Von Alexander Merz · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 22. September 2026

⚡ Die schnelle Antwort: Die Quadrantiden sind vom 28. Dezember bis zum 12. Januar aktiv. Das Maximum fällt auf die Nacht vom 3. auf den 4. Januar und dauert nur wenige Stunden – 2027 gegen 4:25 Uhr (03:25 UTC).
Unter ideal dunklem Himmel sind bis zu rund 110 Meteore pro Stunde möglich (ZHR); die International Meteor Organization rechnet für 2027 mit ZHR 80. Der Mond stört 2027 kaum. Beste Zeit: nach Mitternacht, mit bloßem Auge, an einem möglichst dunklen Platz.
📅 Quadrantiden: nächstes Maximum am 3./4. Januar 2027 bei guten Mondbedingungen. Alle Meteorströme mit Mond-Bewertung: Sternschnuppen-Kalender 2026/2027.
Kurz vor und nach Silvester zündet der Nordhimmel ein leises Feuerwerk: den Meteorstrom der Quadrantiden. In der Spitze ist er so ergiebig wie die Perseiden oder die Geminiden – und trotzdem kennt ihn kaum jemand. Der Grund ist sein Maximum: so hell wie kurz.
Meteorstrom »Quadrantiden« im Januar
Viele der seit 1922 anerkannten 88 Sternbilder haben ihren Ursprung in der Antike. In den Jahrhunderten dazwischen entstanden zahlreiche weitere Sternenkataloge mit neu erfundenen Konstellationen. Das Sternbild »Mauerquadrant« des Nordhimmels ist unter diesen nicht mehr gültigen Figuren wahrscheinlich das bekannteste.
Heute liegt unter seinen Koordinaten der Radiant im Sternbild »Bootes« (Bärenhüter). Von dort glüht jedes Jahr kurz vor und nach Silvester der Meteorstrom der »Quadrantiden« – korrekter: der Bootiden – als Sternschnuppen zur Erde.
Ab dem 28. Dezember verglühen die ersten Teilchen des Stroms in der Atmosphäre. Beeindruckend ist aber allein die Nacht vom 3. auf den 4. Januar: Dann steigt die Fallrate unter ideal dunklem Himmel auf bis zu rund 110 Meteore pro Stunde. Real siehst du meist deutlich weniger, weil der Radiant erst gegen Morgen hoch steht.
Wann und wo du die Quadrantiden siehst
Bis gegen Mitternacht liegt der Radiant sehr tief am Nordhimmel und gewinnt erst in den Morgenstunden an Höhe. Das Zeitfenster zum »Wünsche regnen lassen« ist deshalb kurz. Nach dem 4. Januar fallen noch rund zehn Tage lang Nachzügler, die Rate sinkt aber schnell auf wenige Exemplare pro Stunde.
Für die Beobachtung heißt das: Ziel ist die Maximumsnacht, und zwar die zweite Nachthälfte. Blickrichtung Nordost bis Ost, möglichst weit weg von Straßenlaternen – und Geduld, denn die Meteore kommen in Schüben.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Aktivitätszeitraum | 28. Dezember – 12. Januar |
| Maximum | Nacht 3./4. Januar (2027: 4:25 Uhr / 03:25 UTC) |
| Fallrate (ZHR) | bis rund 110 Meteore/h (IMO-Prognose 2027: 80) |
| Radiant | Sternbild Bootes (Bärenhüter) |
| Bestes Zeitfenster | nach Mitternacht bis zur Dämmerung |
| Mutterkörper | Asteroid 2003 EH1 |
| Mond 2027 | stört kaum |
So beobachtest du einen Meteorstrom richtig
Sternschnuppen sind eine Sache für das bloße Auge. Sie queren den Himmel in Sekundenbruchteilen – jedes Fernglas und jedes Teleskop verkleinert dein Blickfeld und lässt dich Meteore verpassen. Technik brauchst du also keine.
Was du brauchst, ist Dunkelheit und Wärme: raus aus dem Stadtlicht, 20 bis 30 Minuten Zeit für die Dunkeladaption der Augen, und dann flach liegend einen möglichst großen Himmelsausschnitt im Blick. Anfang Januar entscheidet die Kleidung darüber, wie lange du durchhältst – Skiunterwäsche, Mütze, Decke, Thermoskanne.
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Torkelnder Mutterkörper: Ursprung der »himmlischen Silvesterdusche«
Lange fanden Astronomen nicht heraus, welche Staubspur welches Kometen aus dem Radianten in »Bootes« die Erdbahn kreuzt. Aus dem Vergleich von 5.000 Jahren Aufzeichnungen mit beschriebenen Kometenbahnen wurde zunächst ein kurzperiodischer Komet »verdächtigt« – von Jupiters Einfluss auf einen rückläufigen Sonnenumlauf gelenkt, mit stark vergrößertem Perihel.
Seit 2003 gilt stattdessen der Asteroid 2003 EH1 als Teil des Ursprungsobjekts der »Quadrantiden«. Nach historischen Aufzeichnungen beobachteten asiatische Astronomen 1490/91 aus Richtung des Sternbilds »Bootes« den Kometen C/1490 Y1, der inzwischen als erloschen gilt.
Möglicherweise ist 2003 EH1 ein Fragment jenes einstigen Kometenkerns. Stimmt die Hypothese, dann ist der Meteorstrom mit rund 600 Jahren sehr jung – und die Partikel des gerade erst erloschenen Kometen sorgen für die »Silvesterdusche« zwischen dem 28. Dezember und dem 12. Januar.
Häufige Fragen zu den Quadrantiden
Wann sind die Quadrantiden 2027 zu sehen?
Das Maximum fällt jedes Jahr auf die Nacht vom 3. auf den 4. Januar. 2027 liegt es gegen 4:25 Uhr (03:25 UTC), und der Mond stört kaum – das ist die beste Gelegenheit der nächsten Jahre.
Wie viele Sternschnuppen pro Stunde sind realistisch?
Unter ideal dunklem Himmel gibt die ZHR bis rund 110 Meteore pro Stunde an; die IMO-Prognose für 2027 liegt bei 80. Real siehst du weniger, weil der Radiant erst gegen Morgen hoch steht und kein Himmel wirklich ideal ist. Zweistellige Zahlen in der zweiten Nachthälfte sind eine gute Nacht.
Brauche ich ein Teleskop für die Quadrantiden?
Nein. Meteore beobachtest du mit bloßem Auge über einen großen Himmelsausschnitt. Fernglas und Teleskop sind für den Winterhimmel zwischen den Meteoren gedacht, nicht für die Sternschnuppen selbst.
Warum heißen die Quadrantiden auch Bootiden?
Der Radiant lag früher im heute abgeschafften Sternbild »Mauerquadrant«. Seine Koordinaten fallen inzwischen in das Sternbild Bootes – daher der korrektere Name Bootiden.
Warum ist das Maximum so kurz?
Die Erde kreuzt eine schmale Staubspur, die fast senkrecht zu ihrer Bahn steht. Das Maximum dauert deshalb nur wenige Stunden, während andere Ströme sich über mehrere Nächte verteilen.
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