Austrittspupille: berechnen, Tabelle und die richtige Größe fürs Auge

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Die Austrittspupille ist der Durchmesser des Lichtbündels, das aus dem Okular eines Teleskops oder Fernglases ins Auge fällt. Du rechnest sie aus: Öffnung geteilt durch Vergrößerung, also 5 mm beim 10×50-Fernglas.

Sie entscheidet mit, welches Okular zu deinem Teleskop passt – und wie hell das Bild in deinem Auge ankommt.

⭐ Kurz gesagt: Zwischen 7 mm und 0,5 mm liegt alles, was am Himmel Sinn ergibt. Große Austrittspupillen (4–7 mm) für Milchstraße und Nebel, mittlere (2–3 mm) für Galaxien und Sternhaufen, kleine (0,5–1 mm) für Mond, Planeten und Doppelsterne. Über 7 mm verschenkst du Licht, ab etwa 50 Jahren schon über 5 mm.

Strahlengang durch Objektiv und Okular: Hinter dem Okular bündelt sich das Licht zur Austrittspupille
Hinter dem Okular schnürt sich das ganze Licht des Objektivs zu einem kleinen Kreis zusammen – das ist die Austrittspupille. Grafik: Evan Mason, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.

Austrittspupille berechnen: zwei Formeln, ein Ergebnis

Beim Fernglas steht alles Nötige auf dem Gehäuse. Teile die zweite Zahl durch die erste: 10×50 ergibt 5 mm, 7×50 ergibt 7,1 mm, 15×70 ergibt 4,7 mm.

Beim Teleskop gibt es einen schnelleren Weg als über die Vergrößerung. Austrittspupille = Okularbrennweite ÷ Öffnungsverhältnis. Ein 25-mm-Okular an einem f/5-Teleskop liefert also 5 mm – egal, wie groß das Teleskop ist.

1. Vergrößerung
650 mm ÷ 25 mm
= 26-fach
2. Austrittspupille
130 mm Öffnung ÷ 26
= 5,0 mm
Abkürzung
25 mm ÷ f/5
= 5,0 mm

Das Öffnungsverhältnis steht in jedem Datenblatt, etwa „f/5“ oder „1:5“. Fehlt es, teilst du Brennweite durch Öffnung: 650 mm ÷ 130 mm = 5. Alle Kennzahlen auf einmal rechnet unser Teleskop-Rechner.

Austrittspupille und Auge: warum 7 mm die Grenze sind

Deine Augenpupille wirkt wie eine Blende hinter dem Okular. Ist das Lichtbündel breiter als sie, fällt der Rand einfach daneben. Das Bild wird dann nicht heller, du nutzt nur einen Teil der Teleskopöffnung.

Eine an die Dunkelheit gewöhnte Pupille öffnet sich bei Jugendlichen auf etwa 7 mm, mit 50 oft nur noch auf 5 mm (unsere Fernglas-Tabelle). Für 60-Jährige nennt das Astroshop-Magazin 4–5 mm (Astroshop, Austrittspupille). Die Werte streuen von Mensch zu Mensch stark.

AlterPupille bei Dunkelheit (Richtwert)Größte sinnvolle Austritts­pupille
bis ca. 30um 7 mm7 mm
um 50oft um 5 mm5–6 mm
um 604–5 mm5 mm
Richtwerte nach Astroshop und unserer Fernglas-Seite; die eigene Pupille misst nur der Augenarzt genau.

Eine zu große Austrittspupille schadet nicht, sie verschenkt nur Öffnung. Im Forum beschreiben Besitzer von 8×56-Gläsern sogar einen Vorteil: Das Bild bleibt beim Wackeln länger im Auge, und das Glas lässt sich leichter weiterreichen (forum.astronomie.de, 22.08.2023).

