Von Alexander Merz · Aktualisiert am · Angaben geprüft am 1. Oktober 2026
Eine Sonnenfinsternis fotografieren heißt, die vom Mond angeschnittene Sonne mit Handy, Kamera oder Teleskop festzuhalten – sicher geht das nur mit einem Sonnenfilter der Dichte OD 5.0 vor der Optik, der 99,999 % des Lichts schluckt. Es ist eines der dankbarsten Einstiegsprojekte der Astrofotografie, und die nächste Gelegenheit kommt am 2. August 2027.

Sonnenfinsternis fotografieren mit Filter: was wirklich schützt
Für die Kamera gilt dieselbe Regel wie fürs Auge: Der Filter sitzt vor dem Objektiv, nie dahinter. Dort dämpft er das Licht, bevor die Linse es bündelt. Eine Sonnenfilterfolie mit OD 5.0 lässt ein Hunderttausendstel des Lichts durch – dunkel genug fürs Auge am Sucher und hell genug für kurze Belichtungszeiten.
Ein Graufilter aus dem Fotohandel ist kein Sonnenfilter. Ein ND1000 schluckt zehn Blendenstufen, ein Sonnenfilter mit OD 5.0 rund 16,6 – der ND1000 lässt also etwa hundertmal mehr Licht durch, und wie viel Infrarot er passieren lässt, ist nicht geprüft. Mehrere ND-Filter übereinander sind auch keine Lösung: Sie erzeugen Spiegelungen und regenbogenfarbene Reflexe.
Schweißerglas der Stufe 14 ist zum Schauen in Ordnung, zum Fotografieren aber schlecht. Die Amerikanische Astronomische Gesellschaft (AAS) hält Schutzstufe 12 und dunkler für sicher, 13 bis 14 für angenehm. Fürs Foto taugen die Gläser kaum: Das Bild wird grün, und die dicken, selten ganz planen Scheiben machen es am Teleobjektiv weich.
| Filter | Zum Hinschauen | Zum Fotografieren | Urteil |
|---|---|---|---|
| Sonnenfilterfolie OD 5.0 (z. B. Baader AstroSolar) | ja, vor der Optik | ja | ⭐ Standard für alles |
| Fotofolie OD 3.8 | nein, niemals | ja, kürzere Zeiten | nur für Erfahrene mit Live-View |
| Glas-Sonnenfilter ND 100000 | nur wenn ausdrücklich dafür zugelassen | ja | robust, aber teurer |
| Sofi-Brille nach ISO 12312-2 | ja, bloßes Auge | Notlösung vor dem Handy | nie hinter einer Optik |
| Schweißerglas Stufe 13–14 | ja, bloßes Auge | kaum | grünes, weiches Bild |
| ND1000 oder gestapelte ND-Filter | nein | nein | ❌ nicht sicher |
| Sonnenbrille, CD, Rettungsdecke, Rußglas | nein | nein | ❌ gefährlich |
Für fast alle Leser ist die AstroSolar-Folie mit OD 5.0 die beste Wahl, weil sie Hinschauen und Fotografieren abdeckt. Aus einem großen Bogen schneidest du Filter für Teleobjektiv, Handy und Fernglas zugleich. Für ein einzelnes Objektiv mit bis zu etwa 130 mm Frontdurchmesser reicht die kleinere Baader AstroSolar ECO-size Folie OD 5.0 (14x15,5 cm).
Unsere Empfehlung: Baader AstroSolar Safety Folie OD 5.0 (20x29 cm)

Ein Bogen reicht für den Filter vorm Teleobjektiv plus Handy und Fernglas. Mit OD 5.0 darfst du auch durch den Sucher schauen – die sichere Allround-Lösung für die Finsternis.
