Von Alexander Merz · Aktualisiert am
Eine Sternenhimmel-App ist ein Planetarium für die Hosentasche: Du hältst dein Handy an den Himmel, und die App zeigt dir über GPS, Kompass und Lagesensor, welche Sterne, Sternbilder und Planeten du gerade siehst.

Die besten Sternenhimmel-Apps im Vergleich
Wir haben die sieben Apps verglichen, die in Suchergebnissen, App-Stores und Astronomie-Foren immer wieder auftauchen. Preise und Funktionen haben wir am 30. September 2026 in den deutschen App-Stores nachgesehen – Abopreise ändern sich allerdings öfter als der Himmel.
| App | Systeme | Kosten | Stärken |
|---|---|---|---|
| ⭐ Unsere EmpfehlungStellarium Mobile | Android, iPhone | Gratis ohne Werbung; Plus einmalig 19,99 € oder im Abo | Offline, Kamera-Modus, Rotlicht; Teleskopsteuerung mit Plus |
| SkySafari 7 Plus | Android, iPhone | Einmalig 9,99 €; Premium-Abo optional | Planung, riesige Datenbank, offline; steuert Teleskope |
| Star Walk 2 | Android, iPhone | Gratis mit Werbung; werbefrei 9,99 € | Kamera-Modus, 3D-Sternbilder, offline |
| Sky Guide | nur iPhone/iPad | Gratis; Plus 4,99 €/Monat oder 40,99 €/Jahr | Schönste Darstellung, offline, ISS-Alarm |
| Night Sky | nur Apple-Geräte | Gratis; Abo „+ Aura“ ab 17,99 €/Monat | Kamera-Modus, KI-Assistent |
| Sky Tonight | Android, iPhone | Gratis mit Werbung; Premium ab 5,99 €/Jahr | Himmelskalender, Beobachtungs-Index |
| Stellarium Web | Browser | Gratis, keine Installation | Gleicher Himmel wie Stellarium, auch am PC |
Die Apps im Einzelnen: Stärken und Haken
Stellarium Mobile: der kostenlose Allrounder
Stellarium Mobile stammt von den Machern des bekannten Planetariums-Programms für den PC. Die Gratisversion zeigt ohne Werbung und ohne Anmeldung alles, was du mit bloßem Auge oder dem Fernglas sehen kannst – Sterne, Sternbilder, Planeten, helle Nebel und Satelliten.
Die Plus-Version lohnt sich erst mit Teleskop: Sie steuert GoTo-Montierungen (Montierungen, die Himmelsobjekte per Motor selbst anfahren) von Celestron, Sky-Watcher und Meade und zeigt Milliarden Sterne. Der Haken: Die Bedienung ist nüchterner als bei Sky Guide oder Star Walk. Download bei Google Play und im App Store.
SkySafari 7 Plus: für die Nacht am Teleskop
SkySafari ist die App, die erfahrene Beobachter am häufigsten nennen. Ihre Stärke ist die Beobachtungsplanung: Objektlisten, Beobachtungsbuch und eine Datenbank, die weit über das hinausgeht, was ein Einsteiger braucht.
Die Plus-Version kostet einmalig Geld und steuert Teleskope per WLAN oder Bluetooth. Zum reinen „Welcher Stern ist das?“ ist sie überdimensioniert – dafür reicht Stellarium gratis.
Star Walk 2: hübsch, aber mit Werbung
Star Walk 2 kommt von Vito Technology aus Berlin und ist die verspielteste App im Vergleich: 3D-Figuren der Sternbilder, Musik, Nachrichten aus der Raumfahrt. Die Gratisversion zeigt Werbung, einzelne Objektgruppen wie Kometen oder Deep-Sky-Objekte kosten extra.
Sky Guide: die schönste App fürs iPhone
Sky Guide gibt es nur für iPhone, iPad und Mac. Keine andere App stellt den Himmel so elegant und ruhig dar, und sie funktioniert ohne Netz. Die Grundfunktionen sind gratis; für den vollen Sternkatalog und Zusatzfunktionen will Sky Guide ein Abo.
Night Sky: mit KI-Assistent im Abo
Night Sky von iCandi Apps läuft nur auf Apple-Geräten. Das Abo mit dem KI-Assistenten „Aura“ ist das teuerste im Vergleich, der Gratisteil reicht zum Sterne-Erkennen aber aus.
Sky Tonight: der Himmelskalender
Sky Tonight ist die Schwester-App von Star Walk. Ihr Plus ist der Kalender: Sternschnuppen, Finsternisse, Planetenstellungen und ein Index, der Mondlicht, Lichtverschmutzung und Bewölkung zu einer Beobachtungsnote verrechnet.
Stellarium Web: Sternkarte im Browser
Stellarium Web läuft direkt im Browser unter stellarium-web.org. Du brauchst keine Installation und kein Konto – praktisch am PC oder auf einem fremden Handy.

