Fernglas mit Bildstabilisator: wie es funktioniert und für wen es sich lohnt

Von · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 22. September 2026

Ein Fernglas mit Bildstabilisator gleicht das Zittern deiner Hände aus: Sensoren oder eine frei gelagerte Prismenmechanik halten das Bild ruhig, sodass du 12- bis 18-fach ohne Stativ beobachten kannst.

⭐ Kurz gesagt: Ein stabilisiertes 12×- oder 15×-Glas zeigt aus der Hand mehr als ein normales 10×50 – Jupitermonde, Mondkrater und Sternhaufen stehen still. Dafür zahlst du ab rund 600 €, schleppst Batterien mit und bekommst ein dunkleres Bild. Wer nur zu Hause beobachtet, fährt mit einem guten 10×50 oder 15×70 auf dem Stativ günstiger.
Illustration: Jupiter und seine vier Monde im Fernglas – aus der Hand bei 10-fach verwackelt, stabilisiert bei 15-fach als ruhige Punkte
Was die Stabilisierung am Himmel ändert: Aus der Hand zittert jeder Stern zur Schlangenlinie, stabilisiert stehen Jupiters Monde als klare Punkte – und die höhere Vergrößerung zieht sie weiter auseinander. Illustration: sterngucker.de (schematisch)

Wie funktioniert ein Fernglas mit Bildstabilisator?

Auch eine ruhige Hand zittert ständig um Bruchteile eines Grads. Das Fernglas vergrößert dieses Zittern genauso stark wie das Bild: Bei 15-fach springt ein Stern im Okular 15-mal so weit wie ohne Glas.

Jeder Stabilisator löst das Problem gleich: Ein Bauteil im Strahlengang bewegt sich gegen die Handbewegung, sodass das Bild am Auge stehen bleibt. Unterschiedlich ist nur, wer dieses Bauteil steuert – die Schwerkraft, ein Elektromotor oder ein Kreisel.

Drei Wege zum ruhigen Bild 1 Mechanisch (z. B. Zeiss 20×60 S) Prisma hängt frei Das Prisma ist kardanisch gelagert und bleibt durch seine Trägheit ruhig, während das Gehäuse zittert. Kein Strom nötig. 2 Elektronisch (Canon, Nikon, Fujinon, Bresser …) Gyrosensor Steuerchip Stellmotor Der Sensor misst die Bewegung, der Motor kippt ein Prisma oder verschiebt eine Linse – tausendfach pro Sekunde. Braucht Batterien. 3 Digital (Kamera-Ferngläser) Die Kamera verschiebt nur den Bildausschnitt auf dem Sensor. Für Sterne zu lichtschwach.
Mechanisch, elektronisch, digital: Nur die ersten beiden stabilisieren das echte optische Bild, das dein Auge sieht. Grafik: sterngucker.de

Optisch-mechanisch: frei aufgehängte Prismen

Beim Zeiss 20×60 S sitzt das Prismensystem in einer kardanischen Aufhängung, also in zwei ineinander drehbaren Lagern. Per Knopfdruck löst du die Arretierung, dann bleibt das schwere Prisma wegen seiner Trägheit ruhig liegen, während das Gehäuse in der Hand wackelt.

Der große Vorteil: Es gibt keine Batterie, die in der Kälte schlappmacht. Der Nachteil ist das Gewicht von rund 1,7 kg und ein Preis, der eher an ein gutes Teleskop erinnert.

Elektronisch: Gyrosensor steuert Prisma oder Linse

Fast alle aktuellen Modelle arbeiten elektronisch. Ein Gyrosensor, also ein winziger Drehratenmesser wie im Smartphone, meldet jede Bewegung an einen Chip, der ein optisches Bauteil blitzschnell gegensteuert.

Canon nutzt dafür ein Vari-Angle-Prisma: zwei Glasplatten mit einer Flüssigkeit dazwischen, deren Keilwinkel sich verstellen lässt. Beim 15×50 IS AW gleicht es laut Canon Bewegungen bis ±0,7° aus.

Nikon verschiebt eine Linsengruppe, ähnlich wie in Kameraobjektiven. Fujinon, Vixen, Kite, Bresser und andere lagern dagegen den ganzen Prismenblock in einem motorisierten Gimbal, der größere Ausschläge schafft – Bresser nennt für sein 16×42 bis zu 2°. Das hilft vor allem auf schaukelnden Booten.

