Von Alexander Merz · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 25. September 2026
Ein Objektiv für Astrofotografie braucht vor allem drei Dinge: viel Lichtstärke (f/2,8 oder offener), punktförmige Sterne bis in die Bildecken und einen Fokusring, der sich präzise auf unendlich stellen lässt. Welche Brennweite richtig ist, hängt davon ab, was du fotografieren willst.
⭐ Kurz gesagt: Für die Milchstraße ist ein lichtstarkes 14- bis 24-mm-Weitwinkel das wichtigste Objektiv, für Nebel und Galaxien ein 135-mm-Tele auf einer Nachführung. Günstig und bewährt sind die manuellen Samyang-Objektive, die es für fast jedes Bajonett gibt.

Welche Brennweite für welches Motiv?
| Brennweite (Vollformat) | Motiv | Typische Objektive |
|---|---|---|
| 14–20 mm | Milchstraße mit Landschaft, Polarlichter, Sternspuren | 14 mm f/2,8, 20 mm f/1,8 |
| 24–35 mm | Milchstraßenzentrum, Sternbilder, Panoramen | 24 mm f/1,4 |
| 50–85 mm | Sternbildregionen, Orion, Schwan | 50 mm f/1,8, 85 mm f/1,8 |
| 135–200 mm | Andromeda, Plejaden, große Nebel (mit Nachführung) | 135 mm f/2 |
An APS-C-Kameras wirkt jede Brennweite rund 1,5-mal länger. Ein 14 mm verhält sich dort wie ein 21 mm. Für Milchstraßenfotos an APS-C sind deshalb 10 bis 16 mm die richtige Wahl.
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Worauf es bei einem Astro-Objektiv ankommt
- ✔ Lichtstärke: f/2,8 ist das Minimum, f/1,4 bis f/2 sammelt doppelt bis viermal so viel Licht.
- ✔ Koma in den Ecken: Gute Astro-Objektive zeigen Sterne auch am Rand als Punkte, nicht als kleine Möwen.
- ✔ Manueller Fokus mit fester Unendlich-Stellung: Klassische manuelle Objektive lassen sich besser fixieren als Fokus-by-Wire.
- ✔ Wenig Vignettierung: Dunkle Ecken lassen sich korrigieren, kosten aber Signal.
- ✘ Superzooms wie 18–300 mm: zu lichtschwach für Sterne.
- ✘ Autofokus in der Nacht: findet keine Sterne, immer manuell scharfstellen.
Tipp: Blende das Objektiv um eine Drittel- bis ganze Stufe ab, wenn die Ecken unscharf sind. f/2 statt f/1,4 kostet etwas Licht, bringt aber oft deutlich rundere Sterne.
Objektive nach Kameramarke und Bajonett
Die Tabelle zeigt bewährte Astro-Objektive je Anschluss. Wir haben sie nicht selbst vermessen, sondern stützen uns auf Erfahrungsberichte aus Astro- und Fotoforen. Preisklasse: € unter 500 €, €€ bis 1.000 €, €€€ darüber.
Astrofotografie-Objektiv für Canon (EF und RF)
| Objektiv | Anschluss | Einsatz | Preis |
|---|---|---|---|
| Samyang 14 mm f/2,8 | EF, RF | Milchstraße, günstiger Klassiker | € |
| Sigma 14 mm f/1,8 DG HSM Art | EF (an RF per Adapter) | sehr lichtstark, schwer | €€€ |
| Samyang 24 mm f/1,4 | EF (an RF per Adapter) | Milchstraßenzentrum, Panoramen | € |
| Samyang 135 mm f/2 | EF (an RF per Adapter) | Deep-Sky mit Nachführung | € |
EF-Objektive laufen am RF-Bajonett über den Canon-Adapter ohne Qualitätsverlust. Wer umsteigt, kann seine alten Astro-Objektive also behalten.