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Wie du aus der Folie in 20 Minuten eine Objektivkappe baust, zeigt unser Ratgeber Sonne beobachten. Beim Teleobjektiv kommt eine Bedingung dazu: Die Kappe muss fest sitzen, sich aber mit einem Griff abziehen lassen. Wer in die Totalitätszone reist, verliert mit einem Schraubfilter wertvolle Sekunden – davon rät auch die AAS ab.
Sonnenfinsternis mit dem Handy fotografieren: so geht es sicher
Mit dem Handy bekommst du ein schönes Erinnerungsfoto, aber keine große Sonnensichel. Selbst das Tele-Modul bildet die Sonne nur klein ab, das ist schlicht eine Frage der Brennweite. Größer wird sie erst, wenn du das Handy hinter das Okular eines gefilterten Fernglases oder Teleskops hältst.
| Handy-Kamera | Brennweite (Kleinbild-Äquivalent) | Sonne im Bild | Taugt für |
|---|---|---|---|
| Hauptkamera 1× | rund 24 mm | etwa 1 % der Bildhöhe | Landschaft, Zeitraffer |
| Tele 3× | rund 75 mm | etwa 3 % | kleine Sichel |
| Tele 5× | rund 120 mm | etwa 5 % | erkennbare Sichel |
| Tele 10× (einige Android-Modelle) | rund 230 mm | etwa 9 % | beste Handy-Sichel |
| Handy am Okular eines gefilterten Teleskops | je nach Teleskop | bis bildfüllend | Sonnenflecken, Mondkante |
Sonnengröße nachgerechnet mit der Faustformel Brennweite ÷ 109 (siehe unten), bezogen auf 24 mm Bildhöhe im Kleinbildformat.
Schadet die Sonne dem Handy-Sensor?
Ein kurzer Schnappschuss mit der Hauptkamera schadet dem Handy in aller Regel nicht – ein Freibrief ist das aber nicht. Die NASA weist ausdrücklich darauf hin, dass ein Handysensor wie jeder Bildsensor Schaden nehmen kann, wenn er direkt auf die Sonne zeigt, besonders mit Vorsatzlinsen. Das Risiko steigt mit Tele-Modul, Zoom-Aufsatz und minutenlangem Filmen, weil dann mehr Licht gebündelt auf dieselben Pixel fällt.
Ohne Filter siehst du auf dem Foto ohnehin nur einen weißen Fleck. Die Sichel überstrahlt, und die Automatik kommt mit dem Kontrast nicht zurecht. Der Filter ist also nicht nur Schutz, sondern die Voraussetzung dafür, dass überhaupt eine Finsternis aufs Bild kommt.
Darf man die Sonnenfinsternis durchs Handy beobachten?
Aufs Display zu schauen ist für die Augen unbedenklich – es leuchtet nicht heller als sonst auch. Die Gefahr lauert daneben: Wer das Handy ausrichtet, schaut schnell mal über den Rand direkt in die Sonne. Deshalb gehört die Sofi-Brille auf die Nase, solange du mit dem Handy hantierst.
Ohne Filter zeigt das Display nur einen überstrahlten Fleck, mit Filter eine kleine Sichel. Zum Anschauen der Finsternis ist die Brille deshalb das bessere Werkzeug – das Handy ist fürs Foto da.
Pflicht zum Hinschauen: Omegon Sonnenfinsternis-Brille Sofi Solar Safe

Geprüft nach ISO 12312-2 für den Blick mit bloßem Auge – und die einfachste Absicherung, während du Kamera oder Handy ausrichtest.
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Der Filter vor dem Handy: alle Linsen abdecken
Die Folie muss vor allen Kameralinsen sitzen, nicht nur vor der, die du gerade nutzt. Viele Handys wechseln je nach Zoomstufe und Licht selbstständig das Kameramodul – dann blickt plötzlich eine ungefilterte Linse in die Sonne. Am einfachsten klebst du ein Stück Folie hinter einen Pappausschnitt, der die ganze Kamerainsel abdeckt, und fixierst ihn mit Malerkrepp.