Kreiselstabilisiert: die Profi-Liga

Die ursprüngliche „Kreisel“-Stabilisierung arbeitet mit einem schnell rotierenden Kreisel, der sich jeder Lageänderung widersetzt. Heute findest du sie noch in Spezialgläsern wie dem Fujinon Stabiscope für Seefahrt und Behörden – jenseits von 5.000 € und für den Sternenhimmel unnötig.

Digitales Fernglas mit Bildstabilisator

Ein digitales Fernglas ist eigentlich eine Kamera mit zwei Bildschirmen als Okularen. Die Stabilisierung verschiebt dort nur den Bildausschnitt auf dem Sensor, ähnlich wie beim Handyvideo.

Für Tagaufnahmen und Nachtsicht auf Wild ist das praktisch. Am Sternenhimmel rauschen die kleinen Sensoren aber stark, und kein Display zeigt Sternhaufen so fein wie eine gute Glasoptik.

TechnikSo arbeitet sieStromBeispiele
MechanischPrisma hängt kardanisch und bleibt durch Trägheit ruhigneinZeiss 20×60 S
Elektronisch (Prisma/Linse)Gyrosensor + Motor kippt Prisma oder verschiebt Linseja, meist AACanon IS, Nikon Stabilized
Elektronisch (Gimbal)Ganzer Prismenblock im motorisierten Kardanja, AA oder CR123Fujinon Techno-Stabi, Vixen Atera, Kite APC, Bresser, Sig Sauer
KreiselRotierender Kreisel hält die Optik in LagejaFujinon Stabiscope
DigitalBildausschnitt auf dem Kamerasensor wird verschobenjadigitale Kamera- und Nachtsicht-Ferngläser
Die fünf Stabilisierungsarten im Überblick. Für die Himmelsbeobachtung kommen praktisch nur mechanische und elektronisch-optische Gläser infrage.

Was bringt ein Bildstabilisator am Nachthimmel?

Dein Auge erkennt feine Details nur, wenn das Bild einen Moment stillsteht. Ein zitterndes 10×50 zeigt deshalb weniger, als seine Optik könnte – ein Teil der Leistung geht in der Handunruhe verloren.

⭐ Faustregel: Ein stabilisiertes 12×- oder 15×-Fernglas zeigt aus der Hand mehr als ein unstabilisiertes 10×. Erst auf dem Stativ holt das normale Glas auf.

Mehr über die Wahl der Vergrößerung und ab wann ein Stativ Pflicht wird, erklären wir im Ratgeber zur Fernglas-Vergrößerung. Hier geht es darum, was du mit ruhigem Bild konkret mehr siehst.

Jupitermonde: vier Punkte statt eines Zitterns

Die vier hellen Jupitermonde sind schon im 10×50 zu sehen, aber freihändig verschwimmen sie immer wieder im Glanz des Planeten. Stabilisiert bei 15-fach stehen sie als klare Punkte daneben, und du kannst von Abend zu Abend verfolgen, wie sie ihre Plätze tauschen.

Sternhaufen und Doppelsterne: aufgelöst statt verschmiert

Beim Doppelsternhaufen im Perseus oder den Plejaden zählst du im ruhigen Bild deutlich mehr Einzelsterne. Kugelsternhaufen wie M13 im Herkules erscheinen als runder Ball mit hellem Kern statt als flackernder Nebelfleck.

Doppelsterne wie Albireo im Schwan trennt schon ein 10×50 – stabilisiert siehst du dazu die Farben, Gold und Blau, ohne ständig nachzufassen.

Der Mond: Krater bis an die Terminator-Grenze

Am Mond ist der Effekt am eindrucksvollsten. Entlang der Licht-Schatten-Grenze werden Kraterränder, Zentralberge und Gebirgszüge sichtbar, die im zitternden Bild zu einem hellen Brei verschwimmen.

Tipp aus der Praxis: Nach dem Einschalten braucht der Stabilisator einen Augenblick, bis das Bild steht. Schwenke langsam und halte dann kurz still – bei schnellen Schwenks „schwimmt“ das Bild bei manchen Modellen etwas nach.

