Von Alexander Merz · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 14. September 2026
Die JUICE-Mission (Jupiter Icy Moons Explorer) ist die Jupiter-Mission der ESA: eine Raumsonde, die den Riesenplaneten und seine drei großen Eismonde untersucht und am Ende als erste Sonde überhaupt in eine Umlaufbahn um einen fremden Mond einschwenken soll – um Ganymed.
Gestartet ist sie am 14. April 2023 vom Weltraumbahnhof Kourou. Seitdem ist sie unterwegs, aber nicht auf direktem Weg: Für die nötige Geschwindigkeit holt sie sich mehrfach Schwung bei Planeten. Im August 2024 gelang das weltweit erste kombinierte Mond-Erde-Manöver, im August 2025 folgte der Vorbeiflug an der Venus. Ein zweiter Erdvorbeiflug steht im Herbst 2026 an, ein dritter Ende 2028. Am Jupiter ankommen wird JUICE im Juli 2031; der Einschwenk in den Ganymed-Orbit ist ab 2034 vorgesehen, die nominale Wissenschaftsphase läuft bis September 2035.

JUICE wird für mehr als 7 Jahre unterwegs sein und den Jupiter für etwa 3 Jahre umkreisen, wobei Vorbeiflüge an den Monden Europa, Ganymed und Kallisto erfolgen. Die Mission hat zwei Hauptziele: die Erforschung habitabler Welten in Systemen mit einem zentralen Gasriesen und die Erforschung Jupiters als Archetyp der Gasriesen.

Quelle: Bildrechte: Esa, ATG
Erforschung von Jupiter und seinen Monden
Die Raumsonde wird Jupiter und seine Magnetosphäre detailliert untersuchen und dann in einen polaren Orbit um Ganymed einschwenken. In dieser letzten Phase der nominalen Mission wird Ganymed in einer Höhe von ca. 500 km umkreist.
Die gesammelten Daten sollen zeigen, ob sich unter der Eiskruste Ganymeds ein globaler Wasserozean befindet und in welcher Tiefe dieser liegt. Ähnliche Beobachtungen wurden bereits auf Europa und Kallisto gemacht. Die Suche nach extraterrestrischem Leben ist eines der Hauptanliegen der Mission.
Bedingungen für habitable Welten
JUICE soll auch dazu beitragen, die Bedingungen für habitable Welten in Systemen mit einem zentralen Gasriesen besser zu verstehen. Dazu werden die chemischen und physikalischen Bedingungen auf den Jupitermonden und dem Planeten selbst untersucht. Die Ergebnisse der Mission könnten auch Auswirkungen auf die Suche nach Leben auf anderen Planeten haben.
Die JUICE-Mission ist ein wichtiger Schritt in der Erforschung unseres Sonnensystems und könnte unser Verständnis von habitablen Welten und extraterrestrischem Leben erweitern und gehört zu einer von vielen zukünftigen Weltraummissionen.
Juice Mission: Auf der Suche nach Leben auf Jupiter-Monden
Io, Ganymed, Callisto und Europa sind bereits bekannt für ihre möglichen Vorkommen von flüssigem Wasser, einer Grundvoraussetzung für die Entstehung von Leben. Mit der Juice-Mission werden nun die neuesten Technologien eingesetzt, um die Topografie, Gezeitenverformung und Struktur der Eismonde zu erforschen.

Quelle: Esa, ATG
Ein Laseraltimeter und das Submillimeter Wave Instrument (SWI), beide in Deutschland entwickelt, werden eingesetzt, um die Atmosphären und Oberflächen der Jupitermonde zu untersuchen. Obwohl Io kein Eismond ist, werden auch hier Daten gesammelt, um die dünne Atmosphäre, Vulkanismus und Zeitabhängigkeit der Aktivität von Io besser zu verstehen.
Juice Mission: Durch Eisschichten auf die Suche nach Leben
Die Bedingungen für die Entstehung von Leben könnten am besten auf den Eismonden von Jupiter erforscht werden. Mit dem Radar for Icy Moons Exploration (RIME) soll die obere Eisschicht untersucht werden, um die physikalischen Eigenschaften zu verstehen und lokale Wasserquellen oder warmes Eis zu entdecken.
Obwohl das Radar nicht bis zum Ozean blicken kann, könnten Hochdruckeisschichten eine Verbindung zwischen Gesteinskern und Ozean bilden. Um die Wechselwirkungen zwischen Gestein und Ozean zu identifizieren, wird die Oberfläche der Eisschichten untersucht. Mit allen Instrumenten der Juice Mission wird auf den Jupitermonden nach Beweisen für das Leben gesucht.
Jupiter mit den eignen Augen beobachten
Jupiter im Teleskop zu beobachten, ist ein faszinierendes Erlebnis. Der größte Planet unseres Sonnensystems ist schon mit einem kleinen Teleskop gut zu sehen. Mit größerem Durchmesser und höherer Vergrößerung offenbaren sich immer mehr Details. Die Wolkenbänder, der Große Rote Fleck und die vier größten Jupitermonde sind dabei die bekanntesten Merkmale.
Auch die Veränderungen im Laufe der Zeit können beobachtet werden, wie zum Beispiel die Bewegung der Jupitermonde um den Planeten oder die Veränderungen in der Atmosphäre des Riesenplaneten. Wer Jupiter im Teleskop beobachten möchte, sollte sich am besten auf eine klare Nacht mit ruhiger Luft freuen und sich Zeit nehmen, um die Schönheit und Faszination dieses Planeten zu genießen.

