Von Alexander Merz · Aktualisiert am
Die Unistellar Odyssey ist ein Smart-Teleskop des französischen Herstellers Unistellar: 85-mm-Spiegel, 320 mm Brennweite, Steuerung per App, 4 kg. Die Odyssey Pro ist baugleich, hat aber zusätzlich ein elektronisches Okular, das Unistellar zusammen mit Nikon entwickelt hat.
⭐ Kurz gesagt: Die Odyssey ist ein Spezialist für kleine Galaxien, Kugelsternhaufen und kleine Nebel – kompakt, schnell aufgebaut und die Eintrittskarte in Unistellars Citizen-Science-Programm. Große Objekte wie Andromeda passen nicht ins Bild, und das Seestar S50 Pro kostet nur einen Bruchteil. Das Okular der Pro lohnt sich nur, wenn du oft mit Familie, Freunden oder Gruppen beobachtest.
Kompakt, mit Citizen Science: Unistellar Odyssey

85-mm-Spiegel, Autofokus, App-Steuerung und Zugang zu den Beobachtungskampagnen von Unistellar und SETI-Institut. Stark bei kleinen Galaxien und Sternhaufen, schwach bei großen Nebeln und Planeten.
Preis: 2.399 €
Du bist noch unsicher, ob es überhaupt ein Unistellar werden soll? Der Smart-Teleskop-Finder führt dich in drei Fragen vom Budget zur passenden Geräteklasse.
Unistellar Odyssey: Daten, Preis und Lieferumfang
Odyssey und Odyssey Pro haben dieselbe Optik, denselben Sensor und dieselbe Montierung. Der einzige Unterschied ist das elektronische Okular der Pro. Alle Angaben unten stammen von Unistellar (Stand 30.09.2026), das Gewicht des Stativs aus dem Unistellar-Shop.
| Merkmal | Odyssey und Odyssey Pro |
|---|---|
| Optik | Spiegelteleskop, 85 mm Öffnung, 320 mm Brennweite, f/3,9 |
| Sensor | Sony IMX415, Pixelgröße 1,45 µm |
| Bildfeld | 45 × 33,6 Bogenminuten (0,75° × 0,56°) |
| Abbildungsmaßstab / Auflösungsvermögen | 0,93″ pro Pixel / 1,68″ |
| Grenzgröße laut Unistellar | 17,2 mag |
| Montierung | motorisiert, azimutal (Alt-Az), GoTo, Autofokus |
| Akku / Speicher | ca. 5 h / 64 GB |
| Gewicht | Teleskop 4 kg, Stativ 2,5 kg, zusammen 6,5 kg |
| Okular | Odyssey: keins, Bild nur auf Handy oder Tablet · Pro: elektronisches Okular mit Nikon-Optik, zusätzlich Handy und Tablet |
| Lieferumfang | Teleskop, Stativ, Staubkappe, Ladegerät, Justierwerkzeug; Tasche und Sonnenfilter extra |
| Preis | Odyssey: 2.399 € · Odyssey Pro: 4.199 € |
Die Links mit Sternchen sind Partnerlinks. Quellen: unistellar.com/de/odyssey und shop.eu.unistellar.com; den Sensor nennt Unistellar nicht selbst – Sony IMX415 laut Space.com, passend zur angegebenen Pixelgröße.
Warum Astroshop 12,3 mag nennt und Unistellar 17,2: Die 12,3 mag sind die klassische Faustformel für das Auge am Okular eines 85-mm-Teleskops. Die 17,2 mag gelten für das gestapelte Kamerabild, das mehrere Minuten Licht sammelt – beide Zahlen stimmen, sie messen nur etwas anderes.
Wie die Odyssey funktioniert: „Enhanced Vision“ erklärt
Die Odyssey hat kein Glas-Okular, durch das Licht direkt ins Auge fällt. Im Spiegelteleskop sitzt eine Kamera, die alle paar Sekunden ein kurzes Bild aufnimmt. Unistellar nennt das Ergebnis „Enhanced Vision“.