Was erfahrene Beobachter berichten

Im Forum von astronomie.de beschreibt ein Besitzer, der sein Canon 15×50 IS seit 1998 nutzt, den ersten Blick als so großen Gewinn, dass er nie wieder ohne Stabilisierung beobachten wollte. Ein 10×42 IS hat er zwischendurch abgegeben, weil 15-fach am Himmel deutlich mehr zeigte – und es später doch wieder gekauft.

Die Gegenstimmen im selben Thread sind genauso lehrreich: Auf dem Stativ zeigt ein hochwertiges unstabilisiertes Glas feinere Sternpunkte als das Canon 10×42. Außerdem kannst du mit einem Stativ Mitbeobachtern ein Objekt zeigen, ohne das Glas festzuhalten.

Nachteile: Preis, Gewicht, Batterie und Austrittspupille

Ein Stabi-Fernglas ist kein besseres 10×50, sondern ein anderes Werkzeug. Diese Kompromisse solltest du vor dem Kauf kennen.

Preis: ein Vielfaches eines 10×50

Das günstigste stabilisierte Canon-Glas mit brauchbarer Öffnung, das 10×30 IS II, kostet 609 €. Die astronomisch interessanten Modelle 15×50 (1.549 €) und 18×50 (1.819 €) kosten ein Vielfaches – ein gutes 10×50 gibt es ab etwa 100 €.

Gewicht: 15×50 wiegt fast 1,2 Kilo

Das Canon 15×50 IS AW wiegt laut Hersteller rund 1.180 g ohne Batterien, das Zeiss 20×60 S rund 1,7 kg. Leichte Modelle wie das Canon 12×36 IS III oder das Bresser 16×42 bleiben unter 700 g, sammeln aber auch weniger Licht.

Batterie und Kälte

Elektronische Stabilisatoren laufen mit Batterien, meist AA-Zellen. In der Kälte bricht die Laufzeit dramatisch ein: Canon nennt für das 15×50 IS AW mit Alkali-Batterien rund 2,5 Stunden bei 25 °C, bei −10 °C aber nur etwa 10 Minuten.

Beobachter setzen deshalb auf Lithium-AA-Zellen und Ersatzbatterien in der Innentasche. Fällt der Strom aus, kannst du bei den meisten Modellen weiter durchschauen – nur eben ohne Stabilisierung.

Kleine Austrittspupille bei 10×30 und 12×36

Die Austrittspupille ist der Durchmesser des Lichtbündels, das aus dem Okular kommt – Objektiv geteilt durch Vergrößerung. Ist sie deutlich kleiner als deine nachts geweitete Pupille, wirkt das Bild dunkler, und genau hier sparen viele Stabi-Gläser.

FernglasAustrittspupilleFür Nebel und Galaxien
10×50 (normal)5,0 mmsehr gut
15×70 (normal)4,7 mmsehr gut
Canon 10×42 L IS WP4,2 mmgut
Canon 15×50 IS AW3,3 mmordentlich
Canon 10×30 IS II3,0 mmeingeschränkt
Canon 12×36 IS III3,0 mmeingeschränkt
Canon 18×50 IS AW2,8 mmeingeschränkt
Nikon Stabilized 10×25 S2,5 mmzu dunkel
Austrittspupille = Objektivdurchmesser ÷ Vergrößerung. Für Sterne, Planeten und den Mond ist sie zweitrangig, für schwache Nebel entscheidend.

Für den Mond, Planeten und helle Sternhaufen spielt das kaum eine Rolle. Bei schwachen Galaxien und Nebeln unter dunklem Himmel ist ein 10×50 oder 15×70 aber heller – dort zählt Licht mehr als Ruhe.

Brille, Garantie und Schwimmeffekt

Viele Stabi-Gläser haben nur 13 bis 15 mm Augenabstand, für Brillenträger ist das knapp – unbedingt vorher ausprobieren. Auf die Elektronik geben manche Hersteller nur zwei Jahre Garantie.

⚠️ Niemals in die Sonne: Auch ein stabilisiertes Fernglas bündelt Sonnenlicht und kann dein Auge in Sekundenbruchteilen dauerhaft schädigen. Beobachte die Sonne nur mit zertifizierten Objektiv-Sonnenfiltern, die fest vor beiden Objektiven sitzen – mehr dazu in unserer Anleitung zum Sonne beobachten.

