Sterne fotografieren: Die richtigen Einstellungen für deine Kamera

Von · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 25. September 2026

Sterne fotografieren gelingt mit fast jeder Systemkamera, wenn vier Einstellungen stimmen: manueller Modus, offene Blende, ISO 1600 bis 3200 und eine Belichtungszeit, bei der Sterne noch Punkte bleiben. Dazu kommen ein Stativ und manuelles Scharfstellen auf einen hellen Stern.

Mehr dazu im Überblick: Astrofotografie.

⭐ Kurz gesagt: Startwerte für ein Weitwinkel: Modus M, Blende f/2,8 oder offener, 15 bis 20 Sekunden, ISO 3200, RAW, Weißabgleich 4000 K, Autofokus und Bildstabilisator aus, Zwei-Sekunden-Selbstauslöser. Danach am Histogramm nachjustieren.

Milchstraße über dem Matterhorn, mit der Kamera vom Stativ fotografiert
Sterne und Milchstraße vom Stativ, gespiegelt im Bergsee. Foto: Giles Laurent, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (zugeschnitten)

Die Einstellungen im Überblick

EinstellungStartwertWarum
ModusM (manuell)Automatiken scheitern an der Dunkelheit
Blendeso offen wie möglich (f/1,4–f/2,8)Jedes bisschen Licht zählt
Belichtungszeit500 ÷ Brennweite (APS-C: ÷ 1,5)Länger, und Sterne werden zu Strichen
ISO1600–3200Genug Signal, ohne das Bild zu verrauschen
DateiformatRAWWeißabgleich und Rauschen später korrigierbar
Weißabgleich3800–4200 KNatürlicher Himmel statt Orangestich
Fokusmanuell, Live View auf hellen SternAutofokus findet im Dunkeln nichts
BildstabilisatorausAuf dem Stativ erzeugt er Unschärfe
Auslöser2-s-Selbstauslöser oder FernauslöserKein Wackeln beim Drücken

Diese Werte sind ein Startpunkt, kein Rezept. Unter dunklem Himmel darfst du länger belichten, in der Stadt ist das Bild nach wenigen Sekunden grau.

Video zum Thema · 9 Min.
Astrofotografie für Einsteiger: 3 Wege ab 15 €

Handy, Kamera, Smart-Teleskop – womit du anfängst und welche Fehlkäufe du vermeidest.

YouTube-Kanal abonnieren

Beim Abspielen lädt YouTube im erweiterten Datenschutzmodus.

Belichtungszeit: Wie lange, bevor Sterne Striche ziehen?

Die Erde dreht sich, und bei langer Belichtung sieht man das. Die 500er-Regel gibt einen Richtwert: 500 geteilt durch die Brennweite in Millimetern. An APS-C-Kameras teilst du zusätzlich durch 1,5.

ObjektivVollformatAPS-C
14 mmca. 35 sca. 24 s
20 mmca. 25 sca. 17 s
24 mmca. 20 sca. 14 s
35 mmca. 14 sca. 10 s
50 mmca. 10 sca. 7 s

Bei Kameras mit mehr als 24 Megapixeln ist die Regel zu großzügig. Wer bei 100 Prozent runde Sterne will, nimmt etwa die Hälfte. Genauer rechnet unser Astrofotografie-Rechner, und wer länger belichten will, braucht eine Nachführung.

Blende und ISO richtig wählen

Die Blende öffnest du so weit wie möglich, dann eine Stufe zurück, wenn die Ecken unscharf werden. Viele Objektive zeigen bei offener Blende am Rand verzerrte Sterne, die sogenannte Koma. Welche Objektive das gut können, steht unter Objektiv für Astrofotografie.

Bei der ISO gilt: so hoch wie nötig, nicht so hoch wie möglich. Moderne Sensoren liefern ab ISO 1600 bis 3200 kaum noch mehr Detail, nur weniger Dynamik. Entscheidend ist, dass das Histogramm nicht am linken Rand klebt.

Zu dunkel: Berg klebt am linken Rand Richtig: Berg bei etwa einem Drittel Das Histogramm im Kameradisplay ist verlässlicher als der Eindruck vom hellen Monitor in dunkler Nacht.
Richtig belichtet ist ein Astrofoto, wenn der Himmelshintergrund etwa ein Drittel vom linken Rand liegt. Grafik: Sterngucker.de

Scharfstellen auf Sterne

Unscharfe Sterne sind der häufigste Grund für misslungene Sternenfotos. Die Unendlich-Markierung am Objektiv stimmt fast nie genau.

  • Autofokus am Objektiv ausschalten.
  • Live View einschalten und auf den hellsten Stern oder Planeten richten.
  • Digital auf 10-fach vergrößern.
  • Fokusring langsam drehen, bis der Stern der kleinste Punkt ist.
  • Fokusring mit einem Stück Klebeband fixieren.

