Lichterkette am Himmel? Das sind Starlink-Satelliten – wann und wo du sie siehst

Von · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 14. September 2026

⚡ Die schnelle Antwort: Die „Lichterkette am Himmel” sind Starlink-Internetsatelliten von SpaceX, die kurz nach ihrem Raketenstart noch dicht gedrängt hintereinander fliegen. Sichtbar sind sie nur in den 1–2 Stunden nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang, wenn sie hoch oben noch von der Sonne angestrahlt werden. Nach wenigen Tagen verteilen sich die Satelliten und die Kette „verschwindet”. Ob heute ein Überflug ansteht, verraten Tracking-Seiten wie findstarlink.com – kostenlos und minutengenau.

Eine perfekte Kette aus Dutzenden Lichtern zieht lautlos über den Nachthimmel – kein Blinken, kein Motorengeräusch, alle exakt auf einer Linie. Wer das zum ersten Mal sieht, denkt an UFOs. Die Auflösung ist irdischer: Du hast einen frisch gestarteten Zug von Starlink-Satelliten gesehen. Hier erfährst du, was dahintersteckt, wann und wo du die „Lichterkette” selbst sehen kannst, wie du sie von ISS, Flugzeugen und Sternschnuppen unterscheidest – und warum das Phänomen Astronomen Kopfzerbrechen bereitet.

Was ist die Lichterkette am Himmel?

Seit 2019 baut SpaceX das größte Satellitennetzwerk der Geschichte auf: Starlink soll weltweites Satelliten-Internet liefern und umfasst inzwischen mehr als 8.000 aktive Satelliten – geplant sind über 40.000. Damit gehört inzwischen mehr als die Hälfte aller aktiven Satelliten im Erdorbit zu diesem einen Projekt.

Gestartet wird im Akkord: Fast wöchentlich bringt eine Falcon-9-Rakete 20 bis 60 neue Satelliten auf einmal ins All. Und genau diese frischen „Batches” erzeugen das Spektakel: Direkt nach dem Aussetzen fliegen alle Satelliten dicht hintereinander auf derselben Bahn – vom Boden aus sieht das aus wie eine leuchtende Perlenschnur, die in wenigen Minuten über den Himmel zieht.

Warum verschwindet die Kette nach ein paar Tagen?

Die Perlenschnur ist eine Momentaufnahme. Nach dem Aussetzen heben die Satelliten ihre Bahn mit eigenen Ionentriebwerken von rund 300 auf etwa 550 Kilometer an und verteilen sich dabei entlang ihrer Umlaufbahn. Aus der engen Kette werden einzelne, deutlich schwächere Lichtpunkte. Zusätzlich drehen die Satelliten im Zielorbit ihre reflektierenden Flächen so, dass sie weniger Sonnenlicht zur Erde spiegeln. Deshalb gilt: Die spektakulären Ketten siehst du nur in den ersten Tagen nach einem Start.

Beobachter unter dem Sternenhimmel wartet auf einen Starlink-Überflug
Warten auf den Überflug – bei klarem Himmel dauert es selten lang (Symbolbild, KI-generiert)

Wann und wo kannst du Starlink sehen?

Drei Bedingungen müssen zusammenkommen – und sie gelten für Deutschland, Österreich und die Schweiz gleichermaßen:

  • Dämmerungsfenster: Der Satellit muss von der Sonne beleuchtet sein, während es bei dir schon dunkel ist. Das klappt etwa 1–2 Stunden nach Sonnenuntergang und vor Sonnenaufgang. Mitten in der Nacht fliegen die Satelliten im Erdschatten – unsichtbar. (Ausnahme Hochsommer: In den hellen Juni-Nächten können Satelliten fast die ganze Nacht beleuchtet bleiben.)
  • Frischer Start: Für die eindrucksvolle Kette muss der Start wenige Tage zurückliegen. Einzelne ältere Starlinks huschen zwar ständig durchs Bild, fallen aber kaum auf.
  • Klarer Himmel: Wolkenfrei Richtung der Überflugbahn – die Satelliten ziehen meist von West nach Ost.

📱 So findest du den nächsten Überflug: Auf findstarlink.com deine Stadt eingeben – die Seite listet alle sichtbaren Durchgänge mit Uhrzeit, Himmelsrichtung und Helligkeits-Bewertung. Auch Heavens-Above (Web/App) zeigt Starlink-Bahnen minutengenau. Tipp: Nach Meldungen über einen frischen Falcon-9-Start lohnt der Blick in den Abendhimmel der Folgetage fast immer.

