatorialen Gürtels. Allerdings orientieren Neulinge in der Jupiterbeobachtung sich leichter an einem weißen Äquatorband etwa 22° südlicher Breite. Der dunkle Streifen über der Bucht hat sich inzwischen klimabedingt aufgelöst.

Bisherige Forschungsergebnisse zu diesem Planeten des Sonnensystems stellen einen Klimazyklus von 70 Jahren auf Jupiter fest. Dazu gehören mildere Jahre, also Zeiten geringer Atmosphärenstürme, denen wiederum starke Zyklon»treffen« folgen. Im Jahr 1939 wurde die letzte Klimaveränderung aufgezeichnet. Im Laufe der Zyklen fällt auf, dass junge Stürme erst als weiße Flecke entstehen und bei Windgeschwindigkeiten bis zu 600 km/h allmählich in die höheren Gasschichten aufsteigen. Einige verschlingen sich gegenseitig und werden ähnlich dem »Großen Roten Fleck« als rote Einbuchtungen auf der Jupiterhülle sichtbar.

Die Ringe des Planeten Jupiter

Seit 1974 vermuten die Weltraumforscher, dass mehrere Planeten des Sonnensystems von einem Ringsystem umgeben sind. Aus der klassischen, erdgebundenen Beobachtung war ein solches nur ganz auffällig um Saturn bekannt. 1974 kam während der »Pioneer-11-Mission« die Vermutung auf, dass auch Jupiter »beringt« sein könnte. Aufklärung brachte »Voyager 1« im Jahr 1979 mit Fotografien, die im Gegenlicht des Jupiterschattens jene Strukturen sichtbar machten.

Ringe Jupiters
Ringsystem Jupiters mit Monde (Auswahl)3

Von der Erde aus können die kosmischen Staubkörnchen um diesen Planeten des Sonnensystems nicht beobachtet werden, weil sie fast alles Sonnenlicht »schlucken« (Albedo 5 %). Ihr Schicksal ist jedoch jetzt schon besiegelt: Alles Material bewegt sich allmählich in engen Spiralen nach dem Prinzip des »Poynting-Robertson-Effekts« auf Jupiter zu. Eines Tages saugt er sie alle auf  und bereinigt so seine Umgebung.

Woher der Staub dieses Planeten des Sonnensystems kommt, klärte die »Galileo-Mission« (1995 – 2003). Die Jupitermonde schleudern nach Meteoriteneinschlägen die Auswürfe wegen ihrer geringen eigenen Schwerkraft in Jupiters Umlaufbahn, wodurch ständig neues Material die Ringe auffüllt. So ist inzwischen von jedem Ring die Herkunft seines Staubes einem Jupitermond zugeordnet.

Jupiters »Hofstaat«: mehr als 110 Monde

Bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts war die Liste der Jupitertrabanten kurz. In Italien entdeckte Galileo Galilei, in Deutschland Simon Marius 1610 unabhängig voneinander die vier größten Monde. Bis 1892 kannte die Wissenschaft nur diese vier – Io, Europa, Ganymed und Kallisto. Dann ergänzte der amerikanische Astronom Edward Emerson Barnard die Reihe um Amalthea. Inzwischen führt die NASA für Jupiter Stand August 2026 mehr als 110 offiziell anerkannte Monde, und das Minor Planet Center bestätigt weiter neue. Die meisten von ihnen entstanden jedoch nicht zusammen mit dem Planeten, sondern sind eingefangene »Durchreisende« anderer Herkunft.

Alle genannten Begleiter dieses Planeten des Sonnensystems besitzen die terristrischen Merkmale von Gesteinsplaneten wie unserer Erde. Ihre genauere Untersuchung förderte kühne Hypothesen über exobiologische Lebensvoraussetzungen in einer eigentlich nicht habitablen Weltraumgegend wie der des Jupiters. In einigen Strukturen, etwa auf dem Jupitermond »Kallisto«, fanden sich Eis auf der Kruste, flüssiges Wasser im Innern und Anzeichen für Kohlenstoff-/Stickstoffverbindungen.

Weltraum-Missionen zu Jupiter und seinen Monden

Juice Mission

Die JUICE Mission widmet sich Entdeckung von extraterrestrischem Leben bzw. Lebensmöglichkeiten im Jupitersystem. Erforsche Jupiter und seine Monde, einschließlich Ganymed, um Bedingungen für habitable Welten in Systemen mit einem zentralen Gasriesen besser zu verstehen. Sei Teil dieser bahnbrechenden Mission, die im April 2023 startet.

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Jupiter beobachten: Vier Monde im Fernglas

Jupiter ist nach Venus das hellste Planetenlicht am Nachthimmel und ein dankbares Ziel für jede Ausrüstung: Bereits ein Fernglas zeigt die vier Galileischen Monde Io, Europa, Ganymed und Kallisto als Lichtpunkte, deren Stellung sich von Nacht zu Nacht verändert. Im Teleskop ab etwa 100-facher Vergrößerung erkennst du die Wolkenbänder und mit etwas Glück den Großen Roten Fleck. Was du dabei mit welcher Öffnung erwarten kannst, zeigt unser Vergleich Jupiter durchs Teleskop – gleich zusammen mit Saturn.

Wann du Jupiter siehst: Jupiter ist nach Venus das hellste Planetenlicht am Nachthimmel und ohne Hilfsmittel zu finden, sobald er über dem Horizont steht. Das nächste Highlight ist die Opposition am 11. Februar 2027 – dann steht er die ganze Nacht hell am Himmel. Ob er heute Nacht zu sehen ist und wann er aufgeht: Welche Planeten sind heute sichtbar?

Etwa alle 13 Monate erreicht Jupiter seine Opposition und steht dann die ganze Nacht am Himmel. Für die Beobachtung der Wolkenbänder lohnt ein Teleskop ab 100 mm Öffnung – Empfehlungen im Teleskop-Ratgeber und speziell für Planeten unter Welches Teleskop für Planeten?, ein Smart-Teleskop ist dafür ausdrücklich nicht die richtige Wahl, es ist für Nebel und Galaxien gebaut.

Wolkenbänder, Großer Roter Fleck, vier Monde: Jupiter ist das dankbarste Ziel für ein erstes Teleskop.
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Häufige Fragen

Kann man Jupiters Monde mit dem Fernglas sehen?

Ja – schon ein 7×50- oder 10×50-Fernglas zeigt die vier Galileischen Monde als kleine Lichtpunkte neben dem hellen Planeten.

Wie oft ist Jupiter in Opposition?

Etwa alle 13 Monate. Dann steht er der Sonne genau gegenüber, ist die ganze Nacht sichtbar und erdnah besonders groß und hell.

Was ist der Große Rote Fleck?

Ein gigantischer Wirbelsturm, größer als die Erde, der seit mindestens 150 Jahren tobt. Im Teleskop ab ca. 150-facher Vergrößerung erkennbar, wenn er der Erde zugewandt ist.

Wie lange braucht Jupiter um die Sonne?

Knapp 12 Jahre – deshalb wandert er pro Jahr ungefähr ein Sternbild des Tierkreises weiter.

Wo Jupiter in der Reihe der acht Planeten steht und wie du dir die Reihenfolge merkst, zeigt unsere Seite Merksatz Planeten.

Quellen

  1. NASA/R.J. Hall, Jupiter interior, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons, entnommen 01.01.2020
  2. NASA / SwRI / MSSS / Gerald Eichstädt / Seán Doran, Great red spot juno 20170712, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons, entnommen 01.01.2020
  3. NASA/JPL/Cornell University, PIA01627 Ringe, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons, entnommen 01.01.2020