Von Alexander Merz · Veröffentlicht am · Angaben geprüft am 14. September 2026
Eine Planetenparade ist der umgangssprachliche Name dafür, dass mehrere Planeten gleichzeitig am Dämmerungshimmel stehen. Der Begriff ist keine astronomische Fachbezeichnung und hat keine feste Definition – je nach Quelle zählen drei, vier oder sechs Planeten, manchmal auch solche, die gerade unter dem Horizont sind.

Was gerade am Himmel steht
Im Herbst 2026 lohnt sich der Blick vor Sonnenaufgang. Mars, Jupiter und Saturn stehen in der Morgendämmerung gemeinsam über dem Horizont, Saturn und Mars dabei angenehm hoch.
Uranus und Neptun sind rechnerisch ebenfalls dabei. Beide sind aber zu lichtschwach fürs bloße Auge – für Uranus braucht es ein Fernglas und eine Aufsuchkarte, für Neptun ein Teleskop.
Die nächste echte Planetenparade: November 2028
Zwischen dem 3. und 12. November 2028 stehen morgens vier freisichtige Planeten zusammen am Himmel. Mars leuchtet dabei rund 40 Grad hoch, Venus und Saturn stehen mittelhoch, Jupiter klettert im Lauf des Fensters von knapp 6 auf 11 Grad.
| Datum | Mars | Saturn | Venus | Jupiter |
|---|---|---|---|---|
| 3. November 2028 | 39° | 13° | 12° | 6° |
| 6. November 2028 | 40° | 11° | 11° | 7° |
| 9. November 2028 | 41° | 8° | 10° | 9° |
| 12. November 2028 | 41° | 5° | 10° | 11° |
Der begrenzende Faktor ist Saturn: Er sinkt Abend für Abend tiefer. Wer die Parade mit allen vieren sehen will, sollte in der ersten Novemberwoche hinausgehen – danach verliert Saturn den Anschluss.
Warum „alle Planeten in einer Reihe“ nicht stimmt
Die Formulierung suggeriert eine Perlenkette. Tatsächlich stehen die Planeten immer ungefähr auf einer Linie – das ist der Normalzustand, nicht das Ereignis. Alle umkreisen die Sonne fast in derselben Ebene, und diese Ebene sehen wir von der Erde aus als Linie: die Ekliptik.
Was sich ändert, ist nur die Verteilung entlang dieser Linie. Eine „Parade“ entsteht, wenn mehrere Planeten zufällig auf derselben Seite der Sonne stehen und deshalb gleichzeitig über dem Horizont sind.
Wie wir gerechnet haben
Damit die Zahlen nachvollziehbar sind, hier die Kriterien. Ausgewertet wurde der Moment der nautischen Dämmerung, also wenn die Sonne 12 Grad unter dem Horizont steht und der Himmel dunkel genug für Planeten ist.
- Standort: Frankfurt am Main (50,1° N) – stellvertretend für Mitteleuropa
- Zählung: nur die fünf freisichtigen Planeten Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn
- Mindesthöhe: 5 Grad über dem Horizont – darunter schlucken Dunst und Häuser den Planeten
- Datenbasis: JPL-Ephemeride DE421, gerechnet mit Skyfield
Wer die Schwelle auf 0 Grad senkt oder Uranus und Neptun mitzählt, bekommt deutlich mehr „Paraden“. Sichtbar wird davon nichts – genau da entsteht die Lücke zwischen Schlagzeile und Fernrohr.
Was du zum Beobachten brauchst
Für die Parade selbst gar nichts: Die freisichtigen Planeten siehst du mit bloßem Auge, und ein weiter Blick nach Südosten ist wichtiger als jede Optik.
Spannend wird es beim Hineinschauen. Schon ein kleines Teleskop zeigt die Saturnringe und die vier großen Jupitermonde – zwei Anblicke, die fast jeden Einsteiger überraschen.
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Häufige Fragen zur Planetenparade
Wann stehen alle Planeten in einer Reihe?
Praktisch nie. Alle acht Planeten gleichzeitig eng beieinander wäre ein Ereignis, das in Jahrtausenden gerechnet wird – und selbst dann stünde ein Teil davon tagsüber am Himmel. Realistisch sind vier bis fünf freisichtige Planeten zur selben Dämmerung, und auch das ist selten.
Wann ist die nächste Planetenparade?
Mit vier freisichtigen Planeten: vom 3. bis 12. November 2028 am Morgenhimmel, mit Mars, Saturn, Venus und Jupiter. Bis Ende 2032 gibt es von Mitteleuropa aus kein weiteres Fenster mit vier oder mehr freisichtigen Planeten.
Wie viele Planeten kann man gleichzeitig sehen?
Mit bloßem Auge maximal fünf: Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn. Uranus und Neptun brauchen Fernglas beziehungsweise Teleskop, und die Erde steht unter deinen Füßen. Merkur ist dabei der schwierigste – er verlässt die Sonnennähe nie weit.
Hat eine Planetenparade Auswirkungen auf die Erde?
Nein. Die Anziehungskraft der Planeten auf die Erde ist verschwindend gering – der Mond übt allein durch seine Nähe ein Vielfaches davon aus. Eine Planetenparade ist ein perspektivischer Zufall, kein physikalisches Ereignis.
Warum sieht man Merkur so selten?
Merkur umkreist die Sonne innerhalb der Erdbahn und entfernt sich von der Erde aus gesehen nie weiter als etwa 28 Grad von ihr. Er steht deshalb immer in der hellen Dämmerung knapp über dem Horizont – und fällt aus den meisten Paraden heraus.
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