Tipp: Wenn du schon draußen stehst, lohnt der Blick auf die Raumstation gleich mit – sie ist im selben Dämmerungsfenster sichtbar und deutlich heller als jeder Starlink. Die Zeiten für deinen Ort stehen in unserer ISS-Überflugtabelle für die nächsten 7 Nächte.

Lichterkette, ISS, Flugzeug oder Sternschnuppe? Die Unterscheidungs-Tabelle

ErscheinungAussehenGeschwindigkeitBesonderheit
Starlink-KetteViele gleiche Lichter exakt auf einer LinieÜberquert den Himmel in wenigen MinutenLautlos, kein Blinken, alle gleich hell
ISSEIN sehr helles, ruhiges LichtWenige Minuten pro ÜberflugHeller als jeder Stern, nie blinkend
FlugzeugBlinkende rote/weiße LichterLangsamer, oft KursänderungenBlinkt! Bei Stille zudem oft hörbar
SternschnuppeKurzer heller StrichUnter einer SekundeBlitzschnell, taucht unvermittelt auf

Brauchst du ein Fernglas dafür?

Nein – die frischen Ketten sind mit bloßem Auge gut sichtbar. Ein Fernglas macht die Beobachtung aber deutlich eindrucksvoller: Du erkennst die einzelnen Satelliten der Kette klar getrennt und kannst auch ältere, schwächere Starlinks aufspüren. Bewährt hat sich ein lichtstarkes 10×50-Glas:

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Und falls dich der Blick nach oben gerade gepackt hat: Für Satelliten brauchst du wirklich kein Gerät – für fast alles andere am Himmel lohnt sich eins. Womit man sinnvoll anfängt und wovon man besser die Finger lässt, steht in unserer Kaufberatung für Einsteiger-Teleskope. Wer lieber beim Fernglas bleibt, findet die Auswahl in der Fernglas-Kaufberatung.

Die Schattenseite: Was Starlink für die Astronomie bedeutet

So faszinierend die Ketten sind – für die Astronomie sind Zehntausende reflektierende Satelliten ein Problem: Sie ziehen helle Streifen durch Langzeitbelichtungen, stören Großteleskope und verändern den Nachthimmel dauerhaft. SpaceX versucht gegenzusteuern (dunklere Beschichtungen, angepasste Flugausrichtung), doch mit jedem Start wächst die Zahl der Lichtpunkte. Wer heute die Milchstraße fotografiert, hat fast immer Satellitenspuren im Bild – in unserem Astrofotografie-Guide zeigen wir, wie du sie beim Stacken herausrechnest. Auch die zunehmende Lichtverschmutzung bekommt damit eine neue Dimension – vom Boden UND aus dem Orbit.

Häufige Fragen zur Lichterkette am Himmel

Ich habe heute/gestern eine Lichterkette gesehen – was war das?

Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein frisch gestarteter Starlink-Zug. Auf findstarlink.com kannst du rückwirkend prüfen, ob zu deiner Beobachtungszeit ein Überflug über deiner Region stattfand.

Hat die Lichterkette etwas mit Elon Musk zu tun?

Ja – Starlink ist das Satelliten-Internet-Projekt von SpaceX, dem Raumfahrtunternehmen von Elon Musk. Die Satelliten liefern Internet in entlegene Regionen weltweit.

Wie schnell bewegen sich die Lichter?

Mit rund 27.000 km/h umrunden Starlink-Satelliten die Erde in etwa 90 Minuten. Am Himmel überqueren sie dein Blickfeld in zwei bis fünf Minuten – deutlich schneller als jedes Flugzeug.

Sieht man Starlink auch in Österreich und der Schweiz?

Ja, die Sichtbarkeit ist in ganz Mitteleuropa praktisch identisch – dieselben Regeln (Dämmerung, frischer Start, klarer Himmel) gelten überall. Die Tracking-Tools funktionieren für jeden Ort.

Wie oft kann man die Ketten sehen?

SpaceX startet fast wöchentlich neue Satelliten – Chancen gibt es also ständig. Ob ein sichtbarer Überflug über deiner Region stattfindet, hängt von Bahn und Dämmerungsfenster ab: Der Tracking-Check dauert 30 Sekunden.

Sind die Satelliten gefährlich?

Für dich am Boden nicht. Ausgediente Starlinks verglühen kontrolliert in der Atmosphäre. Diskutiert werden vor allem die Folgen für Astronomie und den zunehmend vollen Erdorbit.