Stabi-Fernglas oder Stativ mit normalem Fernglas?

Die ehrliche Alternative zum Bildstabilisator kostet einen Bruchteil: ein normales Fernglas auf einem Fotostativ. Beide Wege haben klare Stärken.

KriteriumStabi-FernglasFernglas + Stativ
Kostenab ca. 600 €, für 15×50 1.549 €ca. 150–300 € inkl. Stativ
Aufbaukeiner – einschalten, schauenStativ aufstellen, Adapter anschrauben
Bildruhesehr gut, leichtes Restzitternperfekt still
Hoch am Himmelbequem, auch im Liegestuhlam Fotostativ unbequem
Anderen etwas zeigenGlas weiterreichen, neu suchenGlas bleibt auf dem Objekt
StromBatterien nötig (außer Zeiss)keiner
Stabi-Fernglas gegen Stativlösung: Freiheit und Spontaneität gegen Preis und absolute Ruhe.
Beobachter richtet ein großes Astro-Fernglas auf einer Parallelogramm-Halterung am Stativ aus
Die günstige Alternative: Ein großes Fernglas auf dem Stativ steht absolut ruhig – nur spontan ist diese Lösung nicht. Foto: NPS/Paul Martinez, Joshua Tree National Park (gemeinfrei), via Wikimedia Commons

Für wen sich ein Stabi-Fernglas lohnt

  • ✅ Du beobachtest spontan – im Garten, auf Reisen, auf dem Balkon – und willst nichts aufbauen.
  • ✅ Du nutzt das Glas auch tagsüber: Vögel, Wandern, Boot, Stadion.
  • ✅ Deine Hände zittern stärker als früher, und schon 8-fach wird unruhig.
  • ✅ Du hast bereits ein Teleskop und willst ein schnelles Zweitgerät für Mond, Jupiter und Sternhaufen.

Wann Stativ und normales Fernglas besser sind

Wenn das Budget unter 500 € liegt oder du meist vom selben Platz aus beobachtest, ist ein großes Fernglas auf dem Stativ die bessere Wahl. Ein 15×70 sammelt doppelt so viel Licht wie ein 50er und steht auf dem Stativ ruhiger als jedes Stabi-Glas.

Unsere Empfehlung ohne Stabi: Omegon Nightstar 15x70

Omegon Nightstar 15x70

70 mm Öffnung, 4,7 mm Austrittspupille und ein Stativgewinde: Auf dem Fotostativ zeigt dieses 15×70 schwache Sternhaufen und Nebel heller als jedes stabilisierte 15×50 – für einen Bruchteil des Preises.

Preis: 119 €

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Liegst du rücklings im Liegestuhl und stützt die Ellbogen auf, hältst du auch ein 10×50 minutenlang erstaunlich ruhig. Für den ersten Einstieg reicht ein günstiges Glas völlig.

Preis-Tipp zum Ausprobieren: Celestron UpClose G2 10x50 Porro

Celestron UpClose G2 10x50 Porro

Günstiges 10×50 mit 5 mm Austrittspupille – ideal, um erst einmal herauszufinden, ob dich das Zittern überhaupt stört, bevor du ein Vielfaches für Stabilisierung ausgibst.

Preis: 62 €

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Die besten Ferngläser mit Bildstabilisator im Vergleich

Wir haben diese Gläser nicht selbst getestet. Die Einordnung stützt sich auf Herstellerangaben, Händlerpreise und Erfahrungsberichte aus Astronomie-Foren – mit Blick auf den Nachthimmel.