Der Nachteil: Ohne Internet geht nichts, und der Kamera-Modus fehlt. Auf dem Feld ist die installierte App deshalb die bessere Wahl.
Sternenhimmel-App kostenlos: was du ohne Abo bekommst
Für den Anfang musst du keinen Cent ausgeben. Stellarium Mobile ist gratis, werbefrei und reicht für den ganzen sichtbaren Himmel; Star Walk 2 und Sky Tonight gibt es gratis mit Werbung, Stellarium Web ganz ohne Installation.
Bezahlen lohnt sich erst, wenn du eine konkrete Funktion brauchst. Teleskopsteuerung und Beobachtungsplanung sind die einzigen Gründe, die wir wirklich gelten lassen – schönere Grafik ist Geschmackssache.
Sterne erkennen per App: so funktioniert der Kamera-Modus
Damit die App weiß, wohin du schaust, kombiniert sie vier Angaben. GPS und Uhr legen fest, welcher Himmel über dir steht; Lagesensor und Kompass bestimmen den Ausschnitt, auf den dein Handy zeigt.
Der Lagesensor ist sehr genau, der Kompass nicht. Das Magnetometer im Handy – der elektronische Kompass – lässt sich leicht stören: von Magnethüllen, Autos, Metallgeländern oder einer Teleskop-Montierung direkt daneben.
Warum die App daneben liegt – und wie du es behebst
Zeigt die App den Großen Wagen eine Handbreit neben dem echten, ist fast immer der Kompass schuld. So bekommst du ihn wieder in den Griff:
- Kompass kalibrieren: Handy ein paar Mal in Form einer liegenden Acht durch die Luft schwenken. Viele Apps fordern das von selbst an.
- Magnete weg: Hüllen mit Magnetverschluss, MagSafe-Ringe und Halterungen abnehmen.
- Abstand halten: Zwei, drei Schritte weg vom Auto, von Metallzäunen und vom Teleskop.
- Standort freigeben: Ohne GPS rechnet die App mit einem falschen Ort und zeigt den Himmel verschoben.
- Selbst nachjustieren: Viele Apps lassen dich die Ansicht per Finger verschieben – richte sie an einem hellen Stern aus, den du sicher kennst.
Nachtmodus: Rotlicht statt Blendung
Deine Augen brauchen 20 bis 30 Minuten, bis sie sich an die Dunkelheit gewöhnt haben. Ein einziger Blick auf ein helles Display macht das in Sekunden zunichte.
Schalte deshalb den Rotlicht- oder Nachtmodus der App ein und dreh die Helligkeit ganz herunter. Rotes Licht stört die Dunkelanpassung am wenigsten.
Ohne Installation: unsere Himmels-Tools im Browser
Du willst nur kurz wissen, was heute los ist? Unsere Web-Tools laufen ohne App, ohne Werbung und ohne Konto – dafür ohne Kamera-Modus.
- Heute am Himmel: welche Planeten, der Mond und die ISS heute Nacht bei dir zu sehen sind.
- Interaktive Sternenkarte: der Himmel für deinen Ort und jede Uhrzeit, zum Ausdrucken oder am Bildschirm.
- Sternbilder erkennen: die Methode, mit der du dir den Himmel auch ohne Handy merkst.
- Alle Astronomie-Tools: Rechner, Kalender und Karten auf einen Blick.
Ehrlich gesagt: Draußen unter dem Sternenhimmel ist eine installierte App bequemer. Unsere Tools sind für die Planung am Nachmittag gedacht – und für alle, die sich nicht noch eine App aufs Handy laden wollen.
App oder drehbare Sternkarte?
Die App weiß mehr, die Papierkarte zeigt mehr auf einmal. Eine drehbare Sternkarte braucht keinen Akku, blendet nicht und zeigt dir den halben Himmel auf einen Blick statt durch ein handtellergroßes Fenster.
Viele Beobachter nutzen deshalb beides: die Karte zum Orientieren, die App zum Nachschlagen. Gerade mit Kindern ist die Karte oft das bessere Werkzeug, weil der Blick am Himmel bleibt statt am Bildschirm.
Analog und akkufrei: Oculum Drehbare Himmelskarte 29 cm