Tipp: Ist kein Stern im Live View zu sehen, schalte die Belichtungssimulation ein. Oder stelle vorher bei Dämmerung auf ein weit entferntes Licht scharf und lass den Ring danach in Ruhe.

Einstellungen nach Kameramarke

Die Funktionen heißen je nach Hersteller anders. Diese drei Punkte lohnt es sich vor der ersten Nacht zu suchen.

MarkeRauschreduzierung LangzeitbelichtungHelles Live View
CanonRauschred. bei Langzeitbel.Belichtungssimulation
NikonRauschunterdr. bei Langzeitbel.Live-View-Belichtungsvorschau
SonyLangzeit-RMEinstellungseffekt
FujifilmRauschreduzierung LangzeitbelichtungBelichtungsvorschau

Die Langzeit-Rauschreduzierung verdoppelt jede Belichtung, weil die Kamera danach ein Dunkelbild aufnimmt. Für Einzelbilder kann sie helfen, beim Stacken nimmst du lieber eigene Darkframes auf.

Sterne fotografieren mit dem Handy

Aktuelle Smartphones haben einen Nachtmodus, der Sterne überraschend gut abbildet. Wichtig sind ein Stativ und der Pro-Modus mit manueller Belichtung. Alle Einstellungen für iPhone, Samsung und Pixel stehen unter Astrofotografie mit dem Smartphone.

Häufige Fehler beim Sterne fotografieren

  • ✘  Autofokus oder Bildstabilisator eingeschaltet gelassen.
  • ✘  Vollmond am Himmel: Er überstrahlt schwache Sterne und die Milchstraße.
  • ✘  Tau auf der Frontlinse nach einer Stunde, eine Heizmanschette hilft.
  • ✘  Nur JPG gespeichert: Weißabgleich und Rauschen lassen sich kaum retten.
  • ✘  Monitor zu hell: Das Bild wirkt richtig, ist aber unterbelichtet. Histogramm prüfen.

Tipp: Plane die Nacht mit dem Neumond-Kalender: Rund um Neumond ist der Himmel am dunkelsten. Und je weiter weg von der nächsten Stadt, desto mehr Sterne.

Der nächste Schritt: länger belichten, mehr Details

Mit einer Nachführung werden aus 20 Sekunden mehrere Minuten. Das Rauschen sinkt, schwache Nebel tauchen auf, und die ISO darf runter.

Einstieg in die Nachführung: Omegon MiniTrack LX3

Omegon MiniTrack LX3

Rein mechanischer Nachführer für Kamera und leichte Objektive – kommt ohne Strom aus, ein stabiles Fotostativ ist aber Voraussetzung.

Preis: 199 €

Auf Lager · versandfertig in 24 h

Verfügbarkeit prüfen* →

Wer mehrere Aufnahmen zu einem Bild verrechnen will, findet die passenden Programme unter Astrofotografie-Software.

Häufige Fragen zu Einstellungen beim Sterne fotografieren

Welche Kameraeinstellungen brauche ich für den Sternenhimmel?

Modus M, Blende so offen wie möglich, 15 bis 25 Sekunden mit einem Weitwinkel, ISO 1600 bis 3200, RAW und manueller Fokus. Autofokus und Bildstabilisator schaltest du aus.

Welche ISO für Sternenfotos?

Meist ISO 1600 bis 3200. Höher bringt bei modernen Kameras kaum mehr Details, nur mehr Rauschen und weniger Dynamik. Unter sehr dunklem Himmel reicht oft ISO 1600.

Wie lange muss ich belichten, um Sterne zu fotografieren?

Mit einem 14-mm-Objektiv an Vollformat etwa 25 bis 35 Sekunden, mit 24 mm etwa 15 bis 20 Sekunden. Längere Zeiten erzeugen Striche, außer du nutzt eine Nachführung.

Warum werden meine Sterne unscharf?

Meist sitzt der Fokus nicht exakt auf unendlich. Stelle im Live View bei 10-facher Vergrößerung auf einen hellen Stern scharf. Andere Gründe sind ein eingeschalteter Bildstabilisator oder ein wackelndes Stativ.

Welche Einstellungen bei Canon für den Sternenhimmel?

Dieselben wie bei anderen Marken: M-Modus, offene Blende, ISO 1600 bis 3200, 15 bis 25 Sekunden. Bei Canon heißen die wichtigen Menüpunkte Belichtungssimulation und Rauschreduzierung bei Langzeitbelichtung.

* Affiliate-Link: Wenn du über diesen Link bestellst, erhalten wir eine kleine Provision von Astroshop. Der Preis ändert sich für dich nicht.