Warum hier kein Testsieger steht: Viele Seiten küren einen „Fernglas mit Bildstabilisator Testsieger“, ohne ein Gerät in der Hand gehabt zu haben. Wir sagen dir lieber ehrlich, welches Glas für welchen Zweck passt.
ModellStabi-TechnikAustritts­pupillePreisAstro-Einordnung
Canon 10×20 ISVari-Angle-Prisma2,0 mm579 €Taschenglas für den Tag, nachts zu dunkel
Canon 10×30 IS IIVari-Angle-Prisma3,0 mm609 €günstiger Einstieg: Mond, Jupitermonde, helle Haufen
Canon 12×36 IS IIIVari-Angle-Prisma3,0 mm919 €leichter Allrounder für Reise und Himmel
Canon 15×50 IS AW⭐ Unsere Astro-WahlVari-Angle-Prisma3,3 mm1.549 €der Klassiker für den Nachthimmel
Canon 18×50 IS AWVari-Angle-Prisma2,8 mm1.819 €mehr Detail an Mond und Doppelsternen, dunkler
Canon 10×42 L IS WPVari-Angle-Prisma4,2 mm1.919 €hellstes Canon, beste Optik, wasserdicht
Nikon Stabilized 10×25 SLinsenverschiebung2,5 mm719 €Reise und Sport, nachts zu lichtschwach
Nikon Stabilized 12×25 SLinsenverschiebung2,1 mm737 €Reise und Konzert, nicht für Sterne
Vixen Atera II 12×30elektronisch2,5 mm899 €leicht, für Mond und helle Haufen
Artesky 15×42 ED Stabilizedelektronisch2,8 mm699 €günstigstes 15-fach, wenig Erfahrungsberichte
Bresser 16×42 Stabilizer OISPrismen-Gimbal2,6 mmca. 1.050 €leicht, 1 AA-Zelle für rund 30 Stunden
Fujinon Techno-Stabi TS-X 14×40Prismen-Gimbal2,9 mm1.299 €großer Korrekturbereich, stark auf Booten
Sig Sauer Zulu6 HDX 16×42elektronisch2,6 mmca. 1.870 €leicht und wasserdicht, aus der Jagd
Zeiss 20×60 Smechanisch3,0 mmca. 6.930 €ohne Batterie, Referenz für Mond und Planeten
Verlinkte Modelle: Preise von Astroshop, täglich automatisch aktualisiert. Bresser (Hersteller), Sig Sauer (Fachhändler) und Zeiss: Stand 21.09.2026. Preise schwanken – bitte beim Händler prüfen.

Die Links mit Sternchen sind Partnerlinks.

Canon Fernglas mit Bildstabilisator: die IS-Reihe

Canon baut stabilisierte Ferngläser seit den 1990ern und hat die größte Auswahl. Für den Himmel ist das 15×50 IS AW der bewährte Mittelweg aus Vergrößerung, Öffnung und Preis; das 18×50 zeigt etwas mehr Detail, aber ein dunkleres Bild.

Das 10×42 L IS WP hat die beste Optik der Reihe und die größte Austrittspupille. Wer hauptsächlich tagsüber beobachtet und nachts nur gelegentlich, ist damit am besten bedient.

Unsere Astro-Wahl mit Stabilisator: Canon 15x50 IS AW

Canon 15x50 IS AW

15-fach bei 50 mm Öffnung: Jupitermonde, Mondkrater und Sternhaufen stehen aus der Hand still, ganz ohne Aufbau. Ehrlich gesagt bezahlst du dafür mit fast 1,2 kg Gewicht, Batterien und einem dunkleren Bild als bei einem 15×70 auf dem Stativ. Es lohnt sich, wenn du spontan beobachten willst und das Stativ sonst im Schrank bliebe.

Preis: 1.549 €

Lieferzeit: versandfertig in 1-2 Wochen

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Nikon Fernglas mit Bildstabilisator: klein und leicht

Nikon bietet aktuell das Stabilized 10×25 S und 12×25 S an – kompakte Gläser für Reise, Sport und Konzert. Mit 25 mm Öffnung sind sie nachts zu lichtschwach; die frühere, größere StabilEyes-Serie ist nur noch gebraucht zu finden.

Zeiss Fernglas mit Bildstabilisator: das 20×60 S

Das Zeiss 20×60 S ist praktisch das einzige lieferbare Serienglas mit rein mechanischer Stabilisierung. 20-fach bei 60 mm Öffnung zeigt Mondkrater fast wie ein kleines Teleskop, dafür kostet es so viel wie ein großes.

Sig Sauer Fernglas mit Bildstabilisator: Zulu6

Die Zulu6-Reihe von Sig Sauer kommt aus dem Jagd- und Outdoor-Bereich: 10×30, 12×42, 16×42 und größere Pro-Modelle. Das 16×42 wiegt laut Händler nur 620 g, liefert aber mit 2,6 mm Austrittspupille ein eher dunkles Bild für den Nachthimmel.

