Planetenparade 2026 bis 2028: Wann wirklich mehrere Planeten zusammenstehen

Von · Veröffentlicht am · Angaben geprüft am 14. September 2026

Eine Planetenparade ist der umgangssprachliche Name dafür, dass mehrere Planeten gleichzeitig am Dämmerungshimmel stehen. Der Begriff ist keine astronomische Fachbezeichnung und hat keine feste Definition – je nach Quelle zählen drei, vier oder sechs Planeten, manchmal auch solche, die gerade unter dem Horizont sind.

⭐ Kurz gesagt: Wir haben es nachgerechnet. Von heute bis Ende 2032 gibt es von Mitteleuropa aus genau ein Zeitfenster mit vier freisichtigen Planeten gleichzeitig: den 3. bis 12. November 2028 am Morgenhimmel. Fünf Planeten auf einmal kommen in diesen sieben Jahren gar nicht vor. Aktuell stehen morgens drei zusammen: Mars, Jupiter und Saturn.
Balkendiagramm: Anzahl gleichzeitig sichtbarer freisichtiger Planeten pro Monat von 2026 bis 2030
Eigene Berechnung mit Skyfield und JPL-Ephemeride DE421 für Frankfurt am Main. Grafik: sterngucker.de

Was gerade am Himmel steht

Im Herbst 2026 lohnt sich der Blick vor Sonnenaufgang. Mars, Jupiter und Saturn stehen in der Morgendämmerung gemeinsam über dem Horizont, Saturn und Mars dabei angenehm hoch.

Uranus und Neptun sind rechnerisch ebenfalls dabei. Beide sind aber zu lichtschwach fürs bloße Auge – für Uranus braucht es ein Fernglas und eine Aufsuchkarte, für Neptun ein Teleskop.

Tipp: Welche Planeten heute Abend oder morgen früh wo stehen, zeigt unsere Seite Planeten heute sichtbar tagesaktuell – inklusive Aufgangszeiten für deinen Standort.

Die nächste echte Planetenparade: November 2028

Zwischen dem 3. und 12. November 2028 stehen morgens vier freisichtige Planeten zusammen am Himmel. Mars leuchtet dabei rund 40 Grad hoch, Venus und Saturn stehen mittelhoch, Jupiter klettert im Lauf des Fensters von knapp 6 auf 11 Grad.

DatumMarsSaturnVenusJupiter
3. November 202839°13°12°
6. November 202840°11°11°
9. November 202841°10°
12. November 202841°10°11°
Höhe über dem Horizont gegen 5:30 Uhr MEZ, berechnet für Frankfurt am Main. Merkur steht in diesen Tagen unter dem Horizont.

Der begrenzende Faktor ist Saturn: Er sinkt Abend für Abend tiefer. Wer die Parade mit allen vieren sehen will, sollte in der ersten Novemberwoche hinausgehen – danach verliert Saturn den Anschluss.

Warum „alle Planeten in einer Reihe“ nicht stimmt

Die Formulierung suggeriert eine Perlenkette. Tatsächlich stehen die Planeten immer ungefähr auf einer Linie – das ist der Normalzustand, nicht das Ereignis. Alle umkreisen die Sonne fast in derselben Ebene, und diese Ebene sehen wir von der Erde aus als Linie: die Ekliptik.

Was sich ändert, ist nur die Verteilung entlang dieser Linie. Eine „Parade“ entsteht, wenn mehrere Planeten zufällig auf derselben Seite der Sonne stehen und deshalb gleichzeitig über dem Horizont sind.

Woran du Clickbait erkennst: Wenn eine Schlagzeile sechs oder sieben Planeten verspricht, sind fast immer Uranus und Neptun mitgezählt – beide unsichtbar ohne Optik. Häufig steht außerdem einer der genannten Planeten zur angegebenen Zeit noch unter dem Horizont oder mitten in der hellen Dämmerung.

Wie wir gerechnet haben

Damit die Zahlen nachvollziehbar sind, hier die Kriterien. Ausgewertet wurde der Moment der nautischen Dämmerung, also wenn die Sonne 12 Grad unter dem Horizont steht und der Himmel dunkel genug für Planeten ist.

  • Standort: Frankfurt am Main (50,1° N) – stellvertretend für Mitteleuropa
  • Zählung: nur die fünf freisichtigen Planeten Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn
  • Mindesthöhe: 5 Grad über dem Horizont – darunter schlucken Dunst und Häuser den Planeten
  • Datenbasis: JPL-Ephemeride DE421, gerechnet mit Skyfield

Wer die Schwelle auf 0 Grad senkt oder Uranus und Neptun mitzählt, bekommt deutlich mehr „Paraden“. Sichtbar wird davon nichts – genau da entsteht die Lücke zwischen Schlagzeile und Fernrohr.

Was du zum Beobachten brauchst

Für die Parade selbst gar nichts: Die freisichtigen Planeten siehst du mit bloßem Auge, und ein weiter Blick nach Südosten ist wichtiger als jede Optik.

Spannend wird es beim Hineinschauen. Schon ein kleines Teleskop zeigt die Saturnringe und die vier großen Jupitermonde – zwei Anblicke, die fast jeden Einsteiger überraschen.

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Häufige Fragen zur Planetenparade

Wann stehen alle Planeten in einer Reihe?

Praktisch nie. Alle acht Planeten gleichzeitig eng beieinander wäre ein Ereignis, das in Jahrtausenden gerechnet wird – und selbst dann stünde ein Teil davon tagsüber am Himmel. Realistisch sind vier bis fünf freisichtige Planeten zur selben Dämmerung, und auch das ist selten.

Wann ist die nächste Planetenparade?

Mit vier freisichtigen Planeten: vom 3. bis 12. November 2028 am Morgenhimmel, mit Mars, Saturn, Venus und Jupiter. Bis Ende 2032 gibt es von Mitteleuropa aus kein weiteres Fenster mit vier oder mehr freisichtigen Planeten.

Wie viele Planeten kann man gleichzeitig sehen?

Mit bloßem Auge maximal fünf: Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn. Uranus und Neptun brauchen Fernglas beziehungsweise Teleskop, und die Erde steht unter deinen Füßen. Merkur ist dabei der schwierigste – er verlässt die Sonnennähe nie weit.

Hat eine Planetenparade Auswirkungen auf die Erde?

Nein. Die Anziehungskraft der Planeten auf die Erde ist verschwindend gering – der Mond übt allein durch seine Nähe ein Vielfaches davon aus. Eine Planetenparade ist ein perspektivischer Zufall, kein physikalisches Ereignis.

Warum sieht man Merkur so selten?

Merkur umkreist die Sonne innerhalb der Erdbahn und entfernt sich von der Erde aus gesehen nie weiter als etwa 28 Grad von ihr. Er steht deshalb immer in der hellen Dämmerung knapp über dem Horizont – und fällt aus den meisten Paraden heraus.

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