Als Notlösung taugt ein Glas einer Sofi-Brille, das du vor die Linse hältst – das empfiehlt auch die NASA. Für ruhige Serien ist ein fest aufgeklebter Folienfilter besser, weil die Hand sonst wackelt und seitlich Licht einfällt.
Die richtigen Handy-Einstellungen
- Stativ statt freier Hand: Handyhalter aufs Stativ, auslösen per Selbstauslöser oder Kopfhörer-Taste.
- Optische Tele-Stufe wählen (2×, 3×, 5×) und den Digitalzoom darüber hinaus meiden – er vergrößert nur Pixel.
- Fokus und Belichtung sperren: lange auf die Sonne tippen, bis die Sperre erscheint.
- Belichtung nach unten ziehen, bis die Sichel eine saubere Kante bekommt.
- Pro- oder Experten-Modus: niedrigste ISO, Fokus manuell auf unendlich, Verschlusszeit so kurz, dass die Sichel nicht ausfrisst.
- RAW speichern, wenn dein Handy es kann – das lässt mehr Spielraum beim Bearbeiten.
Die Grundlagen der Handykamera am Himmel sind dieselben wie nachts. Wie du Belichtung und Fokus bei Mond und Sternen in den Griff bekommst, steht in unserem Ratgeber Astrofotografie mit dem Smartphone.
Sonnenfinsternis mit dem iPhone fotografieren
Beim iPhone sperrst du Fokus und Belichtung, indem du lange auf die Sonne tippst, bis „AE/AF-Sperre“ erscheint. Danach ziehst du den kleinen Sonnen-Regler neben dem Fokusrahmen nach unten, bis die Sichel sauber abgegrenzt ist. Nutze die höchste optische Tele-Stufe deines Modells und zoome nicht weiter.
Bei den Pro-Modellen lohnt sich ProRAW, weil es mehr Spielraum in der Bearbeitung lässt. Wer Verschlusszeit und ISO selbst wählen will, braucht eine Kamera-App mit manuellem Modus.
Sonnenfinsternis mit dem Handy filmen
Für ein Video der ganzen Finsternis ist Zeitraffer besser als Dauerfilm. Der Zeitraffer-Modus nimmt nur in Abständen ein Bild auf, spart Akku und Speicher und zeigt die rund zweistündige Wanderung des Mondes in Sekunden. Sperr auch hier Fokus und Belichtung, sonst pumpt die Helligkeit.
Denk an die Hitze: Ein Handy in der Augustsonne schaltet sich schnell wegen Überhitzung ab. Ein helles Tuch oder ein Schirm über dem Gehäuse hilft, eine Powerbank ebenfalls.
Ausrüstung nach Budget: vom Handy bis zum Smart-Teleskop
Entscheidend ist nicht die teuerste Kamera, sondern die Brennweite und ein sicherer Filter. Eine ältere Spiegelreflex mit Tele-Zoom liefert eine schärfere Sichel als das neueste Handy. Die Tabelle zeigt die vier gängigen Wege.
| Weg | Was du brauchst | Sonne im Bild | Für wen |
|---|---|---|---|
| Handy + Folie | Handy, Stativhalter, Baader AstroSolar ECO-size Folie OD 5.0 (14x15,5 cm) | klein (1–9 % der Bildhöhe) | Erinnerungsfoto, Zeitraffer, Landschaft |
| Bridge- oder Systemkamera + Tele | 300–600 mm (Kleinbild), stabiles Stativ, Baader AstroSolar Safety Folie OD 5.0 (20x29 cm) | etwa 10–35 % | scharfe Sichel, Serien, Korona |
| Kamera + Tele + Nachführung | zusätzlich Skywatcher Star Adventurer 2i Wi-Fi Photo-Set | wie oben, bleibt mittig | Intervallserien ohne Nachjustieren |
| Smart-Teleskop | ZWO Seestar S30 Pro oder ZWO Seestar S50 Pro mit Sonnenfilter | etwa ein Viertel bis ein Drittel | bequemster Weg, App steuert alles |
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Smart-Teleskop: der bequemste Weg
Ein Smart-Teleskop findet die Sonne per App, führt ihr nach und schickt die Bilder aufs Handy. Beim ZWO Seestar S50 Pro liegt laut Hersteller ein magnetischer Sonnenfilter bei; beim ZWO Seestar S30 Pro nennen Tests den Filter im Lieferumfang, der Hersteller führt ihn auch als Zubehör – prüf beim Kauf, ob er im Paket ist. Für das ältere Seestar S50 und 50-mm-Ferngläser gibt es den fertig gefassten Omegon Sonnenfilter 50 mm (Seestar S50 & Ferngläser).
