Von Alexander Merz · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 14. September 2026
Dieser Leitfaden zeigt, wie und wann du Mars mit dem Teleskop am besten beobachtest, welche Ausrüstung du brauchst und wie du Polkappen, Schluchten, erloschene Vulkane und die beiden winzigen Monde erkennst.
Mars beobachten mit dem Teleskop: Die Beobachtung des Roten Planeten fasziniert Astronomiebegeisterte seit Jahrhunderten. Kein Wunder: Mars bietet als Nachbarplanet jede Menge interessante Merkmale – von Polkappen über gewaltige Schluchten und erloschene Vulkane bis hin zu seinen beiden winzigen Monden.
In diesem Leitfaden erfährst du ausführlich, wie und wann du Mars am besten beobachtest, welche Ausrüstung du benötigst und wie du die faszinierenden Details der Marsoberfläche erkennen kannst.

(Fotograf: James Bates. Equipment: Celestron Nexstar 8SE*, ZWO ADC, ASI224MC (nicht mehr erhältlich))
Faszination Mars – Warum ist dieser Planet so besonders?
Mars gilt schon lange als Symbol des Unbekannten und Mystischen. Seine rötliche Färbung hatte in zahlreichen Kulturen eine Verbindung zu Kriegsgöttern (Mars bei den Römern, Ares bei den Griechen). Seit dem 19. Jahrhundert beschäftigt sich die Wissenschaft intensiv mit Mars, und frühe Astronomen spekulierten über künstliche „Kanäle“ und außerirdische Zivilisationen. Mars beobachten hat also seit langer Zeit die Menschen in ihren Bann gezogen.
Besonderheiten des Mars:
- Er ist der einzige innere Planet (außerhalb der Erde), dessen Oberfläche vergleichsweise leicht zu beobachten ist.
- Seine Sonnennähe variiert stark (elliptische Bahn), weshalb Mars bei manchen Oppositionen sehr nahe an die Erde herankommt.
- Polkappen, große Vulkane (z. B. Olympus Mons) und Schluchten (Valles Marineris) machen den Mars zum aufregenden Beobachtungsobjekt.
Kann man den Mars mit bloßem Auge sehen?
Ja, und zwar ohne jedes Hilfsmittel. Mars steht als ruhig leuchtender, deutlich orange-roter Punkt am Himmel – kein Fernglas, kein Teleskop nötig. Du musst nur wissen, wann und wo er steht. Ob er heute Abend überhaupt über dem Horizont steht, zeigt dir die Übersicht welche Planeten heute sichtbar sind.
Wie auffällig er ist, hängt vom Abstand ab. Um die Opposition herum gehört er zu den hellsten Objekten der Nacht und überstrahlt jeden Stern in seiner Nähe; ein Jahr später ist er nur noch ein unscheinbares rötliches Pünktchen zwischen den Sternen.
Was das bloße Auge nicht zeigt, ist eine Scheibe: Mars bleibt immer ein Punkt. Polkappen, dunkle Albedo-Flecken und der Rand der Marskugel brauchen ein Teleskop und werden etwa ab 80 mm Öffnung sichtbar – darum geht es weiter unten.
Wie du den Mars am Himmel erkennst
Zwei Merkmale reichen: Die Farbe ist unverkennbar orange bis lachsrot, und Planeten funkeln nicht – während die Sterne um ihn herum zittern, steht Mars ruhig. Er hält sich außerdem immer nahe der Ekliptik, also auf der Linie, auf der auch Sonne und Mond über den Himmel ziehen.
Verwechseln kannst du ihn am ehesten mit dem rötlichen Stern Antares im Skorpion – der funkelt aber. In welchem Sternbild Mars gerade steht und wie weit er von der Erde entfernt ist, steht auf unserer Seite zum Planeten Mars.
Der ideale Zeitpunkt: Wann kann man Mars am besten sehen?
Opposition und Perihel: Das perfekte „Fenster“ zum Mars beobachten
Die Opposition ist der Zeitpunkt, an dem Erde und Mars auf derselben Seite der Sonne stehen. Etwa alle 26 Monate (2 Jahre und 2 Monate) tritt dieses Ereignis ein. Kurz vor, während und nach der Opposition ist Mars am hellsten und erscheint mit dem größten scheinbaren Durchmesser.