Das Prinzip heißt bei allen anderen Herstellern Live-Stacking: Die Einzelbilder werden laufend übereinandergelegt, das Rauschen mittelt sich heraus, das Objekt wird mit jeder Minute heller und detailreicher. Seestar, DWARF und Vaonis machen genau dasselbe – neu ist das nicht.
Was die Odyssey wirklich besonders macht, ist die lange Brennweite mit sehr kleinen Pixeln. Mit 0,93″ pro Pixel bildet sie rund zweieinhalbmal feiner ab als das Seestar S50 Pro (2,3″ pro Pixel). Kleine Objekte werden dadurch groß, große passen dafür nicht mehr ins Bild.
Den Rest übernimmt die App: Die Odyssey erkennt anhand der Sterne selbst, wohin sie zeigt (Plate Solving), stellt automatisch scharf und schlägt über den „Smart Star Finder“ Objekte vor, die gerade gut stehen. Gegen Stadtlicht rechnet die „Deep Dark Technology“ den aufgehellten Hintergrund heraus.
Was fehlt: Eine äquatoriale Nachführung, einen Mosaik-Modus für große Objekte und einen Nachtplaner, wie ihn Seestar und DWARF bieten, vermissen Nutzer auf Cloudy Nights und Reddit bei Unistellar (Stand der Berichte: 2025). Die Odyssey ist ein Beobachtungsgerät, kein Baukasten für Astrofotografen.
Unistellar Odyssey Pro: Lohnt sich das Okular?
Das Okular der Pro ist ein kleines OLED-Display hinter einer Nikon-Optik. Du schaust hinein wie in ein normales Teleskop und siehst dasselbe gestapelte Bild, das auch die App zeigt. Die Pro kostet 4.199 € statt 2.399 € – der gesamte Aufpreis steckt in diesem Okular.
Wer die Pro besitzt, schwärmt häufig vom Okular. Ein Besitzer auf Reddit beschreibt, dass ihm der Orionnebel im Okular räumlicher vorkam als auf dem iPad, ein Besitzer auf Cloudy Nights nennt es „magisch“, um anderen den Himmel zu zeigen. BBC Sky at Night und Skies & Scopes loben es ebenfalls.
Es bleibt aber ein Bildschirm, kein Durchblick. Der Tester von PetaPixel fand das Erlebnis schön, konnte den Aufpreis aber nicht rechtfertigen. Und in den ersten Sekunden ist das Bild im Okular dunkel, bis genug Einzelbilder gestapelt sind – das schreibt auch Sky at Night.
| Das Okular lohnt sich, wenn … | Spar dir das Geld, wenn … |
|---|---|
| du oft Familie, Freunde oder Gruppen durchschauen lässt | du ohnehin am Tablet beobachtest und Bilder teilst |
| dir das Gefühl „am Teleskop stehen“ wichtig ist | du ein echtes, optisches Bild erwartest – das liefert nur ein klassisches Teleskop |
| du draußen ohne helles Handy-Display beobachten willst | du den Aufpreis lieber in mehr Öffnung steckst |
Unsere Einschätzung: Für die meisten ist die Odyssey ohne Okular die vernünftigere Wahl. Wer das Okular unbedingt will, sollte die Pro gegen das eVscope 2 (4.911 €) abwägen – das hat ebenfalls ein Nikon-Okular, aber mehr Öffnung. Eine rote Sonderedition der Pro gibt es bei Unistellar zu einem höheren Preis; technisch ist sie identisch.
Mit elektronischem Nikon-Okular: Unistellar Odyssey Pro

Baugleich mit der Odyssey, dazu ein elektronisches Okular für das klassische Teleskop-Gefühl. Sinnvoll vor allem, wenn du oft mit anderen zusammen beobachtest.
Preis: 4.199 €
Was du mit der Odyssey siehst – und was nicht ins Bild passt
Das Bildfeld der Odyssey ist mit 45 × 33,6 Bogenminuten sehr klein. Das ist knapp so hoch wie der Vollmond. Das Seestar S50 Pro zeigt achtmal so viel Himmel, der DWARF 3 sogar gut elfmal so viel.
