Von Alexander Merz · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 22. September 2026
Dämmerung ist die Zeit zwischen Tag und Nacht, in der die Sonne schon unter dem Horizont steht, ihr Licht die Lufthülle aber noch aufhellt. Nach dem Sonnenstand unterscheidet man drei Phasen: bürgerliche Dämmerung (bis 6° unter dem Horizont), nautische (bis 12°) und astronomische Dämmerung (bis 18°).

Dämmerungszeiten heute für deinen Ort
Wähle Datum und Ort, dann zeigt dir der Rechner alle drei Dämmerungsphasen, Sonnenuntergang und Sonnenaufgang. Dazu kommt das dunkle Fenster: die Stunden, in denen weder Sonne noch Mond den Himmel aufhellen. Das ist die Zeit für Galaxien, Nebel und die Milchstraße.
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Die drei Dämmerungsphasen im Überblick
Maßgeblich ist allein, wie tief die Sonne unter dem Horizont steht – nicht die Uhrzeit. Abends laufen die Phasen in der Reihenfolge bürgerlich, nautisch, astronomisch ab, morgens in umgekehrter Reihenfolge.
| Phase | Sonne unter dem Horizont | So sieht der Himmel aus | Das kannst du beobachten |
|---|---|---|---|
| Bürgerliche Dämmerung | 0° bis 6° | hell genug zum Lesen, Horizont klar | Mond, Venus, Jupiter, gegen Ende die hellsten Sterne |
| Nautische Dämmerung | 6° bis 12° | für das Auge fast Nacht, Horizont noch erkennbar | Sternbilder, Planeten, Doppelsterne |
| Astronomische Dämmerung | 12° bis 18° | wirkt dunkel, nur ein fahler Schimmer am Horizont | fast alles außer lichtschwachen Galaxien und Nebeln |
| Astronomische Nacht | mehr als 18° | kein Sonnenlicht mehr am Himmel | Deep-Sky, Milchstraße, Astrofotografie |
Bürgerliche Dämmerung
Die bürgerliche Dämmerung reicht vom Sonnenuntergang, bis die Sonne 6° unter dem Horizont steht. Draußen kannst du noch ohne Lampe lesen und arbeiten. Daher kommt der Name: Das „bürgerliche“ Leben kommt in dieser Zeit ohne künstliches Licht aus.
Am Himmel tauchen jetzt die ersten Lichtpunkte auf. Zuerst Venus und Jupiter, gegen Ende die hellsten Sterne wie Wega, Arktur oder Sirius. Für Fotografen ist das die blaue Stunde, mehr dazu weiter unten.
Nautische Dämmerung
In der nautischen Dämmerung sinkt die Sonne von 6° auf 12° unter den Horizont. Seefahrer sahen in dieser Zeit gleichzeitig Sterne und die Linie des Meereshorizonts. Genau das brauchten sie, um mit dem Sextanten ihre Position zu bestimmen.
Für das Auge ist es jetzt fast Nacht, für die Sternbeobachtung noch nicht. Die Sternbilder sind vollständig zu sehen, aber der Himmel über dem Horizont schimmert noch blau. Für Mond, Planeten und Doppelsterne im Teleskop reicht das völlig.
Astronomische Dämmerung
Die astronomische Dämmerung dauert, bis die Sonne 18° unter dem Horizont steht. In der Stadt merkst du davon mit bloßem Auge kaum etwas. An einem dunklen Ort siehst du noch einen letzten fahlen Schimmer in Richtung Sonne.
Für Astrofotografie und lichtschwache Galaxien ist diese Phase entscheidend. Die Kamera zeichnet die Resthelligkeit als Farbverlauf im Bild auf. Erst danach beginnt die astronomische Nacht.
Wie lange dauert die Dämmerung?
Von Sonnenuntergang bis zur astronomischen Nacht vergehen in Deutschland knapp zwei Stunden. Am kürzesten ist die Dämmerung um die Tagundnachtgleichen im März und September. Rund um die Sommersonnenwende hört sie gar nicht mehr auf, mehr zu den Jahreszeiten auf unserer Seite über die astronomischen Jahreszeiten.
| Datum | bürgerlich | nautisch | astronomisch | bis zur Nacht |
|---|---|---|---|---|
| 20. März | 32 min | 38 min | 39 min | 1 h 50 min |
| 21. Juni | 44 min | 66 min | bis zum Morgen | keine Nacht |
| 22. September | 32 min | 38 min | 39 min | 1 h 49 min |
| 21. Dezember | 38 min | 41 min | 39 min | 1 h 59 min |
Je weiter nördlich, desto länger dauert die Dämmerung. Dort sinkt die Sonne in einem flacheren Winkel unter den Horizont. Im März vergehen in Hamburg knapp zwei Stunden bis zur Nacht (1 h 59 min), in München 1 h 45 min.