⚠️ Der schwarze Fleck im Newton: Bei großer Austrittspupille siehst du an hellen Objekten oft einen dunklen Fleck in der Bildmitte. Das ist der Schatten des Fangspiegels, sichtbar, sobald sich deine Pupille im Hellen zusammenzieht – kein Defekt (forum.astronomie.de, März 2025). Abhilfe: stärker vergrößern oder bei Dunkelheit beobachten.

Welche Austrittspupille für welches Objekt?

Für jedes Himmelsobjekt gibt es einen Bereich, in dem es am besten aussieht. Flächige, schwache Nebel brauchen viel Licht pro Netzhautfläche, feine Planetendetails brauchen Vergrößerung. Die Austrittspupille fasst beides in einer Zahl zusammen.

Austritts­pupilleWofürWas du siehst
5–7 mmMilchstraßenfelder, große Nebel, Aufsuchengrößtes Feld, hellster Hintergrund
2–4 mm⭐ Der AllrounderGalaxien, offene Sternhaufen, die meisten Deep-Sky-Objektedunklerer Himmel, Objekt hebt sich besser ab
1–2 mmKugelsternhaufen, kleine Planetarische NebelHaufen lösen sich in Einzelsterne auf
0,5–1 mmMond, Planeten, enge Doppelsternefeinste Details, Bild wird dunkler
Faustwerte aus der Beobachtungspraxis. Die Untergrenze um 0,7–0,8 mm wird im Forum seit Jahren empfohlen, ist dort aber umstritten (forum.astronomie.de, Sept. 2026).

Kleiner als 0,5 mm lohnt fast nie. Das entspricht genau der Faustregel „maximal sinnvolle Vergrößerung = 2 × Öffnung in mm“: Ein 130-mm-Teleskop bei 260-fach liefert 0,5 mm. Darüber wird das Bild nur größer und dunkler, aber nicht schärfer.

Tipp aus dem Forum: Ob 1,0 oder 0,7 mm die „richtige“ Untergrenze ist, streiten erfahrene Beobachter seit Jahren (forum.astronomie.de). Entscheidend ist die Luftruhe am Abend: Bei unruhiger Luft bleibst du über 1 mm, in ruhigen Nächten darfst du tiefer gehen.

Okulare nach Austrittspupille auswählen

Mit der Abkürzung „Okularbrennweite ÷ Öffnungsverhältnis“ planst du einen Okularsatz in zwei Minuten. Für eine Ziel-Austrittspupille multiplizierst du einfach umgekehrt: Austrittspupille × Öffnungsverhältnis = Okularbrennweite.

OkularHeritage 130/650 (f/5)Dobson 200/1200 (f/6)
32 mm20-fach · 6,4 mm38-fach · 5,3 mm
25 mm26-fach · 5,0 mm48-fach · 4,2 mm
15 mm43-fach · 3,0 mm80-fach · 2,5 mm
10 mm65-fach · 2,0 mm120-fach · 1,7 mm
6 mm108-fach · 1,2 mm200-fach · 1,0 mm
4 mm163-fach · 0,8 mm300-fach · 0,7 mm
Eigene Rechnung: Vergrößerung = Teleskopbrennweite ÷ Okularbrennweite, Austrittspupille = Okularbrennweite ÷ Öffnungsverhältnis. Geräte: Skywatcher Heritage 130/650 FlexTube und Skywatcher Dobson N 200/1200 Skyliner Classic. Die Links mit Sternchen sind Partnerlinks.

Ein sinnvoller Einsteigersatz deckt drei Bereiche ab: eine große Austrittspupille zum Aufsuchen, eine mittlere für Deep-Sky und eine kleine für Mond und Planeten. Am f/5-Teleskop sind das grob 25, 10 und 5 mm Okularbrennweite.

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Längere Okulare als 7 mm Austrittspupille bringen nichts. Am f/5-Teleskop ist das die Grenze bei 35 mm, am f/6-Teleskop bei 42 mm. Ein 40-mm-Okular wie das Omegon Super Plössl 40 mm passt deshalb besser zu f/6 und langsamer als zu einem f/4-Newton, wo es 10 mm liefern würde.