Kleine Objekte sind die Stärke der Odyssey, große ihre Schwäche. Was kleiner als etwa eine halbe Mondbreite ist, füllt das Bild gut aus. Alles Großflächige gelingt nur als Ausschnitt.
| Objekt | Größe am Himmel | Passt in die Odyssey? |
|---|---|---|
| Hantelnebel M27 | ca. 8′ × 6′ | ✅ ja, schön groß |
| Whirlpool-Galaxie M51 | ca. 11′ × 7′ | ✅ ja, eine der Paradedisziplinen |
| Kugelsternhaufen M13 | ca. 20′ | ✅ ja, füllt das Bild gut |
| Vollmond | 29′ bis 34′ | ⚠️ gerade so – in Erdnähe wird es knapp |
| Doppelsternhaufen h und χ Persei | ca. 1° Spannweite | ⚠️ laut Sky at Night „gerade eben“ |
| Orionnebel M42 | ca. 65′ × 60′ | ⚠️ nur der helle Kern |
| Plejaden M45 | ca. 2° | ❌ nur ein Ausschnitt |
| Andromeda-Galaxie M31 | ca. 3° × 1° | ❌ nur der Kern |
| Nordamerikanebel | ca. 2° | ❌ nein |
Objektgrößen gerundet nach gängigen Katalogwerten.
Planeten: Jupiter wird knapp 50 Pixel groß
Unistellar wirbt mit Jupiters Großem Rotem Fleck und Saturns Ringen – und das stimmt auch. Bei 0,93″ pro Pixel wird Jupiter (rund 45″ in Oppositionsnähe) knapp 50 Pixel groß, mehr als doppelt so groß wie im Seestar S50 Pro. Saturns Ringsystem kommt auf gut 40 Pixel Breite.
Für Planeten-Fans bleibt es trotzdem die falsche Wahl. Alle Fachtests und der Käufer auf Astroshop schreiben, dass Planeten nicht mit klassischen Teleskopen mithalten; auch in unserem eigenen Test des eVscope 2 waren Jupiter und Saturn überbelichtet und detailarm. Ein klassisches 150-mm-Teleskop mit Planetenkamera kostet einen Bruchteil und zeigt deutlich mehr.
Mond und Sonne
Der Mond passt fast immer komplett ins Bild, bei großer Erdnähe wird der Rand knapp. Für Nahaufnahmen einzelner Krater ist die Auflösung gut.
⚠️ Sonne nur mit Filter: Richte die Odyssey niemals ohne zertifizierten Objektiv-Sonnenfilter auf die Sonne – das zerstört den Sensor, beim Blick ins Okular der Pro droht zusätzlich Gefahr für das Auge. Unistellar bietet einen passenden Sonnenfilter (82 mm) als Zubehör an; im Lieferumfang ist er nicht enthalten.
Odyssey vs. Seestar S50 Pro, DWARF 3 und eVscope 2
Die Odyssey spielt preislich in einer anderen Liga als die Bestseller von ZWO und DWARFLAB. Die Tabelle zeigt, was du für den Mehrpreis bekommst – und was nicht.
| Merkmal | Odyssey | Seestar S50 Pro | DWARF 3 | eVscope 2 |
|---|---|---|---|---|
| Preis | 2.399 € | 999 € | 529 € | 4.911 € |
| Öffnung / Brennweite | 85 / 320 mm | 50 / 260 mm | 35 / 150 mm | 114 / 450 mm |
| Bildfeld | 0,75° × 0,56° | 2,45° × 1,38° | 2,93° × 1,65° | 0,76° × 0,57° |
| Abbildungsmaßstab | 0,93″/Pixel | 2,3″/Pixel | 2,75″/Pixel | k. A. |
| Okular | nein (Pro: ja) | nein | nein | ja, Nikon |
| Filter | keine | Duoband Hα/OIII, UV/IR-Cut | Astro, Duoband | keine |
| Mosaik / EQ-Modus | nein / nein | ja / ja | ja / ja | nein / nein |
| Akku | ca. 5 h | bis 9 h | ca. 5,5 h | ca. 9 h |
| Gewicht | 4 kg + 2,5 kg Stativ | 2,8 kg (Gerät) | 1,35 kg (ohne Stativ) | 9 kg mit Stativ |
| Citizen Science (Unistellar/SETI) | ja | nein | nein | ja |
| Produkt | Unistellar Odyssey | Seestar S50 Pro | DWARF 3 | eVscope 2 |
Die Links mit Sternchen sind Partnerlinks. Daten: Herstellerangaben, geprüft am 30.09.2026; Abbildungsmaßstab aus Pixelgröße und Brennweite gerechnet. Mosaik und EQ-Modus bei Unistellar nach Nutzerberichten.