- Perihel-Opposition: Fällt die Opposition mit dem Punkt zusammen, an dem Mars der Sonne am nächsten ist (Perihel), kann der Abstand zur Erde auf rund 55 Millionen Kilometer schrumpfen. Dann ist Mars besonders groß und hell am Himmel.
- Aphel-Opposition: Liegt die Opposition nahe dem sonnenfernsten Punkt (Aphel), kann die Distanz über 100 Millionen Kilometer betragen. Der Mars wirkt dann kleiner und dunkler.
Historische Extreme:
- August 2003: Engste Annäherung von Mars und Erde seit 60.000 Jahren (Optimal: Mars beobachten!)
- Juli 2018: Ebenfalls eine äußerst geringe Distanz, aber eine globale Staubsturmphase erschwerte die Beobachtung.
- Oktober 2020: Mars war weniger nah als 2018, aber trotzdem gut sichtbar.
- 2035: Die nächste besonders nahe Opposition.
Oppositionen im Überblick:
| Datum | Entfernung in Astronomischen einheiten | Scheinbare Größe in Bogensekunden | Sternbild |
|---|---|---|---|
| 27. Juli 2018 | 0,386 AE | 24,24″ | Steinbock |
| 14. Okt. 2020 | 0,419 AE | 22,33″ | Fische |
| 8. Dez. 2022 | 0,550 AE | 17,03″ | Stier |
| 16. Jan. 2025 | 0,644 AE | 14,54″ | Zwillinge/Krebs |
| 19. Feb. 2027 | 0,678 AE | 13,81″ | Löwe |
| 25. März 2029 | 0,649 AE | 14,42″ | Jungfrau |
| 4. Mai. 2031 | 0,559 AE | 16,75″ | Waage |
| 28. Juni 2033 | 0,427 AE | 21,91″ | Schütze |
| 15. Sep. 2035 | 0,382 AE | 24,52″ | Wassermann / Fische |
Mars in Retrograde: Die besondere Schleife am Himmel
Wie alle äußeren (bzw. „oberen“) Planeten durchläuft Mars ein retrogrades Intervall, wenn die Erde ihn „überholt“. Normalerweise wandert Mars von West nach Ost durch die Sternbilder, aber während der Opposition scheint er rückwärts (retrograd) zu laufen. Diese „Rückwärtsschleife“ ist bei Mars besonders groß und dauert mehrere Wochen. Ein weitere Grund, der Mars beobachten so reizvoll macht.
Welches Teleskop ist geeignet?
Teleskoptypen: Vor- und Nachteile
- Refraktor (Linsenteleskop)
- Vorteile: Scharfe Abbildung, kontrastreich, meist wartungsarm.
- Nachteile: Größere Öffnungen schnell sehr teuer, chromatische Aberration bei günstigen Modellen.
- Newton-Reflektor (Spiegelteleskop)
- Vorteile: Größere Öffnungen zu erschwinglichen Preisen, gute Abbildungsqualität.
- Nachteile: Kollimation (Justage) nötig, längere Tuben können unhandlich sein.
- Katadioptrische Systeme (z. B. Schmidt-Cassegrain, Maksutov)
- Vorteile: Kompakte Bauweise, relativ große Öffnungen, vielseitig.
- Nachteile: Höherer Preis, längere Abkühlzeit.
Für die Marsbeobachtung ist ein Teleskop ab 3–4 Zoll (80–100 mm) Öffnung empfehlenswert, um zumindest Polkappen und einige Helligkeitsunterschiede auf der Oberfläche zu erkennen. Größere Öffnungen (200 mm und mehr) steigern zwar das Auflösungsvermögen, aber nur, wenn die atmosphärischen Bedingungen (Seeing) mitspielen.
Meine Empfehlung und Tipps👍
Als besonders gute “Planeten-Beobachter” gelten Maksutov-Teleskope. Ein Maksutov-Teleskop ist ein katadioptrisches System, das Spiegel und Linsen kombiniert und damit große Öffnungen bei langen Brennweiten ermöglicht – und das in einer angenehm kompakten Bauweise.
Eine speziell geformte (meniskusförmige) Frontlinse gleicht dabei den sphärischen Abbildungsfehler des Hauptspiegels aus. An ihrer Rückseite befindet sich ein kleiner Sekundärspiegel, der das Licht ein weiteres Mal umlenkt, sodass der Strahlengang „gefaltet“ wird und das Teleskop trotz hoher Brennweite relativ kurz bleibt.