ZWO warnt selbst, dass die Hauptkamera ohne Filter dauerhaft Schaden nehmen kann. Die App erinnert an den Filter, prüfen kann sie ihn nicht. Setz ihn deshalb auf, bevor das Gerät zur Sonne schwenkt.
Kamera mit Nachführung
Ohne Nachführung wandert die Sonne in rund zwei Minuten um ihren eigenen Durchmesser weiter. Bei 600 mm Brennweite musst du deshalb alle paar Aufnahmen nachjustieren. Eine kleine Reisemontierung wie der Skywatcher Star Adventurer 2i Wi-Fi Photo-Set mit Sonnen-Geschwindigkeit hält sie über Stunden in der Bildmitte, wenn du sie grob nach Norden ausrichtest.
Brennweite und Sonnengröße: wie groß die Sonne im Bild wird
Die Faustformel ist einfach: Der Sonnendurchmesser auf dem Sensor entspricht der Brennweite geteilt durch 109. Bei 500 mm ergibt das 4,6 mm, bei 1.000 mm gut 9 mm – egal, ob Kamera oder Teleskop. So steht es auch in den Foto-Hinweisen des NASA-Finsternisexperten Fred Espenak.
| Brennweite | Sonne auf dem Sensor | Anteil Bildhöhe Vollformat | Anteil Bildhöhe APS-C | Wofür |
|---|---|---|---|---|
| 200 mm | 1,8 mm | 8 % | 12 % | Landschaft mit Sonne, Serien |
| 400 mm | 3,7 mm | 15 % | 24 % | Sichel und ganze Korona |
| 600 mm | 5,5 mm | 23 % | 35 % | große Sichel, innere Korona |
| 1.000 mm | 9,2 mm | 38 % | 59 % | Sonnenflecken, Perlschnur – Korona zu groß |
Gerechnet mit Brennweite ÷ 109 (NASA/Espenak), Bildhöhe 24 mm (Vollformat) bzw. 15,6 mm (APS-C).
Für die partielle Phase darf die Sonne groß sein, für die Korona nicht. Die Korona reicht mehrere Sonnenradien weit hinaus; damit ihr Kern aufs Bild passt, sollte die Sonnenscheibe höchstens ein Fünftel bis ein Viertel der Bildhöhe füllen. An Vollformat sind 400 bis 600 mm deshalb der beste Kompromiss, an APS-C wegen des kleineren Sensors 300 bis 400 mm.
Sonnenfinsternis mit der Kamera: Einstellungen für die partielle Phase
Stell alles manuell ein, denn die Automatik misst den dunklen Himmel mit und belichtet die Sonne zu hell. Bewährt haben sich ISO 100, Blende f/8 und eine kurze Verschlusszeit; mit OD-5-Folie nennt die Belichtungstabelle von Fred Espenak 1/500 s. Forumsnutzer lagen am 12. August 2026 mit denselben Grundwerten zwischen 1/250 und 1/1000 s.