Odyssey oder Seestar S50 Pro?
Auf dem Papier sammelt der 85-mm-Spiegel knapp dreimal so viel Licht wie die 50-mm-Linse des Seestar. Davon geht ein Teil ab, weil die Kamera mitten im Strahlengang sitzt; wie viel, nennt Unistellar nicht. Bei kleinen, schwachen Galaxien ist die Odyssey damit im Vorteil.
Das Seestar gewinnt dafür bei allem Großflächigen: Andromeda, Plejaden, Nordamerika- und Herznebel, dazu Schmalbandfilter für Nebel aus der Stadt, Mosaik-Modus und den doppelten Akku. Für die meisten Einsteiger ist es das vielseitigere Gerät – für einen Bruchteil des Preises.
Die Odyssey lohnt sich gegenüber dem Seestar nur mit klarem Grund: Du willst vor allem kleine Galaxien und Kugelsternhaufen groß sehen, an Citizen-Science-Kampagnen teilnehmen oder – bei der Pro – ein Okular. Alles zum Seestar steht im Check zum Seestar S50 Pro.
💶 Die ehrliche günstigere Alternative: Seestar S50 Pro
Das Seestar S50 Pro zeigt achtmal so viel Himmel, hat Filter, Mosaik und neun Stunden Akku. Bei kleinen Galaxien liefert es kleinere Bilder, bei großen Nebeln ist es klar überlegen. Wer nicht gezielt die Stärken der Odyssey braucht, spart hier viel Geld.
Odyssey oder eVscope 2 und Equinox 2?
Innerhalb von Unistellar ist die Odyssey das kompakte Modell, die „Expert“-Reihe mit eVscope 2 und Equinox 2 das größere. Beide haben 114 mm Öffnung und 450 mm Brennweite – das Bildfeld ist trotzdem fast gleich groß, weil ein anderer Sensor verbaut ist.
Die größere Öffnung bringt eine volle Größenklasse mehr: Unistellar nennt für das eVscope 2 eine Grenzgröße von 18,2 mag statt 17,2 – Sterne und Galaxienkerne, die zweieinhalbmal schwächer sind. Dafür wiegt es mit Stativ 9 kg statt 6,5 kg.
Die Equinox 2 ist die unterschätzte Option: 114 mm, elf Stunden Akku, 7 kg, aber kein Okular. Im Unistellar-Shop kostet sie am 30.09.2026 2.599 € und damit kaum mehr als die Odyssey (2.399 €) – wer die Größe nicht scheut, bekommt dort mehr Öffnung fürs Geld.
🔭 Wenn du mehr willst: Unistellar eVscope 2
Das eVscope 2 hat 114 statt 85 mm Öffnung, also rund 80 % mehr Lichtsammelfläche, und reicht eine Größenklasse tiefer. Dazu kommen das Nikon-Okular wie bei der Pro und neun statt fünf Stunden Akku. Der Aufpreis lohnt sich für alle, die vom festen Standort aus möglichst schwache Galaxien und Kometen jagen und die 9 kg nicht weit tragen müssen – wir haben es selbst getestet.
Für Fortgeschrittene: mehr Öffnung: Unistellar eVscope 2

114-mm-Spiegel, Grenzgröße 18,2 mag laut Unistellar, Nikon-Okular und 9 Stunden Akku – die nächste Stufe über der Odyssey Pro.
Preis: 4.911 €
Auf Lager · versandfertig in 24 h
Unsere Nächte mit dem Gerät: Unistellar eVscope 2 im Praxistest.