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Gegenüber anderen katadioptrischen Langbrennweitensystemen, etwa Schmidt-Cassegrain-Teleskopen, profitieren Maksutow-Modelle von einer geringeren Obstruktion: Da der Sekundärspiegel vergleichsweise klein ausfällt, lassen sich auch Teleskope mit kleineren Öffnungen sinnvoll umsetzen.
Außerdem neigt das Maksutow-Design kaum zu Farbfehlern, ist dank seiner kurzen Tubuslänge komfortabel zu transportieren und lässt sich schon auf relativ leichten Montierungen nutzen. Darüber hinaus bietet es eine sehr gute Kosten-Nutzen-Balance, denn mit dieser Bauform kann man preiswert eine große Öffnung bei langer Brennweite realisieren.
Mehr zu den verschiedenen Teleskopen findest du hier: Teleskop Ratgeber und Teleskop kaufen
Öffnung, Brennweite und sinnvolle Vergrößerung
- Öffnung (Apertur): Je größer, desto mehr Licht sammelt das Teleskop und desto höher das potenzielle Auflösungsvermögen.
- Brennweite: Bestimmt (zusammen mit dem Okular) deine Vergrößerung. Lange Brennweiten erlauben hohe Vergrößerungen, was für Planetenbeobachtungen oft ideal ist.
- Vergrößerung: Eine Faustregel besagt, dass das Maximum etwa 2x Öffnung in Millimetern (bzw. 50-fache pro Zoll) betragen sollte. Zu hohe Vergrößerungen führen jedoch schnell zu unscharfen Bildern, besonders bei schlechtem Seeing.
Montierung und Stabilität
Eine stabile Montierung ist essenziell, damit dein Bild nicht verwackelt. Du hast die Wahl zwischen azimutalen und äquatorialen Montierungen:
- Azimutal (z. B. Dobson-Montierung): Leicht zu bedienen, ideal für den Einstieg, günstiger.
- Äquatorial: Ermöglicht das einfache Nachführen an die Erdrotation angepasst. Für Planetenbeobachtungen, Langzeitaufnahmen und komfortables Betrachten oft die bessere Wahl.
Vorbereitung auf die Mars-Beobachtung
Standortwahl und Seeing-Bedingungen
Das beste Teleskop nützt wenig, wenn die lokalen Bedingungen (Seeing) schlecht sind:
- Stadt vs. Land: In Städten leidet oft der Kontrast durch Lichtverschmutzung. Mars ist zwar hell, aber dennoch kann das Streulicht Details verschlucken.
- Hitzeinseln vermeiden: Beobachte nicht über Häuserdächer oder Asphalt – aufsteigende warme Luft stört die Abbildung.
- Höhe: Ein höher gelegener Standort mit wenig Luftunruhe (z. B. Gebirge) verbessert das Seeing.
Vor Mars beobachten: Teleskop-Kühlung und Akklimatisierung
Ein Teleskop sollte sich an die Außentemperatur anpassen, sonst führt das Temperaturgefälle innerhalb des Tubus zu Luftströmungen und Unschärfen. Plane daher eine Kühlzeit von 30 bis 90 Minuten, je nach Temperatursprung und Teleskopbauart (spiegelbasierte Systeme brauchen oft länger).
Filter und andere Hilfsmittel
- Farbfilter:
- Rotfilter (Wratten #25): Betont Albedo-Strukturen (dunkle Gebiete).
- Blaufilter (Wratten #80A): Hervorhebung von Polkappen und Wolken.
- Orangefilter (Wratten #21): Steigert Kontraste in dunklen und hellen Bereichen.
- Einzeln kaufen lohnt selten: Das Omegon Farbfilter-Set 1,25" (6-teilig) enthält Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau und Violett in einem Kasten und kostet 59 € – die drei oben genannten Farben also inklusive.
- Okulare: Hochwertige Okulare mit langem Augenabstand (Eye Relief) und guter Schärfeleistung sind ideal.
- Barlow-Linse: Verdoppelt oder verdreifacht die Brennweite deines Teleskops, sollte aber qualitativ hochwertig sein.
