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Foto: stefan-h

Sterne ohne Coma auch bei einem schnellen Newton


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Paracorr Typ2

Wer einen schnellen Newton und gute Okulare dazu besitzt kennt das Problem. Sterne werden zum Rand des Gesichtsfeldes nicht mehr punktförmig abgebildet sondern bekommen ein nach außen zeigendes Schwänzchen.

Die Ursache dafür ist die nicht vermeidbare Coma des Spiegels. Aber es gibt dafür eine Abhilfe. Der Paracorr (parabel corrector) von TeleVue ist genau dafür gerechnet und gefertig. Aktuell im Handel erhältlich sind zwei Versionen.

Der ältere Paracorr wird nur noch in der visuelle Version geliefert, der neuere Typ2 dagegen ist visuell und fotografisch nutzbar. Der Hauptunterschied- bei dem Typ2 kann das Oberteil- auch tunable top genannt- abgeschraubt werden und dann steht ein 2,4" Gewinde zur Verfügung, an dem diverse Adapter für Anschluss z.b. auf T2 oder andere Anbindungen aufgesetzt werden können.

Für die visuelle Nutzung stellt das tunable top mehrere Einstellstufen zur Verfügung. Entsprechend dem eingesetzten Okular wird die passende Marke/Position gewählt und dann kann der Fokus wie gewohnt eingestellt werden.

Das Ergebnis: nadelscharf abgebildete Sterne bis zum Rand des Gesichtsfeldes. Das trifft jedenfalls für die Nutzung von TeleVueokularen zu. Bei Nutzung von Okularen anderer Hersteller muss man erst durch Probieren die richtige Einstellposition finden.

Der erste Test an einem 400/1800 GSO Dobson erfüllte die Erwartungen voll. Bei guten Sichtbedingungen an einem helleren Stern ohne Paracorr abseits der Achse deutlich sichtbare Auswirkung der Coma- mit eingesetztem Paracorr dagegen bis zum Rand des Gesichtsfelds punktförmige Abbildung des Sterns.

Der Anblick von M13 und M52 bei allen genutzten Vergrößerungen einfach nur prächtig- so schön hatte ich die Randsterne bei hoher Vergrößerung in dem Dobson noch nie gesehen.

Beim Test genutzte Okulare: Nagler T5 26mm, T4 17mm und 12mm sowie Nagler T6 9mm

Mein Fazit: Der Paracorr Typ2 kostet zwar eine Menge Geld- aber wenn man bereits die entsprechend guten Okulare angeschafft hat, sollte man sich diese Ausgabe auch noch leisten.

Anbei auch 3 Bilder die mit einer digitalen Röntgenanlage erstellt wurden. Diese zeigen den inneren Aufbau. Die einzelnen Linsen sind gut zu erkennen- die unterschiedlichen Glassorten mit verschiedener Dichte äußert sich durch unterschiedliche Graustufen.

Der Paracor ist als 5/3 Linser aufgebaut, die okularseitig direkt im Flansch liegende Einzellinse ist im Röntgenbild durch ihre Wölbung erkennbar.

(Verfasser: stefan-h | Datum: 23. April 2011 | Fehler melden)


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