Citizen Science: Mit der Odyssey für SETI und NASA beobachten
Das Citizen-Science-Programm ist das, was Unistellar von allen anderen Smart-Teleskopen unterscheidet. Unistellar betreibt es gemeinsam mit dem SETI-Institut in Kalifornien, bei den Exoplaneten-Kampagnen ist die NASA beteiligt. Teilnehmen kann jeder mit einem Unistellar-Teleskop und der kostenlosen App.
| Kampagne | Was du beobachtest |
|---|---|
| Asteroiden-Bedeckungen | Ein Asteroid schiebt sich kurz vor einen Stern – aus vielen Messorten ergibt sich seine Form. |
| Planetare Verteidigung | Erdnahe Asteroiden verfolgen und ihre Bahn genauer bestimmen. |
| Exoplaneten (mit der NASA) | Die winzige Abschwächung eines Sterns messen, wenn ein Planet vor ihm vorbeizieht. |
| Kometen | Helligkeit und Veränderungen von Kometen dokumentieren. |
| Kosmische Explosionen | Supernovae und andere plötzlich aufleuchtende Objekte nachbeobachten. |
| Satelliten | Satelliten und ihre Helligkeit erfassen. |
Das ist kein Marketing-Gimmick, es gibt echte Ergebnisse. Messungen aus dem Unistellar-Netz flossen in eine in Nature veröffentlichte Auswertung des NASA-Asteroideneinschlags DART ein. Laut Unistellar verfolgten 26 Bürgerwissenschaftler den Asteroiden 1999 AP10, und 40 beobachteten das Zerbrechen von Komet ATLAS.
Realistisch einschätzen: Kampagnen laufen zu festen Zeitpunkten, oft mitten in der Nacht, und brauchen klaren Himmel genau dann. Wer Lust auf echte Messungen hat, bekommt hier etwas, das kein anderes Smart-Teleskop bietet – wer nur schöne Bilder will, zahlt dafür mit.
Unistellar Odyssey Test und Erfahrungen: was Fachpresse und Besitzer berichten
Transparenz: Die Odyssey hatten wir nicht selbst in der Hand. Wir haben fünf Fachtests gelesen und alle Beiträge von nachweislichen Besitzern auf Reddit, Cloudy Nights, forum.astronomie.de und bei Astroshop ausgezählt (Stand 30.09.2026). Das eVscope 2 mit derselben App und demselben Prinzip haben wir dagegen selbst über mehrere Nächte getestet.
| Fachtest | Modell | Urteil in einem Satz |
|---|---|---|
| BBC Sky at Night | Pro | 4,5 von 5 Sternen: der schnellste Aufbau, den die Redaktion je hatte; Rohdaten am PC deutlich besser als das App-Bild. |
| Skies & Scopes | Pro (Leihgerät) | Exzellent zu bedienen, das Okular hebt es ab; Bilder „gewinnen aber keine Preise“. |
| Space.com | Odyssey und Pro | Schöne Nebel und Sternhaufen, nicht ideal für Planeten; erstes Testgerät war unscharf, ein Serienfehler früher Geräte wurde zurückgerufen. |
| PetaPixel | Pro | Schnell, einfach, familientauglich – aber teuer, der Okular-Aufpreis kaum zu rechtfertigen. |
| Universe Today | Pro | Stark bei Nebeln und Sternhaufen; die App war zeitweise „hakelig“ und brauchte einen Neustart. |
Was 9 Besitzer berichten
Gezählt haben wir nur, wer die Odyssey oder Odyssey Pro nachweislich besitzt: vier Besitzer auf Reddit, drei auf Cloudy Nights und zwei Käufer mit Bewertung bei Astroshop – sieben mit Pro, zwei mit Odyssey. Im deutschen Forum fanden wir nur Händlerbeiträge, eine Verkaufsanzeige und Kommentare zur Vorstellung. Die Stichprobe ist klein, die Zahlen sind deshalb Tendenzen, keine Statistik.