Meine Empfehlung und Tipps👍
Okulare in verschiedenen Brennweiten
Für unterschiedliche Vergrößerungsstufen empfiehlt es sich, mehrere Okulare mit unterschiedlichen Brennweiten zu nutzen. Zwar kann auch ein Zoom-Okular einen variablen Brennweitenbereich abdecken, doch besonders preiswerte Modelle zeigen häufig Einschränkungen bei Schärfe und Kontrast. Insbesondere für die Mars-Beobachtung ist es daher meist sinnvoller, auf einzelne Okulare zurückzugreifen.
Modell Brennweite Ideal für Preis Omegon Okular-Starterkit mehrere ⭐ Unsere Empfehlungmehrere kurze Brennweiten in einem Koffer – genau der Weg, den der Absatz darüber empfiehlt 89 € Celestron Omni 2x Barlow 1,25" 2×-Barlow verdoppelt jede vorhandene Brennweite – der günstigste Weg zu mehr Vergrößerung am Mars 52 € Baader Hyperion Universal Zoom Mark IV + Barlow 8–24 mm wenn es doch ein Zoom sein soll: die Klasse, in der Schärfe und Kontrast auch bei hoher Vergrößerung stimmen 365 €
Preise werden täglich automatisch mit dem Shop abgeglichen. Welche Brennweite an deinem Teleskop welche Vergrößerung ergibt, rechnet der Okular-Ratgeber vor.
Orthoskopische Okulare – hoher Kontrast und ausgezeichnete Transmission
Aufgrund der langen Brennweite der hier vorgestellten Teleskope kommen zudem vergleichsweise günstige Okulartypen wie (Super-)Plössl und orthoskopische Abbe-Okulare infrage. Diese erreichen in den für höhere Vergrößerungen relevanten mittleren Brennweiten ein ausreichendes Gesichtsfeld, ein angenehmes Einblickverhalten sowie eine sehr gute Lichtdurchlässigkeit und Kontrastwiedergabe. Somit bieten sie eine hervorragende Kombination aus Preis-Leistungs-Verhältnis und optischer Qualität.
Mehr Informationen zum Zubehör findest du hier: Teleskop Zubehör, Barlow-Linse und Okular
Mars beobachten: Welche Oberflächenmerkmale kannst du erkennen?

CC BY-SA 3.0 igo
Hier klicken, um ein 3D Modell der NASA anzusehen!
Die rote Farbe – Woher kommt sie?
Mars ist wegen seines Eisenoxidstaubs (Rost) auf der Oberfläche und in der dünnen Atmosphäre weithin als „roter“ oder „orange-roter“ Planet bekannt. Schon mit bloßem Auge lässt sich diese Färbung erkennen – ohne Teleskop wirkt er wie ein rötlicher Stern.

Polkappen und helle Gebiete auf dem Mars beobachten
- Polkappen: Schon bei verhältnismäßig kleiner Vergrößerung erkennst du helle, weiße Bereiche am oberen oder unteren Rand der Scheibe. Diese bestehen aus gefrorenem Wasser und Kohlendioxid.
- Helle Gebiete (Planitiae): Diese rostfarbenen Wüstenregionen bekamen in der Frühzeit der Marsforschung Bezeichnungen wie Arabia Terra oder Hellas Planitia. Sie reflektieren mehr Licht als die dunkleren Flächen.
Dunkle Albedo-Markierungen und Vulkane
- Dunkle Flecken auf der Marsoberfläche: Einst hielt man sie für Meere oder pflanzliche Vegetation. Tatsächlich handelt es sich um Stellen, an denen Vulkangestein oder dunklere Sedimente freiliegen.
- Berühmte Strukturen:
- Valles Marineris – ein gigantisches Grabensystem, das sich über Tausende Kilometer erstreckt.
- Olympus Mons – der größte Vulkan im Sonnensystem; mit etwas Erfahrung kannst du seine Umgebung als dunkle Region erkennen.
Globale Staubstürme auf dem Mars beobachten
Mars wird immer wieder von Staubstürmen heimgesucht, die innerhalb weniger Tage fast den gesamten Planeten einhüllen können. Dies geschieht besonders oft, wenn der Mars seine Sonnennähe erreicht und zusätzliche Erwärmung die Luftströmungen anheizt. Während solcher Stürme sind alle Oberflächendetails für Teleskopbeobachter kaum mehr erkennbar.