Austrittspupille beim Fernglas

Für den Nachthimmel sind 4 bis 7 mm ideal. Ein 10×50 (5 mm) passt zu fast jedem Alter, ein 7×50 (7,1 mm) lohnt vor allem für junge Augen unter dunklem Himmel.

Die relative Helligkeit ist die Austrittspupille zum Quadrat. Ein 10×50 kommt auf 25, ein 10×25 nur auf 6,25 – deshalb wirkt das Taschenglas nachts so dunkel. Welche Größen es gibt, zeigt unsere Fernglas-Vergrößerung mit Tabelle.

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70 mm Öffnung bei 15-fach ergibt 4,7 mm Austrittspupille – passt zu fast jedem Auge und sammelt doppelt so viel Licht wie ein 50er. Aufgestützt oder auf dem Stativ am besten.

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Tipp: Halte Fernglas oder Teleskop mit Okular gegen den hellen Taghimmel und schau aus etwa 30 cm aufs Okular. Das helle Scheibchen darin ist die Austrittspupille – mit einem Lineal kannst du sie grob nachmessen. Ist sie eckig statt rund, beschneiden kleine Prismen das Licht.

Austrittspupille, Augenabstand, Eintrittspupille: was was ist

Die Austrittspupille ist ein Durchmesser, der Augenabstand eine Entfernung. Der Augenabstand sagt, wie weit dein Auge hinter dem Okular sein darf, um das ganze Feld zu sehen – für Brillenträger die wichtigere Zahl.

Die Eintrittspupille ist das Gegenstück auf der Himmelsseite: beim Teleskop praktisch die freie Öffnung des Objektivs oder Hauptspiegels. Die Austrittspupille ist ihr verkleinertes Abbild hinter dem Okular (Wikipedia, Pupille (Optik)).

BegriffWas es istWichtig für
AustrittspupilleDurchmesser des Lichtbündels hinter dem OkularHelligkeit, Okularwahl
AugenabstandAbstand Okular–Auge für das volle FeldBrillenträger, Komfort
Eintrittspupillefreie Öffnung vorn am GerätLichtsammelleistung

Häufige Fragen zur Austrittspupille

Wie berechnet man die Austrittspupille?

Öffnung geteilt durch Vergrößerung, beim Teleskop alternativ Okularbrennweite geteilt durch Öffnungsverhältnis. Ein 10×50-Fernglas hat 5 mm, ein 25-mm-Okular an einem f/5-Teleskop ebenfalls 5 mm.

Ist eine größere Austrittspupille immer besser?

Nein. Bis zur Größe deiner Augenpupille wird das Bild flächiger Objekte heller, darüber geht Licht am Auge vorbei. Für Planeten brauchst du ohnehin kleine Austrittspupillen, also hohe Vergrößerung.

Was ist die kleinste sinnvolle Austrittspupille?

Rund 0,5 mm, das entspricht der doppelten Öffnung in Millimetern als Vergrößerung. Viele Beobachter bleiben in der Praxis bei 0,7–1 mm, weil das Bild darunter dunkel und weich wird.

Welche Austrittspupille ist für Brillenträger wichtig?

Für Brillenträger zählt vor allem der Augenabstand, nicht die Austrittspupille. Mit Brille bleibt das Auge weiter vom Okular entfernt; wir empfehlen mindestens 16, besser 18 mm Augenabstand. Mehr dazu im Ratgeber Fernglas für Brillenträger.

Warum ist das Bild bei großer Austrittspupille fleckig?

Bei Spiegelteleskopen mit Fangspiegel wird dessen Schatten sichtbar, wenn die Austrittspupille größer ist als deine gerade verengte Augenpupille. Das passiert vor allem am hellen Mond oder am Tag und verschwindet bei höherer Vergrößerung.

Weiterlesen: Okular-Ratgeber · Teleskop-Rechner · Fernglas-Vergrößerung

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