| Thema | Nennungen | Was genau |
|---|---|---|
| ✅ Einfach und schnell | 5 von 9 | Aufbau in Minuten, Objekt sofort gefunden, App „ausgereifter“ als beim Celestron Origin |
| ✅ Handlich für Reisen | 4 von 9 | passt ins Handgepäck, Camping, Beobachten in den Bergen |
| ✅ Funktioniert in der Stadt | 2 von 9 | M42, M51, M101 aus einer deutschen Großstadt, Orionnebel vom Gehweg |
| ✅ Okular begeistert | 2 von 7 Pro-Besitzern | räumlicher Eindruck, ideal zum Vorführen |
| ✅ Rohdaten nutzbar | 2 von 9 | Bearbeitung mit Astro-Software wie PixInsight |
| ⚠️ Technik- oder Serviceprobleme | 3 von 9 | Firmware-Update ließ sich nicht laden, Okular blieb anfangs dunkel, Support reinigt keine Spiegel (Wasserflecken) |
| ⚠️ Planeten schwach | 1 von 9 | „nicht vergleichbar mit klassischen Systemen“ |
| ⚠️ Bildqualität hinter der Konkurrenz | 1 von 9 | Besitzer beider Geräte: Celestron Origin liefert die besseren Bilder |
Die harte Kritik kommt fast nur von Nicht-Besitzern. Auf Reddit und Cloudy Nights fallen die Worte „überteuert“ und „schlechte Bilder“ oft, meist von Seestar- und Vaonis-Nutzern. Die lauteste Stimme ist ein ehemaliger eVscope-2-Besitzer, der in fast jedem Unistellar-Thread postet – das verzerrt das Bild.
In der Sache haben die Kritiker trotzdem einen Punkt: Für das Geld bekommt man bei Seestar oder Vaonis mehr Funktionen, und Besitzer wünschen sich häufigere Software-Updates. Wer ein Gerät zum Anschauen sucht, stört sich daran wenig; wer Astrofotos bearbeiten will, stößt schneller an Grenzen.
Zwei Praxis-Tipps aus den Berichten: Der offene Spiegel ist empfindlich – Staubkappe immer drauf und nie Beregnung oder Tau abbekommen lassen, Unistellar reinigt Spiegel laut einem Besitzer nicht. Und bei Gebrauchtkäufen der ersten Serie von 2024 nachfragen, ob das Gerät vom Fokus-Rückruf betroffen war.
Für wen sich die Unistellar Odyssey lohnt
Kurz: Die Odyssey ist ein gutes Gerät mit einem schwierigen Preis. Sie lohnt sich, wenn ihre besonderen Stärken genau zu dir passen.
| Deine Situation | Empfehlung | Warum |
|---|---|---|
| Du willst einsteigen und großflächige Nebel und Andromeda fotografieren | Seestar S50 Pro | ⭐ Unsere Empfehlung für die meistenAchtmal größeres Bildfeld, Filter, Mosaik – für 999 € |
| Du willst kleine Galaxien und Kugelsternhaufen groß sehen und an Citizen Science teilnehmen | Unistellar Odyssey | Lange Brennweite, feiner Abbildungsmaßstab, Zugang zum SETI-Programm |
| Du zeigst oft Familie, Schulklasse oder Gästen den Himmel | Unistellar Odyssey Pro | Das Okular macht das gemeinsame Beobachten greifbarer |
| Du willst möglichst tief in den Himmel und hast einen festen Standort | eVscope 2 oder Equinox 2 | 114 mm Öffnung, eine Größenklasse mehr |
| Budget unter 600 €, viel unterwegs | DWARF 3 (529 €) | 1,35 kg, gut elfmal so großes Bildfeld |
| Vor allem Planeten und Mond visuell | kein Smart-Teleskop | Ein klassisches Teleskop zeigt mehr und kostet weniger |
Die Links mit Sternchen sind Partnerlinks.
Tipp zum Preis: Unistellar-Preise schwanken stark. Ende 2025 bot ein deutscher Händler die Odyssey zeitweise mehrere Hundert Euro günstiger an als heute, und die Pro war im Spätsommer 2026 bei Astroshop reduziert – der Preis in den Boxen auf dieser Seite wird täglich aktualisiert.
Häufige Fragen zur Unistellar Odyssey
Was kostet die Unistellar Odyssey?
Die Odyssey kostet 2.399 €, die Odyssey Pro mit elektronischem Okular 4.199 €. Beide sind bei Astroshop auf Lager; die Preise auf dieser Seite werden täglich automatisch nachgeführt.