Mars-Monde Phobos und Deimos
- Phobos: Klein und sehr nahe an Mars. Um ihn zu erspähen, benötigst du ein Teleskop ab etwa 8 Zoll Öffnung und solltest Mars selbst mit einem Okularbalken oder in den Randbereich des Sichtfelds verbannen, um das gleißende Licht zu reduzieren.
- Deimos: Weiter außen, leichter sichtbar. Sobald Mars aus dem direkten Bildausschnitt verschwindet, kannst du nach dem winzigen Mond Ausschau halten.
Praktische Tipps für erfolgreiche Beobachtungen
Dokumentation und Skizzen
Halte deine Beobachtungen schriftlich fest oder fertige Skizzen an. Das trainiert dein Auge und hilft dir, Veränderungen oder Staubstürme zu registrieren. Mit der Zeit bekommst du ein immer besseres Gespür dafür, welche Details wann sichtbar sind.
Astrofotografie am Mars
Willst du Mars fotografieren, empfiehlt sich eine Planetenkamera – ein kleiner Sensor mit hoher Bildrate, gebaut für genau diesen Zweck. Die ZWO Kamera ASI 662 MC Color (299 €) ist das gängige Einstiegsmodell dafür; welche Kamera zu welchem Teleskop passt, rechnet der Ratgeber zur Astrofotografie-Kamera vor. Auch eine Spiegelreflex- oder Systemkamera mit guter Videofunktion geht. Bei der Planetenfotografie werden häufig mehrere tausend Einzelbilder aufgenommen (Lucky Imaging) und anschließend mit Software (z. B. AutoStakkert! oder Registax) gestapelt (Stacking), um das Rauschen zu verringern und Details hervorzuheben.
Hier alle Informationen: Astrofotografie, Planetenfotografie, Pixelgröße und Sampling
Mars beobachten: Häufige Fragen (FAQ)
Kann man den Mars von der Erde aus ohne Teleskop sehen?
Ja. Mars ist mit bloßem Auge sichtbar, sobald er über dem Horizont steht – als roter Punkt, der nicht funkelt. Eine Scheibe mit Polkappen zeigt aber erst ein Teleskop.
Brauche ich ein sehr teures Teleskop für Mars?
Nicht unbedingt. Schon ab 80–100 mm Öffnung kannst du die Polkappen erkennen. Mehr Öffnung ermöglicht feinere Details, sofern das Seeing es zulässt.
Welche Vergrößerung ist am besten?
Zwischen 100x und 200x bietet häufig eine gute Balance zwischen Detailerkennung und Bildhelligkeit. Bei sehr guten Bedingungen kannst du höher gehen.
Was ist der beste Zeitpunkt im Jahr zur Mars-Beobachtung?
Rund um die Opposition. Da Mars alle 26 Monate in Opposition gerät, kann sich das Zeitfenster jedes Mal verschieben.
Macht es Sinn, einen Filter zu verwenden?
Ja, Farbfilter steigern oft den Kontrast bestimmter Merkmale (z. B. Polkappen, Staubstürme). Ein Sechserset wie das Omegon Farbfilter-Set 1,25" (6-teilig) kostet 59 € und deckt alle drei oben empfohlenen Farben ab.
Warum muss ich mein Teleskop abkühlen lassen?
Um Temperaturunterschiede auszugleichen. Warme Luft im Tubus erzeugt Schlieren und verwackelt das Bild.
Mars beobachten mit dem Teleskop: Das Fazit
Die Beobachtung des Mars ist eines der spannendsten Erlebnisse in der Amateurastronomie und gehört zu Highlights am Nachthimmel. Gerade um die Zeit der Opposition herum kannst du mit etwas Geduld und der richtigen Ausrüstung beeindruckende Einblicke in die Welt des Roten Planeten erhaschen.
Achte auf günstige Seeing-Bedingungen, kümmere dich um die Temperaturanpassung deines Teleskops und nutze gegebenenfalls Farbfilter, um Oberflächenstrukturen wie Polkappen und dunkle Albedo-Markierungen noch deutlicher zu sehen. Wenn du diese Tipps beherzigst, wirst du die Faszination Mars in vollem Umfang genießen können – und wer weiß, vielleicht wirst du sogar Phobos oder Deimos erspähen!

