Mondfinsternis am 28. August 2026: die Uhrzeiten und wie sie zu sehen war

Am Freitagmorgen, 28. August 2026, hat sich der Mond in den Kernschatten der Erde geschoben – zum Maximum um 06:13 Uhr waren 93,8 % der Mondscheibe verfinstert. Es war die tiefste partielle Mondfinsternis über Deutschland seit Jahren.

Die Sache hatte einen Haken, über den viele Kalender geschwiegen haben: Der Mond ging mitten in der Finsternis unter, je nach Ort zwischen 06:15 und 06:49 Uhr. Wer sie sehen wollte, brauchte freie Sicht nach Westen und musste früh aufstehen. Hier stehen alle Zeiten zum Nachlesen – und der Ausblick auf die nächsten Termine.

⭐ Kurz gesagt: Kernschatten-Eintritt um 04:34 Uhr MESZ, Maximum mit 93,8 % um 06:13 Uhr – da stand der Mond schon dicht über dem Westhorizont. Das beste Zeitfenster lag zwischen 04:34 und etwa 05:30 Uhr; eine Schutzbrille war nicht nötig, das bloße Auge reichte. Der nächste Termin ist die tiefe Halbschattenfinsternis am 21. Februar 2027. Alle Details für 44 Städte im großen Mondfinsternis-Guide.
Verlauf der partiellen Mondfinsternis am 28. August 2026 mit dem Zeitpunkt des Monduntergangs in Deutschland
Der Verlauf der Finsternis – und der Moment, in dem der Mond in Deutschland untergeht. Grafik: Sterngucker

Uhrzeiten: der Verlauf an diesem Morgen

Der Schattendurchgang lief in ganz Mitteleuropa gleichzeitig ab – nur der Horizont ist von Ort zu Ort verschieden. Die eigentliche Show begann um 04:34 Uhr, als sich die scharfe Kante des Kernschattens in die Mondscheibe fraß.

PhaseUhrzeit (MESZ)
Eintritt Halbschatten – noch unsichtbar03:23 Uhr
Erste Abdunklung erkennbarca. 04:00 Uhr
Eintritt Kernschatten – Beginn der Show04:34 Uhr
Halbe Bedeckungca. 05:15 Uhr
Maximum (93,8 %)06:13 Uhr
Monduntergang in Deutschland06:15–06:49 Uhr
Der Austritt aus dem Kernschatten (07:52 Uhr) ist von Mitteleuropa aus nicht mehr zu sehen – der Mond ist dann bereits untergegangen.

Der Haken: der Monduntergang

Je weiter östlich, desto näher am Maximum lag der Monduntergang: In Berlin ging der Mond um 06:15 Uhr zu 93,7 % verfinstert unter – praktisch im Maximum. In Köln blieb er bis 06:45 Uhr am Himmel, war dann aber nur noch zu 79,9 % bedeckt.

StadtMonduntergangBedeckung beim Untergang
Berlin06:15 Uhr93,7 %
Dresden06:16 Uhr93,6 %
Leipzig06:21 Uhr92,7 %
Hamburg06:27 Uhr90,8 %
München06:30 Uhr89,4 %
Frankfurt am Main06:39 Uhr84,2 %
Stuttgart06:39 Uhr84,1 %
Köln06:45 Uhr79,9 %
Auswahl – die vollständige Tabelle für 44 deutsche Städte plus Österreich und die Schweiz steht im großen Mondfinsternis-Guide.
Tipp fürs nächste Mal: Such dir den Beobachtungsplatz vorher bei Tageslicht: freier Blick nach Westen bis Westsüdwesten, kein Waldrand, keine Häuserzeile. Bei einer Mondhöhe unter zehn Grad reicht eine Baumreihe in 300 Metern, um die gesamte Finsternis zu verstecken.

Was zu sehen war und was man dafür brauchte

Ehrlich gesagt: kein tiefroter Blutmond in schwarzer Nacht, sondern eine Dämmerungsfinsternis. Das beste Zeitfenster lag zwischen 04:34 und etwa 05:30 Uhr, solange der Mond noch zehn bis fünfzehn Grad hoch stand und der Himmel dunkelblau war.

Anders als bei der Sonnenfinsternis zwei Wochen zuvor brauchte es keinerlei Schutzausrüstung – das bloße Auge reichte völlig. Ein Fernglas macht den Anblick allerdings deutlich eindrucksvoller, und das gilt für jede Mondfinsternis: Die kupferfarbene Kernschattenkante wird darin erst richtig sichtbar.

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Ein Teleskop ist für eine Mondfinsternis selbst nicht nötig. Wer ohnehin über eins nachdenkt, findet im Einsteiger-Ratgeber die Modelle, die sich danach auch für Planeten und Deep-Sky lohnen – im Herbst zum Beispiel für Saturn, der am 4. Oktober 2026 in Opposition steht.

Was als Nächstes kommt

Diese Finsternis war mit einer Größe von 0,938 eine der tiefsten partiellen Mondfinsternisse des Jahrzehnts – es fehlten nur gut sechs Prozent des Monddurchmessers zur Totalität. Ein echter Blutmond wurde sie deshalb nicht.

Der nächste Finsternistermin ist die tiefe Halbschattenfinsternis am 21. Februar 2027 – bei uns komplett und hoch am Himmel zu sehen, dafür unauffällig. Der nächste totale Blutmond über Deutschland kommt am 31. Dezember 2028 – dann komplett über dem Horizont, am Silvesterabend. Und am 2. August 2027 folgt die nächste Sonnenfinsternis, total über Südspanien und Nordafrika, bei uns partiell am Vormittag.

Häufige Fragen zur Mondfinsternis

Wann genau war die Mondfinsternis?

Am Freitagmorgen, 28. August 2026. Der Mond trat um 04:34 Uhr MESZ in den Kernschatten ein, das Maximum mit 93,8 Prozent Bedeckung lag um 06:13 Uhr. Kurz danach ging der Mond unter – in Deutschland je nach Ort zwischen 06:15 und 06:49 Uhr.

Braucht man eine Schutzbrille wie bei der Sonnenfinsternis?

Nein. Eine Mondfinsternis ist völlig ungefährlich, weil du auf den Mond schaust, nicht in die Sonne. Bloßes Auge reicht, ein Fernglas macht den Anblick schöner – Filter oder Brillen braucht niemand.

War das ein Blutmond?

Nicht ganz: Die Finsternis blieb partiell, 93,8 Prozent des Monddurchmessers steckten im Maximum im Kernschatten. Der verfinsterte Teil färbte sich sichtbar rötlich, aber der klassische, komplett rote Blutmond kommt über Deutschland erst wieder am 31. Dezember 2028.

Alle Details – Monduntergang für 44 Städte, das beste Zeitfenster, Foto-Tipps und die Erklärung, warum sich der Mond rot färbt – stehen im großen Guide zur Mondfinsternis, der auch alle weiteren Termine bis 2032 auflistet.