Was ist der Unterschied zwischen Odyssey und Odyssey Pro?
Nur das Okular. Optik, Sensor, Montierung, Akku und App sind identisch. Die Pro hat zusätzlich ein elektronisches Okular mit Nikon-Optik, in dem du das gestapelte Bild wie in einem klassischen Teleskop siehst.
Kann man durch die Odyssey Pro wirklich durchschauen?
Du schaust in ein Okular, siehst dort aber ein kleines Display und kein direktes Licht vom Himmel. Das Bild ist dasselbe gestapelte Kamerabild wie in der App. Es fühlt sich an wie Durchschauen und macht vielen Spaß, bleibt aber ein Bildschirm.
Welcher Sensor steckt in der Odyssey?
Unistellar nennt den Sensor nicht selbst. Laut Space.com ist es ein Sony IMX415; das passt genau zur angegebenen Pixelgröße von 1,45 µm und zum Bildfeld von 45 × 33,6 Bogenminuten. Im eVscope 2 steckt ein anderer Sony-Sensor (IMX347).
Ist die Odyssey besser als das Seestar S50 Pro?
Bei kleinen Galaxien und Kugelsternhaufen ja: mehr Öffnung, feinerer Abbildungsmaßstab. Bei großen Nebeln, Andromeda und Plejaden ist das Seestar S50 Pro mit seinem achtmal größeren Bildfeld klar besser – und es kostet nur einen Bruchteil.
Kann man mit der Odyssey Planeten sehen?
Ja, Jupiter mit seinen Wolkenbändern und Saturn mit Ring sind erkennbar; Jupiter wird knapp 50 Pixel groß. Für schöne Planetenbilder ist ein klassisches Teleskop mit Planetenkamera aber deutlich besser und günstiger.
Wie lange hält der Akku?
Laut Unistellar etwa fünf Stunden. Für lange Nächte empfiehlt der Tester von PetaPixel eine Powerbank; eVscope 2 (9 h) und Equinox 2 (11 h) halten deutlich länger.
Brauche ich ein Abo für die Unistellar-App?
Nein. Die App für iOS und Android ist laut Unistellar kostenlos im Lieferumfang, auch die Teilnahme an den Citizen-Science-Kampagnen.
Ist die Odyssey für Einsteiger geeignet?
Von der Bedienung her ja – Besitzer und Tester loben einhellig den schnellen, einfachen Start. Vom Preis her ist sie kein typisches Einsteigergerät: Wer noch nicht weiß, wie tief er ins Hobby einsteigt, fängt mit einem günstigeren Smart-Teleskop an. Bei der Wahl hilft dir unsere kostenlose Teleskopberatung.
Fazit: Ein Spezialist mit Okular-Option – aber kein Preis-Leistungs-Sieger
Die Unistellar Odyssey ist durchdacht, schnell aufgebaut und bei kleinen Deep-Sky-Objekten stark. Mit dem Citizen-Science-Programm und dem Okular der Pro bietet sie zwei Dinge, die kein anderer Hersteller hat.
Ihr Problem ist der Preis gegenüber der Konkurrenz. Für die meisten Einsteiger ist das Seestar S50 Pro die bessere Wahl, für mehr Tiefe das eVscope 2 oder die Equinox 2. Alle Geräte im Überblick findest du in unserer Smart-Teleskop-Übersicht.
Passt die Odyssey zu dir?
- ✔ Ja, wenn du kleine Galaxien, Kugelsternhaufen und kleine Nebel groß sehen willst.
- ✔ Ja, wenn du bei echten Messkampagnen mit dem SETI-Institut mitmachen willst.
- ✘ Nein, wenn du Andromeda, Plejaden und große Nebel fotografieren willst: Das Seestar S50 Pro (999 €) ist dafür besser.
- ✘ Nein, wenn du vor allem Planeten sehen willst – dafür ist ein klassisches Teleskop besser.
* Affiliate-Link: Wenn du über diesen Link bestellst, erhalten wir eine kleine Provision von Astroshop. Der Preis ändert sich für dich nicht.