Swarovski Fernglas mit Bildstabilisator?

Nach unserem Stand vom September 2026 hat Swarovski kein Fernglas mit Bildstabilisator im Programm. Wer nach Swarovski-Qualität mit Stabilisierung sucht, landet beim Canon 10×42 L IS WP oder beim Zeiss 20×60 S.

Bresser, Fujinon, Kite und Vixen

Diese Hersteller lagern den ganzen Prismenblock im Gimbal und gleichen dadurch auch größere Bewegungen aus. Das Bresser 16×42 Stabilizer OIS läuft laut Hersteller mit einer AA-Zelle rund 30 Stunden, ist aber nur spritzwassergeschützt.

Fernglas mit Bildstabilisator kaufen: darauf solltest du achten

  • Vergrößerung 12- bis 15-fach: Darunter lohnt die Stabilisierung am Himmel kaum, darüber wird das Bild dunkel und das Feld eng.
  • Austrittspupille ab 3 mm: Sonst fehlen dir bei Sternhaufen und Nebeln Licht und Kontrast.
  • AA-Batterien: überall erhältlich, als Lithium-Zellen auch im Winter brauchbar.
  • Augenabstand ab 15 mm, wenn du mit Brille beobachtest.
  • Stativgewinde: praktisch, wenn du das Glas doch mal aufsetzen willst.
  • Ausprobieren: Jeder empfindet Restzittern und Schwimmeffekt anders.
Gebraucht kaufen: Ein gebrauchtes Canon 15×50 IS ist ein beliebter Einstieg. Prüfe vor dem Kauf, ob der Stabilisator ohne Geräusche arbeitet und ob die Gummiarmierung klebt – beides wird bei älteren Exemplaren berichtet.

Für Fortgeschrittene: das Teleskop als nächste Stufe

Für einen Bruchteil des Preises eines stabilisierten 15×50 bekommst du ein Teleskop, das am Mond, an Jupiter und an Saturn weit mehr zeigt. Es ersetzt das Fernglas nicht – dafür bietet es 130 mm Öffnung und Vergrößerungen bis über 100-fach.

Für Fortgeschrittene: Skywatcher Heritage 130/650 FlexTube

Skywatcher Heritage 130/650 FlexTube

130 mm Öffnung auf einer stabilen Tisch-Dobson-Montierung – mehr Licht als jedes Fernglas und genug Vergrößerung für Saturnringe und Jupiterbänder. Braucht einen Tisch oder Hocker als Unterlage.

Preis: 265 €

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Häufige Fragen zum Fernglas mit Bildstabilisator

Lohnt sich ein Fernglas mit Bildstabilisator für die Astronomie?

Ja, wenn du ohne Stativ mehr als 10-fach beobachten willst und das Budget ab rund 600 € hast. Mond, Jupitermonde und Sternhaufen gewinnen deutlich. Für schwache Nebel ist ein großes Fernglas auf dem Stativ heller und günstiger.

Funktioniert ein Stabi-Fernglas auch ohne Batterie?

Bei den meisten elektronischen Modellen kannst du ohne Strom weiter durchschauen, nur zittert das Bild dann wie bei jedem Fernglas. Das Zeiss 20×60 S braucht gar keine Batterie.

Welche Vergrößerung ist mit Bildstabilisator sinnvoll?

Für den Himmel 12- bis 15-fach. Das 18-fache zeigt noch etwas mehr Detail, das Bild wird aber dunkler und das Sehfeld kleiner.

Wie lange halten die Batterien?

Das hängt stark vom Modell und der Temperatur ab. Canon nennt für das 15×50 IS AW mit Alkali-Zellen rund 2,5 Stunden bei 25 °C, bei Frost nur Minuten. Lithium-Zellen halten in der Kälte deutlich länger, Bresser nennt für sein 16×42 rund 30 Stunden.

Darf ich mit einem Stabi-Fernglas in die Sonne schauen?

Nein, niemals ohne Filter. Nur zertifizierte Objektiv-Sonnenfilter vor beiden Objektiven machen die Sonnenbeobachtung sicher – der Stabilisator ändert daran nichts.

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