
Von Alexander Merz · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 14. September 2026
Das Hubble-Weltraumteleskop ist ein Spiegelteleskop mit 2,4 Metern Öffnung, das die Erde seit dem 24. April 1990 in rund 540 Kilometern Höhe umkreist. Weil es oberhalb der Lufthülle arbeitet, liefert es Bilder ohne das Flimmern der Atmosphäre – nach über 35 Jahren und mehr als 1,5 Millionen Beobachtungen ist es noch immer im Dienst.
Hubble in Zahlen: Start 24. April 1990 · Spiegeldurchmesser 2,4 m · Flughöhe ca. 540 km · über 1,5 Millionen Beobachtungen · nach über 35 Jahren noch immer im Dienst.
Warum ein Teleskop im All?
Die Erdatmosphäre ist der natürliche Feind der Astronomie: Sie lässt Sterne flimmern und schluckt ganze Wellenlängenbereiche. Das Hubble Space Telescope umkreist die Erde oberhalb der Lufthülle und liefert deshalb seit 1990 Bilder von einer Schärfe, die vom Boden aus lange unerreichbar war.
Die Pannen-Geschichte mit Happy End
Kurz nach dem Start die Ernüchterung: Der Hauptspiegel war um zwei Mikrometer falsch geschliffen – Hubble war kurzsichtig. 1993 installierten Astronauten im Spaceshuttle-Einsatz eine Korrekturoptik, quasi eine Brille. Vier weitere Service-Missionen (zuletzt 2009) hielten das Teleskop jung – Hubble ist das einzige Weltraumteleskop, das je im Orbit repariert wurde.
Was Hubble entdeckt hat
Hubble bestimmte das Alter des Universums mit (13,8 Milliarden Jahre), lieferte Belege für die beschleunigte Expansion (Physik-Nobelpreis 2011), fotografierte mit den Deep Fields tausende Galaxien in einem scheinbar leeren Himmelsfleck und schuf Ikonen wie die Säulen der Schöpfung. Nebenbei half es bei der Erforschung von Exoplaneten-Atmosphären und beobachtete Kometeneinschläge auf Jupiter.
Hubble und James Webb: Konkurrenten?
Nein – Partner. Das James-Webb-Teleskop (seit 2022) sieht vor allem Infrarot und blickt damit tiefer in die Vergangenheit und durch Staubwolken hindurch; Hubble bleibt der Spezialist für sichtbares und ultraviolettes Licht. Viele Objekte werden heute von beiden gemeinsam beobachtet.
Kann man Hubble sehen – und Hubble-Ziele selbst beobachten?
Hubble selbst zieht als Lichtpunkt über den Himmel (deutlich schwächer als die ISS). Spannender: Viele Hubble-Motive kannst du mit eigenem Gerät finden – der Orionnebel, die Andromedagalaxie oder der Ringnebel sind schon im Einsteigerteleskop echte Erlebnisse. Nur auf die Farbenpracht der Langzeitbelichtungen musst du visuell verzichten; dafür gibt es die Deep-Sky-Fotografie.
Häufige Fragen
Ist Hubble noch aktiv?
Ja. Trotz gelegentlicher Gyroskop-Probleme liefert Hubble weiter Daten – über 35 Jahre nach dem Start.
Wie weit kann Hubble sehen?
Hubble fotografierte Galaxien, deren Licht über 13 Milliarden Jahre unterwegs war – ein Blick in die Kindheit des Universums.
Warum sind Hubble-Bilder so scharf?
Weil kein Luftflimmern stört: Oberhalb der Atmosphäre erreicht der 2,4-m-Spiegel seine volle theoretische Auflösung.
Wem gehört Hubble?
Es ist ein Gemeinschaftsprojekt von NASA und ESA – benannt nach dem Astronomen Edwin Hubble, dem Entdecker der Expansion des Universums.