Fokussiere manuell im Live-View auf die Sonnenkante oder einen Sonnenfleck, mit der Lupenfunktion stark vergrößert. Sitzt der Fokus, klebst du den Fokusring mit Malerkrepp fest. Diese Einstellung gilt auch für die Totalität – dort bleibt keine Zeit zum Nachstellen.
Speichere RAW und löse per Fernauslöser oder 2-Sekunden-Timer aus. Bei langen Brennweiten verwackelt schon der Fingerdruck. Deck die Kamera zwischen den Aufnahmen ab, weil sich das schwarze Gehäuse in der Sonne stark aufheizt.

| Phase / Motiv | Filter | Zeit bei ISO 100, f/8 | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Partielle Phase | OD 5.0 drauf | 1/500 s | Praxis 2026: 1/250–1/1000 s |
| Perlschnur (Baily’s Beads) | ohne, nur Totalitätszone | 1/4000 s | extrem hell, wechselt in Sekunden |
| Chromosphäre | ohne | 1/2000 s | rosa Saum am Mondrand |
| Protuberanzen | ohne | 1/1000 s | rote Bögen am Rand |
| Innere Korona | ohne | 1/250 s | |
| Diamantring | ohne | 1/60 s | auch mittlere Korona |
| Korona bis 1 Sonnenradius | ohne | 1/15–1/4 s | Stativ Pflicht |
| Äußere Korona | ohne | 1/2–4 s | nur bei dunklem Himmel sinnvoll |
Quelle: Fred Espenak, Solar Eclipse Exposure Guide (NASA); Praxiswerte aus forum.astronomie.de. Andere ISO oder Blende: pro Stufe die Zeit halbieren oder verdoppeln. Die Werte ohne Filter gelten ausschließlich während der Totalität.
Totalität fotografieren: Korona, Perlschnur und Diamantring
Die Totalität gibt es 2027 nicht in Deutschland, sondern nur in einem schmalen Streifen über Südspanien und Nordafrika. In Südspanien dauert sie je nach Ort bis gut viereinhalb Minuten; wo genau, steht auf unserer Seite zur Sonnenfinsternis am 2. August 2027. Wer zu Hause bleibt, lässt den Filter die ganze Zeit drauf.
Der Filter kommt erst ab, wenn die Sonne vollständig bedeckt ist – beim zweiten Kontakt (C2). Kurz vor dem dritten Kontakt (C3) blitzen am Mondrand wieder die ersten Lichtperlen auf, dann folgt der Diamantring. Sobald die Sonne zurückkommt, sitzen Filter und Brille wieder an ihrem Platz.
Die Kamera verträgt die Sekunden der Perlschnur ohne Filter, dein Auge nicht. Schau in diesen Momenten nur aufs Display, nie durch den optischen Sucher. Die NASA ist hier eindeutig: Ohne Schutz darfst du nur hinschauen, solange die Sonne vollständig bedeckt ist.

Für die Korona brauchst du eine Belichtungsreihe, denn kein einzelnes Bild fasst ihren Helligkeitsumfang. Stell die Blende fest ein und lass die Kamera Zeiten von etwa 1/1000 s bis 1 s durchlaufen – so rät es auch die NASA. Später legst du die Reihe per HDR-Software übereinander.
Automatisiere, was geht, und schau dir den Rest mit eigenen Augen an. Ein Beobachter aus dem Forum ließ die Belichtungsreihe in Spanien von einer Steuer-Software nach Uhrzeit auslösen und bekam in 101 Sekunden Totalität 84 Aufnahmen. Wer dagegen an Rädchen dreht, verpasst das Schauspiel.
Auch das Handy fängt die Korona erstaunlich gut ein. Laut AAS reichen dafür schon Belichtungen von 1/15 s. Nimm in der Totalität den Filter ab, sperr die Belichtung und zieh sie etwas herunter, damit die inneren Strahlen nicht ausfressen.