Im Dezember dauert die Dämmerung etwas länger als im März, obwohl die Nächte viel länger sind. Auch das liegt am flacheren Weg der Sonne unter den Horizont.
Dämmerungszeiten übers Jahr
Die Zeiten gelten jedes Jahr fast auf die Minute genau. Die Tabelle zeigt sie für Frankfurt am Main, für jeden anderen Ort und jedes Datum nimmst du den Rechner oben.
| Datum | Sonnenuntergang | Ende nautisch | Ende astronomisch | Beginn astronomisch (morgens) |
|---|---|---|---|---|
| 1. Januar | 16:33 Uhr | 17:53 Uhr | 18:32 Uhr | 06:25 Uhr |
| 1. Februar | 17:18 Uhr | 18:32 Uhr | 19:10 Uhr | 06:06 Uhr |
| 1. März | 18:06 Uhr | 19:16 Uhr | 19:54 Uhr | 05:19 Uhr |
| 1. April | 19:56 Uhr | 21:09 Uhr | 21:51 Uhr | 05:06 Uhr |
| 1. Mai | 20:43 Uhr | 22:07 Uhr | 23:04 Uhr | 03:39 Uhr |
| 1. Juni | 21:25 Uhr | 23:10 Uhr | keine Nacht | – |
| 1. Juli | 21:38 Uhr | 23:27 Uhr | keine Nacht | – |
| 1. August | 21:08 Uhr | 22:38 Uhr | 23:44 Uhr | 03:19 Uhr |
| 1. September | 20:10 Uhr | 21:24 Uhr | 22:09 Uhr | 04:41 Uhr |
| 1. Oktober | 19:04 Uhr | 20:14 Uhr | 20:52 Uhr | 05:37 Uhr |
| 1. November | 17:02 Uhr | 18:14 Uhr | 18:52 Uhr | 05:26 Uhr |
| 1. Dezember | 16:26 Uhr | 17:44 Uhr | 18:23 Uhr | 06:05 Uhr |
Keine astronomische Nacht im Sommer
Im Sommer sinkt die Sonne in weiten Teilen Deutschlands nachts nicht mehr 18° unter den Horizont. Die astronomische Abenddämmerung geht dann direkt in die Morgendämmerung über. Die Grenze liegt bei etwa 48,6° nördlicher Breite: Nur südlich davon wird es auch zur Sommersonnenwende kurz richtig dunkel.
| Ort | Breite | ohne astronomische Nacht | Nächte |
|---|---|---|---|
| Flensburg | 54,8° N | 8. Mai bis 3. August | 88 |
| Hamburg | 53,6° N | 12. Mai bis 29. Juli | 79 |
| Berlin | 52,5° N | 17. Mai bis 25. Juli | 70 |
| Köln | 50,9° N | 25. Mai bis 17. Juli | 54 |
| Frankfurt am Main | 50,1° N | 30. Mai bis 11. Juli | 43 |
| Stuttgart | 48,8° N | 12. bis 28. Juni | 17 |
| München | 48,1° N | immer eine kurze Nacht (21. Juni: 70 min) | 0 |
| Wien | 48,2° N | immer eine kurze Nacht | 0 |
| Zürich | 47,4° N | immer eine kurze Nacht | 0 |
Für Deep-Sky heißt das: Sommerpause. In Beobachterforen berichten Astrofotografen, dass sie von Anfang Juni bis in den August hinein keine Nebel und Galaxien aufnehmen, weil feine Strukturen im aufgehellten Himmel untergehen. Planeten, Mond, Doppelsterne und helle Kugelsternhaufen gehen dagegen genauso gut wie sonst.
Ab August kommen die Nächte schnell zurück. Mitte August dauert die astronomische Nacht in Frankfurt schon wieder rund fünf Stunden. Wer im Hochsommer Deep-Sky beobachten will, braucht einen Standort weiter südlich und die Tage um den Neumond.
Was du in welcher Phase beobachten kannst
Nicht jedes Ziel braucht die volle Nacht. Mit dieser Faustregel planst du deinen Abend:
- Bürgerliche Dämmerung: Mond, Venus und Jupiter. Planeten wirken auf dem noch hellen Himmel angenehmer, weil sie weniger blenden. Was heute zu sehen ist, steht bei den Planeten heute am Himmel.