Die drehbare Sternkarte zeigt den Himmel für jedes Datum und jede Uhrzeit – ohne Display, das deine Augen blendet.
Preis: 19,90 €
Bestellbar
Wenn die App das Teleskop steuert: Smart-Teleskope
Bei Smart-Teleskopen ist die App nicht Beiwerk, sondern das Bedienfeld. Du tippst ein Objekt an, das Gerät fährt es selbst an und zeigt das Bild direkt auf dem Handy – ein Okular gibt es gar nicht mehr.

Das hat einen Preis: Du siehst den Nebel nicht mit eigenen Augen, sondern als gestapeltes Foto auf dem Display. Wer das mag, findet in unserem Smart-Teleskop-Vergleich alle aktuellen Geräte mit ihren Stärken und Schwächen.
Per App gesteuert: ZWO Seestar S50 Pro

Der direkte Nachfolger des Seestar S50: apochromatische Quadruplet-Optik 50/260, zwei Kameras und ein integrierter Doppelband-Filter, der auch aus der Stadt heraus Nebel zeigt.
Preis: 999 €
Bestellbar
Übrigens: Wenn du mit dem Handy selbst den Himmel fotografieren willst, statt ihn nur zu erkennen, hilft dir unser Ratgeber zur Astrofotografie mit dem Smartphone weiter.
Häufige Fragen zur Sternenhimmel-App
Welche ist die beste kostenlose Sternen-App?
Stellarium Mobile. Die App ist auf Android und iPhone gratis, zeigt keine Werbung und funktioniert auch ohne Netz. Star Walk 2 und Sky Tonight sind ebenfalls kostenlos, blenden aber Werbung ein.
Welche App kann ich verwenden, um Sterne am Himmel zu erkennen?
Jede App aus unserem Vergleich außer Stellarium Web hat einen Kamera-Modus: Du hältst das Handy hoch, und die App beschriftet, was du siehst. Am zuverlässigsten klappt das mit kalibriertem Kompass und ohne Magnethülle.
Ist die App Stellarium kostenlos?
Ja. Stellarium Mobile ist in der Grundversion kostenlos und werbefrei, Stellarium Web im Browser ebenfalls. Nur die Plus-Version mit Teleskopsteuerung und größerem Sternkatalog kostet Geld, einmalig oder im Abo.
Welche App kann ich nutzen, um heute am Himmel zu schauen?
Fast alle Apps haben eine Ansicht „Heute sichtbar“, besonders übersichtlich ist sie bei Sky Tonight. Ohne App geht es auf unserer Seite Heute am Himmel, die Planeten, Mond und ISS für deinen Standort zeigt.
Funktioniert eine Sternen-App auch ohne Internet?
Ja, Stellarium Mobile, SkySafari, Star Walk 2 und Sky Guide arbeiten offline. GPS funktioniert auch ohne mobile Daten. Nur Stellarium Web braucht eine Internetverbindung.
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