Serie, Zeitraffer, Landschaft: Bildideen für den ganzen Ablauf
Eine Intervallserie erzählt die ganze Finsternis in einem Bild. Stell den Intervall-Timer der Kamera auf alle 3 bis 5 Minuten; bei rund zwei Stunden Dauer kommen so 25 bis 40 Sicheln zusammen. Mit Nachführung liegen sie deckungsgleich, ohne musst du nachjustieren und die Bilder später ausrichten.

Für einen Zeitraffer bleibt die Kamera fest stehen, und die Sonne wandert durchs Bild. Sperr Blende, Zeit, ISO und Weißabgleich, sonst flackert der Film. Ein manuelles Objektiv hilft, weil sich dann die Blende nicht bei jedem Bild minimal anders schließt.
Für einen Zeitraffer mit Landschaft reicht ein Weitwinkel um 24 bis 35 mm. In zwei Stunden legt die Sonne rund 30 Grad am Himmel zurück, das passt bei dieser Brennweite gerade ins Bild. Der Filter bleibt auch hier drauf – im Forum reicht der Rat von „Weitwinkel ohne Filter geht“ bis „nie ohne“, sicher ist nur die zweite Variante.
Landschaft mit Finsternis
2027 steht die Sonne bei uns hoch – eine Sichel knapp über dem Horizont wird es diesmal nicht. Zum Maximum steht sie je nach Ort 44 bis 53 Grad hoch, mit Landschaft im Bild geht das nur mit starkem Weitwinkel oder im Hochformat. Am 12. August 2026 war es umgekehrt: Da stand die Sonne tief, und Dunst dämpfte ihr Licht.

Der bewährte Trick ist ein Komposit aus zwei Aufnahmen vom selben Stativplatz. Eine Aufnahme mit Filter zeigt die Sichel, eine ohne Filter die Landschaft, später legst du beide übereinander. Kein Einzelbild bewältigt diesen Helligkeitsunterschied, darüber waren sich die Forumsnutzer nach dem 12. August einig.
Die schönsten sicheren Motive liegen am Boden: Unter Bäumen werfen die Lücken im Laub Hunderte kleine Sicheln. Dafür brauchst du keinen Filter, nur den Blick nach unten. Mit einer Lochkamera für die Sonnenfinsternis projizierst du die Sichel gezielt auf Papier – ein gutes Motiv, wenn Kinder dabei sind.
Fehler aus dem Forum: was 2026 schiefging
Die Finsternis vom 12. August 2026 war für viele die Generalprobe, und die Berichte auf forum.astronomie.de zeigen, wo es hakt. Die meisten Pannen hatten nichts mit teurer Technik zu tun, sondern mit fehlender Übung.
| Fehler | Was passiert | Besser so |
|---|---|---|
| Mehrere ND-Filter gestapelt | Spiegelungen und Regenbogen-Reflexe | ein einziger Sonnenfilter mit OD 5.0 |
| Kein Probelauf | Live-View zu dunkel, Sonne nicht im Bild | vorher üben; ausrichten, bis der Schatten des Objektivs am kleinsten ist |
| Autofokus auf die Sonne | unscharfe Serie | manuell fokussieren, Ring abkleben |
| Kamera stundenlang in der Sonne | Gehäuse und Objektiv heizen auf | zwischen den Aufnahmen abdecken |
| Sonne und Vordergrund in einem Bild | Sonne weiß oder Landschaft schwarz | Komposit aus zwei Aufnahmen |
| Handy frei in der Hand, Wind | verwackelt, Fokus springt | Stativ, Selbstauslöser, Windschutz |
| Nur ein Standort geplant | Schleierwolken, Rauch von Waldbränden | Ausweichort und Wetterkarte im Blick |
| Zu viel Technik in der Totalität | Sekunden verrinnen, nichts gesehen | ein Gerät, Automatik, Rest mit den Augen |
Der wichtigste Fehler steht in keiner Tabelle: das erste Mal am Finsternistag. Wer Filter, Fokus und Intervall vorher zweimal an der normalen Sonne geübt hat, ist entspannt, wenn es zählt.