Astrofotografie-Objektiv für Sony E-Mount
| Objektiv | Format | Einsatz | Preis |
|---|---|---|---|
| Sony FE 20 mm f/1,8 G | Vollformat | Beliebtestes Astro-Weitwinkel für Sony | €€ |
| Sony FE 14 mm f/1,8 GM | Vollformat | Sehr kompakt, sehr gute Ecken | €€€ |
| Sigma 14 mm f/1,4 DG DN Art | Vollformat | Speziell für Astro gebaut, sehr lichtstark | €€€ |
| Samyang 12 mm f/2 NCS CS | APS-C | Günstiges Weitwinkel für Sony-APS-C | € |
Astrofotografie-Objektiv für Nikon (F und Z)
| Objektiv | Anschluss | Einsatz | Preis |
|---|---|---|---|
| Nikon Z 20 mm f/1,8 S | Z | Scharf bis in die Ecken, Astro-Favorit | €€ |
| Nikon Z 14–24 mm f/2,8 S | Z | Zoom mit Filteroption | €€€ |
| Samyang 14 mm f/2,8 | F, Z | Günstiger Einstieg | € |
| Sigma 14 mm f/1,8 DG HSM Art | F (an Z per FTZ-Adapter) | lichtstark | €€€ |
Astrofotografie-Objektiv für Fujifilm
| Objektiv | Einsatz | Preis |
|---|---|---|
| Samyang 12 mm f/2 NCS CS | Milchstraße, klein und leicht | € |
| Fujinon XF 16 mm f/1,4 R WR | Lichtstark, gute Ecken | €€ |
| Fujinon XF 23 mm f/1,4 | Sternbilder, Milchstraßenzentrum | €€ |
Objektive für APS-C allgemein
An APS-C ist ein lichtstarkes 10- bis 16-mm-Objektiv das Pendant zum 14 mm an Vollformat. Bewährt sind das Samyang 12 mm f/2 und Zooms mit durchgehend f/2,8 wie das Tokina 11–16 mm. Für Deep-Sky wirkt ein 135 mm an APS-C wie 200 mm, das ist für Andromeda ideal.
Achtung Sonne: Richte ein Teleobjektiv nie ohne zertifizierten Sonnenfilter vor der Frontlinse auf die Sonne. Das gilt für das Auge am Sucher genauso wie für den Kamerasensor.
Warum Astroshop keine Kamera-Objektive führt
Für die Objektive oben haben wir bewusst keine Kauflinks gesetzt. Unser Partner-Shop führt keine Kamera-Objektive, und wir empfehlen nichts, nur weil es sich verlinken lässt. Kaufe dort, wo du den besten Preis und eine Rückgabe bekommst.
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Die richtigen Einstellungen mit dem Objektiv
Das beste Objektiv nützt nichts, wenn der Fokus nicht sitzt. Blende, ISO, Belichtungszeit und das Scharfstellen auf Sterne erklärt unser Ratgeber Sterne fotografieren: Einstellungen.
| Brennweite | Max. Belichtung ohne Nachführung (Vollformat) | mit Star Tracker |
|---|---|---|
| 14 mm | ca. 35 s | mehrere Minuten |
| 24 mm | ca. 20 s | 2–4 min |
| 50 mm | ca. 10 s | 1–2 min |
| 135 mm | ca. 4 s | 30–90 s |
Objektiv oder Teleskop?
Ab etwa 200 mm Brennweite ist ein kleiner Apo-Refraktor meist die bessere Wahl als ein Teleobjektiv. Er ist für den unendlich fernen Stern gerechnet, ein Fotoobjektiv für alles zwischen einem Meter und dem Horizont.
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Der RedCat ist ein 250-mm-Astrograf mit eingebautem Bildfeldebner: Sterne sind bis in die Ecken rund, und die Fokussierung per Skala sitzt reproduzierbar. Er passt noch auf einen Star Tracker. Der Aufpreis gegenüber einem 135er lohnt sich, wenn du regelmäßig Nebel und Galaxien fotografierst.
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Welche Optik für welches Objekt passt, zeigt Teleskop für Astrofotografie.
Häufige Fragen zum Objektiv für Astrofotografie
Welches Objektiv eignet sich am besten, um Sterne zu fotografieren?
Ein lichtstarkes Weitwinkel mit 14 bis 24 mm an Vollformat oder 10 bis 16 mm an APS-C und mindestens f/2,8. Damit bekommst du Milchstraße und Landschaft in ein Bild und kannst 15 bis 30 Sekunden belichten.
Welche Brennweite ist am besten für Astrofotografie?
Für den Einstieg 14 bis 24 mm. Längere Brennweiten wie 135 mm zeigen Nebel und Galaxien, brauchen aber eine Nachführung.
Reicht ein Kit-Objektiv für Astrofotografie?
Für erste Versuche ja: Mit 18 mm bei f/3,5 und ISO 3200 siehst du die Milchstraße. Ein lichtstärkeres Objektiv sammelt aber zwei- bis viermal so viel Licht, das sieht man sofort.
Welches Objektiv für Astrofotografie mit Sony?
Das Sony FE 20 mm f/1,8 G ist für viele der beste Kompromiss aus Preis, Gewicht und Randschärfe. Günstiger ist ein manuelles Samyang 14 mm f/2,8, lichtstärker das Sigma 14 mm f/1,4 Art.
Welches Objektiv für Astrofotografie mit Canon?
Für den Einstieg das Samyang 14 mm f/2,8, das es für EF und RF gibt. Wer eine RF-Kamera hat, kann über den Canon-Adapter auch EF-Objektive ohne Verlust nutzen.
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