- Nautische Dämmerung: Sternbilder lernen, Doppelsterne, Saturn, helle Sternhaufen. Dabei hilft die interaktive Sternenkarte.
- Astronomische Nacht ohne Mond: Galaxien, Nebel, Milchstraße und Astrofotografie.
Der Mond zählt dabei so viel wie die Sonne. Ein heller Mond hellt den Himmel stärker auf als die astronomische Dämmerung. Deshalb zeigt der Rechner das dunkle Fenster getrennt, und im Mondkalender siehst du die mondlosen Wochen auf einen Blick.
Dunkeladaption: die Dämmerung sinnvoll nutzen
Deine Augen brauchen 20 bis 30 Minuten, bis sie sich an die Dunkelheit gewöhnt haben. Beginnst du damit zum Ende der nautischen Dämmerung, bist du pünktlich zur astronomischen Nacht bereit. In Deutschland liegen zwischen beiden etwa 40 Minuten.
Ein Blick aufs weiße Handydisplay macht die Anpassung in Sekunden zunichte. Für Sternkarte und Okularwechsel nimmst du deshalb eine Lampe mit Rotlicht.
Hält die Augen dunkel: Omegon LED-Stirnlampe (rot/weiß)

Stirnlampe mit rotem und weißem Licht. Das Rotlicht erhält die Dunkeladaption beim Kartenlesen am Teleskop – der eigentliche Grund, warum sie in jede Zubehörliste gehört.
Preis: 14,90 €
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Blaue Stunde und goldene Stunde
Die blaue Stunde fällt ungefähr mit der bürgerlichen Dämmerung zusammen. Je nach Definition steht die Sonne dabei 4° bis 8° unter dem Horizont. Himmel und Stadtlichter sind dann ähnlich hell, das ist ideal für Landschaftsfotos mit Mond oder Venus.
Die goldene Stunde liegt dagegen vor dem Sonnenuntergang und nach dem Sonnenaufgang. Die Sonne steht dann noch knapp über dem Horizont, zur Dämmerung zählt sie nicht.
Häufige Fragen zur Dämmerung
Was ist der Unterschied zwischen bürgerlicher, nautischer und astronomischer Dämmerung?
Der Unterschied ist nur der Sonnenstand: 0° bis 6° unter dem Horizont ist bürgerliche, 6° bis 12° nautische und 12° bis 18° astronomische Dämmerung. Mit jeder Phase wird der Himmel dunkler und es werden mehr Sterne sichtbar. Erst unterhalb von 18° beginnt die astronomische Nacht.
Ist es bei nautischer Dämmerung schon dunkel?
Für das Auge fast: Straßenlaternen brennen, die Sternbilder sind vollständig zu sehen. Der Horizont ist aber noch als Linie erkennbar und der Himmel dort leicht blau. Für Galaxien und Astrofotos ist es noch zu hell.
Warum heißt es bürgerliche Dämmerung?
In dieser Phase ist es draußen noch hell genug für alltägliche Tätigkeiten ohne künstliches Licht, also für das „bürgerliche“ Leben. Die nautische Dämmerung ist nach der Seefahrt benannt, die astronomische nach den Anforderungen der Sternbeobachtung.
Wann ist heute die Dämmerung?
Das hängt von Ort und Datum ab. Der Rechner oben zeigt dir alle Zeiten für deinen Ort. Als Faustregel: Die bürgerliche Dämmerung endet eine gute halbe Stunde nach Sonnenuntergang, die astronomische knapp zwei Stunden danach.
Was ist der Unterschied zwischen Dämmerung und Sonnenuntergang?
Der Sonnenuntergang ist ein Zeitpunkt: der Moment, in dem der obere Rand der Sonne hinter dem Horizont verschwindet. Die Dämmerung ist die Zeitspanne danach, in der der Himmel noch vom Sonnenlicht aufgehellt wird.
Wann ist es dunkel genug, um Sterne zu beobachten?
Sternbilder und Planeten siehst du schon ab dem Ende der nautischen Dämmerung. Für Galaxien und Nebel brauchst du die astronomische Nacht und keinen Mond am Himmel. Am besten passt beides um den Neumond herum zusammen, weitere Tipps für heute Nacht stehen auf Heute am Himmel.
Du willst selbst anfangen? Unser Ratgeber zum Teleskop für Einsteiger zeigt, welche Geräte für Mond, Planeten und Deep-Sky taugen.
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