Checkliste für den 2. August 2027: so bist du startklar
Die Zeiten für deinen Ort stehen auf unserer Seite zur Sonnenfinsternis 2027 – hier geht es nur um die Vorbereitung. Die Finsternis läuft am Vormittag ab, die Sonne steht dabei im Südosten.
✅ Sofi-Brille für jeden, Sonnenfilter für jede Optik – vorher gegen eine Lampe auf Löcher prüfen.
✅ Filter sitzt fest, lässt sich aber mit einem Griff abnehmen (wichtig für die Totalitätszone).
✅ Folie deckt beim Handy alle Linsen ab, auch im Halter.
✅ Probelauf eine Woche vorher zur gleichen Uhrzeit: Steht die Sonne frei über Dach und Bäumen?
✅ Fokus mit Filter eingestellt, Ring abgeklebt.
✅ Intervall-Timer und Belichtungsreihe programmiert und getestet.
✅ Akkus geladen, Speicherkarten leer, Powerbank fürs Handy.
✅ Uhr gestellt – Kontaktzeiten gelten auf die Minute.
✅ Schatten für dich und die Kamera: Hut, Wasser, helles Tuch.
✅ Plan B bei Wolken: Ausweichort in erreichbarer Nähe.
Und plane Zeit zum Schauen ein. Das Foto macht die Automatik, den Moment erlebst nur du.
Häufige Fragen zum Fotografieren der Sonnenfinsternis
Kann man eine Sonnenfinsternis fotografieren?
Ja, mit jedem Handy und jeder Kamera, solange ein Sonnenfilter mit OD 5.0 vor der Optik sitzt. Ohne Filter ist nur die Totalität möglich, und die ist 2027 in Deutschland nicht zu sehen. Für eine große Sichel brauchst du 300 bis 600 mm Brennweite oder ein Smart-Teleskop.
Welcher Sonnenfinsternis-Filter passt vor die Kamera?
Eine Sonnenfilterfolie mit OD 5.0 oder ein fertiger Glas-Sonnenfilter mit ND 100000, jeweils vor dem Objektiv. Die Folie ist günstiger und optisch sehr gut, Glasfilter sind robuster. Normale Graufilter aus dem Fotohandel und alles, was hinter die Optik kommt, sind tabu.
Reicht eine Sofi-Brille als Filter fürs Handy?
Als Notlösung ja: Halte ein Brillenglas vor die Handylinse oder klebe es fest, sodass es alle Linsen abdeckt. Vor einem Teleobjektiv taugt die kleine, oft leicht geknickte Brillenfolie optisch wenig. Dort gehört ein sauber gefasster Folienfilter hin.
Ist ein ND1000-Graufilter für die Sonnenfinsternis sicher?
Nein. Er lässt etwa hundertmal mehr Licht durch als ein Sonnenfilter, und seine Durchlässigkeit für Infrarot ist nicht geprüft. Durch den Sucher damit in die Sonne zu schauen, ist gefährlich.
Muss ich 2027 in Deutschland den Filter irgendwann abnehmen?
Nein. Bei uns ist die Finsternis nur partiell, ein Teil der Sonne bleibt immer unbedeckt. Filter und Brille bleiben von Anfang bis Ende drauf. Nur in der Totalitätszone in Südspanien und Nordafrika darf der Filter für die Minuten der Totalität ab.
Darf ich mit Filter durch den Kamerasucher schauen?
Mit einem zertifizierten Sonnenfilter mit OD 5.0 vor dem Objektiv ja. Bequemer und sicherer ist trotzdem Live-View: Rutscht der Filter, merkst du es auf dem Display und nicht mit dem Auge. Ohne Filter ist der optische Sucher tabu, außer während der Totalität selbst.
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